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Veröffentlicht am 03.02.2023

Mordermittlung im 17. Jahrhundert

Der Fluch des Fremden
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Furtenblick, ein Dorf in der Nähe Heidelbergs, zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Während des alljährlichen Dorffestes betritt ein Fremder das Podium und sagt den Tod einiger Bürger vorher. Zudem benennt ...

Furtenblick, ein Dorf in der Nähe Heidelbergs, zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Während des alljährlichen Dorffestes betritt ein Fremder das Podium und sagt den Tod einiger Bürger vorher. Zudem benennt er auch die grausamen Todesarten. Danach stürzt er sich von einem Felsen in den Fluss, seine Leiche wird am nächsten Tag gefunden. Kurz darauf tritt die Prophezeiung des Fremden ein und die beiden ersten Bürger sterben. Die Dorfgemeinschaft glaubt an einen Fluch, doch die Witwe Katharina Volck ist da ganz anderer Meinung. Für sie steht fest: Es war Mord!
Alexander Hartung ist vor allem für seine spannenden Thriller bekannt, die im Jetzt und meist in Großstädten spielen. Nun also ein Exkurs in das 17. Jahrhundert und raus aufs Land. Der Autor entführt in eine Welt, in der der Aberglaube noch großgeschrieben wird und ein Fluch ein ganzes Dorf in Angst versetzen kann. Furtenblick ist eine kleine Gemeinde, die Anzahl der Dorfbewohner überschaubar. Herausragend dabei vor allem die beiden Protagonisten Katharina Volck und Jakob Kohlhepp, der ebenfalls Witwer ist. Katharina ist sehr willensstark und klug. Was sie sich einmal in den Kopf gesetzt hat, setzt sie auch um. Dabei steht ihr meist ihr Nachbar Jakob hilfreich zur Seite. Die beiden sind sich eigentlich sehr zugetan, kabbeln sich aber oft mit spritzigen Dialogen. Gerade diese zwei Figuren machen die Handlung sehr lebendig.
Die Geschichte spielt zwar zu Beginn des 17. Jahrhunderts, aber sehr viel erfährt man über das damalige Leben nicht. Da hätte ich mir ein paar mehr Informationen gewünscht, da mir diese Zeitspanne wenig vertraut ist. Die ersten Versuche mit Schimmelpilzen Wunden zu heilen, fand ich aber sehr spannend, ebenso den Ausflug in das Judenviertel Frankfurts.
Alles in allem ein unterhaltsamer historischer Krimi mit einem happy end. Da ständig etwas Neues entdeckt wurde, war es auch spannend, allerdings mit Luft nach oben.



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Veröffentlicht am 31.01.2023

Super Fortsetzung einer spannenden Reihe

Kuckuckskinder (Ein Falck-Hedström-Krimi 11)
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Im beschaulichen Fjällbacka werden innerhalb kürzester Zeit zwei schwere Verbrechen verübt. Erst wird ein berühmter Fotograf erschossen, kurz darauf eine halbe Familie ausgelöscht. Kommissar Patrik Hedström ...

Im beschaulichen Fjällbacka werden innerhalb kürzester Zeit zwei schwere Verbrechen verübt. Erst wird ein berühmter Fotograf erschossen, kurz darauf eine halbe Familie ausgelöscht. Kommissar Patrik Hedström hat alle Hände voll zu tun, um die Ermittlungen voranzubringen. Parallel dazu recherchiert Erica Falck, seine Ehefrau in Stockholm zu ihrem neuen Buch. Zu Beginn der 80er Jahre wurde hier eine Trans-Frau ermordet. Noch ahnen die beiden nicht, dass es Verbindungen zwischen den Fällen gibt…
Lange hat es gedauert, bis die Serie rund um Erica Falck und Patrik Hedström endlich fortgesetzt wurde. Mittlerweile ist es der elfte Band mit den beiden sympathischen Protagonisten. Da ich fast alle Bücher der Reihe kenne habe ich mich sehr über ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten gefreut. Denn es sind gerade die Figuren, die die Krimis von Camilla Läckberg so lebendig machen. Das betrifft nicht nur das Ermittlungsteam rund um Patrik, sondern auch die Familie der beiden. Es treten immer wieder mal kleinere und größere Probleme auf, die auch den Leser selbst treffen könnten. Man kann sich also herrlich mit den Figuren identifizieren. Dazu ein sehr flüssiger Erzählstil, der die Handlung spannend erzählt. Immer wieder driftet die Geschichte zurück in die Zeit von 1980 und man erfährt Stück für Stück was damals geschehen war. Auch die Zusammenhänge werden erst ganz zum Schluss klar, es bleibt also bis zum Ende sehr spannend.
Insgesamt eine sehr gelungene Fortsetzung der Reihe. Ein absolut spannender Schwedenkrimi, bei dem eigentlich ständig etwas passiert. Was die privaten Entwicklungen angeht, bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 26.01.2023

Etwas zäher Beginn, aber sehr sympathische Ermittler

Der Tote von Wiltshire - Lockyer & Broad ermitteln
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Seit vierzehn Jahre sitzt Hedy Lambert im Gefängnis, schuldig gesprochen des Mordes. Hedy selbst beteuerte immer wieder ihre Unschuld, doch die Indizien sprachen gegen sie. Doch nun taucht ein neuer Zeuge ...

Seit vierzehn Jahre sitzt Hedy Lambert im Gefängnis, schuldig gesprochen des Mordes. Hedy selbst beteuerte immer wieder ihre Unschuld, doch die Indizien sprachen gegen sie. Doch nun taucht ein neuer Zeuge auf und Hedy wendet sich voller Hoffnung an den damals ermittelnden Inspektor Matthew Lockyer. Dieser stand damals noch unerfahren am Anfang seiner Karriere, unsicher, ob ihm nicht selbst Ermittlungsfehler unterlaufen sind. Lockyer rollt den Fall noch einmal auf, Unterstützung erhält er dabei von seiner engagierten Kollegin Gemma Broad.
Die Autorin Katherine Webb ist bekannt für ihre historischen Romane, dies ist ihr erster Kriminalroman. Das Buch beginnt auch sehr ruhig, es passiert zunächst nicht viel, dafür wird alles sehr detailliert beschrieben. Wer also Hochspannung und einen temporeichen Ablauf erwartet, ist fehl am Platz. Dennoch war eine subtile Spannung spürbar, denn immer wieder tut sich ein neues Rätsel auf. Das Ermittlerduo Lockyer und Broad ist absolut sympathisch und man erfährt viel über die beiden. Besonders über das Privatleben von Lockyer bekommt man sehr viele Informationen. Man lernt seine Familie kennen und entwickelt Verständnis für seine Schuldgefühle, die ihn seit Jahren plagen. Über Gemma erfährt man noch nicht allzu viel, sie ist um einiges jünger, scheint aber auch ein Geheimnis mit sich zu tragen.
Viele Gespräche und Verhöre werden geführt und die Ermittlungen kommen nur stückweise voran. Die Autorin lässt sich hier wirklich viel Zeit. Doch nach und nach fallen die Puzzlestücke an ihren Platz. Erst zum Ende hin erkennt man die sehr gute Konstruktion des Romans. Das Tempo erhöht sich plötzlich und es gibt einige Wendungen. Mit dieser Auflösung konnte man nicht rechnen und ic hwar ziemlich überrascht. Zudem gibt es einen kleinen Cliffhanger am Ende des Buches, der jetzt schon neugierig auf einen Folgeband macht. Allein der beiden Protagonisten wegen bin ich sehr gespannt darauf.

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Veröffentlicht am 12.01.2023

Viele Fragen - keine Antworten

Der Strand: Vermisst
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Auf dem Weg zum Strand verschwindet die 19jährige Lilly Sternberg spurlos. Das gehörlose Mädchen war hier mit ihrer Freundin Fabienne verabredet. Die Polizei unter der Leitung von Kriminalkommissar Tom ...

Auf dem Weg zum Strand verschwindet die 19jährige Lilly Sternberg spurlos. Das gehörlose Mädchen war hier mit ihrer Freundin Fabienne verabredet. Die Polizei unter der Leitung von Kriminalkommissar Tom Engelhardt macht sich sofort auf die Suche, doch Lilly bleibt verschwunden. Kurz darauf erhält Fabienne eine Nachricht von Lilly auf ihrem Handy. Eine seltsame Zeichenfolge ist darauf zu sehen. Deshalb erhält Tom Unterstützung durch die Kryptologin Mascha Krieger vom LKA. Was bedeutet der Code? Lebt Lilly noch und konnte sie ihn selbst versenden? Eine aufregende Suche beginnt…
„Der Strand – Vermisst“ ist der Auftakt zu einer Trilogie, wobei hier ganz viel Betonung auf das Wort „Auftakt“ zu legen ist. Doch dazu später mehr.
Karen Sander ist für mich ein Garant für spannende Thriller. Auch dieses Buch konnte bei mir mit seinem spannenden Erzählstil wieder voll bei mir punkten. Die beiden Protagonisten Tom Engelhard und Mascha Krieger fand ich beide sehr sympathisch. Tom ist verwitwet und alleinerziehender Vater. Er lebt im ständigen Spagat zwischen der Erziehung seiner 5jährigen Tochter Romy und seinem Beruf. Mascha ist zwar als Mensch ebenfalls sehr sympathisch, konnte mich aber als LKA-Kryptologin überhaupt nicht überzeugen. Beide schlagen sich zudem noch mit ihren eigenen Problemchen herum, doch über die Ursachen, die in der Vergangenheit liegen, erfährt man in diesem Band noch nicht allzu viel. Auch das Setting auf dem Darß, Teil einer Halbinsel an der südlichen Ostsee war für mich Neuland und hat mir gut gefallen.
Die Kapitel sind angenehm kurz, enden oft mit einem Cliffhanger und mit jedem neuen Kapitel wechselt auch die Erzählperspektive. Ständig passiert etwas und es werden immer mehr neue Fragen aufgeworfen. Und genau hier tritt das Problem auf, weswegen ich hier mindestens einen Stern Abzug geben muss. Denn das Buch lässt alles offen. So gut wie keine Frage wird am Ende des Buches beantwortet. Es endet ziemlich abrupt und lässt einen verwirrten Leser zurück. Der Trost bleibt in der Aussicht auf die Fortsetzung „Der Strand – Verraten“, die im März 23 erscheinen wird. Im Juni 23 gibt es dann den dritten, finale Band „Der Strand – Vergessen“.

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Veröffentlicht am 08.01.2023

Ein ganzes Dorf voller Verdächtiger

Die letzte Party
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Das traditionelle Neujahrschwimmen im Lake Mirror endet abrupt mit dem Auffinden einer Leiche mitten im See. Bei dem Opfer handelt es sich um den berühmten Opernsänger Rhys Lloyd, der zu seinen walisischen ...

Das traditionelle Neujahrschwimmen im Lake Mirror endet abrupt mit dem Auffinden einer Leiche mitten im See. Bei dem Opfer handelt es sich um den berühmten Opernsänger Rhys Lloyd, der zu seinen walisischen Wurzeln zurückgekehrt ist und in dem kleinen Dorf Cwm Coed die mondäne Ferienanlage „The Shore“ gebaut hat. „The Shore“ kam nicht überall in dem kleinen Dorf gut an und zur Versöhnung waren die Dorfbewohner zu einer großen Sylvesterparty eingeladen. Es wurde Rhys` letzte Party…
„Die letzte Party“ bildet den Auftakt zu einer Serie mit einem Ermittler-Duo, das man einfach mögen muss. Da sich der See, in dem das Opfer trieb im walisisch-englischen Grenzgebiet befindet, nehmen von der englischen Seite DC Leo Brady und von der walisischen Polizei DC Ffion Morgan die Ermittlungen auf. Beide müssen sich erst einmal zusammenraufen. Ffion stammt selbst auch aus Cwm Coed und bekommt es schnell mit einer ganzen Menge Verdächtiger zu tun, die ihr nur zu gut vertraut sind. Rhys, der ebenfalls aus dem Dorf stammt, hat es zu Lebzeiten noch gut verstanden, sich bei vielen Bewohnern unbeliebt zu machen und damit ein gutes Motiv zu liefern.
Im Prinzip handelt es sich also bei dem Buch um einen klassischen whodunit, allerdings mit einer ganz besonderen Erzählweise. Denn es gibt zwei Erzählebenen. Auf der einen verfolgt man das Geschehen von Beginn an mit dem Auffinden der Leiche und den weiterführenden Ermittlungen. Auf der zweiten gibt es immer wieder chronologisch ungeordnete Rückblicke in die Vergangenheit. So formt sich erst mit der Zeit ein Gesamtbild und so manche Szene durchlebt man gegen Ende des Buches ein zweites Mal, dann allerdings besitzt man schon viel mehr Informationen und schon ergibt sich eine andere Sichtweise. Sehr gut gefallen haben mir ebenfalls die walisischen Ausdrücke, die in den Gesprächen immer wieder mal einfließen. Zwar gibt es hierzu keine Erläuterung in dem Buch, sondern man muss schon selbst nach einer Übersetzung suchen. Dennoch machte es das Ganze für mich authentischer und unterstrich die nordwalisische Note.
Insgesamt war der Fall sehr spannend geschrieben und es gab so manche überraschende Wendung. Ich freue mich auf jeden Fall auf eine Fortsetzung mit Ffion und Leo.

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