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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2022

Eine einzige Anklage

Der längste Krieg
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Es ist ein Buch, das aus einer afghanischen Perspektive erzählt wird. Denn Feroz hatte sich aufgemacht um im Land mit der leidenden Bevölkerung zu sprechen und hautnah das Elend zu sehen und denen somit ...

Es ist ein Buch, das aus einer afghanischen Perspektive erzählt wird. Denn Feroz hatte sich aufgemacht um im Land mit der leidenden Bevölkerung zu sprechen und hautnah das Elend zu sehen und denen somit eine Stimme zu geben, die sonst nirgends Gehör finden.

Das Buch beschreibt historische Hintergründe zum "längsten Krieg" - wobei sich das Land selbst seit nunmehr über vierzig Jahren im Ausnahmezustand befindet und ein Aufatmen Afghanistans scheint noch lange nicht in Sicht.

„Der längste Krieg“ ist ein Buch, dass teils erschütternd teils aufrüttelnd, aber auf alle Fälle sehr deutlich formuliert und anklagend geschrieben ist.

Veröffentlicht am 02.04.2022

Ein heikles Thema hervorragend umgesetzt

Am roten Strand
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„Am roten Strand“ ist der 2. Einsatz für Ben Neven und Christian Sandner und schließt wirklich nahtlos an den Band „Sommer bei Nacht“ an. Deshalb empfehle ich an dieser Stelle den ersten Teil vorab gelesen ...

„Am roten Strand“ ist der 2. Einsatz für Ben Neven und Christian Sandner und schließt wirklich nahtlos an den Band „Sommer bei Nacht“ an. Deshalb empfehle ich an dieser Stelle den ersten Teil vorab gelesen zu haben. Das erleichtert doch das Verständnis der Umstände die hier erzählt werden um ein Vielfaches.

Im ersten Teil konnten die beiden Ermittler die Entführung eines kleinen Jungen aufklären und kamen dabei einem Pädophilenring auf die Spur. Geendet hat dies mit einem erschossenen Mittäter und einem Hauptverdächtigen in Untersuchungshaft. Nun heißt es für Neven und Sandner weitere Männer aus dieser Szene zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Doch dann geschehen weitere Morde und die beiden Ermittler müssen sich fragen werden die Opfer von einst nun zu Tätern?

Wie schon im vorangegangenen Band gibt es auch hier wieder kurze Kapitel bei denen jeweils die Perspektive wechselt. Das schafft Dringlichkeit und Spannung und lässt einen so schnell nicht das Buch aus der Hand legen. Aber was wohl den meisten Lesern ein Wechselbad der Gefühle bescheren dürfte ist der Zwiespalt des einen Ermittlers, der einerseits die Pädophilen jagt und andererseits selbst nicht frei von schändlichen Aktivitäten ist. An diesem Punkt der Geschichte schafft es der Autor allerdings ohne Effekthascherei das diffizile Thema überzeugend zu erzählen und mit einem erschütternden Schluss zu enden.

Fazit: Dieses Buch ist keine leichte Kost. Der Autor hat hier Kindesmissbrauch in all seinen Facetten und mit all seinen Konsequenzen für Täter und Opfer zum Thema gemacht, welches wohl so manchen Leser nachdenklich aber vielleicht auch ratlos zurücklassen wird. Bei mir jedenfalls hat das Buch noch lange nachgewirkt. Ich kann dieses Buch absolut empfehlen, verweise aber gern noch mal darauf den ersten Teil gelesen zu haben, und vergebe volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 02.04.2022

Nimmt erst spät Fahrt auf

Hafenmörder
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In „Hafenmörder“ ereignen sich im Hamburg des Jahres 1904 einige Morde, bei denen auf der Stirn der Opfer ein nicht näher zu identifizierendes Zeichen gefunden wird. Mit den Ermittlungen wird der Polizist ...

In „Hafenmörder“ ereignen sich im Hamburg des Jahres 1904 einige Morde, bei denen auf der Stirn der Opfer ein nicht näher zu identifizierendes Zeichen gefunden wird. Mit den Ermittlungen wird der Polizist Martin Bucher beauftragt. Als es zum Cholera-Verdacht bei einem Opfer kommt, schaltet er seinen Freund Carl-Jakob Melcher ein, der am Tropeninstitut zu Hamburg arbeitet.

Erzählt wird die Geschichte durch den Ich-Erzähler Carl-Jakob und beginnt mit einer kurzen Einführung über ihn selbst und ohne langes Vorgeplänkel wird dann auch schon das erste Opfer gefunden. Das Mordopfer und die Tat selbst lassen genügend Raum für Spekulationen. Der Täter könnte sowohl aus den Villen der Pfeffersäcke kommen, aber auch in der ärmlichsten Hütte zu finden sein. Martin und Carl-Jakob stürzen sich sofort eigenmächtig in die Ermittlungen, und so bekommt der Leser gleich mal einen Einblick in das sich weiter entwickelnde Hamburg zu Beginn des 20. Jh. Danach stagniert dann die Krimihandlung und der Autor geht (leider) zu ausführlich auf Politik, Wirtschaft und Stadtentwicklung ein. Auch kam für meinen Geschmack die Arbeit eines Bakteriologen innerhalb der Geschichte zu kurz, weil es auch die Handlung selbst nicht wirklich hergab. Die einzelnen Figuren agierten in Bezug auf ihre Herkunft, Stand und Profession zwar aus meiner Sicht authentisch, blieben aber für mich zu flach. Hier gibt es für weitere Bände definitiv noch Potential nach oben. Die Krimihandlung nimmt nach der Hälfte des Buches dann endlich an Fahrt auf und es kommt zu einigen Wendungen, die auch die Spannung und das Tempo voranbringen. Als aufmerksamer Leser kann man den Fall durchaus lösen, der schlüssig und nachvollziehbar von unserem Ermittlergespann geklärt wird.

Mein Fazit: Die Idee eines Mordfälle lösenden Bakteriologen im Hamburg des beginnenden 20. Jh. fand ich ausgesprochen interessant. Nur leider kam genau dieser Fakt viel zu kurz. Der Roman kann sich nicht wirklich zwischen HistoRoman und HistoKrimi entscheiden. Somit fehlt eine durchgängige Spannung und der Leser bekommt dafür im Gegenzug die verschiedensten historischen Informationen. Der Roman liest sich jedoch leicht und flüssig und eine Leseempfehlung für den (ersten?) Fall von Bucher und Melcher möchte ich hiermit gern aussprechen.

Veröffentlicht am 02.04.2022

3x Küstenkrimi

Küsten-Krimis
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Für alle die die jeweils gedruckten Ausgaben noch nicht kennen, denen kann ich dieses Angebot absolut empfehlen.

Je ein Küstenkrimi von drei bekannten deutschen Krimiautoren sind hier zusammengepackt. ...

Für alle die die jeweils gedruckten Ausgaben noch nicht kennen, denen kann ich dieses Angebot absolut empfehlen.

Je ein Küstenkrimi von drei bekannten deutschen Krimiautoren sind hier zusammengepackt.

Ich kann alle drei Krimis absolut weiterempfehlen. Denn auch die Umsetzung als Hörbuch ist gelungen.

Veröffentlicht am 02.04.2022

Der wahre Horror wartet zu Hause

In deinen Augen der Tod
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Für mich war es das erste Buch von Kerstin Ruhkieck. Ich war schon gespannt, ob mir der Schreib- und Erzählstil zusagen würden. Und ja, ich war angenehm überrascht. Der Thriller erzählt die Geschichte ...

Für mich war es das erste Buch von Kerstin Ruhkieck. Ich war schon gespannt, ob mir der Schreib- und Erzählstil zusagen würden. Und ja, ich war angenehm überrascht. Der Thriller erzählt die Geschichte der Olivia Bloch, die nach einer Geiselnahme in heimische Gefilde zurückkehrt, um wieder zur Ruhe zu kommen. Doch entpuppen sich hier ihre Mitmenschen als wenig mitfühlend und hilfsbereit. Schlimmer noch, sie vertrauen mehr auf den Wahrheitsgehalt der Beiträge in den Sozialen Medien, als mit ihr persönlich das Gespräch zu suchen.

Mit „In deinen Augen der Tod“ ist Kerstin Ruhkieck ein PsychoThriller gelungen, der die Protagonistin förmlich nach Hilfe schreien lässt, die aber niemand zu hören gewillt ist. Das Leben entwickelt sich für Olivia immer mehr zum Alptraum. Hoffte sie anfänglich noch auf Verständnis und Mitgefühl verlagert es sich zunehmend hin zu Angst und Ausgegrenztsein. Und diese Einblicke, des Agierens in solch einer Ausnahmesituation hat die Autorin in meinen Augen überzeugend herausgearbeitet und fesselnd zu einem genialen Finale zusammengefügt.

Fazit: Mich konnte dieser Thriller mit seiner vielschichtigen Handlung, den authentisch charakterisierten Hauptfiguren und dem angenehm zu lesenden sowie mitreißenden Schreib- und Erzählstil überzeugen. Deshalb gibt es von mir eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.