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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2026

Ruhige, malerische Kindergeschichte

Emilia Blumenherz, Band 1 - Das geheime Pflanzeninternat
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Hierbei handelt es sich um den ersten Teil einer Reihe, die Emilia, die die besondere Fähigkeit hat mit Pflanzen sprechen zu können, in ihr geheimes Internat folgt. Dort erwarten sie rätselhafte Abenteuer ...

Hierbei handelt es sich um den ersten Teil einer Reihe, die Emilia, die die besondere Fähigkeit hat mit Pflanzen sprechen zu können, in ihr geheimes Internat folgt. Dort erwarten sie rätselhafte Abenteuer und ein Mysterium um eine einzigartige Blume, die plötzlich verschwindet...

Das Cover passt unverkennbar zum Inhalt und die Blumenornamente sind wunderschön mit Gold glänzenden verziert. Im Buch selbst ziehen sich die Verzierungen mit den Pflanzen fort und vereinzelt sind schwarz- weiße Bilder von Flor Persichini gezeichnet.

Die Autorin Usch Luhn erschafft mit feinfühligen Worten, leicht verständlich und einfach lesbarem Schreibstil eine fantastische Welt, in der besonders die verzaubernde Natur groß geschrieben wird, mutlose Momente gemeinsam überwunden werden und die sympathische Hauptprotagonistin Emilia lernt ihre Fähigkeit einzusetzen. Das Schöne an ihrem Charakter ist vorallem, dass glaubhaft der Zauber des Kind-Seins dargestellt wird und ihre Fröhlichkeit alle rundherum ansteckt.
Mit dem Diebstahl der schwierig aus zu sprechenden Fabulosa Miracula soll ein bisschen Spannung in der Handlung aufgebaut werden, persönlich fand ich dies im Vergleich zu anderen Büchern aus der gleichen Kategorie jedoch eher mäßig aufregend. Auch lustige oder humorvolle Abschnitte halten sich eher in Grenzen, da einfach mehr die sehr schöne, fantasievolle Umgebung und die Akteure im Mittelpunkt stehen.

Ich denke nicht, dass dieses Buch meinen Sohn ansprechen würde, momentan ist er noch zu jung für die Zielaltersgruppe, aber es ist doch sehr feminin und weich, obwohl er ein sensibler und ruhiger Junge ist, würde ihm etwas aus seinem derzeitigen Interessenskreisen fehlen. Es ist aber von Textlänge und Schriftbild sehr altersentsprechend gestaltet.

Fazit: Ein netter Auftakt für eine neue Buchreihe rund um Emila mit tollem Highlight am Ende- das Glossar der besonderen Pflanzen!

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Leider gar nicht mein Fall...

Böser, böser Wolf
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Märchen habe ich als Kind absolut geliebt und als Jungerwachsene bin ich totaler Thriller Fan geworden, daher hat mich das Buch sofort interessiert! Zudem fand ich das Cover mit der rot und schwarzen ...

Märchen habe ich als Kind absolut geliebt und als Jungerwachsene bin ich totaler Thriller Fan geworden, daher hat mich das Buch sofort interessiert! Zudem fand ich das Cover mit der rot und schwarzen Farbwahl sehr ansprechend und gut gewählt für das Genre.
Das scheint es für mich aber dann leider an lobenswerten Dingen auch schon wieder gewesen zu sein, da mich ewig kein Roman so verwirrte und irgendwie sogar zornig machte...
Der "Thriller", der in meinen Augen keiner ist, liest sich wie ein absurder, bizarrer Fiebertraum. Das Konzept der Autorin Alexandra Benedict kann ich erkennen, aber die Umsetzung ist leider nicht geglückt. Die zunächst noch nachvollziehbare Handlung um die Polizistin Lyla Rondell, die versucht von Märchen inspirierte Morde, wobei mir eigentlich bereits hier richtige Parallelen fehlen, aufzuklären. Je weiter jedoch die "Ermittlungen" fortschreiten, desto unrealistischer, konstruierter wird die Erzählung und driftet in Fantasie ab, mit der ich beim Lesen des Klappentexts so einfach nicht gerechnet habe. Da ich viel Potential in den Märchenmorden und einer spannenden TäterInnensuche erwartet hatte, wurde ich zunehmend enttäuschter. Sollte man also eine spannende Mordserie und sympathische Detectives vor Augen haben, ist man hier definitiv an der falschen Stelle.

Fazit: Die Hauptprotagonistin sagt irgendwann gegen Ende des Buchs, dass sie die Zusammenhänge nicht versteht und dieses Gefühl kann ich stark nachvollziehen, denn die kann ich hier in dieser abstrusen Geschichte auch nicht erkennen und daher hier leider keine Leseempfehlung meinerseits.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Und ein Plottwist geht noch...

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Für mich ist es bereits das zweite Buch/Hörbuch der Autorin Emily Rudolf, da mich schon ihr umstrittenes Buch "Das Dinner" überzeugen konnte!

Bei keinem anderen Buch ist es mir bisher passiert, dass ...

Für mich ist es bereits das zweite Buch/Hörbuch der Autorin Emily Rudolf, da mich schon ihr umstrittenes Buch "Das Dinner" überzeugen konnte!

Bei keinem anderen Buch ist es mir bisher passiert, dass ich mit jedem Fortschreiten und Rückschreiten der Handlung meine entstehende Meinung und dadurch auch Sympathie für die Hauptprotagonisten geändert habe. Durch die stetige Entwicklung der Charaktere und dem ganz langsam entstehenden Puzzle der Geschichte, mit Blicke in vergangene Geschehnisse hat die Autorin es wirklich geschafft, bis zum Schluss die Grenzen von Gut und Böse, Schwarz und Weiß komplett verschwimmen zu lassen.
Die Erzählperspektive wechselt zwischen Cecilia, Johannes und Nick und bei jedem Wechsel stellen sich ihre Charakterzüge ein wenig anders da und erst zum Ende kann sich daraus ein durchaus schlüssiges, ebenso geniales Gesamtbild ergeben.
Da all diese Verwirrung von der Autorin raffiniert eingesetzt und so eine fesselnde Dynamik in der Handlung erzeugt wurde, war das Hörerlebnis erfreulich erfrischend!

Die Stimmen von Nils Nelleßen, Florens Schmidt und Rebecca Veil wechseln bei den unterschiedlich erzählenden Personen und vermitteln so die Perspektive und die Gedanken gut und auch die Sicht auf die anderen Charaktere wirken dadurch sehr glaubhaft. Außerdem war es in meinen Augen ein kluger Schachzug zwei männliche Stimmen zu wählen, um es den HörerInnen zu erleichtern Johannes und Nick auseinander zu halten!

Fazit: Ein Thriller, bei dem man glaubt durchzublicken, um dann nur wieder festzustellen man irrt sich doch! Grandiose Wendungen, daher sehr spannend und definitiv lesens-/hörenswert!

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Veröffentlicht am 11.02.2026

"Alles ist unbekannt bis du es kennenlernst!"

Obacht!
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Die Stadt ist in Aufruhr! Ein riesiges Tier hat sich mittig im Weg schlafen gelegt! Die Bewohner Wimpf, Wompf, Timpe-Ma und Timpe-Pa und einige weitere kommen mit verschieden Ideen und Plänen, ...

Die Stadt ist in Aufruhr! Ein riesiges Tier hat sich mittig im Weg schlafen gelegt! Die Bewohner Wimpf, Wompf, Timpe-Ma und Timpe-Pa und einige weitere kommen mit verschieden Ideen und Plänen, um das Problem zu "lösen", jedoch nichts glückt so richtig. Wieso hört denn eigentlich niemand auf Mienchen?!

Mein Sohn fand die verschiedenen Namen der Stadtbewohner sehr lustig und auch, dass Mama, die ein oder andere Schwierigkeit hatte, diese auszusprechen. Also vielleicht für die VorleserInnen ein kleiner Kritikpunkt, aber es trägt natürlich andererseits zum Charme des Buchs bei.
Die Botschaften, dass Zuhören, miteinander kommunizieren, voneinander zu lernen und ein klein wenig Mut gegenüber Fremden zu zeigen, wichtig sind, kamen bei uns durch Gespräche, die automatisch beim Lesen entstehen, gut an. Außerdem war es für beide meiner Kinder ein sehr spannendes Abenteuer, denn sie wollten von Anfang sofort erfahren um wen es sich bei diesem Tier handelt, da man zunächst nur Teile von ihm sah. Daher war ich am Ende auch sehr glücklich, dass es nachdem Mienchen ihm einen Platz zum Schlafen zeigt, ganz zu sehen war.
Die äußerst künstlerische Aufmachung der gesamten Illustrationen nur in den Farben Orange, Schwarz und Weiß und der sehr eigenwillige, dennoch liebevolle Stil der Figuren machen dieses Buch besonders einzigartig.
Super durchdacht ist auch, dass es weiteres pädagogisches Lernmaterial gibt, wodurch dieses Buch zu einem richtigen Projekt im Kindergarten oder der Volkschule werden kann.

Fazit: Wer kein 0815 Kinderbuch sucht, kann hier ein zeitloses Exemplar mit einer Geschichte zu Mut begegen!

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Der Geruch nach Petrichor

Mathilde und Marie
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Ich habe schon lange keinen Roman über Frauen als Hauptprotagonistinnen (wie ja schon der Titel verrät) gelesen, der aus der Feder eines Autor stammt. In letzter Zeit waren es tatsächlich fast ...

Ich habe schon lange keinen Roman über Frauen als Hauptprotagonistinnen (wie ja schon der Titel verrät) gelesen, der aus der Feder eines Autor stammt. In letzter Zeit waren es tatsächlich fast immer Autorinnen und daher war ich sehr gespannt wie Torsten Woywod, die weiblichen Charaktere aufbaut.

Ich hab ein paar Kapitel gebraucht um in das Buch hinein zu finden und zusammen mit den Charakteren Marie, der Französin aus Paris und Jonina, der Isländerin, die Reise ins fiktiv, reale Redu anzutreten.
Doch bereits kurz darauf reflektiert man in kritischen Gedanken zu Überkonsum, der Rastlosigkeit der Moderne, dem Verlernen des einfachen Wartens und dem Wunsch nach Beschaulichkeit.
Der Schreibstil ist sehr fein, irgendwie geduldig, da er sich Zeit für genaue, Beschreibungen nimmt, besonders bezogen auf die ländliche Umgebung mit viel Natur mit einer angenehmen, langsamen, aber zunächst nicht langweiligen Erzählzeit. Jonina ist eine sehr weise, scharfsinnige Romanfigur, die mit ihrer extrovertiert Art jedoch nie über das Ziel hinaus schießt und einen Großteil der positiven Atmosphäre im ersten Teil ausmacht.
Als diese im zweiten Teil abreisen muss, bekommt die "graue" Mathilde ihren Auftritt.
Die Sicht von Mathilde unterscheidet sich nicht nur sichtbar stilistisch mit einer anderen Schriftart, ich finde auch dass ihre Gedanken viel schwerer und düsterer sowie gequält wirken. Der Autor schafft es aber ihrer Trauer, die sie in Tagebucheintrag festhält, und der von Marie, aufgrund der überraschenden Abreise von Jonina, genügend Raum für die Vielzahl an Emotionen zu geben.
Trotzdem entstehen wieder Lichtblicke und vorallem die Freude an der Langsamkeit und dem Leben der Natur ist in Maries Kapiteln für mich gut zu fühlen. Die Annäherung von Marie und Mathilde erfolgt nicht aufdringlich und gemeinsam bringen sie einander Trost, erleben die Fragiltät und Endlichkeit des Lebens und dem damit verbundenen, erfüllenden Glück, welches man nur selbst erlangen kann.
Leider lässt das Buch ab ca. der Hälfte ein wenig nach und gerät in ein paar langwierige Abschnitte. Diese Flaute kann es zum Glück mit einem spannenden Rätsel um Mathilde ein wenig umschiffen und einen gebührenden Abschluss mit emotional berührenden Geschehnissen, klugen Worten, letztem, kleinen, schreiberischen Highlight und Denkanstößen in Sachen empathisches Miteinander erleben.

Fazit: Die Geschichte fühlt sich wie eine sanfte Umarmung an, die einem erlaubt loszulassen und tief durchzuatmen, um eine Pause im Stress des Alltags zu nehmen! Bis zur Hälfte war es echt ein wahres Lesehighlight, das jedoch dann leider ein wenig mit Langatmigkeit schwächelte und daher am Ende nur 4 Sterne erlangt!

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