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Veröffentlicht am 18.02.2022

Mehr Gesellschaftsroman als Krimi

Im Schatten der Wende
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Die Verknüpfung zwischen Historien und Krimi ist Frank Goldammer schon in seinen Nachkriegsromanen sehr gut gelungen. Diesmal widmet er sich der chaotischen Zeit ´89/90 in der DDR, genauer in Dresden. ...

Die Verknüpfung zwischen Historien und Krimi ist Frank Goldammer schon in seinen Nachkriegsromanen sehr gut gelungen. Diesmal widmet er sich der chaotischen Zeit ´89/90 in der DDR, genauer in Dresden. Den Einstieg im Roman beginnt er aber mit sehr emotionalen Szenen von der bekannten Demonstration ´89 in Leipzig, aus Sicht eines Polizisten. Als Leipzigerin, deren Eltern selbst bei dieser Demo waren, war es besonders emotional für mich.
Danach gab es einen Szenenwechsel nach Dresden kurz vor der Wende. Sehr gut beschreibt Goldammer anhand seiner Protagonisten die Zerrissenheit der Gesellschaft und auch der einzelnen Personen. Der Kriminalfall an sich war im ersten Teil des Buches für mich eher verwirrend und nicht gut herausgearbeitet. Aber vielleicht war des extra so, denn Polizeianfänger Tobias Falck wirkte oft orientierungslos und war allein mit seinen Ermittlungen.
Dann der Wechsel Falck beginnt seine neue Stelle nach der Wende im Dresdner Kriminal Dauerdienst. Auch hier wirkte der Fall für mich durcheinander gewürfelt. Gut gelungen ist dagegen, wie der Autor das Leben in dieser Zeit dargestellt hat. Es ist keine Ostalgie, sondern beschreibt auch eindeutig das Ende des korrupten, bankroten Staates, der so hätte, nicht weiter existieren können. Gleichzeitig beschreibt er aber auch, welche Veränderungen es für alle DDR-Bewohner bedeutet hat. Veränderungen, die für die Menschen in der BRD kaum nachvollziehbar sind.
Insgesamt ist der Roman eher Gesellschaftsroman als Krimi. Denn die Krimihandlung fand ich etwas schwach und verworren, sie konnte mich nicht so richtig packen. Dagegen gefiel mir die Beschreibung von Dresden, hauptsächlich Dresden Neustadt, das gesellschaftliche Leben und die gut herausgearbeiteten Charaktere sehr gut.
Ich würde mich sehr freuen, wenn weitere Romane über den KDD kommen, die Charaktere bieten noch einiges an Potential für weitere Geschichten.

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Veröffentlicht am 16.02.2022

Unschlüssig

Die Stimme des Wahns
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Dies ist nun der dritte Teil der Reihe um den ehemaligen Serientäter Francis Ackerman jr, der die Seiten gewechselt hat und nun für das FBI arbeitet. Nachdem Ackerman schon zusammen mit seinem Bruder in ...

Dies ist nun der dritte Teil der Reihe um den ehemaligen Serientäter Francis Ackerman jr, der die Seiten gewechselt hat und nun für das FBI arbeitet. Nachdem Ackerman schon zusammen mit seinem Bruder in einer weiteren Buchreihe des Autors eine wichtige Rolle gespielt hatte, bekam er seine eigene Reihe und darf nun selbst die schwersten Serientäter aufspüren.
In diesem Teil bekommt er es mit seinem früheren Gegner zu tun: Demon, den er eigentlich sicher im Gefängnis glaubte, aber Demon hat alle getäuscht. Und diesmal wird es richtig persönlich für Ackerman, denn Demon hat ihn nicht vergessen und Ackermans Bruder und sein Neffe sind in Gefahr.
Dieser Teil entwickelt sich zu einem richtigen Katz und Maus Spiel, wobei nicht klar ist wer denn die Katze ist. Ackerman ist die zentrale Figur im Roman, selbst seine Partnerin, die ich durch die Vorgängerbände liebgewonnen hatte, blieb eine Randfigur. Mir fehlte der Schlagabtausch zwischen Ackerman und ihr.
Der Roman ist wieder sehr spannend und actiongeladen, manche Handlungsstränge sind mir etwas kurz geraten, z.B. die Gefangenen in dem Tunnel. Die Entwicklung von Ackerman hat mir nicht so gefallen, mir fehlte oft sein typischer Witz und seine Stärke. Hier kam er mir oft eher arrogant und selbstüberschätzend vor. Das Ende hat mich ratlos zurückgelassen. Es ist ein offenes Ende und ich weiß nicht, ob mir der Weg gefallen wird, den der Autor damit einschlägt.
Insgesamt habe ich den Roman gerne gelesen, es war wieder ein Pageturner. Mir fehlte nur die typische Ermittlungsarbeit von Nadia und Ackermann. Da der Roman viel Bezug zu früheren Fällen nimmt, empfehle ich die Reihe in der richtigen Reinfolge zu lesen, da man dann selbst die Verbindungen ziehen kann. Es ist aber kein Muss, da der Autor auch viel erklärt und man auch ohne Vorwissen gut mitkommt.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 26.01.2022

Versuch nicht gelungen

Das Schattenhaus
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Nachdem ich bis jetzt schon sehr unterschiedliche Romane von Tess Gerritsen gelesen habe, war ich sehr neugierig auf diese „Spukgeschichte“. Das Setting ist gelungen, ein gut beschriebenes für amerikanische ...

Nachdem ich bis jetzt schon sehr unterschiedliche Romane von Tess Gerritsen gelesen habe, war ich sehr neugierig auf diese „Spukgeschichte“. Das Setting ist gelungen, ein gut beschriebenes für amerikanische Verhältnisse altes Haus auf einem Hügel mit Blick aufs Meer. Eine Kochbuchautorin, die auf der Flucht vor ihren Problemen ist und ein geheimnisvoller Geist. Klingt nach einer leichten unterhaltsamen Spukgeschichte. Hätte es auch sein können, wenn die Autorin nicht noch Sex, Drugs und Krimi einbringen wollte. Dementsprechend ist der Roman eine ziemlich bunte Mischung geworden, die für mich nicht funktioniert.
Sehr unsympathisch ist mir die Protagonistin Ava, sie ist für mich naiv, wälzt sich im Selbstmitleid, trinkt und verhält sich total passiv. Für ein wenig S/M Sex macht sie alles mit. Als die Sexgeschichten mit ihrem heißen Seefahrergeist anfingen, dachte ich, ich bin im falschen Roman gelandet. Die liebe Ava konnte mich nicht mitnehmen. Die Krimigeschichte war anfänglich ganz gut eigebettet und ich konnte miträtseln was nun geschehen war, aber sie war zu früh zu durchschaubar. Die Auflösung war schon relativ früh klar. Schade, denn eigentlich kann die Autorin gute Krimis schreiben.
Mir gefiel der Handlungsort, die Küste von Maine mit seinen verschiedenen Bewohnern und ihren Verschrobenheiten. Die Autorin beschreibt den Ort sehr gut, ich konnte zum Teil das Meer riechen und hören. Die Atmosphäre ist ihr wirklich gelungen. Der Roman wäre wahrscheinlich besser für mich geglückt, wenn sie sich mehr auf bestimmte Teile konzentriert hätte. Für mich selbst hätten gerne die Sex- und Saufgeschichten wegbleiben können, die Krimigeschichte ein wenig mehr ausgebaut werden können, dann wäre das ganze runder geworden. Aber so ist es für mich eine der schlechteren Romane der ansonsten sehr guten Autorin.
Frau Thalbach als Sprecherin des Hörbuchs macht einen guten Job, obwohl sie mir manchmal die Stimme zu kratzig verstellt und gerade bei den Szenen mit dem Seefahrer wirkt es dann fast schon komisch.

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Veröffentlicht am 20.01.2022

Ein besonderes Thema

Wieso? Weshalb? Warum? Tierwanderungen
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Achtung die Rezension ist über das Buch!

Also ein Buch, was sich allein mit Tierwanderungen und für so junge Kinder gedacht ist, habe ich noch nicht gesehen. Aber uns, meine Kinder und ich, hat es begeistert. ...

Achtung die Rezension ist über das Buch!

Also ein Buch, was sich allein mit Tierwanderungen und für so junge Kinder gedacht ist, habe ich noch nicht gesehen. Aber uns, meine Kinder und ich, hat es begeistert. Mein kleiner Sohn findet natürlich die vielen Tiere, die es zu entdecken gibt toll. Meine große Tochter (9 Jahre), die eigentlich schon aus dem empfohlenen Alter heraus ist, hat sich auch oft alleine das Buch geschnappt und alles darin gelesen. Denn neben den vielen schönen Tierillustrationen gibt es viele interessante Infos, die ich zum Teil selbst nicht wusste. Deshalb würde ich dieses Buch auch über die angegebene Alterspanne für bis 7 Jahre empfehlen.
Die Gestaltung des Buches ist wie auch bei den anderen Büchern der Reihe Wieso Weshalb Warum sehr praktisch. Das Hardcover besitzt eine Spiralbindung und die einzelnen Seiten sind aus stabilen Kartonpapier. So lässt es sich leicht umblättern und das Buch bekommt nicht gleich Knicke. Es gibt aus den Seiten verschiedenen Klappen zum Öffnen, in denen weitere Informationen oder Illustrationen versteckt sind. Selbst meine Tochter liebt es noch die Klappen zu öffnen. Thema sind die heimischen Tiere von nebenan, aber auch exotische Tiere an die man bei Wandertieren nicht als erstes denkt, stehen auf dem Programm.
Für mich ein rundum gelungenes Buch, was besonders positiv heraussticht aus der auch sonst sehr guten Reihe. Absolut empfehlenswert.


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Veröffentlicht am 12.01.2022

Schöne Ergänzung zu den Romanen

Achtsam morden – Das Übungsbuch nach der Joschka-Breitner-Methode
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Nachdem ich die drei Romane der Reihe als Hörbuch sehr genossen habe, wurde ich doch sehr neugierig als ich das Übungsbuch gesehen habe. Das Cover hat einen großen Wiedererkennungseffekt zu den Romanen, ...

Nachdem ich die drei Romane der Reihe als Hörbuch sehr genossen habe, wurde ich doch sehr neugierig als ich das Übungsbuch gesehen habe. Das Cover hat einen großen Wiedererkennungseffekt zu den Romanen, da sicherlich auch die Leser:innen der Roman als Zielgruppe gedacht sind. Der Umschlag ist in einer flexiblen Broschur gestaltet, was das Buch angenehm in der Hand liegen lässt und gut damit arbeiten kann.
Denn es handelt sich hier nicht um einen weiteren Roman, sondern ein Arbeitsbuch. Die Weiseiten des ausgedachten Therapeuten Joschka Breitner aus dem Roman finden hier nochmal ausgiebig Raum für den interessierten Laien.
Da ich kein großer Fan von Selbsthilferatgebern bin, waren meine Erwartungen gering. Aber ich wurde positiv überrascht. Es ist kein Therapiebuch, aber es gibt schöne Ansätze zum Nachdenken und Schmunzeln. Die Zitate sind den Büchern entnommen und haben mich immer wieder an schöne Szenen der Romane erinnert. Die Übungen zum Aufschreiben, Zeichnen, Nachdenken sind einfach und schnell umsetzbar.
Mir hat das Buch viel Spaß gemacht, ich Joschka Breitner und seinen Humor immer mit einer Brise Zynismus, das ist genau meins. Ein tolles Buch für alle begeisterte Leser:innen der Achtsam Morden Romane!

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