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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2024

Sommerkrimi in malerischer Kulisse

Azzurro mortale
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Die rätselhaften Umstände eines unbekannten Toten stellen Commissario Grassi vor eine Herausforderung, dabei hatte er eigentlich Urlaub mit seiner Familie geplant. Als dann auch noch Verbindungen zur eingestürzten ...

Die rätselhaften Umstände eines unbekannten Toten stellen Commissario Grassi vor eine Herausforderung, dabei hatte er eigentlich Urlaub mit seiner Familie geplant. Als dann auch noch Verbindungen zur eingestürzten Morandi-Brücke und zur Mafia auftauchen, wird es knifflig für ihn und seine Partnerin. Und dann ist da auch noch sein Privatleben, das Grassis Aufmerksamkeit verlangt..
Bereits das Cover lässt einen typischen Urlaubskrimi vermuten und das ist auch genau das, was man bekommt. Malerische Landschaften, sympathische Dorfbewohner, leckeres Essen und ein verzwickter Fall.
Obwohl ich den ersten Band um Commissario Grassi nicht gelesen hatte, konnte ich der Story gut folgen. Es fehlt zwar etwas Hintergrund zum Privatleben des Ermittlers, was aber nicht weiter stört.
Die Charaktere sind liebevoll beschrieben und fügen sich ganz natürlich in den Verlauf der Story ein. Der Autor schafft es, eine angenehme Balance zwischen den Ermittlungen und dem Privatleben von Grassi herzustellen, sodass man durchweg ein italienisches Urlaubsgefühl verspürt. Der Fall entwickelt erst nach und nach sein volles Potenzial und ist dem Nachwort des Autors zufolge an wahren Geschehnissen angelehnt, was es umso spannender macht.
Ein guter Sommerkrimi, der sich am besten im nächsten Italienurlaub liest.

Veröffentlicht am 29.04.2024

Ein Wochenende, das alles verändert

Sommerhaus am See
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Bevor das Ferienhaus verkauft wird, kommt die Familie Starling dort nochmal für ein Wochenende zusammen. Als jedoch ein Unglück geschieht, kommen gut gehütete Geheimnisse ans Licht und alle müssen sich ...

Bevor das Ferienhaus verkauft wird, kommt die Familie Starling dort nochmal für ein Wochenende zusammen. Als jedoch ein Unglück geschieht, kommen gut gehütete Geheimnisse ans Licht und alle müssen sich ihren Problemen stellen.

Obwohl das Cover eher eine Sommerlektüre verspricht, ist die Stimmung durch die behandelten Themen wie Trauer, psychische Erkrankung, Abhängigkeit, Alkoholsucht und Geheimnisse durchaus düster. Die Kapitel sind immer aus der Perspektive eines der Familienmitglieder verfasst, wodurch man deren Gefühle und Beweggründe erfährt. Wirklich sympathisch wurde mir im Verlaufe des Buches niemand, alles zu realistisch für meinen Geschmack, da alle mehr oder weniger größere Probleme mit sich selbst hatten. Am Ende ließ es mich insgesamt etwas hin- und hergerissen zurück, weil ich die Geschichte einerseits nicht wirklich mochte, es mich aber doch irgendwie gefesselt hat, wie der Autor die Familie und ihre Geheimnisse miteinander verwoben hat. Denn er schafft es durch seine eindringliche Erzählweise darzustellen, dass die menschlichen Entscheidungen nie schwarz oder weiß sind, sondern die Realität meist irgendwo dazwischen liegt.

Veröffentlicht am 24.04.2024

Viel zu viele Themen die von der Story ablenken

Das Flüstern des Lebens
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Die Beschreibung des Buches verspricht eine große Liebesgeschichte, auch das Cover ist dahingehend gestaltet, der Fokus der Geschichte liegt jedoch vor allem auf den Verwicklungen innerhalb der Familie ...

Die Beschreibung des Buches verspricht eine große Liebesgeschichte, auch das Cover ist dahingehend gestaltet, der Fokus der Geschichte liegt jedoch vor allem auf den Verwicklungen innerhalb der Familie nach dem Tod von Corinna und dem daraus folgenden Erbe. Isabelle, Corinnas Nichte, erbt die Kaffeeplantage in Tasania und muss sich dieser Herausforderung stellen, die sie ihr gesamtes Leben überdenken lässt. Corinnas Tochter Hannah muss sich mit ihren widerstreitenden Gefühlen und ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

Man folgt der Geschichte durch vier verschiedene POV, wovon zwei (Moritz, Isabelles Bruder und Doris, Corinnas Schwester) für die Storyline nicht wirklich von Bedeutung sind. Auch wenn die beiden Hauptcharaktere sympathisch und herzlich dargestellt werden, so bleiben sie doch irgendwie blass, weil dies weniger durch ausgefeilte Beschreibungen erfolgt, als dass sie vor allem durch ihre Schickschalsschläge definiert werden. So folgt das dann bei allen Personen im Verlauf des Buches, obwohl es doch heißen sollte "show don't tell". Gerade zu Beginn gibt es so viele lose Fäden, dass es schon zu konstruiert wirkt, vor allem, da die handelnden Personen sich einfach mal gegenseitig Fragen stellen könnten. Bei der versprochenen Liebesgeschichte fehlte mir komplett die Chemie, kein slow burn, keine Annäherungsphase, alles war sehr überstürzt. Zudem war es für die eigentlich Storyline recht irrelevant und nahm auch nicht viele Seitenzahlen in Anspruch. Davon gab es leider einige Themen, die für die Entwicklung und das Ende des Buches unwichtig waren, wodurch dann vieles nicht richtig auserzählt oder nur oberflächlich abgehandelt wurde.

Insgesamt hatte das Buch einfach zu viele Storylines, es wurden immer mehr Schlagworte und Themen abgearbeitet, um möglichst überall den Spannungsbogen aufrecht zu halten. Wenn es davon so viel braucht, fehlt es leider beim Charakteraufbau. Das ist schade, denn der Schreibstil hat mir an sich gut gefallen, da es angenehm zu lesen war und gut zu einer Familiengeschichte passt.

Veröffentlicht am 11.04.2024

Was wäre wenn

Mit den Jahren
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Als Jette, die sich in ihrem Singledasein eingerichtet hat, auf Eva und Lukas trifft, die seit vielen Jahren zusammen sind, Kinder haben und ein geregeltes Leben führen, prallen verschiedene Lebenswege ...

Als Jette, die sich in ihrem Singledasein eingerichtet hat, auf Eva und Lukas trifft, die seit vielen Jahren zusammen sind, Kinder haben und ein geregeltes Leben führen, prallen verschiedene Lebenswege aufeinander und alle drei fragen sich, wie ihr Leben wohl verlaufen wäre, wenn sie an irgendeiner Stelle anders abgebogen wären.

Dieses Buch zeichnet sich aus durch die vielschichtigen Zwischentöne und die unaufgeregte Erzählweise. Durch die Blickwinkel der drei Protagonisten stellt die Autorin die verschiedenen Perspektiven vor, ohne diese moralisch zu werten oder zu hierarchisieren. Der Verlauf der Erzählung ist auf eine ruhige Weise unvorhersehbar, denn man hat das Gefühl, ganz alltägliche Personen in ihrem Leben zu begleiten. Das Hinterfragen des eigenen Lebensentwurfes in den 40ern ist durchaus normal und jeder der drei geht anders damit um. Dabei regt der offene Stil der Autorin dazu an, sich selbst Gedanken zu machen, da sie nicht den einen Weg vorgibt, sondern außerhalb der heteronormativen Strukturen denkt.

Ein toller Roman, der von den verschiedenen Lebensansichten der Protagonisten lebt und in deren Unsicherheiten und Gedankengängen man sich wiederfinden kann.

Veröffentlicht am 02.04.2024

Berührende Generationenerzählung

Issa
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Über mehrere Generationen hinweg erzählt die Autorin über das Leben der Frauen in der Familie der Protagonistin Issa, geprägt vom Streben nach Unabhängigkeit und dem unbedingten Willen, der Tochter ein ...

Über mehrere Generationen hinweg erzählt die Autorin über das Leben der Frauen in der Familie der Protagonistin Issa, geprägt vom Streben nach Unabhängigkeit und dem unbedingten Willen, der Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen.
Immer abwechselnd folgt man dem Leben von Issa, die ihren Platz im Leben finden will und zur Vorbereitung auf die Geburt traditionelle Rituale ihrer Vorfahren durchläuft und ihren Ahninnen, die mit Unterdrückung, Misshandlungen und Krieg zu kämpfen haben. Einfühlsam und vielschichtig entwirft Mirrianne Mahn ihre Charaktere, die humorvoll und mutig ihren eigenen Weg gehen. Man erhält beim lesen einen tiefen Einblick in die Kultur und die Traditionen, welche die Menschen seit Jahrhunderten begleiten. Der historische Kontext der Kolonialisierung spielt besonders in den Zeitsprüngen in die Vergangenheit eine Rolle, wird aber auch deutlich mit den Rassismuserfahrungen von Issa in Deutschland.
Die Verknüpfung der Familiengeschichte hat mich etwas an "Heimkehren" von Yaa Gyasi erinnert, auch hier wird die Entwicklung und Identität der Charaktere im Kontext zu den Vorfahren betrachtet.

Ein berührendes Buch über Emanzipation und kulturelle Identität, starke weibliche Charaktere und die Erlebnisse unserer Vorfahren, die wir alle in uns tragen.

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