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Veröffentlicht am 05.01.2026

Von der Nachbarin zur Weltraumheldin – Wissenschaft zum Staunen

Die Astronautin von nebenan. Eine Reise vom Kinderzimmer ins Weltall
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Inga Marie Ramckes Kinderbuch "Die Astronautin von nebenan. Eine Reise vom Kinderzimmer ins Weltall" begeistert mit einer wunderbaren Verknüpfung von kindgerechter Erzählung und fundiertem Wissenschaftswissen ...

Inga Marie Ramckes Kinderbuch "Die Astronautin von nebenan. Eine Reise vom Kinderzimmer ins Weltall" begeistert mit einer wunderbaren Verknüpfung von kindgerechter Erzählung und fundiertem Wissenschaftswissen – eine echte Entdeckungsreise für junge Leserinnen ab etwa 6 Jahren.

Die Geschichte beginnt, als die achtjährige Maya ihre Sommerferien krank zu Hause verbringen muss – statt wie geplant mit dem Papa zu den Großeltern zu fliegen. Ihre Nachbarin Josi, die am Ende ihrer Astronautenausbildung steht, nutzt die Gelegenheit: Sie verwandelt Mayas Kinderzimmer in eine Mini-Raumstation und nimmt sie mit auf eine fantastische Fantasiereise durchs All.

Josi wird zur echten Heldin: Sie ist nicht nur eine Frau, die Astronautin werden will, sondern auch nahbar, fürsorglich und inspirierend. Sie unterstützt Maya einfühlsam in ihrer Ferienzeit, erklärt spielerisch Wissenschaftliches und weckt bei ihr und den Lesern die Begeisterung für Raumfahrt. So zeigt das Buch, wie großartige Wissenschaft und persönliche Wärme sich verbinden lassen – mit einer starken Frau im Fokus.

Jedes Kapitel wird von kurzen, anschaulichen Sachabsätzen eingeleitet, die Raumfahrtthemen wie Schwerelosigkeit, ISS oder Weltraumstation kindgerecht erläutern. Experimente zum Selbermachen machen das Gelernte interaktiv und praxisnah – ideal für neugierige Entdecker. Die Verbindung von echten Fotos (z. B. von der Internationalen Raumstation) mit liebevollen Illustrationen verankert das Wissen visuell und spannend.

Lada Chizhovas liebevoll gestaltete Illustrationen strahlen Wärme und Fantasie aus und ergänzen perfekt die erzählte Geschichte. Ergänzt wird das visuelle Erlebnis durch authentische Fotos von Astronauten, Raumfahrzeugen und der ISS – ein besonderer ästhetischer und didaktischer Mehrwert, der kleine Leserinnen direkt ins Weltall katapultiert.

Die Kombination aus spannender Alltagsgeschichte, fantasievoller Abenteuerreise und spannungsaufbauendem Wissen macht das Buch zu einem perfekten MINT-Vorlesebuch – sowohl zum Selberlesen als auch zum Vorlesen. Besonders die Kapitelstruktur mit kurzen Sachinformationen zu Beginn fördert Aufmerksamkeit und Wissensdrang.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

In allem leider zu vorsichtig

Der Duft. Er führt dich ins Paradies. Oder in die Hölle
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Der Duft, das Debüt des französischen Parfümeurs Paul Richardot, spielt mit den Sinneseindrücken. Es versucht mit seinem pinken Cover zu verfuhren und einen mit seinen olfaktorischen Reizen zu übermannen. ...

Der Duft, das Debüt des französischen Parfümeurs Paul Richardot, spielt mit den Sinneseindrücken. Es versucht mit seinem pinken Cover zu verfuhren und einen mit seinen olfaktorischen Reizen zu übermannen.
Zu Beginn trifft man auf den Olfakteur Alain und seinen Schülers Hélias in seinem historisch anmutenden Laboratorium in Le Mans. Die beiden verstehen sich in der Kunst der Komposition, nicht von Parfum, sondern von Dufterinnerungen. Seien sie positiv oder negativ vom "Patienten" assoziiert. Je nach Wunsch der Kunden werden bereits erlebte Szenen oder Gefühle durch die Gerüche wiederbelebt. Ganz klar entdeckt man hier Parallelen zum Klassiker "Das Parfum" von Patrick Süßkind.
Parallel begegnet man der Karrierefrau Nora, die auf gehobener Position in der Zentrale von Fragrancia ihren Kopf aus der Schlinge ziehen muss. Die Firma hat mächtig Druck und sie damit auch. Hélias entpuppt sich als Wunderkind mit genialer Nase und gerät in die Wirren und kriminellen Machenschaften von Fragrancia.

Es geht um sexuellen Missbrauch, Drogenmissbrauch und Korruption. Doch alles in sehr sanften Wellen. Manchmal glaubt man, die Spannung steigt, doch dann ist sie so schnell wieder vorbei wie ein Dufthauch. Aus diesem Grund würde ich dieses Buch keinesfalls als echten Thriller oder Krimi bezeichnen. Es gibt nicht viel zu rätseln oder mitzufiebern.

Die Figuren des Hélias und Nora sind grundsätzlich interessant gestaltet. Nora mit ihren inneren Brüchen will man am ehesten noch besser kennenlernen, da man noch nicht ganz ihre Motivation und Beweggründe versteht. Hélias möchte man, ob seiner Naivität, schütteln. Zu gutgläubig und abwartend verhält er sich.

Das Ende lässt einen leider dann auch noch recht unaufgeklärt zurück. Vielleicht ist es als Cliffhanger für einen Folgeroman gedacht, es wirkt leider so als wären 10 Seiten am Ende gekürzt worden.
Für Naturwissenschaftler oder Science Nerds gibt es allerdings einige tolle Stellen. Wer sich nicht vor chemischen Substanznamen fürchtet und die Beschreibungen der Herstellung aushalten oder sogar in Gedanken nachvollziehen kann, kommt hier trotzdem auf seine Kosten. Ich habe mir ehrlich mehr gewünscht, die Ansätze waren gut, hoffentlich darf der Autor sich noch weiterentwickeln. Ich würde ihm eine zweite Chance geben.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Jetzt hab ich endlich gute Argumente, wenn ich mich nochmal umdrehe

BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum muss ich schlafen?
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Leute, endlich verstehe ich das ganze Eulen und Lerchen-Ding wirklich. Wieso gibt es Menschen, die vor Sonnenaufgang putzmunter sind und andere, wie mich, die sich gerne lange in den Federn wälzen? Bibibiber ...

Leute, endlich verstehe ich das ganze Eulen und Lerchen-Ding wirklich. Wieso gibt es Menschen, die vor Sonnenaufgang putzmunter sind und andere, wie mich, die sich gerne lange in den Federn wälzen? Bibibiber geht dieser und weiteren Fragen im dritten Band der Wissens-Reihe für Kinder von Mai Thi Nguyen-Kim und Marie Meimberg auf den Grund.
Ganz am Anfang steht der motivierte Biber vor seinem großen Dammbauprojekt und sucht Mitstreiter. Doch zur Zeit sind alle unpässlich, müssen schlafen. Und Bibibiber fragt sich natürlich, ob seine Freunde sich nur drücken. Doch zum Glück kann er durch Mai Thi und Marie sein Wissen um die Notwendigkeit des Schlafes vervielfachen und versteht am Ende, warum es bei Tieren und Menschen große Unterschiede im Schlafrhythmus gibt und, dass Schlaf eine Superkraft ist, die gute Laune und eine bessere Welt schaffen könnte.
Der Buchaufbau ist speziell, weder Sachbuch noch reine Geschichte. Eine tolle Mischung aus Dialog und Comic, farbenfroh und reich an Erkenntnis. Allerdings muss hier gesagt werden, dass die Altersempfehlung von 7 Jahren nur für wenige Abschnitte des Buches passend ist. Wahrscheinlich können insbesondere bei den Themen Proteine und Photosynthese eher Kinder ab 9-10 Jahren folgen, also eher ab Ende Grundschule.
Dann jedoch ist das Buch eine tolle Ergänzung zum Schulstoff und man lernt, was es mit der inneren Uhr auf sich hat, weshalb die Evolution nicht immer optimal für jede Spezies läuft. Am Ende gibt es noch ein paar emotionalere Ratschläge, zum Beispiel wie man mit Albträumen umgehen kann und weshalb die Menschheit echt entspannter und friedlicher wäre mit genügend Schlaf.
Insgesamt ist das Buch nicht nur für neugierige Kinder geeignet, sondern auch für jugendlich geblieben Erwachsene, denen die oft lässige Sprache nichts ausmacht. Denn es gibt durchaus auch für viele Erwachsene hier noch etwas zu lernen und vielleicht auch Argumente zu sammeln, wenn man doch mal etwas länger schlafen möchte.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Anfängerfreundlicher und übersichtlicher Wildtierratgeber

Tiere beobachten mit dem Wildtierguide
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Der Kosmos-Verlag steht in meinen Augen immer für fundierte und gut gestaltete Naturratgeber, die modern gehalten sind und einem wirklich weiterhelfen. Dies bestätigt sich im vorliegenden Wildtier-Guide ...

Der Kosmos-Verlag steht in meinen Augen immer für fundierte und gut gestaltete Naturratgeber, die modern gehalten sind und einem wirklich weiterhelfen. Dies bestätigt sich im vorliegenden Wildtier-Guide von Patrick Hundorf, der bei Instagram als @patrickdogvillage bereits viele Follower über seine regelmäßigen Outdoor-Abenteuer und Tierbegegnungen auf dem Laufenden hält.
Das Buch startet mit einer informationsreichen Einführung mit allgemeinen Hinweisen zur Ausstattung und der richtigen Verhaltensweise während den Beobachtungen. Danach folgen im Hauptteil verschiedene Porträts von Wildtieren, die im Gebiet von Deutschland, Österreich und der Schweiz angetroffen werden können. Man erfährt, wann und wo die Tiere besonders gut zu beobachten sind und was man speziell beachten sollte. Zusätzlich hat der Autor einige Anekdoten aus seinen eigenen Reisen und Erlebnissen eingeflochten, zum Beispiel vom röhrenden Hirsch in den Masuren.
Insgesamt hilft das Buch nicht nur, einige der interessantesten Tiere in unserer Natur kennenzulernen, sondern auch gezielt nach ihnen Ausschau halten zu können. Besonders aufschlussreich waren die Beschreibungen zu Tieren, die man nicht zwangsweise in Deutschland erwartet, aber durch Einwanderung oder Auswilderung (wieder) heimisch bei uns werden. Hier zu nennen sind der Elch oder die Gottesanbeterin.
Ab und zu klingen die Porträts sehr ähnlich, sodass man das Gefühl hat, der Text wäre kopiert. Aber wahrscheinlich entspricht die Beschreibung einfach den Tatsachen. Ebenso kann man nicht erwarten, mit diesem Buch einen Bestimmungsratgeber zu erhalten. Alles in allem, bekommt man jedoch einen kreativ gestalteten Einblick in die Vielfalt der heimischen Wildtiere und erste Hinweise zu erfolgreichen Begegnungen. Raus gehen und Erfahrung sammeln muss man schon selbst, ein bisschen Glück braucht es dann wahrscheinlich auch noch. Klare Empfehlung für Naturbegeisterte und die, die es werden wollen.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Emotionaler als gedacht

Die Hobby-Horsing-Kids, 1, Ein Steckenpferd für Lotta
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Der erste Band der Hobby-Horsing-Kids ist ein mit Höhen und Tiefen gespickter Kinderroman, der kleine Seelen mit realistischen Alltagsszenen begleitet. Zwar sind die Steckenpferde auf dem Cover und im ...

Der erste Band der Hobby-Horsing-Kids ist ein mit Höhen und Tiefen gespickter Kinderroman, der kleine Seelen mit realistischen Alltagsszenen begleitet. Zwar sind die Steckenpferde auf dem Cover und im Titel sehr einnehmend, jedoch spielen Missverständnisse und kleinere Streits zwischen Freundinnen und auch Enttäuschung eine wichtige Rolle in der Geschichte.
Gleich zu Beginn erwartet uns ein emotionaler Start. Lotta kommt enttäuscht aus der Schule nach Hause, weil ihre eigentlich gute Freundin Leya beleidigende Worte über Lottas liebstes Steckenpferd aussprach. Man wird also direkt in die aufgeladene Situation zwischen den Mädels hineingezogen. Diese doch realistische Situation verspricht kein leichtes Buch. Aber genau das ist es, was Kindern hilft. Reale Geschichten mit Konflikten und Hinweisen zur Lösung, wie sie sie in ihr eigenes Leben übertragen können.
Dazu kommt die Aufregung des ersten Turniers mit ihren Steckenpferden. Hürden, die die Mädchen überwinden müssen, um näher zueinander zu finden. Die ersten Schmetterlinge im Bauch und auch Neid und Eifersucht werden kindgerecht thematisiert. Wahrscheinlich spricht das Thema tendenziell eher Mädchen an, aber es ist gar nicht kitschig und kann durchaus auch Jungs vorgelesen werden. Im besagten Steckenpferd-Turnier nehmen auch Jungen teil.
Je nachdem, wie alt das lesende Kind ist, könnten in manchen Kapiteln durchaus noch ein bis zwei Bilder mehr angeboten werden. Meist gibt es hier pro Kapitel von 4-5 Seiten nur ein Bild. Das kann für Vorschul- oder Grundschulkinder vielleicht zu Enttäuschungen führen.
Insgesamt überzeugt der Text sowohl mit einer Geschichte zu einem ungewöhnlichen Hobby und starken Mädchen, die füreinander da sind und sich gegenseitig aufbauen und stützen.

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