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Veröffentlicht am 14.05.2023

Spannend, aber auch vorhersehbar

Diabolisch
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Im Februar 1995 warten der sechsjährige Alex und seine knapp zwei Jahre ältere Schwester Lotte vergeblich darauf nach dem Turnen vom Vater abgeholt zu werden. Schließlich machen sich die beiden bei Dunkelheit ...

Im Februar 1995 warten der sechsjährige Alex und seine knapp zwei Jahre ältere Schwester Lotte vergeblich darauf nach dem Turnen vom Vater abgeholt zu werden. Schließlich machen sich die beiden bei Dunkelheit und Kälte auf den Weg. Doch nur Lotte wird zu Hause ankommen.
27 Jahre später versetzt eine Mordserie das Heimatdorf der Geschwister in Angst und Schrecken. Binnen weniger Tage stirbt hier eine ganze Reihe von Menschen einen gewaltsamen Tod. „Killerkaff“ betitelt die Presse das ansonsten beschauliche Holzhausen. Oberkommissarin Larissa Flaucher versucht einen Zusammenhang zwischen den Taten zu erkennen und stößt dabei auf ein mörderisches Geheimnis.

Auf knapp 320 Seiten erzählt der Autor Jonas Wagner hier eine Geschichte, die es in sich hat. Dabei durchlebt man als Leser ein ganzes Potpourri an Emotionen über Wut, Aggression, Fassungslosigkeit, Mitleid und vieles mehr. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen und man erfährt so Stück für Stück über die Ereignisse im Jahr 1995 und den Mordtaten in 2022. Die Handlung springt ständig zwischen diesen beiden Erzählsträngen hin und her. Dazu gibt es noch ergänzend Tagebuchergänzungen von Lotte, die unter dem Verlust des Bruders leidet. Anfänglich werden ziemlich viele Figuren eingeführt. Doch mit der Zeit festigen sich die Charaktere, die man ja auch auf der zweiten Erzählebene wiedertrifft. Die meisten Figuren sind aber eher unsympathisch, lediglich Oberkommissarin Larissa Flaucher ist eine sympathische und auch clevere Ermittlerin, die kaum Zeit hat, sich um ihre Tochter zu kümmern.
Der Erzählstil ist sehr flüssig und das Buch insgesamt sehr spannend. Einziger Makel ist die Tatsache, dass schon sehr früh absehbar ist, wohin die Reise geht und man ahnen kann, wer hinter den Bluttaten steckt.
Das Coverhatte sofort meine Aufmerksamkeit. Ein richtiger eye-catcher und zudem noch genial gestaltet. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die einsame Straße mit der Bushaltestelle, die eine bedeutende Rolle in dem Buch spielt.
Insgesamt ein spannender Thriller. Nur für die Vorhersehbarkeit gibt es einen Stern Abzug.

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Veröffentlicht am 07.05.2023

Kein typischer Schwedenkrimi

Die Wahrheit
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Ein angesehener Kinderarzt und seine Ehefrau werden in ihrer Villa im schwedischen Lund tot aufgefunden. Ein Doppelmord? Wie konnte es zu der Tat kommen?
Die Geschichte dazu beginnt bereits 10 Wochen zuvor. ...

Ein angesehener Kinderarzt und seine Ehefrau werden in ihrer Villa im schwedischen Lund tot aufgefunden. Ein Doppelmord? Wie konnte es zu der Tat kommen?
Die Geschichte dazu beginnt bereits 10 Wochen zuvor. Drei Protagonisten, Bill, ein alleinerziehender Vater, Karla, eine junge Studentin und Jennica, fast 30 Jahre alt und ebenfalls Studentin erzählen dazu ihre Version der Geschichte. Dabei wechseln sich die Perspektiven ständig ab. Zusätzlich gibt es noch Ausschnitte aus den Verhörprotokollen der Polizei, die dem Leser weitere Informationen liefern. Jede der Figuren stand in einer anderen Beziehung zu den Opfern. Das Bild, das man so anfänglich von den Protagonisten bekommt ändert sich jedoch im Verlauf. Denn man erfährt immer mehr über die erzählenden Figuren und so manches Geheimnis kommt zu Tage. Anfänglich sympathische Charaktere erscheinen plötzlich in einem ganz anderen Licht und verlieren dadurch ihren Glanz. Überhaupt fand ich die Figuren sehr gut beschrieben. Sie schlagen sich mit ganz normalen Alltagssorgen wie Geldmangel oder Partnersuche herum, das macht sie so authentisch.

Mattias Edvardsson ist ein Meister der subtilen Spannung. Man weiß ja von Beginn an, dass es mit dem Tod des Ehepaares enden wird. Doch wie und warum es dazu kommen wird, ist hier die große Frage. Vom Spannungsniveau ist das Buch durchaus mit einem Thriller vergleichbar, denn man will ja unbedingt wissen, wer das Ehepaar getötet hat. Es geht unblutig zu und das Buch kommt auch ohne Ermittler aus. Dafür gibt es aber jede Menge cliffhanger, die einen guten Anreiz zum Weiterlesen liefern.
Kein Schwedenkrimi im herkömmlichen Sinn, dennoch spannend, aber eben auf subtile Weise.

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Veröffentlicht am 17.04.2023

Spannender Auftakt einer neuen Reihe

Totes Moor
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In der Nähe Grimmbachs, einem Dorf in der Rhön wird die Leiche einer jungen Frau im Moor entdeckt. Es handelt sich dabei um Matilda Nolte, die vor knapp 10 Jahren nach einer Abi-Feier plötzlich verschwand. ...

In der Nähe Grimmbachs, einem Dorf in der Rhön wird die Leiche einer jungen Frau im Moor entdeckt. Es handelt sich dabei um Matilda Nolte, die vor knapp 10 Jahren nach einer Abi-Feier plötzlich verschwand. Kommissar Janosch Janssen ist schockiert, denn Matilda war seine einstige Jugendliebe. Damals geriet sogar sein Vater unter Verdacht Matilda ermordet zu haben. Unter dem Druck der Ermittlungen, vorangetrieben durch Kriminaloberrätin Diana Quester, beging er Selbstmord. Neue Aspekte tauchen auf und Janosch setzt alles daran seinen Vater zu rehabilitieren. Und dann geschieht noch ein neuer Mord.

„Totes Moor“ ist ein sehr gut konstruierter und spannend erzählter Kriminalroman. Schauergeschichten aus Moorlandschaften gibt es ja jede Menge und auch hier findet sich ein Dorf mit vielen Geheimnissen.

Die Handlung spielt auf zwei Ebenen, einmal im „Jetzt“ und 10 Jahre zuvor als Matilda nach einem Verkehrsunfall plötzlich verschwand. Man lernt die Dorfbewohner kennen und erfährt so manches über die Beziehungsgeflechte untereinander. Über den Tod von Matilda und die Umstände, die dazu geführt haben, erlangt man nur Stück für Stück Informationen. Besonders gut gefallen hat mir, wie der Autor die Atmosphäre in der Moorlandschaft eingefangen hat, auch die Beschreibungen der Landschaften fand ich sehr gelungen.
Janosch Janssen ist ein sehr sympathischer Protagonist. Da Grimmbach auch sein Heimatdorf ist und er alle Dorfbewohner kennt, ist er auch privat involviert. Mit seiner Vorgesetzten Diana Quester gibt es ständig Konflikte. Die beiden könnten verschiedener nicht sein, müssen sich aber irgendwie zusammenraufen. Gerade die private Seite von Janosch macht ihn so sympathisch.

„Totes Moor“ ist der Auftakt einer ganzen Serie rund um den Ermittler Janosch Janssen. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 09.04.2023

Junggesellinnenabschied mit tödlichem Ausgang

One of the Girls
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Vor der Hochzeit es noch einmal krachen lassen. Lexi reist mit fünf Freundinnen auf eine griechische Insel, um ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. Doch die scheinbare Idylle in der abgelegenen Villa ...

Vor der Hochzeit es noch einmal krachen lassen. Lexi reist mit fünf Freundinnen auf eine griechische Insel, um ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. Doch die scheinbare Idylle in der abgelegenen Villa ist trügerisch. Lexi, Robyn und Bella kennen sich zwar schon seit Kindheitstagen, doch die anderen drei Frauen, Eleanor, Ana und Fen sind neu und müssen sich erst mal kennenlernen und miteinander anfreunden. Nach und nach kommen dabei dunkle Geheimnisse ans Licht und immer mehr Konflikte treten auf. Bis es schließlich zum Eklat kommt: eine Hen Party mit tödlichem Ausgang…
Schon der Klappentext verrät, dass der Urlaub ein böses Ende nehmen wird. Doch wen wird es treffen? Wer wird das Opfer sein und wer die Täterin? In kleinen, kursiv gehaltenen Einschüben erfährt man schon zu Beginn, dass hier nicht alles so ist wie es scheint. Jede der Frauen hat etwas zu verbergen und die Beziehungen untereinander sind komplex
Die Autorin Lucy Clarke baut hier sehr geschickt eine subtile Spannung auf. Zu Beginn des Buches lernt man erstmal nur die Frauen kennen. Dabei wechselt ständig die Perspektive zwischen den Figuren und man erfährt etwas über ihre Gedanken und Handeln. Erst im weiteren Verlauf offenbaren sich die Absichten und auch die Geheimnisse der einzelnen Charaktere.
Besonders zum Schluss wird es richtig dramatisch und es gibt jede Menge überraschende Wendungen.
Insgesamt kein Thriller im herkömmlichen Sinn. Das Buch lebt von der subtilen Spannung. Man weiß zwar, dass es am Ende eine Leiche geben wird, doch wer und warum bleiben bis zum Ende offen. Erst nach Beendigung des Romans erkennt man auch wie genial die Autorin das Buch konstruiert hat.

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Veröffentlicht am 02.04.2023

Der dritte Grenzfall

Grenzfall - In der Stille des Waldes
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Bei Baggerarbeiten auf einer Baustelle in Tirol wird ein Müllsack gefunden. Zum Vorschein kommen dabei präparierte Dachse, die mit Babykleidung ausgestopft wurden. Chefinspektor Bernhard Krammer ahnt noch ...

Bei Baggerarbeiten auf einer Baustelle in Tirol wird ein Müllsack gefunden. Zum Vorschein kommen dabei präparierte Dachse, die mit Babykleidung ausgestopft wurden. Chefinspektor Bernhard Krammer ahnt noch nicht welche Familientragödie dahintersteckt.
Zeitgleich erholt sich Alexa Jahn auf der deutschen Seite von ihrer Schussverletzung. Da taucht plötzlich ihr ehemaliger Kollege Jan auf. In einem alten, gemeinsamen Fall wurde anscheinend der Falsche verhaftet. Haben Alexa und Jan damals einen Fehler gemacht? Die beiden rollen den Fall nochmal auf und begeben sich auf Spurensuche.
Es ist bereits der dritte Fall für das ungleiche Ermittler-Team, das im deutsch-österreichischen Grenzgebiet tätig ist. Die Fälle lassen sich unabhängig von einander lesen, doch wer die privaten Entwicklungen zwischen den Ermittlern verfolgen will, sollte sich doch an die chronologische Reihenfolge halten.
Gleich zwei Kriminalfälle gilt es in diesem Band zu lösen. Während sich in den bisherigen Bänden irgendwann die beiden Fälle miteinander verbanden, so wartet man hier lange auf eine Vernetzung. Das mag zwar etwas enttäuschen, dafür sind die beiden Fälle sehr spannend erzählt. Die Handlung wechselt ständig zwischen den beiden Ermittlern. Zudem wird sie von kleinen Einschüben aus der Perspektive von „Sie“ und „Er“ unterbrochen, worauf man sich zunächst noch gar keinen Reim machen kann. Der flüssige Erzählstil sorgt für spannende Unterhaltung und auch die Beschreibungen der Gegebenheiten kommen nicht zu kurz. Angenehm kurze Kapitel sorgen dafür, dass man mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören mag.
Die Auflösung war für mich überraschend und nicht vorhersehbar. Mittlerweile charakteristisch ist das Ende. Es bleiben immer noch ein paar Fragen offen, die im nächsten Band geklärt werden. Doch dieses Mal ist es ein richtig fieser Cliffhanger mit dem das Buch endet. Erst im Februar 24 geht es weiter – solange müssen wir uns leider gedulden.

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