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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2020

Spannung pur.

Das Netz
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Menschen sind nicht einfach von Natur aus kriminell, sie werden kriminell, weil die Umstände es erfordern. So auch Sonja, die das Sorgerecht für ihren Sohn verloren hat und dringend Geld braucht, um sich ...

Menschen sind nicht einfach von Natur aus kriminell, sie werden kriminell, weil die Umstände es erfordern. So auch Sonja, die das Sorgerecht für ihren Sohn verloren hat und dringend Geld braucht, um sich einen besseren Anwalt leisten zu können. Also schmuggelt sie Drogen - natürlich nur solange, bis sie genügend Geld für den Anwalt hat. Aber einmal im Geschäft, kann man der Sache nicht mehr so schnell den Rücken kehren. Dem Zollbeamten Bragi fällt schnell auf, dass mit Sonja irgendwas nicht stimmt. Auch Agla steckt Tief im Schlamassel, weil sie als angesehene Bänkerin in einen Finanzskandal verstrickt ist. Schneller als es ihnen bewusst ist, stecken die drei in einem Netz voller Kriminalität, Ärger und Problemen.

Um es mal kurz auf den Punkt zu bringen - das Buch ist anders. Man hat hier nicht eine Hauptperson, die man während der Geschehnisse begleitet und mit der man sich identifizieren kann. Man hat drei Personen, wirklich identifizieren konnte ich mich mit keiner davon. Denn alle haben zwar irgendwie ihre guten, aber eben auch ihre dunklen Seiten. Das Buch zeigt gut, dass es nicht nur Schwarz und Weiß, Richtig und Falsch gibt, sondern eben auch jede denkbare Abstufung dazwischen. Durch diesen Charakterwechsel und die kurzen Kapitel wird große Spannung aufgebaut und das ohne viel Blut und Ähnliches. Die Geschichte ist wahnsinnig komplex und ich habe totalen Respekt vor der Autorin. Auch das Setting der Geschichte - Island - ist absolut passend mit seiner beschriebenen Tristlosigkeit und Dunkelheit. Freue mich schon auf die weiteren teile.

Veröffentlicht am 21.07.2020

Fesselnde Geschichte!

Jahre des Jägers
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Jahre des Jägers von Don Winslow ist der dritte Teil der Kartell-Saga und die Hauptfigur Art Keller steht nach seinem Erfolg gegen Adan Barrera nun an der Spitze der DEA. Durch das Vakuum, welches durch ...

Jahre des Jägers von Don Winslow ist der dritte Teil der Kartell-Saga und die Hauptfigur Art Keller steht nach seinem Erfolg gegen Adan Barrera nun an der Spitze der DEA. Durch das Vakuum, welches durch den Tod von Adan erzeugt wurde konnte nur kurzzeitig Frieden einkehren. Die Söhne der mächtigen Drogenbosse möchten dieses Vakuum mit aller Macht füllen und die amerikanische Bevölkerung mit Drogen überfluten. Art Keller möchte dies verhindern, doch er kann sich nicht sicher sein, wem er vertrauen kann. Selbst sein Chef, der Präsident der USA und dessen Schwiegersohn, sind in der Sache stärker verwickelt als man es glaube mag. Art Keller muss also den Krieg gegen die Drogen gleich an mehreren Fronten führen...

In mehreren Handlungssträngen, die aus Sicht der Drogenkartelle, der DEA, Konsumenten und kleinen Dealern geschrieben sind, entwickelt sich auf den knapp 1000 Seiten eine Geschichte, welche sich erschreckend nah an der Realität befindet.
Durch die vielen verschiedenen Blickwinkel, welche Don Winslow einem bietet, ist es für den Leser nicht immer einfach Sympathien für nur eine Seite zu entwickeln und es wird einem nie langweilig. Nach „Die Tage der Toten“ und „Das Kartell“ findet die Saga eine würdige Fortsetzung, auch wenn man sich erst daran gewöhnen muss, dass die geliebte Hauptfigur nicht mehr an vorderster Front gegen die Drogenkartelle kämpft. Dabei ist dieses Buch alles andere als nur Fiktion, denn man kann viele Parallelen zur Realität erkennen, wodurch dieses Buch noch spannender und erschreckender ist. Ich kann dieses Buch jedem nur empfehlen.

Veröffentlicht am 21.07.2020

Schöne Sommerlektüre!

Sommerzauber in Paris
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Grace und Audrey könnten auf den ersten Blick gar nicht unterschiedlicher sein, bis auf die Tatsache, dass beide den Sommer über nach Paris geflohen sind. Grace, weil ihr Ehemann sie nach 25 Jahren für ...

Grace und Audrey könnten auf den ersten Blick gar nicht unterschiedlicher sein, bis auf die Tatsache, dass beide den Sommer über nach Paris geflohen sind. Grace, weil ihr Ehemann sie nach 25 Jahren für eine Jüngere verlassen hat. Audrey, weil sie endlich von zuhause rauskommen und die Verantwortung für ihre Mutter hinter sich lassen will. Als die Beiden zufällig aufeinander treffen, merken sie, dass sie unglaublich viel voneinander lernen können und es entsteht eine tiefe Freundschaft. Durch diese Freundschaft schaffen sie es die Welt durch andere Augen zu sehen und über ihr „altes Ich“ hinauszuwachsen.

Das Buch sieht oberflächlich betrachtet aus, wie eine leichte Sommerlektüre für nebenher. Aber ich muss sagen, das Buch hat mich positiv überrascht. Die beiden Hauptpersonen Audrey und Grace haben zwar ihre Ecken und Kanten, aber genau das macht sie zu so liebenswürdigen Menschen, die man gerne auf ihrer Reise begleitet. Durch das Buch fängt man auch an, viel über sich selbst nachzudenken und was für Veränderungen man selbst anstrebt. Neben der Thematik der „Selbstfindung“ und Freundschaft, ist auch ein bisschen Liebe mit von der Partie und besonders bei Grace bleibt das Ende unvorhersehbar und das Buch bleibt damit bis zum Ende spannend. Von mir eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2020

Verhandeln für Dummies.

Kompromisslos verhandeln
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Verhandeln? Muss ich nicht oft. Tja - falsch gedacht, denn eigentlich begleiten uns Verhandlungen den ganzen Tag lang. Manchmal sind es kleine „Verhandlungen“ wie die Frage, wer den Abwasch machen soll, ...

Verhandeln? Muss ich nicht oft. Tja - falsch gedacht, denn eigentlich begleiten uns Verhandlungen den ganzen Tag lang. Manchmal sind es kleine „Verhandlungen“ wie die Frage, wer den Abwasch machen soll, manchmal größere Verhandlungen wie das Gespräch, ob es eine Gehaltserhöhung gibt. Für mich persönlich als Betriebsprüferin ist das Thema Verhandlungen sowieso etwas Alltägliches und deshalb war das Buch für mich quasi ein Muss. Chris Voss war jahrelang Verhandlungsführer beim FBI und erläutert in diesem Buch seine Tipps & Tricks und wie man aus jeder Verhandlung als Gewinner hervorgeht. Es werden verschiedene Methoden anhand von Beispielen erläutert, sodass man dann quasi einen Werkzeugkasten voller Verhandlungsmethoden hat und immer die passende auspacken und kombinieren kann. Viele der Tipps sind wirklich simpel und leicht umsetzbar, andere dagegen benötigen schon etwas mehr Selbstbewusstsein. Alles in allem waren aber viele hilfreiche Infos dabei und ein paar Methoden habe ich schon bei Gesprächen mit Steuerberatern angewendet - bisher war ich auch wirklich positiv von der Wirkung überrascht und möchte die Taktiken auf jeden Fall öfter probieren und anwenden.

Veröffentlicht am 21.07.2020

Berührend und entwaffnend ehrlich!

Das Gegenteil von Hasen
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Oberflächlich betrachtet hat Julia alles, was man in seinen jungen Jahren braucht - einen gut aussehenden Freund, eine angesagte beste Freundin und damit selbst einen hohen Beliebtheitsgrad. Doch keiner ...

Oberflächlich betrachtet hat Julia alles, was man in seinen jungen Jahren braucht - einen gut aussehenden Freund, eine angesagte beste Freundin und damit selbst einen hohen Beliebtheitsgrad. Doch keiner ahnt, was wirklich in Julias Leben vor sich geht. Um ihrem Frust und ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen, schreibt sie einen Blog, der allerdings nicht für die Öffentlichkeit gedacht war. Als dieser dann eines Tages online gestellt wird und Julias Innerstes an die Oberfläche kommt, wenden sich plötzlich alle von ihr ab und das Chaos nimmt seinen Lauf.

Ich weiß gar nicht genau, was ich zu dem Buch sagen soll - ich hab schon so viel gutes davon gehört, dass ich mit recht hohen Erwartungen an dieses Buch rangegangen bin. Anfangs hatte ich allerdings etwas Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen, da nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben wird und man die Geschichte aus der Sicht vieler verschiedener Personen erlebt. Nachdem ich mich allerdings etwas „orientiert“ hatte, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Die Geschichte geht tief unter die Oberfläche, berührt einen auf unerwartete Art und ist entwaffnend ehrlich. Die Personen haben so viele Schichten und Facetten, ihre eigenen Ängste, Hoffnungen, Problemen und Chancen und sind mit so viel Leben gefüllt. Ich finde es beeindruckend, welche Entwicklung manche der Personen während des Lesens durchmachen und wie sie aus der Situation lernen und eigentlich alle letztendlich versuchen, das Beste aus sich zu machen.
„Das Gegenteil von Hase“ war mein erstes Buch von Anne Freytag, doch es wird sicher nicht mein letztes gewesen sein.