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Veröffentlicht am 17.11.2022

So spannend wie ein Thriller

Das Verschwinden der Linnea Arvidsson
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Linnea Arvidsson, eine junge Studentin ist verschwunden. Schnell gerät Dani, der schon als Jugendlicher in kriminellen Kreisen verkehrte, ins Visier der Polizei. Überwachungskameras zeigen ihn gemeinsam ...

Linnea Arvidsson, eine junge Studentin ist verschwunden. Schnell gerät Dani, der schon als Jugendlicher in kriminellen Kreisen verkehrte, ins Visier der Polizei. Überwachungskameras zeigen ihn gemeinsam mit Linnea am Malmöer Bahnhof.
Nur Lydia, Danis Schwester glaubt fest an dessen Unschuld, hat er ihr doch versprochen, sich nie wieder etwas zu Schulden kommen zu lassen. Doch Dani selbst ist auch nicht auffindbar. Eine Entführung? Oder steckt doch etwa anderes dahinter?
Schon der Einstieg zu dem Buch ist wie ein Sog. Auf eine ruhige, aber zugleich spannende Weise bringt uns die Autorin die Protagonisten dieses Buches näher. Zu Beginn lernt man hier zunächst die Familie Danis kennen, das Ganze erzählt aus der Sicht Lydias. In vielen Rückblicken erfährt man, wie sich das Leben der Auswanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien in Schweden entwickelt hat. Besonders Dani hatte es schwer und gerät schon als Jugendlicher schnell in die falschen Kreise. Doch nichts ist wie es scheint und im zweiten Abschnitt erleben wir Dani als Erzähler. Es ist gerade dieser Perspektivwechsel, den das Buch so spannend macht. Plötzlich erscheinen manche Dinge in einem völlig anderen Licht, je nachdem wer sie gerade erzählt.
Man lebt und leidet mit den Figuren, mit Dani hat man fast Mitleid, während Lydia eine starke Frau ist. Nach dem Tod der Mutter, die das Hertz der Familie bildete, tritt sie in deren Fußstapfen und kümmert sich um den passiven Vater und den Rest der Familie. Als Auswandererfamilie haben sie es nicht leicht und zwischen den Zeilen schwingt immer ein bisschen Gesellschaftskritik mit.
Obwohl es sich hierbei um einen Roman handelt, ist das Buch aber genauso spannend wie ein Krimi oder Thriller. Hinzu kommt noch der fesselnde Erzählstil, somit ist das Buch absolut empfehlenswert

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Veröffentlicht am 13.11.2022

Durchhalten lohnt sich

Die Spur der Luchse
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„Die Spur der Luchse“ ist bereits der zehnte Fall für das ungleiche Ermittlerpaar Ingrid Nyström und Stina Forss. Obwohl die beiden schon seit dem letzten Band kaum mehr gemeinsam ermitteln, führt dieser ...

„Die Spur der Luchse“ ist bereits der zehnte Fall für das ungleiche Ermittlerpaar Ingrid Nyström und Stina Forss. Obwohl die beiden schon seit dem letzten Band kaum mehr gemeinsam ermitteln, führt dieser Fall sie wieder zusammen. Ein großes Naturschutzgebiet in Småland soll einer Bahnstrecke weichen. Dies stößt natürlich auf Widerstand durch Umweltaktivisten unter anderem einer Gruppe, genannt „die Luchse“. Während eines Einsatzes im Schutzgebiet verletzt Ingrid sich schwer. Ihr Chef legt die Angelegenheit sofort als einen Anschlag aus und liefert damit einen Grund, um Stina von der operativen Einheit aus Stockholm nach Småland abzuberufen.
Zur gleichen Zeit meldet eine Lehrerin in demselben Wald vier Schüler als vermisst. Eine 17jährige wird traumatisiert aufgefunden, zwei der Schüler wurden getötet, von der zweiten Schülerin fehlt jede Spur.
Was sich zunächst fast nach einem Öko-Krimi anhört, entwickelt sich dann ganz anders. Die Luchse werden nur noch zur Randnotiz, denn tatsächlich geht es um die kleine Lehrer-Schüler-Gruppe und die Geschehnisse im Wald.
Obwohl ich fast alle Bände gelesen hatte und mit den Figuren vertraut bin, fiel es mir dieses Mal schwer in das Buch hineinzukommen. Es waren einfach zu viele Informationen am Anfang, die man bekommt und dazu kein Plan, wie alles zusammenhängen könnte. Ein Prolog, der sich ebenso wenig ins Bild fügt, insgesamt also alles sehr rätselhaft. Erst nach und nach formt sich das ganze Bild, von der Lösung ist man aber immer noch meilenweit entfernt, ebenso wie das ermittelnde Polizeiteam. Somit kann das Buch wenigstens mit einer überraschenden Auflösung punkten. Diese wirkte zwar etwas konstruiert, war aber insgesamt zufriedenstellend.
Auch wenn es bereits der zehnte Fall ist, so lassen sich die Bände unabhängig von einander lesen. Das Ermittlerteam ist fast immer dasselbe, nur manche Charaktere sind im Laufe der Jahre dazugekommen bzw. rausgeschrieben worden. Bei den verbliebenen Figuren ist es natürlich spannend zu beobachten, wie sie sich entwickeln.
Insgesamt war das Buch spannend und unterhaltsam geschrieben, nur den Anfang war dieses Mal nicht so gelungen, da einfach zu viele Informationen gegeben wurden, die in keinem Zusammenhang standen. Durchhalten lohnt sich also auf jeden Fall!

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Veröffentlicht am 09.11.2022

Alles top, nur das Ende zu konstruiert

Das Schlaflabor
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Massive Schlafprobleme bringen Tom Sonnborn an den Rand der Verzweiflung. Seine letzte Hoffnung liegt in einer neuen Therapieform, die eine Schweizer Privatklinik anbietet. Tom macht seine letzten Geldreserven ...

Massive Schlafprobleme bringen Tom Sonnborn an den Rand der Verzweiflung. Seine letzte Hoffnung liegt in einer neuen Therapieform, die eine Schweizer Privatklinik anbietet. Tom macht seine letzten Geldreserven locker und reist in die Schweizer Alpen. Und tatsächlich wird die Therapie zum Erfolg. Tom erlernt schon nach wenigen Tagen das Schlafen wieder und auch zu Hause kann er endlich wieder durchschlafen. Tom fasst wieder neuen Lebensmut, bis er eines Morgens aufwacht und eine Menge Blutspuren an sich und seinem Bett findet. Die Erinnerungen an die Nacht sind wie ausgelöscht. Was ist geschehen? Ist er schlafgewandelt? Zudem steht die Polizei vor der Tür und verdächtigt ihn der Tötung einer Bekannten, die ebenfalls in der Klinik Patientin war.

Nachdem mich Marc Meller mit seinen beiden Escape-Room-Thrillern bereits begeistern konnte, war ich sehr gespannt auf das neue Thema und dessen Umsetzung. Es geht auch gleich sehr spannend los und der typische Schreibstil mit vielen Szenenwechseln nahm mich sofort von dem Buch gefangen.
Dazu gibt es jede Menge Informationen über die Funktionen des Gehirns und Möglichkeiten diese Funktionen zu umgehen. Anfänglich fand ich diese medizinischen Erläuterungen sehr informativ und interessant, doch an manchen Stellen wurde es dann zu viel des Guten und für mich war nicht mehr alles verständlich. Man merkte zwar, dass hier gründlich recherchiert worden war, doch irgendwie störte es den Lesefluss.
Die Handlung wird größtenteils aus der Perspektive Toms erzählt. Dabei fragt man sich natürlich wie zuverlässig Tom als Erzähler ist. Sagt er die Wahrheit oder belügt er den Leser? Denn Tom zweifelt oftmals an sich selbst und kann sich viele Dinge einfach nicht erklären. Viele Fragen die beim Leser aufkommen, stellt sich hier der Protagonist selbst. Das macht aber die Figur umso authentischer. Aber auch die anderen Charaktere in dem Buch sind sehr gut gezeichnet und erscheinen glaubhaft

Lediglich die Auflösung konnte mich nicht so ganz überzeugen. Das Ende war zwar einerseits logisch, aber auch arg konstruiert. Wer hier mitraten wollte, hatte so gut wie keine Chance. Alles ging zum Schluss recht schnell und die Lösung wurde mehr oder weniger aus dem Hut gezaubert. Zudem blieben beim genaueren Hinsehen auch noch einige Fragen ungeklärt.
Insgesamt also ein spannender Thriller, in den man richtig gut eintauchen kann, nur das Ende fand ich nicht ganz so gelungen. Die Thematik ist ebenfalls spannend und wer davon betroffen ist, dem wünsche ich mit diesem Buch eine aufregende Nacht.

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Veröffentlicht am 08.11.2022

Neue Serie - Super Auftakt!

Kalt und still
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Job weg, verlassen vom Freund und Rauswurf aus der gemeinsamen Wohnung. Für Polizistin Hanna Ahlander läuft es gerade nicht besonders rund. Da kommt ihr das Angebot ihrer Schwester gerade recht ein paar ...

Job weg, verlassen vom Freund und Rauswurf aus der gemeinsamen Wohnung. Für Polizistin Hanna Ahlander läuft es gerade nicht besonders rund. Da kommt ihr das Angebot ihrer Schwester gerade recht ein paar Tage Auszeit in deren Ferienhaus zu verbringen. Doch kaum ist sie in Åre, hoch oben im Norden Schwedens angekommen, startet gerade eine Suchaktion nach einem vermissten Mädchen. Die 18jährige Amanda ist seit einer Partynacht bei ihrer Freundin Ebba nicht mehr gesehen worden. Die Zeit drängt, denn draußen herrschen Temperaturen um minus 20 Grad …

Nach der erfolgreichen Sandhamn-Reihe, die in den Schären Schwedens spielt, startet Viveca Sten jetzt eine neue Serie rund um die sympathische Hanna Ahlander. Die Polizistin ist eine starke Frau, die auch dann nicht wegschaut, wenn es unangenehm wird, sondern sich engagiert für eine Sache einsetzt. Dabei wird aber auch von ihren Gefühlen geleitet. Dies ist zwar nicht besonders professionell, macht sie aber um so sympathischer. Begleitet wird das Ganze durch ihre gute Kombinationsgabe und ihren Scharfsinn. Personalmangel und etwas Glück lassen Hanna ihren neuen Job in Åre antreten. Mit an ihrer Seite ist Polizeikommissar Daniel Lindskog. Auch er ist Sympathieträger, neigt jedoch unter Stress zu Wutausbrüchen. Eigentlich will er es jedem recht machen, doch der Fall und seine junge Familie bringen ihn manchmal an seine Grenzen.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben, die vielen kurzen Kapitel lassen einen nur so durch die Handlung fliegen. Auch der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig. Besonders die Figuren fand ich allesamt sehr gelungen gezeichnet, denn ihnen werden viele Emotionen eingehaucht und sie wirken dadurch lebendiger. Thematisiert werden gleich mehrere Dinge: Menschenhandel, Ausbeutung, aber auch Eifersucht und Habgier. Die Eiseskälte des Polarkreises ist deutlich spürbar und was zunächst wie ein schwedisches Winterparadies wirkt, wird Schicht um Schicht entblättert bis schließlich die nackte Wahrheit vor einem liegt. Natürlich gibt es gleich mehrere Verdächtige und so kann man als Leser gut miträtseln, was hinter alldem steckt.
Insgesamt ein super Auftakt einer tollen Serie rund um ein sympathisches Ermittler-Team. Die Sandhamn-Reihe hat mich schon begeistert, doch hier hat die Autorin sich nochmals gesteigert.

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Veröffentlicht am 02.11.2022

Perfekt - Spannung pur und wahnsinnig gut erzählt

Düsteres Wasser: Thriller
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„Düsteres Wasser“ ist bereits der siebte Fall aus der Reihe rund um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz. Dieses Mal geht es um eine Reihe von Frauen, die im eiskalten Rhein zu Tode kommen. Obwohl die Opfer ...

„Düsteres Wasser“ ist bereits der siebte Fall aus der Reihe rund um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz. Dieses Mal geht es um eine Reihe von Frauen, die im eiskalten Rhein zu Tode kommen. Obwohl die Opfer einen Abschiedsbrief bei sich hatten, erkennt Julia, dass es sich um Mord handelt. Denn zuvor quält sie der Täter auf perfide Weise. Wer steckt hinter diesen Taten? Und wo liegt die Verbindung zwischen den Opfern?
Catherine Shepherd ist bekannt für ihre sehr spannenden Thriller, egal ob es sich um die Zons-Reihe, die Reihe mit LKA-Ermittlerin Laura Kern oder um die Serie mit Rechtsmedizinerin Julia Schwarz handelt, die hier gemeinsam mit Kriminalkommissar Florian Kessler in ihrem neuesten Fall ermittelt. Der Schreibstil der Autorin kann mich immer wieder aufs Neue begeistern und man fliegt nur so durch die Seiten. In gewohnter Manier legt Catherine Shepherd wieder viele falsche Fährten aus und es gibt gleich mehrere Verdächtige. So kann man herrlich miträtseln, wer der Täter sein könnte. Und obwohl es so einige Hinweise gibt, war ich am Ende doch überrascht, wer dahintesteckte.
Besonders gut gefallen hat mir auch die Entwicklung der Privatsphäre der Protagonisten. Julia und Florian ermitteln ja nicht nur gemeinsam, sondern sind auch privat liiert. Nun gibt es eine Neuigkeit, die die Freude auf den nächsten Band nur noch gesteigert hat. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!

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