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Veröffentlicht am 23.10.2016

Ein Dorf schweigt

Im Wald
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Ein Wohnwagenbrand im Wald bei Ruppertshain im Taunus. Darin findet die Polizei eine verkohlte männliche Leiche. Kurz darauf wird die alte Rosie, die Besitzerin des Wohnwagens ermordet. Rosie lebte bereits ...

Ein Wohnwagenbrand im Wald bei Ruppertshain im Taunus. Darin findet die Polizei eine verkohlte männliche Leiche. Kurz darauf wird die alte Rosie, die Besitzerin des Wohnwagens ermordet. Rosie lebte bereits in einem Hospiz, doch irgendwem war der natürliche Tod wohl nicht schnell genug. Und dann gibt es noch einen weiteren Mord…
Oliver Bodenstein und Pia Sander übernehmen die Ermittlungen. Dabei führt eine Spur zurück in den Sommer 1972. Damals verschwand der zehnjährige Artur, ein Freund Olivers spurlos. Dieses Kindheitstrauma konnte Oliver nie ganz verwinden und fühlte sich seitdem schuldig. Bodenstein nimmt sich den alten Fall noch einmal vor und entdeckt Ermittlungsfehler und Ungereimtheiten. Und schnell wird klar: Wenn sie den Mörder finden wollen, müssen sie auch den Fall des verschwundenen Arturs lösen….

Es ist bereits der 8. Fall für das Ermittlerduo Bodenstein / Sander ehemals Kirchhoff und gleichzeitig der persönlichste Fall für Bodenstein. Obwohl ich die Serie um das Ermittlerteam kenne, hatte ich anfänglich Schwierigkeiten einen Überblick über die vielen Figuren zu behalten. Als hilfreich hat sich dabei das an den Anfang gestellte Namensregister erwiesen, obwohl die Verwandtschaftsverhältnisse der Charaktere untereinander schon ziemlich kompliziert waren. Doch spätestens ab der Mitte, wenn die Figuren gefestigt sind, ist der Lesespaß nicht mehr zu bremsen. Gekonnt versteht es die Autorin Spannung aufzubauen und das Niveau auch bis zum Schluss zu halten. Die Perspektiven wechseln häufig und so bekommt man als Leser eher einen Wissensvorsprung als die Ermittler selbst. Dennoch wird der Täter erst ganz zum Schluss entlarvt. Zuvor gibt es einige überraschende Wendungen und das Ende ist schlüssig und beantwortet alle offenen Fragen. Gut gezeichnet fand ich die gesamte Dorfgemeinschaft und ihr Schweigen über den 42 Jahre zurückliegenden Fall des verschwundenen Arturs. Wer wusste was und warum kam die Wahrheit nie ans Licht? Ein interessantes Thema und meisterlich umgesetzt.

Natürlich entwickeln sich die beiden Protagonisten auch privat weiter und man darf gespannt sein, ob Oliver auch beim nächsten Mal mit dabei sein wird.

Insgesamt ein spannender Krimi, der zwar anfänglich ein paar Längen hat, aber dennoch nur zu empfehlen ist.

Veröffentlicht am 16.10.2016

Rasant und humorvoll, aber wenig Krimi

Veilchens Blut
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„Veilchens Blut“ ist bereits der dritte Fall für Valerie „Veilchen“ Mauser und gleichzeitig ihr persönlichster. Denn plötzlich taucht ihre zur Adoption freigegebene Tochter wieder auf. Diese steckt jedoch ...

„Veilchens Blut“ ist bereits der dritte Fall für Valerie „Veilchen“ Mauser und gleichzeitig ihr persönlichster. Denn plötzlich taucht ihre zur Adoption freigegebene Tochter wieder auf. Diese steckt jedoch in großen Schwierigkeiten, doch Veilchen ist bereit alles zu geben. Dabei erhält sie jede Menge Unterstützung von ihren Freunden. Doch noch ahnt sie nicht, mit was für einem Gegner sie es zu tun bekommt…

„Veilchens Blut“ setzt nahtlos „Veilchens Feuer“ fort, dennoch ist es nicht zwingend notwendig (aber hilfreich) den Vorgänger gelesen zu haben. Eigentlich sollte Veilchen noch einige Zeit in der Reha verbringen, wo sie ihr Schädel-Hirn-Trauma auskuriert. Doch als sie erfährt, dass ihre vor 24 Jahren zur Adoption freigegebene Tochter auf der Polizeistation auf ihre Hilfe hofft, da gibt es kein Halten mehr. Zu lange hat sie auf diesen Moment gewartet. In einer rasanten und aufregenden Fahrt auf dem Mofa geht es mit Assistent Sven Schmatz nach Innsbruck. Angekommen muss Veilchen feststellen, dass ihre Tochter Luna mittlerweile wieder geflüchtet ist. Doch so schnell gibt Veilchen nicht auf und gemeinsam mit ihrem treuen Freund Stolwerk, Schmatz und dem Nachbarn Sandro setzen sie alles daran ihrer Tochter zu helfen. Die erste Begegnung mit Luna verläuft dann auch eher suboptimal, denn Veilchens Vorstellung von ihrer Tochter entspricht nicht der Realität. Luna ist eine selbstbewusste junge Frau die ihren eigenen Kopf hat. Kiffen gehört bei ihr zum Alltag, ihre Sprache ist ein wenig derb, aber für den Tierschutz setzt sie sich ganz stark ein. Dennoch konnte sie nicht meine ganze Sympathie gewinnen. Die altbewährten Handlungsträger aus den Vorgängerbänden sind mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen. Und auch hier gibt es eine Weiterentwicklung bei den Beziehungen untereinander.

Der Erzählstil von Joe Fischler ist durchweg flüssig und auch sehr humorvoll. Allein die rasante Fahrt mit Schmatz auf dem Mofa war einfach herrlich beschrieben und man bekam ganz tolle Bilder in den Kopf. Doch dann wiederholen sich diese Verfolgungsjagden, dass es mir doch irgendwie zu viel wurde. Es gibt viel Situationskomik, doch der Krimi selbst bleibt dabei auf der Strecke. Das Ende wiederum ist überraschend und der Schluss hat mir richtig gut gefallen.

Fazit: Insgesamt ein rasantes und auch spannendes Abenteuer, aber wenig Krimi. Die beiden ersten Bände waren richtig gut und ich hoffe auf eine Fortsetzung, bei der der Autor wieder zu seiner alten Form zurückfindet.

Veröffentlicht am 01.10.2016

Plötzlich ist alles anders

Sieben minus eins
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„Sieben minus eins“ ist der Beginn einer neuen, spannenden Buchreihe von Arne Dahl. Im Mittelpunkt stehen dabei Kriminalkommissar Sam Berger und seine Kollegin Molly Blom.

Seit drei Wochen wird die fünfzehnjährige ...

„Sieben minus eins“ ist der Beginn einer neuen, spannenden Buchreihe von Arne Dahl. Im Mittelpunkt stehen dabei Kriminalkommissar Sam Berger und seine Kollegin Molly Blom.

Seit drei Wochen wird die fünfzehnjährige Ellen Savinger vermisst. Durch einen Hinweis findet die Polizei schließlich den Aufenthaltsort, an dem das Mädchen gefangen gehalten wurde. Jede Menge Blutspuren deuten auf große Qualen hin, doch vom Mädchen selbst keine Spur.
Sam Berger glaubt es mit einem Serientäter zu tun zu haben, doch sein Chef ist gegenteiliger Meinung und wirft ihm Steine in den Weg. Schließlich ermittelt Sam auf eigene Faust und ahnt dabei noch nicht, dass es sein ganz persönlicher Fall sein wird.

Der Einstieg in das Buch ist mir nicht ganz leicht gefallen. Denn durch die vielen Beschreibungen kommt es zu einigen Längen. Doch dann kommt es zu einer großen Wendung und man ist plötzlich wie gefesselt von dem Buch. Den Protagonisten Sam Berger fand ich authentisch gezeichnet. Ein eigensinniger und einsamer Wolf, der wenige Freunde hat, dafür aber Ecken und Kanten.
Obwohl Arne Dahl ein bekannter Name unter den skandinavischen Autoren ist, war „Sieben minus eins“ mein erstes Buch von ihm. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Am meisten begeisterte mich dass ich als Leser in die Irre geführt wurde, denn nichts ist so wie es scheint und aus Jägern werden Gejagte.

Bis auf die wenigen Längen bietet das Buch eine gute und spannende Unterhaltung, sodass ich es mit vier Sternen gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 01.10.2016

Raffiniert erzählt

Im dunklen, dunklen Wald
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Eine Einladung zu einem Junggesellinnenabschied. Die 26jährige Nora ist ziemlich überrascht, schließlich hat sie ihre einst beste Freundin Clare seit zehn Jahren nicht mehr gesehen. Ein verhängnisvolles ...

Eine Einladung zu einem Junggesellinnenabschied. Die 26jährige Nora ist ziemlich überrascht, schließlich hat sie ihre einst beste Freundin Clare seit zehn Jahren nicht mehr gesehen. Ein verhängnisvolles Ereignis brachte die beiden Freundinnen auseinander. Nach einigem Zögern sagt Nora zu und reist nach Nordengland. Der Treffpunkt der sechs Teilnehmer ist ein einsames Glashaus mitten in den dunklen Wäldern. Erst hier erfährt sie, dass Clare James heiraten wird. Dieser war Noras erste große Liebe und sie hat ihn immer noch nicht ganz verwunden.
Unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen gerät die Wochenendparty außer Kontrolle. Und Nora erwacht schließlich in einem Krankenhaus mit vielen Verletzungen. Die Erinnerung an die letzten Stunden fehlen ihr, nur eins weiß sie genau: Etwas Grauenvolles muss geschehen sein, denn es hat einen Toten gegeben…

Es ist der Debütroman von Ruth Ware und er hat mir wirklich richtig gut gefallen. Ganz besonders der Aufbau der Geschichte hat mich fasziniert. Erzählt wird auf drei Zeitebenen. Einmal der Ablauf des katastrophalen Wochenendes, dann die Zeit danach als Nora im Krankenhaus aufwacht und sich an nichts erinnern kann und die Zeit vor 10 Jahren als Clare, James und Nora noch beste Freunde waren. So gibt es nicht nur ein Geheimnis zu lüften, sondern gleich zwei. Die Geschichte ist durchweg spannend und schon nach den ersten Seiten ist man wie gefesselt von dem Buch. Zugegeben: Die Protagonistin Nora erschien mir stellenweise etwas blauäugig. Dennoch ahnt man nach einer gewissen Zeit, dass auch sie uns nicht alles erzählt. Und so kommt erst Stück für Stück die ganze Wahrheit ans Licht. Es gibt Wendungen und falsche Verdächtige, der wahre Täter wird erst am Ende präsentiert. Hier lässt die Autorin auch keine Fragen offen. Die Atmosphäre ist die ganze Zeit recht düster, die Handlung aber trotzdem sehr spannend.

Ruth Ware hat einen fesselnden Thriller abgeliefert, denn ich mit bestem Gewissen weiterempfehlen kann. Den Namen der Autorin sollte man sich auf alle Fälle merken.

Veröffentlicht am 24.09.2016

Raffiniert und vielschichtig. Ein total spannender Krimi!

Wintertod
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Nachdem mir der erste Fall mit Arne Larsen sehr gut gefallen hat, habe ich mich schon lange auf den Nachfolger gefreut und war gespannt, ob dieser meine Erwartungen erfüllen würde. Und das hat er! „Wintertod“ ...

Nachdem mir der erste Fall mit Arne Larsen sehr gut gefallen hat, habe ich mich schon lange auf den Nachfolger gefreut und war gespannt, ob dieser meine Erwartungen erfüllen würde. Und das hat er! „Wintertod“ toppt sogar noch das Debüt!


Der Winter bekommt Berlin gerade so richtig in seinen Griff, da wird auf einem alten, nicht mehr genutzten Friedhof die Leiche einer Frau entdeckt. Hauptkommissar Arne Larsen, der gerade nach Berlin gewechselt hat und seine Kollegin Mayla Arslan stehen vor keiner leichten Aufgabe. Gilt es doch zunächst die Identität der Toten zu klären und dazu gibt es kaum verwertbare Spuren. Parallel dazu lernt man Lea Zeisberg kennen. Die Lehrerin fürchtet sich regelrecht vor ihren Schülern und ein dramatisches Ereignis in ihrer Vergangenheit gibt auch allen Anlass dazu. Doch dann erreicht Lea ein Hilferuf einer Schülerin. Und auch bei Arne geht es weiter. Eine weitere Leiche wurde gefunden…

„Wintertod“ ist nach „Ein dunkler Sommer“ der zweite Fall für Arne Larsen. Doch dieses Mal ermittelt der Hauptkommissar nicht in Schleswig-Holstein, sondern hat nach Berlin gewechselt. Die Bände lassen sich übrigens unabhängig voneinander lesen. Wintertod reflektiert zwar manche Ereignisse aus „Ein dunkler Sommer“, aber man muss das Buch nicht unbedingt vorher gelesen haben.

Erzählt wird die Handlung zunächst abwechselnd aus der Sicht Arnes und Leas. Später kommt noch ein weiterer Handlungsstrang hinzu, der von Ereignissen im Jahr 1979 in der ehemaligen DDR berichtet. Die Handlungsstränge sind total unterschiedlich und immer wieder fragt man sich, wie dies alles später zu einer abgerundeten Geschichte werden soll. Der Autor lässt hier den Leser wirklich lange im Dunkeln tappen, aber gerade das hat mir sehr gut gefallen. So bleibt die Geschichte spannend bis zum Schluss. Und gerade das Ende hält dann noch eine Überraschung parat.

Thomas Nommensen hat einen sehr raffinierten, aber auch total flüssigen Erzählstil. Damit hat er einen komplexen und spannenden Krimi geschaffen, der schon fast Züge eines Thrillers hat. Viele Dinge werden im Verlauf der Handlung oft nur kurz angerissen oder angedeutet. Erst im späteren Verlauf erfährt man als Leser mehr und mehr Details. Das macht natürlich neugierig und erhöht unglaublich die Spannung. Doch auch so war ich von Beginn an von dem Buch gefesselt.

Die Themen sind vielschichtig. Mobbing, Gewalt in der Schule, aber auch in der Familie und den daraus resultierenden Ängsten. Sehr sympathisch auch wieder der Protagonist Arne Larsen. Er folgt auch mal seiner Intuition und folgt nicht immer dem korrekten Dienstweg. Damit hat er anfänglich Schwierigkeiten und muss sich mit seinen Vorgesetzten auseinandersetzen. Auch privat gibt es Neuerungen, doch diese nehmen einen geringen Teil der Handlung ein.

Insgesamt ein sehr spannender und fesselnder, aber auch tiefgründiger Krimi. Totale Leseempfehlung mit fünf Sternen!