Profilbild von buchgestapel

buchgestapel

Lesejury Star
online

buchgestapel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit buchgestapel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2025

Liebe über tausend Umwegen

P. S. I Hate You – Auf dem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe
0

Worum geht’s?
Schon seit der Grundschule sind Naomi und Luca verfeindet. Was als Brieffreundeprojekt begann, entwickelte sich schnell zu einem Wettkampf aus Beleidigungen, der jedoch von einem auf den ...

Worum geht’s?
Schon seit der Grundschule sind Naomi und Luca verfeindet. Was als Brieffreundeprojekt begann, entwickelte sich schnell zu einem Wettkampf aus Beleidigungen, der jedoch von einem auf den anderen Tag im Sande verlief. Als Naomi plötzlich wieder Briefe von Luca erhält, kann sie es gar nicht glauben. Ihr Ehrgeiz ist geweckt – wenn die Briefe bloß adressiert wären, denn so bleibt ihr nichts anderes übrig, als auf den Spuren von Lucas alten Briefen eine Reise quer durchs ganze Land zu unternehmen.


Meine Meinung
Auch wenn ich die Idee einer Brieffeindschaft durchaus charmant fand, konnte mich die Umsetzung leider nicht davon überzeugen, dass es sich bei diesem Buch zu Recht um das witzigste Buch des Jahres handeln soll.

Zu Beginn der Geschichte war vor allem das Geheimnis um die Identität und den Wohnort von Naomis Brieffeind Luca noch ein spannendes Mysterium, auf dessen Auflösung ich tatsächlich gespannt war. Auch die Kombination mit Naomis Gewissenskonflikt hinsichtlich ihres Nachbarn und ihrer Brieffreundschaft fand ich da noch interessant zu lesen, weshalb meine Erwartungen durchaus ein wenig höher waren, als das bei Lektüren für zwischendurch sonst der Fall bei mir ist.

Die bissigen Wortgefechte in den Briefen waren daher zunächst noch durchaus unterhaltsam, mit der Zeit wiederholten sich dann aber doch die Beleidigungen und Inhalte, sodass zumindest die Rückblenden fast vorhersehbar wurden. Die Perspektivwechsel konnten das meiner Meinung nach nur bedingt auffangen, da mir irgendwann klar war, was es mit Luca und seiner Geheimniskrämerei auf sich hatte.

Moralisch fand ich sowohl seinen, als auch Naomis Umgang mit der Situation irgendwie ein wenig verwerflich, was in gewisser Weise allerdings auch schon wieder zu ihren Charakteren gepasst hat. Vor allem Naomi kam mir zeitweise recht pubertär vor, was einer der Hauptgründe für mich war, aus denen ich nicht wirklich mit ihr warm geworden bin. Ein gewisser dramatischer Effekt lässt sich dabei natürlich nicht leugnen, was zugegebenermaßen durchaus unterhaltsam zu lesen war, ein Jahreshighlight stellt dieses Buch für mich aber trotzdem nicht dar.


Fazit
Diese Geschichte stellt definitiv keine besonders realistische Liebesgeschichte dar, auch wenn sie durchaus unterhaltsam zu lesen ist. Mit den Figuren und ihrem Verhalten bin ich daher auch nicht zu einhundert Prozent warm geworden, was bei einer eher leichten Lektüre meiner Meinung nach aber ab und an auch völlig in Ordnung ist.

Dafür vergebe ich solide drei Bücherstapel.

Veröffentlicht am 22.10.2025

Eher durchwachsene Fortsetzung

Die Göttin und der Prinz. Beyond the End of the World
0

Worum geht’s?
Seit Nimh im Oben aufgewacht ist, steht ihre Welt vollkommen Kopf. Nicht nur, dass sie ihr Gedächtnis verloren hat, kaum versucht sie sich in dieser neuen Realität zurechtzufinden, stiehlt ...

Worum geht’s?
Seit Nimh im Oben aufgewacht ist, steht ihre Welt vollkommen Kopf. Nicht nur, dass sie ihr Gedächtnis verloren hat, kaum versucht sie sich in dieser neuen Realität zurechtzufinden, stiehlt auch noch jemand ihre Identität. Als wäre das noch nicht genug, müssen North und Nimh ihre Welten vor dem Untergang bewahren – und ihre Gefühle füreinander ausloten, die die Welt in ein komplettes Chaos stürzen könnten.


Meine Meinung
Nachdem mich Band eins der Dilogie nicht vollkommen vom Hocker reißen konnte, war ich trotzdem auf die Fortsetzung der Geschichte um Nimh und North gespannt. Die unterschiedlichen Welten und die damit einhergehenden Konflikte waren trotz der etwas wackeligen Umsetzung unglaublich interessant, und dementsprechend wollte ich dem Autorinnenduo noch eine weitere Chance geben.

Ein wenig schade fand ich daher, dass ich zu Beginn irgendwie nicht wirklich in die Geschichte reingekommen bin und es für meinen Geschmack deutlich zu lange gedauert hat, bis mich der Spannungsbogen wieder hatte. Trotz der Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass es insgesamt sehr chaotisch und ungeordnet zuging, was mich ehrlich gesagt eher angestrengt als unterhalten hat.

Auch die verschiedenen Akteure und ihre Interessen fand ich eher unübersichtlich, was angesichts der ohnehin herrschenden verwirrten Grundstimmung nicht wirklich meinen Geschmack getroffen hat. Zu Nimhs Situation hat das in gewisser Weise zwar gepasst, und zum Teil fand ich ihre Gefühle dadurch auch recht authentisch beschrieben, angenehm zu lesen war das für mich aber trotzdem nicht immer.

Trotz des eher schleppenden Erzählstils wollte ich im weiteren Verlauf der Geschichte definitiv wissen, wie es mit den beiden Protagonisten und ihren jeweiligen Welten weitergeht. Um das Buch zu beenden, hat mein Interesse daher auf jeden Fall gereicht, dem Hype um die beiden Autorinnen wird diese Geschichte in meinen Augen aber leider trotzdem nicht wirklich gerecht.


Fazit
Die Grundidee dieser Reihe klang auf jeden Fall vielversprechend, von der Umsetzung bin ich jedoch auch in Band zwei nicht so begeistert, wie ich es mir erhofft hätte. Obwohl ich mich beim Lesen nicht wirklich gelangweilt habe, hätte der Handlungsbogen einfach straffer und klarer strukturiert sein können – auch wenn es sicherlich Fans dieses Erzählstils gibt, die dieses Buch deutlich mehr ansprechen dürfte.

Dafür gibt es drei Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 20.10.2025

Spannendes Worldbuilding mit wackeliger Umsetzung

Die Göttin und der Prinz. The other side of the sky
0

Worum geht’s?
Obwohl Nimh als Göttin über ihr Volk herrschen soll, haben sich ihre magischen Fähigkeiten bislang noch nicht gezeigt. Voller Zweifel sinkt das Vertrauen der Menschen in sie, bis eines Tages ...

Worum geht’s?
Obwohl Nimh als Göttin über ihr Volk herrschen soll, haben sich ihre magischen Fähigkeiten bislang noch nicht gezeigt. Voller Zweifel sinkt das Vertrauen der Menschen in sie, bis eines Tages ein Stern vom Himmel fällt, der alle Prophezeiungen wahr werden zu lassen scheint. Statt eines Sternes steht jedoch Prinz North vor ihr, der aus dem Reich über Nimhs stammt – und der um jeden Preis wieder zurück nach Hause gelangen will.


Meine Meinung
Fantasygeschichten faszinieren mich tatsächlich meist vor allem wegen des Settings und des Worldbuildings, insbesondere dann, wenn sich die Welten stark von unserer realen unterscheiden. In diesem Fall kam außerdem noch hinzu, dass ich den Kontrast zwischen einer sehr spirituellen und einer sehr technisch ausgerichteten Welt insbesondere in Hinblick auf die beiden Protagonisten unglaublich spannend fand.

Der Einstieg in die Geschichte kam mir persönlich dann leider ein wenig zäh vor, auch wenn ich durchaus Interesse daran hatte, mehr über die beiden Protagonisten und ihre jeweilige Welt zu erfahren. Die detaillierten Beschreibungen haben das Erzähltempo für meinen Geschmack allerdings viel zu sehr gedrosselt, was es trotz meines Interesses schwer gemacht hat, mit Begeisterung dabei zu bleiben.

Auch die Figuren haben bei mir leider eher gemischte Gefühle als Begeisterung hervorgerufen, was vor allem an ihren recht starren Haltungen lag. Einerseits konnte ich dabei gut nachvollziehen, dass ihre unterschiedlichen Lebensrealitäten nicht unbedingt förderlich für Akzeptanz und Offenheit gegenüber Neuem waren, andererseits wurde diese Haltung irgendwann einfach ein wenig vorhersehbar und nervig. Damit einher ging außerdem, dass ich keinen nennenswerten Anflug von Gefühlen zwischen den beiden wahrnehmen konnte. Für den Slow Burn Trope war auch das zwar keine grundsätzliche Überraschung, ich hatte so allerdings beim Lesen weder das Gefühl, die Figuren als Paar, noch als eigenständige Charaktere überhaupt wirklich kennenlernen zu können.

Ein Lichtblick war für mich daher tatsächlich das Worldbuilding, das mein Interesse am meisten fesseln konnte. Der Schreibstil war für mich zwar wie bereits erwähnt ein wenig zu ausschweifend und langatmig, da mich aber beiden Welten wirklich interessiert haben, werde ich Band zwei trotzdem lesen.


Fazit
Auch wenn die Geschichte für meinen Geschmack insgesamt auf eher wackeligen Beinen steht, konnte mich das Worldbuilding ausreichend fesseln, um auch den zweiten Teil der Reihe lesen zu wollen. Figuren und Handlungsbogen haben ihr Potenzial dabei aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft, weshalb ich durchaus Hoffnung auf eine Verbesserung in der Fortsetzung hege.

Dafür gibt es knappe drei Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 06.10.2025

Eine actionreiche Fortsetzung

Eisfalle
0

Worum geht’s?
Eigentlich sollten John Kaunak und sein Team lediglich eine verirrte Forschungsexpedition auf dem Weg zur ehemaligen US-Station Camp Century aufspüren und wieder nach Hause bringen. Kaum ...

Worum geht’s?
Eigentlich sollten John Kaunak und sein Team lediglich eine verirrte Forschungsexpedition auf dem Weg zur ehemaligen US-Station Camp Century aufspüren und wieder nach Hause bringen. Kaum auf dem grönländischen Innlandeis angekommen gerät das Team jedoch ins Visier unbekannter Gegner – und muss schnell feststellen, dass Camp Century alles andere als verlassen ist und die geheimnisvollen Besetzer alles dafür tun, um ihre Identität geheim zu halten.


Meine Meinung
Als ich den ersten Teil dieser Reihe gelesen habe, war mir tatsächlich gar nicht bewusst, dass ich die Figuren noch gar nicht endgültig wieder verlassen muss. Dementsprechend überrascht war ich, als ich über Teil zwei gestolpert bin und mich direkt wieder in das eisige Setting Grönlands versetzen konnte.

Band zwei war dabei im Vergleich zu Band eins in meinen Augen noch mal eine deutliche Steigerung in den Punkten Spannung und Erzähltempo, ohne dabei zu sehr über das Ziel hinaus zu schießen. Die Grundidee war dafür natürlich schon prädestiniert, positiv überrascht hat mich die Umsetzung aber trotzdem. Besonders gelungen fand ich dabei, dass die Figuren nicht plötzlich zu Helden mit unfassbaren Fähigkeiten und noch viel unfassbarerem Glück geworden sind, sondern durch Taktik und Teamwork aus den meisten brenzligen Situationen herausgekommen sind. Für mich wurde die Geschichte so nicht komplett unglaubwürdig, was bei Geschichten dieser Machart leider recht schnell passieren kann und daher immer als eine meiner Sorgen beim Lesen mitschwingt.

Über Protagonist John erfährt man in diesem Buch leider immer noch nicht besonders viel, denn bei dieser actiongeladenen Handlung blieb definitiv kein Raum, um die Hintergrundgeschichten der einzelnen Figuren wirklich auszuarbeiten. Da das Ende allerdings durchaus auf eine weitere Fortsetzung der Reihe hindeutet, hege ich definitiv die Hoffnung, sowohl John, als auch seine neuen Teammitglieder näher kennenzulernen und sie so ein bisschen besser verstehen zu können.

Auch der Handlungsbogen lässt auf einen spannenden dritten Teil der Reihe hoffen, da es durchaus Erzählstränge gibt, die noch nicht vollständig abgeschlossen sind. Ob das Niveau der vorhandenen Action dabei gleich bleiben kann, ohne zu aufgesetzt zu wirken, wage ich bisher noch zu bezweifeln, wobei auch die Vorstellung eines etwas ruhigeren Bandes durchaus seine Vorteile haben kann. Insbesondere für die weitere Ausarbeitung der Figuren wäre das sicherlich ein förderlicher Ansatz, weshalb ich jetzt schon gespannt auf die Veröffentlichung von Teil drei warte.


Fazit
Mich konnte diese Geschichte auf jeden Fall gut unterhalten und mit einem gelungenen Spannungsbogen in Atem halten. Ich bin daher schon sehr gespannt auf die Fortsetzung der Reihe und darauf, ob John endlich die Chance erhält, als Figur ein wenig greifbarer zu werden.

Dafür gibt es alle fünf Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2025

Interessanter Einblick in den Pflegealltag

Das Herz kennt keine Demenz
0

Meine Meinung
Auch wenn ich damit überhaupt nicht gerechnet habe, gehöre ich definitiv genau zu der Zielgruppe, die Jim Ayag mit diesem Buch ansprechen wollte. Bereits in seinem beruflichen Werdegang habe ...

Meine Meinung
Auch wenn ich damit überhaupt nicht gerechnet habe, gehöre ich definitiv genau zu der Zielgruppe, die Jim Ayag mit diesem Buch ansprechen wollte. Bereits in seinem beruflichen Werdegang habe ich mich insoweit wiedergefunden, dass auch ich mich für absolut ungeeignet für jegliche Pflegeberufe halte und mich daher direkt angesprochen gefühlt habe.

Die Einblicke in den Alltag eines Altenheimes fand ich ziemlich spannend, da man als Außenstehender normalerweise keine Vorstellung davon hat, was dort eigentlich so alles zu den Arbeitsabläufen gehört. Einen kompletten Blick hinter die Kulissen erlaubt das zwar trotzdem nicht, aber wenn man wie ich keinerlei Berührungspunkte mit der Thematik hat, ist auch schon dieser kleine Einblick sehr aufschlussreich.

Beeindruckend fand ich beim Lesen definitiv auch, mit wie viel Freude und Wertschätzung der Autor über seinen Beruf und die Menschen, mit denen er arbeitet, berichtet. Nicht nur einen Beruf, sondern die eigene Passion zu finden setzt auf jeden Fall ein sehr positives Zeichen und erzielt damit auch genau die Wirkung, die der Autor mit seinem Social Media Auftritt und auch mit diesem Buch verfolgt. Dass sich dadurch zeitnah etwas an den akuten Missständen im Pflegebereich ändert, halte ich zwar ebenfalls für unwahrscheinlich, als positiver und wertschätzender Einblick in dieses Berufsfeld finde ich das Buch aber auf jeden Fall sehr gelungen.


Fazit
Natürlich ändert ein Buch allein noch nichts an den Missständen, unter denen das System Pflege zu leiden hat, mit dieser Umsetzung sehe ich aber definitiv einen kleinen Lichtblick und positive Anregungen für zukünftige Generationen. Der angenehme Erzählstil macht es darüber hinaus auch für absolute Laien einfach, sich mit der Thematik zu beschäftigen, ohne dabei in einer Ecke aus Unverständnis und Desinteresse zu landen.

Dafür gibt es alle fünf Bücherstapel von mir.