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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2021

Das Problem mit den Anthologien

Wie weiter?
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Worum geht’s?
In dieser Anthologie beschäftigen sich 25 Autorinnen und Autoren auf unterschiedlichste Weise mit dem Ruhrgebiet und seiner Zukunft, wobei die verschiedensten Stile, Stimmungen, Gattungen ...

Worum geht’s?
In dieser Anthologie beschäftigen sich 25 Autorinnen und Autoren auf unterschiedlichste Weise mit dem Ruhrgebiet und seiner Zukunft, wobei die verschiedensten Stile, Stimmungen, Gattungen und Genre für so ziemlich jeden Geschmack etwas bereithalten dürften.


Meine Meinung
Mit Anthologien befinde ich mich ehrlich gesagt so ein wenig in einem Zwiespalt, da meine Begeisterung von Exemplar zu Exemplar unglaublich stark schwanken kann und mich definitiv nicht immer alles anspricht.

Auch bei diesem Buch habe ich mich mit dem ein oder anderen Beitrag eher schwer getan, obwohl ich positiv hervorheben möchte, dass die Variabilität der einzelnen Texte wirklich eine sehr breite Leserschaft ansprechen kann.

Das Oberthema Ruhrgebiet wurde auf jeden Fall interessant umgesetzt, was immerhin für eine thematische Konsistenz innerhalb des Buches gesorgt hat. Angesprochen hat mich trotzdem nicht alles, aber das ist eben ein Punkt, mit dem bereits vor dem eigentlichen Lesen zu rechnen war.


Fazit
Wer kein Problem damit hat, dass nicht alle Beiträge einer Anthologie den eigenen Geschmack auch wirklich treffen, für den wird dieses Buch sicherlich sehr interessant sein. Das Thema Ruhrgebiet fand ich in jedem Fall gut umgesetzt, was mein initiales Interesse auch maßgeblich begründet hatte. Wirklich angesprochen haben mich aber eben nicht alle Beiträge, was im Gesamteindruck eben nicht ganz so viel Begeisterung bei mir ausgelöst hat.

Dafür gibt es drei Bücherstapel.

Veröffentlicht am 12.12.2021

Jugendfantasy mit mythologischem Einschlag

Intertwined. Durchs Schicksal verbunden
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Worum geht’s?
Eigentlich hat Moiren-Tochter Willow bloß einen Augenblick lang nicht aufgepasst, und schon hat sie einen Liebesfaden mit ihrem Schicksal dort verwoben, wo er eigentlich gar nicht hingehört. ...

Worum geht’s?
Eigentlich hat Moiren-Tochter Willow bloß einen Augenblick lang nicht aufgepasst, und schon hat sie einen Liebesfaden mit ihrem Schicksal dort verwoben, wo er eigentlich gar nicht hingehört. Völlig verzweifelt malt sie sich schon ihre Hinrichtung durch den Olymp aus, als ausgerechnet ihr eingeschworener Todfeind und Sohn des Hades, Maverick, eine rettende Idee hat. Widerwillig arbeiten die beiden zusammen, doch je mehr Zeit vergeht, desto stärker wird die Wirkung des Liebesfaden zwischen ihnen – so scheint es zumindest auf den ersten Blick.


Meine Meinung
Ich liebe die griechische Mythologie, und dementsprechend wenig verwunderlich ist also auch meine Vorfreude auf jede Neuerscheinung, die sich thematisch mit Fabelwesen und Göttern aus diesem Bereich beschäftigt. Im Genre der Jugendbücher gibt es bereits einige lang etablierte Veröffentlichungen, aber beim Lesen hatte ich glücklicherweise trotzdem nie das Gefühl, bloß eine Kopie bereits bekannter Szenarien vor mir liegen zu haben.

Der Schreibstil war angenehm zu lesen und hat die unterschiedlichen Charaktere mit Persönlichkeit versehen. Auch wenn die Geschichte insgesamt vielleicht ein wenig komprimiert gewirkt hat und einige Figuren vermutlich einfach noch ein wenig Raum zur Entwicklung gebraucht hätten, fand ich die Charaktere allesamt wirklich sympathisch ausgearbeitet. Insbesondere in Hinblick auf die Beziehung der beiden Protagonisten fand ich den Enemies-to-Lovers Aspekt sehr gut umgesetzt, wodurch sich die einzelnen Entwicklungsschritte und Veränderungen in ihrer Haltung zueinander wirklich passend in die Handlung eingefügt haben und ich somit schlussendlich auf jeden Fall glauben konnte, was da mit und zwischen ihnen passiert ist.

Der Aufbau der Geschichte an sich war meiner Meinung nach tendenziell eher etwas jüngere Leserinnen und Leser konzipiert, weshalb mir nicht unbedingt alle Situationen zu einhundert Prozent überzeugend vorkamen. Im Großen und Ganzen hat mich das Buch aber auf jeden Fall unterhalten, was insbesondere an der Gestaltung des Spannungsbogens und der Lockerheit in den Gesprächen gelegen haben dürfte.


Fazit
Auch wenn dieses Buch vielleicht nicht ganz so episch angelegt ist, wie man das von ähnlichen Fantasyreihen kennt, ist die Mischung aus Enemies-to-Lovers und Londoner Götterwelt auch völlig unabhängig davon wirklich lesenswert. Wer außerdem auf der Suche nach einem Jugendbuch ist, das nicht bloß eine Altersgruppe begeistert, dem kann ich diese Geschichte auf jeden Fall ans Herz legen.

Dafür gibt es von mir vier Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2021

Als Hörbuch nicht wirklich überzeugend

One Last Dance
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Worum geht’s?
Eigentlich war es schon immer Gillians großer Traum, Tänzerin zu werden. Nach einem schweren Schicksalsschlag schafft sie es jedoch kaum, auch nur einen Fuß in einen Tanzsaal zu setzen. Als ...

Worum geht’s?
Eigentlich war es schon immer Gillians großer Traum, Tänzerin zu werden. Nach einem schweren Schicksalsschlag schafft sie es jedoch kaum, auch nur einen Fuß in einen Tanzsaal zu setzen. Als dann auch noch ihr Vater schwer erkrankt, übernimmt sie die Leitung der New York Music & Stage Academy, richtet ihr Leben neu aus – und stellt ihre eigenen Wünsche hinten an. Eine Zeit lang scheint das auch ganz gut zu funktionieren, doch als die Akademie in finanzielle Schwierigkeiten gerät und die Lage aus dem Ruder zu laufen droht, begegnet Gillian dem Straßentänzer Jaz. Er scheint der Lichtstrahl in ihrem sonst eher weniger sonnigen Leben zu sein, und auch wenn die beiden eigentlich völlig verschieden zu sein scheinen, können sie das Knistern zwischen sich nicht lange leugnen.


Meine Meinung
Nicole Böhm schreibt normalerweise Geschichten, die mich so gut wie immer begeistern, und auch die Themen Tanz und Musik sind eigentlich Ansatzpunkte, die dieses Hörbuch zu einem tollen Erlebnis für mich hätten machen sollen.

Gut fand ich zunächst einmal den Perspektivwechsel zwischen den beiden Protagonisten, denn so wurde ein wenig Dynamik in die Erzählung und Abwechslung in den Spannungsbogen gebracht. Auch die Grundidee hatte eigentlich eine Menge Potenzial, das meiner Meinung nach aber nicht zu einhundert Prozent ausgeschöpft wurde.

Womit ich dann eher meine Schwierigkeiten hatte, war der Aufbau bzw. der Ablauf der Handlung. Durch die ganze Geschichte hindurch gab es immer wieder vermeidbare Längen, die durch das generell etwas langsamere Hörbuch noch hervorgehoben wurden. Als der eigentlich interessante Teil dann ins Rollen kommt, hat es mir ein wenig an Gefühlsauthentizität und Realismus in der Beziehung der Protagonisten gefehlt, was den gesamten Ablauf der Handlung in meinen Augen irgendwie ein wenig wackeliger gemacht hat, als er hätte sein müssen. Hinzu kam, dass mir das Alter der Figuren irgendwie nicht ganz passend vorkam. Insbesondere Gillian kam mir ein wenig ambivalent vor, was eventuell durch das Hören des Buches insgesamt stärker betont wurde, als das vielleicht in der gedruckten Version meine Wahrnehmung gewesen wäre.


Fazit
Als Buch hätte diese Geschichte für mich vielleicht eher funktionieren können, als Hörbuch hatte ich allerdings ehrlich gesagt ziemliche Schwierigkeiten mit den Charakteren und dem Aufbau der Handlung. Der Ansatz war zwar nicht schlecht, aber überzeugt hat mich die Umsetzung leider doch nicht so wirklich.

Dafür vergebe ich knappe drei Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.12.2021

Berührender Jugendroman

Das Glück in tausend Worten
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Worum geht’s?
Als Ana gemeinsam mit ihrer Mutter von Argentinien zu ihrem Vater nach New Jersey zieht, leidet sie nicht nur unter der räumlichen Veränderung. Wären der Umzug in ein fremdes Land und der ...

Worum geht’s?
Als Ana gemeinsam mit ihrer Mutter von Argentinien zu ihrem Vater nach New Jersey zieht, leidet sie nicht nur unter der räumlichen Veränderung. Wären der Umzug in ein fremdes Land und der Wechsel an eine neue Schule alleine nicht schon schwer genug, versteht sie nämlich außerdem auch kaum ein Wort Englisch. Als sie dann aber den Griechen Neo kennenlernt, der ein Wörterbuch über das Thema „Glück“ verfassen will, lernt Ana, dass nicht nur Sprache allein ein Mittel zum Ausdruck sein kann – und auch, dass man manchmal auch einfach keine Worte braucht, um sich zu verstehen.


Meine Meinung
Diese Geschichte hat mich beim Lesen wirklich so berührt, wie es schon lange kein Buch mehr getan hat. Auch wenn ich die Situation, in der sich Protagonistin Ana befindet so selbst noch nicht erlebt habe, war es mir von Beginn an problemlos möglich, mich in sie und ihre Gefühlswelt hineinzuversetzen.

Der Schreibstil war angenehm zu lesen und hat es leicht gemacht, den Gedanken und Gefühlen von Ana zu folgen. Auch die Umsetzung der Verständigungsprobleme war ziemlich kreativ gelöst und hat die Situation treffend erfasst. Beim Lesen war es mitunter zwar ein wenig frustrierend, das Geschehen aus Anas Position heraus zu verfolgen, der Authentizität der Geschichte war das aber in jedem Fall zuträglich.

Ana als Protagonistin war mir zwar nicht zu einhundert Prozent zugänglich, in diesem Setting war das für mich aber tatsächlich kein Punkt, der das Lesevergnügen maßgeblich gestört hätte. Insbesondere ihre Gedichte waren daher kleine Auflockerer, die sich passend in die Handlung eingefügt haben und die Geschichte auch abseits der eigentlichen Geschehnisse zu einem schönen Leseerlebnis gemacht haben.


Fazit
Wer auf der Suche nach einer Geschichte ist, die ans Herz geht, der trifft mit Das Glück in tausend Worten definitiv eine richtig gute Wahl. Die Thematik ist nicht nur aktuell, sondern auch innerhalb der Handlung wirklich gut umgesetzt, was beim Lesen wirklich Spaß macht.

Dafür gibt es von mir alle fünf Bücherstapel.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.12.2021

Gelungene Ergänzung der Reihe

Die Rückkehr der Zwerge 1
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Worum geht’s?
Als Gemmenschnitzer Goïmron zufällig auf ein Buch stößt, das eigentlich nur von Tungdil Goldhand selbst stammen kann, ist die Aufregung groß. Seit einem verheerenden Unglück gilt dieser eigentlich ...

Worum geht’s?
Als Gemmenschnitzer Goïmron zufällig auf ein Buch stößt, das eigentlich nur von Tungdil Goldhand selbst stammen kann, ist die Aufregung groß. Seit einem verheerenden Unglück gilt dieser eigentlich als verschollen, doch die letzten Einträge lassen keinen Zweifel daran, dass er noch leben muss. Gemeinsam mit seinen Gefährten macht sich Goïmron auf die Reise, um Tungdil zu finden – und stolpert mitten hinein in ein Gewirr aus Machtgier und ungeahnten Gefahren.


Meine Meinung
Auch wenn ich die eigentlichen fünf Teile der Zwergenreihe noch nicht vollständig gelesen hatte, war ich ziemlich neugierig auf diesen neuen Band. Bei der Gelegenheit wollte ich auch gleich einmal herausfinden, ob man als Neueinsteiger in der Lage sein würde, den Handlungsabläufen problemlos zu folgen.

Das Volk der Zwerge ist für mich tatsächlich auch in den anderen Bänden der Reihe immer ein wenig gewöhnungsbedürftig geblieben, was insbesondere zu Beginn nicht immer ganz angenehm beim Lesen war. Was mir an diesem Buch aber wirklich gut gefallen hat, war der Aufbau des Worldbuildings. Auch wenn die Masse an Namen am Anfang nicht gerade hilfreich für eine Neuorientierung waren, haben doch zumindest die Beschreibungen der Welt, in die wir beim Lesen eintauchen dafür gesorgt, dass das Interesse an der Geschichte bestehen bleibt.

Gut gefallen hat mir außerdem der Schreibstil. Insbesondere in längeren Reihen leidet mitunter gerne mal die Qualität des Stils, was hier allerdings glücklicherweise nicht der Fall war. Hin und wieder waren mir einige Beschreibungen zwar etwas zu ausführlich und langatmig, aber im Großen und Ganzen konnte mich die Umsetzung dieser Geschichte auf jeden Fall überzeugen.


Fazit
Ob man jetzt bereits eingefleischter Fan der Zwerge ist und wieder in diese Welt eintauchen will oder ganz neu in die Reihe einsteigen möchte – mit diesem Buch ist sowohl das eine, als auch das andere möglich. Wer sich in einer spannenden Fantasywelt verlieren möchte, dem kann ich diese Geschichte daher nur ans Herz legen.

Von mir gibt es dafür vier Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere