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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2025

Delikatessen, Geheimtipps und zahlreiche Foodspots

Essen, Trinken, Erleben – Mallorca
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Das ist kein klassischer Reiseführer - sondern eine Sammlung von Restaurant Tipps und Genusserlebnissen über die ganze Insel verteilt.

Geografisch geordnet werden Restaurants, Beach Clubs, Tastings und ...

Das ist kein klassischer Reiseführer - sondern eine Sammlung von Restaurant Tipps und Genusserlebnissen über die ganze Insel verteilt.

Geografisch geordnet werden Restaurants, Beach Clubs, Tastings und Feinkostläden vorgestellt, begleitet von ansprechenden Fotos. Dabei wird auf Spezialitäten der Insel eingegangen, spanische Klassiker, aber auch Liebhaber moderner europäischer Küche kommen auf ihre Kosten. Dazu ist das Buch schön handlich, sodass es in jeder Reisetasche noch Platz findet. Für meinen nächsten Mallorca Urlaub liegt es jedenfalls schon bereit.

Veröffentlicht am 02.04.2025

Unterhaltsamer Selbstfindungsprozess

No Hard Feelings
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Penny steckt irgendwie fest in ihrem Leben, sei es in ihrer On-Off-Beziehung oder in ihrem Job, während sie sich mit den Erfolgen ihrer Freunde vergleicht. Das soll sich jetzt ändern - gar nicht so leicht, ...

Penny steckt irgendwie fest in ihrem Leben, sei es in ihrer On-Off-Beziehung oder in ihrem Job, während sie sich mit den Erfolgen ihrer Freunde vergleicht. Das soll sich jetzt ändern - gar nicht so leicht, wenn die schlechten Angewohnheiten so einfach von der Hand gehen.

Durch den unterhaltsamen und nahbaren Schreibstil der Autorin taucht man ein in die Höhen und Tiefen der Mittzwanzigerin. Ein bisschen erinnert dieser teilweise auch gesellschaftskritische Blick an Dolly Alderton, die ich sehr gerne lese. Penny's Selbstzweifel und ihre Versuche, ihr Leben in den Griff zu bekommen, werden realistisch und mit viel Humor dargestellt. Ihre Weiterentwicklung zieht sich dabei leider etwas in die Länge, immer wieder sabotiert sie sich selbst, was auf Dauer etwas anstrengend ist.
Dennoch bietet das Buch einen unterhaltsamen Einblick in die Herausforderungen und Selbstfindungsprozesse junger Frauen und man erkennt sich in der ein oder anderen Situation wieder.

Veröffentlicht am 19.03.2025

Eindringliche Erzählung

Wild wuchern
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Marie flieht von der Stadt auf die abgelegene Alm ihrer Cousine Johanna. Zwei Welten prallen aufeinander, zum einen die modische Großstädterin, die Goldmarie der Familie und Johanna, die eigensinnig und ...

Marie flieht von der Stadt auf die abgelegene Alm ihrer Cousine Johanna. Zwei Welten prallen aufeinander, zum einen die modische Großstädterin, die Goldmarie der Familie und Johanna, die eigensinnig und schweigsam ist und früh die Abgeschiedenheit der Berge und das einfache Leben für sich entdeckt hat. Wie kam es zu dem unerwarteten Wiedersehen der beiden Frauen und was ist eigentlich passiert?

Durch die Flucht Maries zu Beginn entsteht eine Dringlichkeit und Gehetztheit. Bestärkt wird das durch das fehlen von Kapitelabschnitten, der Text fließt immer weiter, was eine sogartige Wirkung entfaltet und zum Inhalt der Erzählung passt. Das Setting des Buches ist düster und einsam, atmosphärisch dicht beschrieben. Es gibt wenige Gespräche, sodass man ganz in die Gedankenwelt von Marie eintaucht, ja fast schon gefangen ist, die zwischen Erinnerungen, Träumen und der Realität hin und her springt. Man entdeckt, wie viel Ähnlichkeit die erst so gegensätzlichen Figuren doch eigentlich haben, wie geprägt sie sind von ihrer Kindheit und ihren Eltern. Die Autorin hält die Sprache einfach, mit österreichischem Dialekt, bildhafte Metaphern ziehen sich durch die ganze Geschichte.

Wirklich warm geworden bin ich mit den beiden Figuren nicht, auch wenn ich ihre jeweiligen Beweggründe durchaus nachvollziehen konnte, aber sie blieben dennoch in ihrer eigenen Welt. Ich fand das Buch gut, aber nicht herausragend, dafür war mir zu wenig Handlung, zu wenig Verbindung zu den Charakteren.

Veröffentlicht am 02.03.2025

Atmosphärischer Generationenroman

Flusslinien
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In Flusslinien folgt man der Geschichte dreier ineinander verwobener Leben, geprägt von Verlust, Stärke, Enttäuschungen, Mut, Schuld und Liebe. Da ist die über hundertjährige Margrit, die über ihr Leben ...

In Flusslinien folgt man der Geschichte dreier ineinander verwobener Leben, geprägt von Verlust, Stärke, Enttäuschungen, Mut, Schuld und Liebe. Da ist die über hundertjährige Margrit, die über ihr Leben und das Leben und die Beziehung ihrer Mutter zu einer Frau sinniert. Luzie, ihre Enkelin, welche die Schule hingeschmissen hat, Tättowiererin werden möchte mit ihren Traumata kämpft. Und Arthur, der ebenso verschlossen ist und sich hinter der Erfindung von Sprachen versteckt.

Katharina Hagena gelingt es, die ruhige Schönheit der Elbe und der Natur mit dem vielschichtigen Innenleben der Protagonisten zu verweben. Eine atmosphärische Erzählung mit sprachlichem Feingefühl und feinem Wortwitz, der zum schmunzeln bringt. Alle drei Personen sind geprägt von einschneidenden Ereignissen, deren Tragweite sich erst nach und nach entfaltet. Besonders beeindruckt hat mich Beschreibung der beiden starken Frauen, die mit Würde und auch Wut ihren Weg gehen. Dabei stellen die beiden eine gegensätzliche Perspektive dar, eine die am Ende ihres Lebens steht und eine, die jetzt beginnt, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Insgesamt ein warmherziges und tiefgründiges Buch, dass die Bandbreite der menschlichen Emotionen zeigt und wie wir mit unseren Erlebnissen umgehen.
Es ist bereits mein zweites Buch der Autorin, „Der Geschmack von Apfelkernen“ ist ebenfalls zu empfehlen.

Veröffentlicht am 09.02.2025

Bewegender Einblick

Coast Road
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Colette Crowleys Rückkehr, eine unkonventionelle und freiheitsliebende Künstlerin, führt Izzy vor Augen, wie vorgezeichnet und und eingeengt ihr Leben ist, während die gottesgläubige Dolores hofft, dass ...

Colette Crowleys Rückkehr, eine unkonventionelle und freiheitsliebende Künstlerin, führt Izzy vor Augen, wie vorgezeichnet und und eingeengt ihr Leben ist, während die gottesgläubige Dolores hofft, dass sie möglichst schnell wieder verschwindet. Drei Frauen, deren Leben sich nach ihrer Begegnung unweigerlich verändert - ein Einblick in die verschlossene Welt der Kleinstadt, voller Vorurteile und der Bestrebung, nicht aus der Reihe zu tanzen.

Alan Murrin gibt einen berührenden und intimen Einblick in die Leben und Gedanken der Frauen, die sich in verschiedenen Lebenssituationen befinden, aber durch ihre eigenen Erfahrungen Verständnis füreinander entwickeln und ihre Ansichten hinterfragen. Das raue irische Klima sorgt für eine melancholische, rohe Stimmung, während die bewegten Gefühlswelten der Frauen mit Feingefühl dargestellt werden. Manchmal gelingt es männlichen Autoren nicht, sich von ihrer objektifizierenden Sicht auf Frauen zu lösen, so dass die Charaktere platt und anbiedernd wirken. Das ist hier zum Glück nicht der Fall, die Frauen sind vielschichtig und nahbar beschrieben, ihr Streben nach Freiheit und Selbstverwirklichung, Anerkennung und Liebe nachvollziehbar geschildert. Vor dem Hintergrund aktueller politischer Bestrebungen, die Entscheidungsfreiheiten von Frauen einzuschränken, gibt dieser Roman einen Einblick in eine Zeit, die gar nicht allzu lange her ist und in der Scheidung keine Möglichkeit war.