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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.11.2022

Grundsätzlich emotional, in der Umsetzung etwas flach

Rise and Fall (Faith-Reihe 1)
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Worum geht’s?
Eigentlich sind Carter und Skylar schon immer beste Freunde, bis ein One Night Stand ihre gesamte Beziehung auf den Kopf stellt. Völlig überstürzt will Skylar eigentlich bloß das Weite suchen, ...

Worum geht’s?
Eigentlich sind Carter und Skylar schon immer beste Freunde, bis ein One Night Stand ihre gesamte Beziehung auf den Kopf stellt. Völlig überstürzt will Skylar eigentlich bloß das Weite suchen, als ein Unfall ihr Leben für immer verändert. Um Carter nicht von seiner sechsmonatigen Europareise abzuhalten, erzählt sie ihm nichts – und bringt damit ihre ohnehin schon fragile Beziehung gefährlich ins Wanken.


Meine Meinung
Grundsätzlich finde ich es super, Friends-to-Lovers mit gesellschaftsrelevanten Themen zu verbinden, da Sichtbarkeit und ein offener Umgang gerade in Bezug auf das Thema Behinderung definitiv wichtig ist.

Gut gefallen hat mir zunächst einmal, wie flott sich dieses Buch trotz der teils sehr emotionalen Themen hat lesen lassen. Die Nebencharaktere waren überwiegend sympathisch gestaltet, und auch die Rückblenden in die gemeinsame Kindheit der beiden Protagonisten fand ich passend eingesetzt.

Was mich dann aber leider so ein wenig an der Umsetzung gestört hat, war die scheinbare Unbewegtheit, mit der Protagonistin Skylar all den Veränderungen in ihrem Leben begegnet ist. Bei ihr hätte ich mir zumindest ein wenig mehr Reflexion erhofft, denn gerade die emotionale Komponente eines Charakters ist ja eigentlich das, was mich beim Lesen wirklich interessiert und hier in meinen Augen einfach eindeutig zu kurz gekommen ist.

Auch Carter war als Protagonist leider nicht mein Fall, was aber primär daran lag, dass er mir als Figur überhaupt nicht authentisch vorkam. Sein Verhalten fand ich stellenweise doch eher fragwürdig und insbesondere in Hinblick auf seine Emotionen eher ambivalent, und seine besten Szenen habe ich tatsächlich in den Rückblenden in die gemeinsame Kindheit der beiden Protagonisten gesehen.


Fazit
Insgesamt hatte diese Geschichte eindeutig mehr Potenzial, insbesondere in Hinblick auf die beiden Protagonisten. Thematisch hat mir die Umsetzung zwar an sich gefallen, emotional hat mir hier aber eindeutig Tiefe gefehlt, was beim Lesen leider irgendwann eher frustrierend wurde.

Von mir gibt es dafür knappe drei Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.11.2022

Umfangreiche Familiengeschichte

Der Pfirsichgarten
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Worum geht’s?
Als die junge Meilin und ihr Sohn Renshu das kriegsgebeutelte China der 1930er Jahre verlassen, beginnt für die beiden nicht nur eine gefährliche, sondern vor allem auch eine unendlich erscheinende ...

Worum geht’s?
Als die junge Meilin und ihr Sohn Renshu das kriegsgebeutelte China der 1930er Jahre verlassen, beginnt für die beiden nicht nur eine gefährliche, sondern vor allem auch eine unendlich erscheinende Reise. Jahre später heißt Renshu nicht mehr Renshu, sondern Henry und lebt mit seiner Familie in Amerika. Als seine Tochter mehr über ihre Familiengeschichte wissen will, blockt Henry ab – bis in seinem Garten die Pfirsichbäume zu blühen beginnen.


Meine Meinung
China ist definitiv eines der Settings, das nicht ganz so häufig in meinem Bücherregal vertreten ist, da aber auf jeden Fall hingehören sollte. Dementsprechend froh bin ich tatsächlich trotz meiner anfänglichen Unsicherheiten, dass ich dieses Buch in diesem Jahr noch gelesen habe.

Auf den ersten Blick hat mich der Umfang dieses Buches ein kleines bisschen eingeschüchtert, denn nicht nur thematisch, sondern auch zeitlich wird hier wirklich eine ganze Menge abgehandelt. Positiv überrascht hat mich dann tatsächlich, wie eindrucksvoll ich die Erzählung beim Lesen fand.

Der Schreibstil hat sich sehr angenehm lesen lassen, und selbst die im Verlauf der Handlung aufkommenden kleineren Längen sehr erträglich gestaltet. Die verschiedenen zeitlichen Abschnitte fand ich allesamt spannend erzählt, und auch wenn hier ziemlich unterschiedliche Settings aufeinandertreffen, habe ich mich beim Lesen nie gelangweilt oder gefragt, warum die Geschichte ausgerechnet so konzipiert wurde, wie sie ist.

Meine einzige kleine Schwierigkeit mit diesem Buch liegt tatsächlich darin, dass ich mir sowohl zum historischen Kontext, als auch zu den Figuren selbst irgendwie noch ein wenig mehr gewünscht hätte. Aufgrund der Länge kommt hier natürlich schon einiges an Inhalt zustande, aber nichtsdestotrotz hätte ich mir stellenweise noch etwas tiefere Einblicke gewünscht, die die Geschichte in meinen Augen ein wenig mehr abgerundet hätten.


Fazit
Wer umfangreich erzählte Familiengeschichten, abwechslungsreiche Settings und spannend gemachte autobiographische Bezüge in Büchern mag, dem wird diese Geschichte auf jeden Fall gefallen. Zwischenzeitlich muss man beim Lesen vielleicht ein wenig Durchhaltevermögen beweisen, abgesehen davon lohnt sich dieses Buch aber definitiv.

Von mir gibt es dafür viereinhalb Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.11.2022

Nette Geschichte mit eher platter Umsetzung

The Girl in the Love Song
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Worum geht’s?
Miller und Violet sind schon ewig beste Freunde – auch wenn Miller weiß, dass es für ihn immer nur Violet geben wird. Seine Musik soll ihm helfen, sein von Schwierigkeiten geprägtes Leben ...

Worum geht’s?
Miller und Violet sind schon ewig beste Freunde – auch wenn Miller weiß, dass es für ihn immer nur Violet geben wird. Seine Musik soll ihm helfen, sein von Schwierigkeiten geprägtes Leben hinter sich zu lassen, und dabei kann er immer auf Violets Unterstützung zählen. Violet, die zwar weiß, dass all seine Lieder von ihr handeln, die gleichzeitig aber weder ihr Herz, noch ihre Freundschaft in Gefahr bringen will.


Meine Meinung
Die Idee dieser Geschichte klang für mich wirklich niedlich und absolut gefühlvoll, von der Umsetzung bin ich jetzt nach dem Lesen aber leider nicht so ganz begeistert, wie ich eigentlich erwartet hätte.

Der Schreibstil war zunächst einmal angenehm zu lesen und für Fans von Emma Scott sicherlich ein absoluter Pluspunkt der Geschichte. Grundsätzlich war auch mein Lesefluss ziemlich hoch, was dann aber leider auch relativ schnell dazu geführt hat, dass ich beim Lesen auf das ein oder andere Problem gestoßen bin.

Am schwersten habe ich mich tatsächlich mit den Figuren getan, die grundsätzlich zwar eine Menge Potenzial hatten, in meinen Augen aber einfach nicht so gelungen sind, wie sie hätten werden können. Miller wollte mir über den Verlauf des Buches leider einfach nicht so wirklich sympathisch werden, was insbesondere daran lag, dass sein Verhalten nicht unbedingt immer auch seinem Alter entsprach. Bei Violet fiel es mir schon wesentlich leichter, sie zu mögen, so wirklich authentisch kam sie mir als Charakter aber leider ebenfalls nicht vor.

Auch der Beziehung der beiden hat meiner Meinung nach leider einfach so ein wenig der sprühende Funken gefehlt. Es gab zwar immer wieder Episoden, in denen ich so gerne mit den beiden mitgefiebert habe, im Großen und Ganzen hätte ich aber irgendwie ein wenig mehr erwartet, als der Handlungsbogen hier geboten hat.


Fazit
Ich hätte insgesamt ein bisschen mehr von dieser Liebesgeschichte erwartet, insbesondere was die Figuren und ihre Authentizität angeht. Fans der Autorin werden sicherlich auf ihre Kosten kommen, ich persönlich wurde von diesem Buch aber leider eher ein wenig enttäuscht.

Dafür gibt es knappe drei Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.11.2022

Friends-to-Lovers mit schwieriger Protagonistin

Sunrise Full Of Wonder
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Worum geht’s?
Seit die beiden denken können, sind Maya und Lenny beste Freunde. Höhen, Tiefen und gebrochene Herzen haben sie schon gemeinsam überstanden, aber als Lenny spontan bei Maya einziehen muss, ...

Worum geht’s?
Seit die beiden denken können, sind Maya und Lenny beste Freunde. Höhen, Tiefen und gebrochene Herzen haben sie schon gemeinsam überstanden, aber als Lenny spontan bei Maya einziehen muss, stellt das ihre eigentlich so sicher geglaubte Freundschaft vor eine Zerreißprobe.


Meine Meinung
Friends-to-Lovers lese ich eigentlich wirklich gerne, denn im überwiegenden Teil der Fälle muss ich mir bei dieser Art von Geschichte keine Gedanken darum machen, ob die Entwicklung der Beziehung zwischen den Protagonisten irgendwie unglaubwürdig gestaltet wird.

Der Schreibstil dieses Buches war wirklich flott zu lesen, insgesamt vielleicht ein kleines bisschen zu platt für meinen Geschmack gehalten, aber definitiv nichts, woran ich mich allzu sehr aufgehangen hätte.

Was mich dann jedoch recht schnell gestört hat, war der insgesamt eher kindische Ton, der in dieser Geschichte vorgeherrscht hat. Insbesondere die Protagonistin ist mir relativ schnell auf die Nerven gegangen und hat es mir wirklich nicht leicht gemacht, die Handlung zu genießen. Lenny dagegen war ein sympathischer Protagonist, den ich wirklich gerne mochte, mit Maya konnte ich aber ehrlich gesagt nur sehr wenig anfangen.

Insgesamt hätte man die Geschichte bis etwa zum letzten Drittel als durchaus nette Geschichte bezeichnen können, auch wenn ich mit der Protagonistin so meine Schwierigkeiten hatte. Wie dann aber mit den Elementen umgegangen wurde, für die es auch eine Triggerwarnung gibt, fand ich ehrlich gesagt ein wenig seltsam. So wichtig wie Repräsentation ja auch ist, die Umsetzung hätte meiner Meinung nach etwas feinfühliger und weniger platt erfolgen können, denn so habe ich mir ehrlich gesagt nach dem Lesen irgendwie die Frage gestellt, was das denn jetzt noch in dieser Geschichte bewirken sollte.


Fazit
Grundsätzlich hätte diese Geschichte ein nettes Jugendbuch sein können, wäre mir die Protagonistin sympathischer gewesen und der Plot schlussendlich ein kleines bisschen feinfühliger. Insgesamt wurden hier zwar wichtige Themen angesprochen, überzeugt hat mich die Umsetzung dabei aber leider weitestgehend nicht.

Dafür gibt es zweieinhalb Bücherstapel von mir.

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Veröffentlicht am 12.11.2022

Toll umgesetzt, aber leider viel zu kurz

Galatea
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Worum geht’s?
Fernab jeglicher Menschen lebt eine Frau in einem Gefängnis, rund um die Uhr bewacht, niemals wirklich allein und doch unglaublich einsam. Wenn ihr Mann sie besuchen kommt, spielt sie immer ...

Worum geht’s?
Fernab jeglicher Menschen lebt eine Frau in einem Gefängnis, rund um die Uhr bewacht, niemals wirklich allein und doch unglaublich einsam. Wenn ihr Mann sie besuchen kommt, spielt sie immer und immer wieder dieselbe Szene nach – bis sie der Gefangenschaft überdrüssig wird und einen Plan ins Rollen bringt, der nicht nur ihr eigenes Leben für immer verändern wird.


Meine Meinung
Der Name Madeline Miller ist zwar mittlerweile definitiv kein unbekannter mehr, ein Buch der Autorin habe ich bisher aber tatsächlich immer nur in der Hand gehabt und noch nicht gelesen. Diese Geschichte hat mich jetzt aber trotz ihrer extremen Kürze davon überzeugt, an diesem Umstand dringend etwas ändern zu müssen.

Besonders gut hat mir hier die feministische Perspektive auf eine in der Literaturgeschichte primär von Männern erzählte Figur der griechischen Sagenwelt. Der Bedeutungswechsel zwischen der im Original namenlosen und hier Galatea genannten Protagonistin und Pygmalion, der hier als namenloser Gatte auftaucht öffnet neue Deutungsmöglichkeiten für diesen Mythos, was ich persönlich spannend und wirklich gut gemacht fand.

Schade war dann allerdings, dass Vor- und Nachwort, die Übersetzung des griechischen Originaltextes und die wirklich gelungenen Illustrationen dann leider irgendwie den Großteil des Buches ausgemacht haben. Auch wenn die Aufmachung als Kurzgeschichte mit umfassender Einbettung beabsichtigt war, eine komplette Nacherzählung mit anschließender Deutung wie es das Nachwort hier präsentiert hätte man sich meiner Meinung nach definitiv sparen können, denn das Buch an sich habe ich schließlich Sekunden zuvor selbst gelesen.


Fazit
Wer die Autorin mag und einen neuen Blickwinkel auf griechische Mythen entdecken möchte, der liegt mit diesem Buch goldrichtig. Illustrationen und Erzählung an sich sind unglaublich gut gelungen, und die Umsetzung hat mir trotz ihrer geringen Länge wirklich Spaß gemacht. Auf das Nachwort hätte ich gerne verzichtet, davon aber einmal abgesehen ist diese Zusammenstellung literarisch, gesellschaftskritisch und formtechnisch betrachtet einfach ausgesprochen zufriedenstellend.

Von mir gibt es dafür viereinhalb Bücherstapel.

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