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Veröffentlicht am 25.04.2023

Ein typischer Horowitz

Wenn Worte töten
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Anthony Horowitz und Daniel Hawthorne reisen gemeinsam auf die Kanalinsel Alderney, um dort im Rahmen eines Literaturfestivals gemeinsam ihren neuen Kriminalroman vorzustellen.
Doch es geht keineswegs ...

Anthony Horowitz und Daniel Hawthorne reisen gemeinsam auf die Kanalinsel Alderney, um dort im Rahmen eines Literaturfestivals gemeinsam ihren neuen Kriminalroman vorzustellen.
Doch es geht keineswegs so idyllisch und erholsam zu, wie man es von dieser Insel erwarten könnte, denn es ereignet sich mehr als ein Mord.
Und so kommt es, dass Horowitz und Hawthorne wieder gemeinsam ermitteln. Auch diesmal wahrlich keine leichte Aufgabe - schon die übrigen Teilnehmer des Literaturfestivals sind überaus mysteriös, und auch viele Bewohner der Insel haben ein Motiv, wollten sie doch eine riesige Stromtrasse, die die Toten vorantrieben, verhindern ...
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Ich liebe Horowitz, und so war ich sehr gespannt auf sein neuestes Werk.
Es ist ein typischer Horowitz - schon sprachlich ein wahrer Genuss, schreibt er doch ganz im Stile und in der Tradition Agatha Christies und Arthur Conan Doyles und schenkt uns so immer wieder klassische britische whodunits, wie man sie kennt und liebt, wenn man England und Kriminalromane mag.
-Wobei es Werke aus seiner Feder gibt, die meiner Meinung nach noch stärker in dieser Tradition stehen, bzw. bei denen dies noch etwas stärker zum Vorschein kommt, etwa "Die Morde von Pye Hall" oder "Ein perfider Plan". Das hat mir hier etwas gefehlt.
Es ist bildhaft und atmosphärisch ... aber es könnte eben noch etwas atmosphärischer sein.
Vielleicht liegt es auch an der Kulisse und Handlung, die mich dieses Mal nicht vollends überzeugen und gefangen nehmen konnten. Mir hat das gewisse Etwas gefehlt; es war kein absolutes Highlight für mich.
Ich hoffe darauf, dass der nächste Horowitz wieder ein solches absolutes Highlight wird.
Dennoch ist auch "Wenn Worte töten" ein typischer und guter Horowitz - fesselnd, spannend, ohne Längen, mit klugem Humor.
Die Lösung des Falles ist schwer vorhersehbar, das Werk auch insofern gut aufgebaut. Der Leser wird dazu eingeladen, mit Horowitz und Hawthorne zu ermitteln - und dabei auch entsprechend gefordert.
Insgesamt also wieder ein solider, überzeugender Horowitz, den ich wie immer sehr gerne gelesen und genossen habe.
Wer gute Kriminalromane und klassische britische whodunits mag, wer klassische britische Autoren dieses Genres liebt und Bücher in diesem Stile und in dieser Tradition lesen möchte ... der kommt an Anthony Horowitz nicht vorbei!

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Veröffentlicht am 22.04.2023

Japanische Literatur, wie man sie kennt und liebt

Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
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Nachdem ihr Freund ihr eröffnet hat, dass er eine andere Frau heiraten wird, hält Takako es in seiner Nähe nicht mehr aus und kündigt auch noch ihren Job. Ohne Einkommen hat sie zwei Möglichkeiten: die ...

Nachdem ihr Freund ihr eröffnet hat, dass er eine andere Frau heiraten wird, hält Takako es in seiner Nähe nicht mehr aus und kündigt auch noch ihren Job. Ohne Einkommen hat sie zwei Möglichkeiten: die Rückkehr zu ihren Eltern oder das Arbeiten im und Wohnen über dem Antiquariat ihres Onkels. -Für Takako eine Wahl zwischen Pest und Cholera, hatte sie doch schon seit vielen Jahren keinerlei Kontakt mehr zu ihrem Onkel und auch überhaupt kein Interesse an Büchern und am Lesen.
Doch sie entscheidet sich für die zweite Option. Dort lebt sie sich wider Erwarten schnell ein und entdeckt die Magie und die heilende Kraft der Bücher und des Lesens. Und so wagt Takako einen Neuanfang ...
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Ein traumhaftes Cover, ein Klappentext, der so gut klingt, dazu die Tatsache, dass dieses Werk in Japan bereits ein Bestseller ist, mit einem Literaturpreis ausgezeichnet und auch schon verfilmt wurde - die Vorfreude und die Erwartungen waren groß.
Satoshi Yagisawas Stil gefiel mir recht gut - mal schnörkellos, mal fast schon poetisch, mal humorvoll, mal melancholisch, immer fast schon meditativ. Ich konnte einen Nachmittag lang komplett in dieser Geschichte abtauchen und alles um mich herum vergessen. Schon die Sprache ist ein Genuss.
Ein paar Kritikpunkte gibt es:
So dachte ich ab und an, dass andere Autoren die Atmosphäre einer Buchhandlung/eines Antiquariats noch besser einfangen können.
Ein paar wenige Passagen haben mir nicht ganz so gut gefallen wie der Rest und für mich persönlich auch nicht hundertprozentig zum Rest gepasst.
Ich hätte mir vielleicht noch mehr Bücher, Lesen, Zitate und dergleichen gewünscht.
Auch spielen Katzen, anders, als das Cover vermuten lassen könnte, überhaupt keine Rolle.
Dennoch habe ich dieses Buch so gerne gelesen und in jeder Hinsicht genossen!
Es ist definitiv eine Geschichte der leisen Töne. Eine wundervolle und berührende Geschichte über Bücher, Familie, Freundschaft, Liebe ... das Leben!
Es ist japanische Literatur, wie man sie kennt und liebt.
Satoshi Yagisawa ist ein Autor, von dem ich mehr lesen möchte - und "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki" ist ein Buch, dessen Verfilmung ich nun auch sehen möchte.
Fazit also: ein tolles Buch und eine große Empfehlung für alle, die Bücher und/oder japanische Literatur lieben!

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Veröffentlicht am 21.04.2023

Sehr berührend und schön!

Und morgen ein neuer Tag
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Meredith hat seit über drei Jahren ihr Haus nicht mehr verlassen; ihr kleines Universum besteht vor allem aus Büchern, Puzzlen, Kochen und Backen sowie einem bezaubernden Kater.
Den Grund für dieses Leben, ...

Meredith hat seit über drei Jahren ihr Haus nicht mehr verlassen; ihr kleines Universum besteht vor allem aus Büchern, Puzzlen, Kochen und Backen sowie einem bezaubernden Kater.
Den Grund für dieses Leben, die Sache, die sich damals ereignete, kennen nur einige engste Bezugspersonen.
Und Meredith fühlt sich verhältnismäßig wohl, könnte und würde und wollte so weiterleben - doch dann tritt Tom in ihr Leben. Eigentlich ist es nur Toms Job, Meredith zu helfen, doch zwischen den beiden entwickelt sich schnell eine schöne Freundschaft.
Und es kommt der Tag, an dem Meredith sich ihrer Vergangenheit in jeder Hinsicht stellen muss ...
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"Und morgen ein neuer Tag" ist ein Frauenroman. Ein Roman über sexuelle Gewalt, Depressionen, Angststörungen, Wurzeln, Familie, Freundschaft, Liebe, eine wundervolle Katze ... kurz: ein Roman aus dem und über das Leben.
Der Großteil wird in der Gegenwart aus Merediths Sicht erzählt, doch in Rückblenden, die bis in die Kindheit reichen, erfährt man immer mehr über Merediths Leben.
Der Stil der Autorin ist kein absolutes Highlight, lässt sich aber stets flüssig und angenehm und ist auch schön bildhaft und atmosphärisch genug. Ich hatte stets das Gefühl, mich in Merediths Haus zu befinden und bspw. mit ihr dazusitzen, scones zu essen, zu puzzlen, mit ihr und Tom im Wohnzimmer zu sitzen.
Trotz der Thematik zog einen dieser Roman nicht extrem herunter; ich habe ihn im Gegenteil sehr gerne gelesen und auch keinerlei Pausen gebraucht, sondern ihn vielmehr an einem Nachmittag verschlungen. Dies auch, weil der Autorin ein schöner Kontrast zu Merediths unschöner und schwerer Vergangenheit gelingt.
Es war kein solches Highlight wie erwartet, doch es war definitiv eine sehr schöne, authentische und berührende Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe und empfehlen kann! Definitiv eine Autorin, von der man mehr lesen möchte.

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Veröffentlicht am 10.04.2023

Durchwachsen ...

30 Tage Dunkelheit
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"In diesem Dorf gibt´s Geheimnisse, an denen man am besten nicht rührt."

Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix hat eine fließende Sexualität, ein extremes Bedürfnis nach Alkohol - und eine Schreibblockade. ...

"In diesem Dorf gibt´s Geheimnisse, an denen man am besten nicht rührt."

Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix hat eine fließende Sexualität, ein extremes Bedürfnis nach Alkohol - und eine Schreibblockade. Diese macht es noch unklüger, öffentlich zu behaupten, dass jeder Idiot in einem Monat einen Krimi schreiben kann - denn genau das muss sie nun beweisen!
Dies soll in einem kleinen, abgelegenen isländischen Dorf geschehen.
Doch schon bald nach ihrer Ankunft wird der Neffe der Frau, bei der Hannah wohnt, tot aufgefunden - und ebenso schnell stellt sich heraus, dass es sich wohl um Mord handelt.
Hannah beginnt auf eigene Faust zu ermitteln - obwohl ihr mehrfach von mehreren Dorfbewohnern zu verstehen gegeben wird, dass sie sich gefälligst aus dem Fall heraushalten soll. Und so geschieht das Unvermeidliche ...
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Ich liebe Island, ein guter Krimi geht sowieso immer, der Schauplatz Island bot eine willkommene Abwechslung zu meinen sonst so geliebten und gelesenen klassischen britischen whodunits, obendrein handelt es sich bei "30 Tage Dunkelheit" um den besten dänischen Kriminalroman 2021 ... die Erwartungen waren also hoch, die Vorfreude groß.
Rückblickend muss ich leider sagen, dass mich dieses Werk nicht überzeugen konnte. Man kann es lesen, aber man muss es definitiv nicht lesen. Wenn das wirklich der beste dänische Kriminalroman ist, dann möchte ich die schlechten lieber nicht sehen und lesen ...
Der Stil der Autorin liest sich angenehm und flüssig.
Ich hätte mir noch mehr Island-Atmosphäre gewünscht.
Den Humor fand ich teilweise passend und gut, teilweise aber auch unpassend und too much.
Die Handlung ist oftmals widersprüchlich - so passt der beschriebene Charakter des Islandpferdes überhaupt nicht zu dem, was sich bei der Tour dann ereignet. Ich hatte als Leserin und Reiterin den Eindruck, dass es sich um zwei völlig verschiedene Pferde handeln muss, was aber nicht der Fall war!
Die Figuren waren zwar teilweise ganz interessant, hätten aber immer noch komplexer und besser gezeichnet werden können.
Viel mehr gestört hat mich die Tatsache, dass die gesamte Handlung, etwa Hannahs Ermittlungen auf eigene Faust, wirklich absolut konstruiert, idiotisch und unglaubwürdig wirkten.
Auch gab es immer wieder Längen für meinen Geschmack.
Letztlich hätte bspw. über Hannah und Margrét gerne noch mehr gelesen.
Man muss sehen, dass Jenny Lund Madsen in Dänemark eine sehr renommierte Drehbuchautorin ist. Vielleicht funktioniert diese Geschichte als Film viel besser als als Buch. In dieser Form fand ich es jedoch leider eher enttäuschend und langweilig.
Man kann ein paar nette Lesestunden damit haben - mehr aber leider nicht.
Schade, denn das Potenzial war da und die Erwartungen waren hoch.

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Veröffentlicht am 08.04.2023

Ein tolles veganes Kochbuch, das schon jetzt nicht mehr aus unserer Küche wegzudenken ist!

The Veg Box
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Nach über 25 vegetarischen und über 10 mal streng, mal jedenfalls weit, weit überwiegend veganen Jahren hat man natürlich seine Lieblingsrezepte, ist aber immer auf der Suche nach tollen neuen Rezepten, ...

Nach über 25 vegetarischen und über 10 mal streng, mal jedenfalls weit, weit überwiegend veganen Jahren hat man natürlich seine Lieblingsrezepte, ist aber immer auf der Suche nach tollen neuen Rezepten, um Abwechslung in den Speiseplan zu bringen und neue Lieblingsrezepte zu entdecken und ins Repertoire aufzunehmen. Daher war ich sehr gespannt auf "The Veg Box", zumal ich Stephen und David Flynn noch nicht kannte.

Die irischen Zwillinge betreiben schon seit vielen Jahren einen Gemüseladen, eine Farm, ein Café, eine Rösterei, einen shop ... und bei "The Veg Box" handelt es sich keineswegs um ihr erstes Kochbuch.

Im Mittelpunkt ihres neuesten Kochbuches stehen 10 Gemüsesorten, zu denen sie jeweils 10 Rezepte entwickelt haben, sodass sich insgesamt 100 Rezepte in diesem Buch befinden.

Auberginen, rote Bete, Brokkoli, Kohl, Karotten, Blumenkohl, Zucchini, Lauch, Pilze und Kartoffeln sind die Stars dieses Werkes. Zusätzlich gibt es etwa Rezepte für Saucen und Dips sowie zu jedem Gemüse auch Tipps bzgl. Einkauf und Lagerung, Anbau, Zubereitung, Nährwerte ...

Mir persönlich fehlen leider die Nährwertangaben der einzelnen Rezepte. Doch die Rezepte sind sehr übersichtlich gehalten, sehr gut verständlich, einfach zuzubereiten und gelingsicher. Ausnahmen, was die Übersichtlichkeit angeht, sind sehr selten - etwa beim Schokokuchen, wo das benötigte Pflanzenöl nicht schon in der Zutatenliste, sondern völlig unerwartet erst im Rezept selbst auftaucht.

Ansonsten muss man öfter mal was abwandeln - bei den getesteten Auberginen-Rezepten musste ich etwa Sauce und Cashewkäse verdoppeln, da diese für unseren Geschmack viel zu knapp bemessen waren und das Gericht viel zu trocken geraten wäre.

Hülsenfrüchte kommen leider und unverständlicherweise aus der Dose - wenn man sich schon die Zeit nimmt und die Mühe macht, um so zu kochen, dann kommt es auf ein paar Minuten mehr für frische Linsen etc. nicht an; daher habe ich diese statt der Dosenware verwendet, deren Aluminium ja schließlich auch nicht unbedenklich ist, da dieses in die Nahrung übergeht.

Es wird viel mit veganem Cheddar gearbeitet, der uns leider überhaupt nicht schmeckt - wenn man aber nicht streng vegan lebt, dann kann man diesen problemlos durch tierischen Käse ersetzen, sonst etwa durch Cashewkäse, Mandelmus oÄ.

Ab und an werden auch vegane Würste verwendet, was mich aber überhaupt nicht stört, da ich diese auch ansonsten hin und wieder mal verwende. -Natürlich sind und bleiben es verarbeitete Lebensmittel, aber niemand ist perfekt, und ich habe ja nicht aufgehört, Fleisch zu essen, weil es mir nicht schmeckte, sondern weil ich nicht mehr wollte, dass Tiere sterben müssen.

Die süßen Rezepte enthalten sehr viel Zucker - der Schokoladenkuchen mit roter Bete und Kaffee sage und schreibe 680 Gramm! Ich habe die Menge schon beim ersten Backen deutlich reduziert, und uns war der Kuchen (der durch die Buttercreme eigentlich schon eine Torte ist) immer noch viel zu süß. Auch hier muss man also etwas abwandeln und anpassen. -Das lohnt sich aber, denn sowohl die herzhaften als auch die süßen Rezepte sind absolut köstlich, und alle bisher getesteten Rezepte absolute Highlights!

Die Gerichte schmecken wirklich köstlich. Dieses Buch ist sehr oft in Gebrauch und schon jetzt nicht mehr aus unserer Küche wegzudenken. Definitiv ein neues Lieblingskochbuch!

Wir werden nun auch die anderen Kochbücher kaufen und sicher bei Stephen und David vorbeischauen, wenn wir wieder mal in Irland sind.

Insgesamt eine absolute Empfehlung für alle, die sich (überwiegend) vegan ernähren und auf der Suche nach leckeren und gesunden neuen Rezepten sind!