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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2025

Anfängerfreundlicher und übersichtlicher Wildtierratgeber

Tiere beobachten mit dem Wildtierguide
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Der Kosmos-Verlag steht in meinen Augen immer für fundierte und gut gestaltete Naturratgeber, die modern gehalten sind und einem wirklich weiterhelfen. Dies bestätigt sich im vorliegenden Wildtier-Guide ...

Der Kosmos-Verlag steht in meinen Augen immer für fundierte und gut gestaltete Naturratgeber, die modern gehalten sind und einem wirklich weiterhelfen. Dies bestätigt sich im vorliegenden Wildtier-Guide von Patrick Hundorf, der bei Instagram als @patrickdogvillage bereits viele Follower über seine regelmäßigen Outdoor-Abenteuer und Tierbegegnungen auf dem Laufenden hält.
Das Buch startet mit einer informationsreichen Einführung mit allgemeinen Hinweisen zur Ausstattung und der richtigen Verhaltensweise während den Beobachtungen. Danach folgen im Hauptteil verschiedene Porträts von Wildtieren, die im Gebiet von Deutschland, Österreich und der Schweiz angetroffen werden können. Man erfährt, wann und wo die Tiere besonders gut zu beobachten sind und was man speziell beachten sollte. Zusätzlich hat der Autor einige Anekdoten aus seinen eigenen Reisen und Erlebnissen eingeflochten, zum Beispiel vom röhrenden Hirsch in den Masuren.
Insgesamt hilft das Buch nicht nur, einige der interessantesten Tiere in unserer Natur kennenzulernen, sondern auch gezielt nach ihnen Ausschau halten zu können. Besonders aufschlussreich waren die Beschreibungen zu Tieren, die man nicht zwangsweise in Deutschland erwartet, aber durch Einwanderung oder Auswilderung (wieder) heimisch bei uns werden. Hier zu nennen sind der Elch oder die Gottesanbeterin.
Ab und zu klingen die Porträts sehr ähnlich, sodass man das Gefühl hat, der Text wäre kopiert. Aber wahrscheinlich entspricht die Beschreibung einfach den Tatsachen. Ebenso kann man nicht erwarten, mit diesem Buch einen Bestimmungsratgeber zu erhalten. Alles in allem, bekommt man jedoch einen kreativ gestalteten Einblick in die Vielfalt der heimischen Wildtiere und erste Hinweise zu erfolgreichen Begegnungen. Raus gehen und Erfahrung sammeln muss man schon selbst, ein bisschen Glück braucht es dann wahrscheinlich auch noch. Klare Empfehlung für Naturbegeisterte und die, die es werden wollen.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Emotionaler als gedacht

Die Hobby-Horsing-Kids, 1, Ein Steckenpferd für Lotta
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Der erste Band der Hobby-Horsing-Kids ist ein mit Höhen und Tiefen gespickter Kinderroman, der kleine Seelen mit realistischen Alltagsszenen begleitet. Zwar sind die Steckenpferde auf dem Cover und im ...

Der erste Band der Hobby-Horsing-Kids ist ein mit Höhen und Tiefen gespickter Kinderroman, der kleine Seelen mit realistischen Alltagsszenen begleitet. Zwar sind die Steckenpferde auf dem Cover und im Titel sehr einnehmend, jedoch spielen Missverständnisse und kleinere Streits zwischen Freundinnen und auch Enttäuschung eine wichtige Rolle in der Geschichte.
Gleich zu Beginn erwartet uns ein emotionaler Start. Lotta kommt enttäuscht aus der Schule nach Hause, weil ihre eigentlich gute Freundin Leya beleidigende Worte über Lottas liebstes Steckenpferd aussprach. Man wird also direkt in die aufgeladene Situation zwischen den Mädels hineingezogen. Diese doch realistische Situation verspricht kein leichtes Buch. Aber genau das ist es, was Kindern hilft. Reale Geschichten mit Konflikten und Hinweisen zur Lösung, wie sie sie in ihr eigenes Leben übertragen können.
Dazu kommt die Aufregung des ersten Turniers mit ihren Steckenpferden. Hürden, die die Mädchen überwinden müssen, um näher zueinander zu finden. Die ersten Schmetterlinge im Bauch und auch Neid und Eifersucht werden kindgerecht thematisiert. Wahrscheinlich spricht das Thema tendenziell eher Mädchen an, aber es ist gar nicht kitschig und kann durchaus auch Jungs vorgelesen werden. Im besagten Steckenpferd-Turnier nehmen auch Jungen teil.
Je nachdem, wie alt das lesende Kind ist, könnten in manchen Kapiteln durchaus noch ein bis zwei Bilder mehr angeboten werden. Meist gibt es hier pro Kapitel von 4-5 Seiten nur ein Bild. Das kann für Vorschul- oder Grundschulkinder vielleicht zu Enttäuschungen führen.
Insgesamt überzeugt der Text sowohl mit einer Geschichte zu einem ungewöhnlichen Hobby und starken Mädchen, die füreinander da sind und sich gegenseitig aufbauen und stützen.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Ugli gugli und weitere wahnsinnige Wortschöpfungen

Neon und Bor
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Ein gewagtes und gelungenes Experiment - so viel vorweg. In gewohnt heiterer Manier präsentiert uns Marc-Uwe Kling gemeinsam mit Jan Cronauer und dem Team von Monströös ein offiziell als Kinderbuch getarntes ...

Ein gewagtes und gelungenes Experiment - so viel vorweg. In gewohnt heiterer Manier präsentiert uns Marc-Uwe Kling gemeinsam mit Jan Cronauer und dem Team von Monströös ein offiziell als Kinderbuch getarntes Wortwitzalbum. Das Cover lässt ganz eindeutig die primäre Zielgruppe (Kinder) erkennen, mit seinen knallbunt illustrierten Hauptfiguren Neon (she) und Bor (he). Allerdings könnte man ganz unironisch an vielen Stellen bemerken, dass eine gewisse politische und naturwissenschaftliche Bildung, aka Erwachsensein, hilfreich ist, um die Witze und Anspielungen zu verstehen. Es sei denn, man ist selbst ein hochbegabtes Kleinkind mit Zugang zu Medien. Oder eben der vorlesende Erziehungsberechtigte, der dem Autor dankbar ist für die an ihn gerichteten Unterhaltungshäppchen. Im Vergleich sind die Witze im bekannten Neinhorn wahrscheinlich zugänglicher und leichter verständlich. Die beiden verschwisterten Protagonisten gestalten im Buch das ein oder andere Chaos und bringen ihre Eltern mit ihren Erfindungen und ihrer Dickköpfigkeit zur Weißglut, sind dabei jedoch so kindlich neugierig und liebenswürdig, dass man sie in sein Herz schließt. Die Bilden von Monströös untermalen charakterstark die Tätigkeiten und erlauben es so auch den jüngeren Leserschaft genügend Einblicke, um der Handlung einigermaßen folgen zu können. Mit Sicherheit erfährt man nochmal einen Zugewinn, wenn man sich das Hörbuch, wie immer im Original vom Autor gelesen, zu Gemüte führt. Denn man kann sich beim Lesen bereits vorstellen, dass Kling durch die Betonung der Babysprache ("Ugli gugli") oder der vielen beschriebenen Geräusche der Geschichte noch den perfekten Dreh gibt. Oder die Story ist einfach alles "Quantenquark" und einer wahnwitzigen Wette zwischen Kling und Einstein entsprungen. Wer weiß das schon? Wie so oft wird es so sein, dass man die Art der Geschichte entweder liebt oder hasst. Wenn man crazy Science mag (wie ich), dann versucht man seine Kinder durch eben solche Geschichten auch dafür zu faszinieren (hat so mittelmäßig geklappt). Sonst fragt man sich wahrscheinlich einfach nur was da los ist und weshalb im Kinderkanal mittlerweile eine kleine Serie über Neon & Bor läuft. Ich hoffe doch, dass viele Kinder von der Geschichte inspiriert werden und selbst auch zum Schraubenzieher (oder einem anderen Tool) greifen und abgefahrene Dinge bauen, statt tumb herum zu swipen.

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Utopie für Kinder

Komm mit in die Welt von morgen!
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Wünschen wir uns nicht alle eine bessere Welt? Eine mögliche Version davon beschreibt Katja Diehl in ihrem neuen Buch "Komm mit in die Welt von morgen", untermalt mit Illustrationen von Emily Claire Völker.
Auf ...

Wünschen wir uns nicht alle eine bessere Welt? Eine mögliche Version davon beschreibt Katja Diehl in ihrem neuen Buch "Komm mit in die Welt von morgen", untermalt mit Illustrationen von Emily Claire Völker.
Auf etwa 40 großformatigen Seiten begleiten wir Hope, die weder eindeutig Junge noch Mädchen ist, durch ihr Leben in der Stadt. Hope lebt, aus aktueller Sicht, in einer unkonventionellen Mischung aus Familie und offener Gemeinschaft in einem Mehrparteien-Haus. Eigentum existiert quasi nicht mehr und alle teilen sich alles. Es gibt keine Verbrennerautos mehr und alles ist super divers und die Vergangenheit (in etwa heute) wird düster und schmutzig dargestellt. Einmal ganz grundlegend betrachtet hat dieses System sicher viele Vorteile, vor allem für die Umwelt. Und das ist sicherlich auch das Hauptanliegen der Autorin. Kinder aufklären, wie eine grüne und soziale Zukunft aussehen könnte. Allerdings erscheint die Gesellschaft sehr einheitlich aus extrovertierten und intelligenten Menschen zu bestehen. Leider ist das nicht Realität, Menschen die Ruhe suchen und deshalb den trubeligen Alltag in diesem Gesellschaftsmodell nur schwer ertragen könnten, werden außen vor gelassen.
Aus literarischer Sicht ist das Buch eine Mischung aus Sachbuch und Erzählung. Es gibt jede Menge "Tipps für Eltern", die ab und zu etwas belehrend anmaßen.
Es gibt viele gute Ansätze, wahrscheinlich hätte es etwas weniger fachlichen Input und dafür mehr Story gebraucht, um wirklich gut lesbar zu sein. Gerade für Kinder fehlte ein richtiger "Held" oder eine "Heldin" in der Geschichte und es ging mehr um das Drum-Herum als um die Hauptfigur.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Tolle Zeichnungen lassen auch erwachsene Augen strahlen

Earhart
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Jubiläum bei den Mäusen. Es ist nun zehn Jahre her, dass Torben Kuhlmann das erste Buch mit den erfinderischen und mutigen Mäusen veröffentlichte. Dies nahm er zum Anlass, erneut das Thema fliegerische ...

Jubiläum bei den Mäusen. Es ist nun zehn Jahre her, dass Torben Kuhlmann das erste Buch mit den erfinderischen und mutigen Mäusen veröffentlichte. Dies nahm er zum Anlass, erneut das Thema fliegerische Pionierleistung in den Fokus des neuen Bandes zu nehmen.
Diesmal ist es die Geschichte von Amilia Earhart, die mit Hilfe der flauschigen Protagonisten nacherzählt wird. Die Reise um die Welt mit einem Flugzeug war damals ein enormes Unterfangen, Wetter noch unberechenbar und potenziell tödlich.
Die Reise nimmt meiner Meinung nach leider nur einen kleinen Teil des Buches ein, mehr wird der Fokus auf die Hindernisse vor dem Start gelegt. Wie kommt eine Maus zum Fliegen, was motiviert sie ihre bekannten Wege zu verlassen und Gegenwind aus den eigenen Reihen zu überwinden?
Das besondere an dem Buch ist, wie der Autor und gleichzeitig Illustrator die Bilder als erzählerisches Mittel verwendet. Man muss sie aufmerksam "lesen", um der Geschichte folgen zu können. Das hat mich als Erwachsene zuerst etwas verwirrt, weil ich zu sehr rein auf den Text geachtet habe. Dann hat mir Inhalt zum Verständnis gefehlt, den ich mir erst wieder aus den Bildern erarbeiten musste. Für zuhörende Kinder sicher kein so großes Problem.
Insgesamt halte ich die Bücher von Kuhlmann für außergewöhnlich. Ich liebe es, wie naturwissenschaftliche und technische Errungenschaften im Bilderbuchformat künstlerisch aufbereitet werden.

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