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Veröffentlicht am 12.09.2020

Ich könnte diese Reihe ewig weiterlesen ...

Meridian Princess 2. Die Zeiterben von London
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Band 2 der Zeiterben-Trilogie, und mit ihr erleben wir Jades zweites Schuljahr an der Clockmakers Academy. Ein Jahr, in dem noch mehr passiert als während Jades erstem Jahr in London: sie erkundet ihre ...

Band 2 der Zeiterben-Trilogie, und mit ihr erleben wir Jades zweites Schuljahr an der Clockmakers Academy. Ein Jahr, in dem noch mehr passiert als während Jades erstem Jahr in London: sie erkundet ihre Wurzeln. Sie hat sowohl für Mat als auch für Henry Gefühle. Henry und dessen Schwester Lucy verhalten sich sehr merkwürdig. Führen sie Dunkles im Schilde? Stecken sie mit Dornfinger und Chronos unter einer Decke? Denn diese beiden wollen mit aller Macht verhindern, dass Jade alle Uhrzeiger findet und die Unwelt auf ewig von der Menschenwelt getrennt ist, sie unwiederbringlich an Macht verlieren. Mehr noch: sie wollen Jades Tod! Und so gerät Jade auch während ihres zweiten Schuljahres mehr als ein Mal in große Gefahr ...

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Ich bin nicht der größte Fantasy-Fan bzw. extrem wählerisch, wenn es um dieses Genre geht. Die Bücher von Anja Ukpai gehören aber zu den Werken, die ich wirklich liebe. Auch die Zeiterben-Trilogie gefällt mir so gut, dass ich diese Reihe regelrecht verschlinge.

Anja Ukpais Stil ist immer absolut leicht und flüssig lesbar, dabei aber unglaublich bildhaft und atmosphärisch. Ab der ersten Seite ist man wieder mitten in dieser Geschichte, in London (das mich persönlich übrigens stets an das viktorianische London erinnert), wohnt mit Jade und Orla im Black Swan, frühstückt, beobachtet vom Turmzimmer aus den Clockmakers Market, plaudert mit Mr. Darwy, besucht Mat und die Henders ... es ist eine Geschichte, die man nicht lediglich liest, sondern wirklich lebt und erlebt!

Insgesamt ist dieser zweite Band noch temporeicher, spannender, düsterer, mysteriöser als sein Vorgänger. Anja Ukpai findet hier die gelungene Mischung - wenn der Band nur aus den gerade genannten Elementen bestehen würde, wäre es mir vielleicht zu viel geworden, hätte er mich jedenfalls nicht so sehr begeistern können. So aber ist dieser Band sehr lebendig und ausgewogen, denn es gibt immer wieder auch Dialoge, Szenen, Kulissen, die wunderschön und harmonisch und ruhig sind und die man einfach nur genießen kann.

Es ist eine Reihe, die mich immer wieder an Harry Potter erinnert (jedoch nicht im negativen Sinne, denn Anja Ukpai hat eine unfassbare Fantasie und hat mit dieser Trilogie eine Welt erschaffen, deren Zauber dem von Harry Potters Welt in nichts nachsteht!), dabei jedoch ganz anders ist. Es gibt gewisse Parallelen ... Brice erinnert mich an Snape, Master Gridlock erinnert mich an Dumbledore, Mats Familie erinnert mich an Rons Familie, Jades Elternhaus erinnert mich an Harrys Elternhaus; da ist diese Akademie, da ist der Unterricht in Gestaltwandeln etc ...Aber es gibt auch ganz andere Dinge, etwa den Timeless Sleeper, die Schattenkluft, die Meridianlinie, ...

Auch abgesehen davon wird dem Leser hier niemals auch nur ansatzweise langweilig, denn Anja Ukpai versteht es, den Leser immer wieder mit neuen, völlig unerwarteten und unvorhersehbaren Wendungen zu überraschen.

Der Epilog sorgt dafür, dass man den dritten und letzten Band am liebsten sofort in Händen halten und loslesen möchte. Und er scheint noch eine Steigerung gegenüber diesem Band zu sein - man darf also höchst gespannt sein!

Von mir also eine absolute Empfehlung für eine großartige Reihe, die wirklich atmosphärisch und magisch ist und definitiv zu meinen absoluten Highlights des Lesejahres 2020 zählt! Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage, dass man die Bücher dieser Autorin definitiv auch dann lieben und verschlingen wird, wenn Fantasy eigentlich überhaupt nicht das bevorzugte Genre ist, und dass man wirklich was verpasst, wenn man es nicht tut ...

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Veröffentlicht am 30.07.2020

Mysteriöse, unheilvolle Grundstimmung und ein Ende, das leider in jeder Hinsicht viel zerstört ...

Ich will dein Leben
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Cornwall, Mitte der 80er Jahre: Tamsyn ist ein Mädchen, das aus einfachen Verhältnissen stammt und schon einige Schicksalsschläge erleben musste. Der Vater ist tot, sie lebt mit ihrer Mutter, ihrem Bruder ...

Cornwall, Mitte der 80er Jahre: Tamsyn ist ein Mädchen, das aus einfachen Verhältnissen stammt und schon einige Schicksalsschläge erleben musste. Der Vater ist tot, sie lebt mit ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihrem kranken Großvater zusammen. An Geld fehlt es ebenso sehr wie an Perspektiven. Mit dem imposanten, aber auch mysteriösen und unheilvollen weißen Haus auf den Klippen verbindet sie Kindheitserinnerungen an die Zeit mit ihrem Vater. Oft sucht sie diesen Ort auf, reist zurück in der Zeit, erkundet das Haus und die Umgebung.

Im Sommer 1986 ziehen die Davenports, eine steinreiche und berühmte Londoner Familie, jedenfalls für die Wochenenden und Ferien dort ein. Tamsyn ist fasziniert von dem attraktiven Schriftsteller Max Davenport, seiner unnahbaren Frau Eleanor sowie der Tochter Edie, die der Mutter in Nichts nachsteht. Edie ist in jeder Hinsicht viel weiter entwickelt als Tamsyn. Tamsyn kann sich nicht mehr von Edie lösen, möchte so viel Zeit wie möglich mit ihr verbringen, auch so sein wie sie.

Die Davenports sind für Tamsyn die perfekte Familie; sie haben, sind und verkörpern alles, was Tamsyn jemals begehrt hat. Eine Obsession beginnt. Oder gilt diese tatsächlich dem Haus? Oder der Familie UND dem Haus? Grenzen verschwimmen, weder Tamsyn noch der Leser können noch zwischen Wahn und Wirklichkeit unterscheiden.

Die heile Welt der Davenports ist nur eine Fassade; dahinter verbergen sich Dramen, dunkle Geheimnisse und Abgründe. Edie wird ein Teil der Davenports. Nicht nur der Sonnenseiten, sondern auch und gerade der Schattenseiten, des Unheils, das sich zusammenbraut wie ein schweres Gewitter am Himmel ...

Der Stil der Autorin ist nicht schlecht, das Buch liest sich durchgehend angenehm flüssig.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, nämlich größtenteils durch eine Rückblende zum Sommer 1986 sowie in der Gegenwart. Lesefluss, Tempo und Spannung wurden dadurch erhöht, wenngleich mir der Vergangenheitsstrang eindeutig besser gefiel. Der Gegenwartsstrang kommt nur sehr vorsichtig dosiert zum Einsatz und dient dazu, die Auflösung der Geschichte vorzubereiten und diese Auflösung dann schließlich zu präsentieren. Zugutehalten muss man diesem Strang aber, dass er gut gestaltet wurde, den Leser zu einer falschen Fährte führt, sodass er bei der Auflösung überrascht ist, wenn er erfährt, um welche Konstellation es sich hier handelt.

Die Grundstimmung ist mysteriös und unheilvoll. Dies gefiel mir sehr gut, wenngleich ich stellenweise dachte, dass die Atmosphäre ruhig noch dichter hätte sein können.

Erzählt wird eher ruhig, die Erreignisse überschlagen sich nicht. Unter der Oberfläche und psychologisch passiert jedoch von Anfang an so viel! Man ahnt schnell, dass diese Geschichte nicht gut enden kann, ja: dramatisch enden muss.

Die Handlung ist gut aufgebaut, das große Drama bleibt lange aus. Nur langsam spitzt sich alles immer mehr zu. Psychologisch gewinnt die Geschichte weiter an Tiefe. Das große Ganze ist bis zur letzten Seite nicht vorhersehbar. So gewinnt das Buch enorm an Spannung, kann der Leser sich viele eigene Gedanken machen und seiner Fantasie freien Lauf lassen und ist sehr gespannt auf die Auflösung.

Die ist dann leider auch (wie der letzte Abschnitt insgesamt) die große Schwachstelle dieses Werkes: Dieser Abschnitt war viel zu vollgepackt. Dazu wurden all diese Dinge total überstürzt, der Leser wird regelrecht vor vollendete Tatsachen gestellt. Es wirkt alles etwas zurechtgebogen. Dieses Ende ist viel zu konstruiert, unglaubwürdig.

Zudem fand ich die Auflösung beim ersten Lesen auch sehr verwirrend. Mir war nicht alles ganz klar, weshalb ich diese Passagen erneut lesen musste. Das passiert mir auch eher selten ...

Es ist ein Buch, das durch seine Grundstimmung und psychologische Aspekte besticht. Es ist ein Buch, das man gerade an dunklen Herbst- und Winterabenden gerne liest, wenn man düstere, mysteriöse, unheilvolle Atmosphäre und Geschichten und Cornwall mag, das aber leider am Ende nicht überzeugt und insgesamt hinter seinem Potenzial zurückbleibt.

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Veröffentlicht am 29.06.2020

... eine Trilogie, die nicht nur eingefleischte Fantasy-Fans mögen!

Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
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Band 2 der Trilogie von Mary E. Garner: Immer noch muss das Buch der gelöschten Wörter bereinigt werden; wird gerätselt, was es mit der Demenz von Hope´s Mutter auf sich hat; kämpft Hope an der Seite von ...

Band 2 der Trilogie von Mary E. Garner: Immer noch muss das Buch der gelöschten Wörter bereinigt werden; wird gerätselt, was es mit der Demenz von Hope´s Mutter auf sich hat; kämpft Hope an der Seite von Rufus und Co. und versucht, sowohl die Bücherwelten als auch die reale Welt zu retten und den Bösewicht Quan Surt zu stoppen; und immer noch ist klar, dass es in den eigenen Reihen des Bundes einen Verräter geben muss, doch tappen Hope und ihre Freunde nach wie vor im Dunkeln bezüglich dessen Person. Die Zeit drängt und die Mission wird immer gefährlicher ...


Nachdem mir der erste Band trotz einiger Kritikpunkte sehr gut gefallen hat, war ich richtig gespannt auf die Fortsetzung. Ohne Kritikpunkte bleibt auch die leider nicht - dennoch bleibt genug Begeisterung für Vorfreude auf Band 3!

Es ging los mit einem sehr mysteriösen und spannenden Prolog. So waren die Erwartungen an diesen Band gleich sehr hoch. -Und hiermit sind wir auch schon beim ersten Kritikpunkt: Diesen Prolog hätte man eigentlich nicht gebraucht. Ich glaube, er sollte lediglich dazu dienen, gleich mysteriös und sehr fesselnd und spannend in diesen Band einzusteigen. Für den Rest dieses Bandes und auch dieser Reihe ist er nämlich irrelevant. Er tauchte erst im letzten Abschnitt an einer einzigen Stelle kurz wieder auf - und ohne den Austausch in der Leserunde hat man sicher das Gefühl, dass der Prolog nie wieder erwähnt wird. Seine Auflösung ist nämlich so unscheinbar und leise, dass er fast schon untergeht im ganzen Rest. -Widersprüchlich ist diese Auflösung noch dazu. Das fand ich sehr unbefriedigend.

Auch mehrere andere Szenen, etwa die mit Ezra, hätte es nach jetzigem Stand nicht gebraucht, weil sie nicht mehr relevant werden. Dadurch wirken sie überflüssig und störend. Es bleibt abzuwarten, ob sie doch noch eine Bedeutung für den 3. Band bekommen werden, oder ob es bei dieser Bewertung bleibt.

Nach wie vor fällt auf, dass längst nicht alle Figuren gelungen sind. Wirklich komplex und tiefgründig sind nur wenige; die meisten bleiben oberflächlich, flach, grau, viele -v.a. bspw. Christian- sind auch ziemlich vorhersehbar. Wieder andere (Oliver!) sind sehr überzeichnet, wirken dadurch sehr übertrieben und nervig. Schließlich gibt es auch Figuren, die letztlich keinerlei Bedeutung für die Handlung haben und bei denen man sich fragt, warum die Autorin sie überhaupt hineingeschrieben hat.

Die Handlung an sich ist nur glücklicherweise nur teilweise vorhersehbar. So darf man darauf gespannt sein, was in Dublin und sonst überall passieren wird, ob und wie sie Quan Surt endgültig besiegen können, in welche Gefahren sie auf dem Weg dorthin noch geraten werden. - da ist schon viel klarer, mit wem Hope am Ende zusammenkommen wird!

Die einzelnen Bücherwelten sind wie immer absolute Geschmackssache - ich persönlich liebe Avonlea, Anne und Green Gables! Die Szenen, die dort spielten, waren für mich das absolute Highlight in diesem Band. Avonlea und Green Gables hätten ruhig noch viel mehr Raum einnehmen dürfen!
Denn unter´m Strich setzt sich leider fort, was es schon bei Band 1 zu bemängeln gab: das Potenzial wurde längst nicht ausgeschöpft, die einzelnen Geschichten und Welten werden nicht lebendig genug, sind zu sehr und auch viel zu kurz Kulisse.

Was mich wirklich aufgeregt und die Lesefreude geschmälert hat, ist neben den Logikfehlern eindeutig Hope´s Naivität. Es ist mir unbegreiflich, wie eine erwachsene Frau so wenig intelligent sein kann.Sie wohnt bspw. ihr Leben lang in London, war mehrere Jahre lang mit diesem Christian zusammen. -Und dann haben die scheinbar niemals telefoniert, haben keine Handynummern? Sie wusste nicht mal, wo er wohnt? Sie weiß nicht, wo Camden liegt?

Ihr hätte schon lange, lange zuvor dämmern müssen, dass mit Christian irgendwas überhaupt nicht stimmt. Dass es komisch ist, dass er ausgerechnet jetzt wieder auftauchte. Dass er heimlich zu ihrer Mutter in´s Heim schleicht (sie hatte ihn sogar beobachtet!), was mit ihrem Zustand zu tun haben könnte. Dass er was im Schilde führt. -Doch sie ist bis zuletzt so unfassbar naiv, ahnt nichts, sieht den netten Christian, der ihre Mutter im Heim besucht, will mit ihm befreundet sein, betritt ein abgelegenes Gebäude, in dem er sich befindet, ganz alleine, obwohl sie unmittelbar zuvor unmissverständlich erkennen musste, dass sie nichts über ihn wusste und er sie komplett getäuscht hat, er unberechenbar ist ... Schwer zu glauben, schwer zu ertragen. Viele Dinge wirken einfach extrem unrealistisch, unglaubwürdig, regelrecht an den Haaren herbeigezogen.

Die Verfolgungsjagd, die Szenen in diesem abgelegenen Gebäude sowie im Pflegeheim bringen viel Spannung und Dramatik. Aber da sie zugleich sehr an den gerade genannten Schwächen leiden, können sie letztlich nicht wirklich überzeugen.

Das ist der Fehler, den die Autorin gemacht hat - sie hat nicht zwischen den beiden Welten getrennt. Ja, es handelt sich um ein Werk des Genres Fantasy, ja, es gibt diese Bücherwelten. Da kann man durchaus auch freier schreiben. Aber: Es gibt in diesem Werk eben auch die reale Welt. Und bei Szenen, die in der realen Welt spielen, sollte man als Autor eben schon auf den Aufbau, auf Logik, Realitätsnähe, Glaubwürdigkeit usw. achten.


Kommen wir zum Fazit - und das fällt überraschend gut aus. Natürlich fallen die Kritikpunkte in´s Gewicht, schmälern den Gesamteindruck, wirken störend, verringern etwas das Leseerlebnis und verhindern, dass man dieser Reihe die Höchstbewertung geben kann. Dennoch: Ich, die ich nun wirklich kein eingefleischter Fantasy-Fan bin, habe Gefallen an dieser Reihe gefunden. Die Bände lesen sich absolut flüssig und angenehm, man verschlingt sie in einem Rutsch. Es gibt neben der Kritik eben auch nette Lesestunden, den Zauber der Bücherwelten, liebenswerte Figuren wie Portia Gateway, aufkeimende Gefühle, Freundschaft, Abenteuer, Spannung, Gefahr ... und manchmal auch gute Dialoge. Wirkliche Längen sucht man vergebens.

Meine Vorfreude auf Band 3 ist ungebrochen - ich bin wirklich gespannt, was in diesem finalen Band alles passieren und wie das alles enden wird! Was für ein Glück, dass dieser schon Ende August erscheint.

-Und wenn jemand, der viel lieber bspw. historische Romane als Fantasy liest, diese Reihe ganz gerne liest, dann kann sie so schlecht doch gar nicht sein, oder?

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Veröffentlicht am 14.06.2020

Das beste Brotbackbuch, das wir jemals hatten!

Bäuerinnen, Brot und Sehnsucht
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Brotbackbücher gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Da wir schon seit vielen Jahren und Jahrzehnten unser Brot backen und immer auf der Suche nach neuen Rezepten sind, haben wir viele dieser Brotbackbücher ...

Brotbackbücher gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Da wir schon seit vielen Jahren und Jahrzehnten unser Brot backen und immer auf der Suche nach neuen Rezepten sind, haben wir viele dieser Brotbackbücher kennengelernt. "Bäuerinnen, Brot und Sehnsucht" ist ein wahres Juwel und vermutlich das beste Brotbackbuch, das wir jemals hatten. Wir sind absolut begeistert von diesem und verliebt in dieses großartige Buch, das wir garantiert nie wieder hergeben werden.


Wenn man nur kurz darauf schaut, aus welchem Hause das Buch stammt, überrascht das eigentlich kein bisschen - wenn ich an hochwertige Koch- und Backbücher denke, dann denke ich sofort an den Löwenzahn-Verlag und an den Ulmer-Verlag. Von beiden Verlagen hat uns bisher noch jedes Buch absolut überzeugt; die Koch- und Backbücher dieser Verlage haben unsere Küche nie wieder verlassen und sind noch heute sehr regelmäßig, oft nahezu täglich, in Gebrauch.


Der Löwenzahn-Verlag überzeugt nicht nur durch tolle Rezepte, sondern auch durch die klimafreundliche Herstellung und hochwertige Aufmachung der Bücher.


So steckt auch "Bäuerinnen, Brot und Sehnsucht" voller Liebe zum Detail, voller hübscher Illustrationen und Farbfotos zu den einzelnen Rezepten - immer ganzseitig!


Die Bäuerinnen, von denen die Rezepte stammen, und ihre Familien und Höfe werden vorgestellt. Das rundet dieses Werk ab, lädt zum Stöbern ein, macht dieses Buch noch familiärer und zu einem Erlebnis.


Zu Beginn erfährt man allerlei Wissenswertes zum Brot und seinen Zutaten und der Herstellung. Unter anderem bekommt man hier eine Anleitung sowie viele weitere Tips für das Anstellgut, das man ansetzen und dann im Kühlschrank aufbewahren muss, da man es immer wieder für Sauerteigbrote braucht.


Bisher hatte ich mit keinem Anstellgut Erfolg - es begann schon beim Ansetzen, bevor es im Kühlschrank landete, zu schimmeln. Einen letzten Versuch wollte ich mit diesem Buch unternehmen. Und siehe da - es gelang auf Anhieb! Das Anstellgut befindet sich seit Wochen im Kühlschrank, seine Qualität ist bestens, es wurden schon viele köstliche Sauerteigbrote damit gebacken. Schon insofern hat sich dieses Buch für uns absolut gelohnt!


Die Rezepte sind sehr übersichtlich und verständlich, gelingen immer. Eine hervorragende Idee ist der sogenannte Backfahrplan, den man unter dem Foto jedes einzelnen Rezeptes findet - so sieht man auf den einen Blick, wie lange ein Brot rasten muss, wie viele Zwischenschritte es gibt, wie viele Stunden die Herstellung insgesamt benötigt. So kann man genau planen. Bei anderen Büchern passiert es oft, dass man erst mitten im Rezept oder jedenfalls erst bei Beginn der Zubereitung erkennen muss, dass diese viel zu lange dauert, weil das aktuelle Brot (nahezu) aufgegessen ist und man schnell ein neues braucht. Dank des Backfahrplans kann man perfekt planen und steht nie wieder ohne Brot da, weil man nicht genug Zeit einkalkuliert hat!


Es gibt Brote und Brötchen, Rezepte mit und ohne Sauerteig, Rezepte, die im Handumdrehen fertig sind, auch solche, bei denen das Brot bspw. einen ganzen Tag lang rasten muss, bevor es in den Ofen kommt, Tortillafladen, Brioches, Hefezöpfe, Milchbrot, Feuerbrötchen für den Grill, Baguette, Bauernbrot ... es ist wirklich für jeden Geschmack mehr als genug dabei.


So sind unsere bisherigen Favoriten das Roggenbrot mit Sauerteig und Honig, das saftige Zucchini-Kastenbrot, die Kürbisbuns mit Rosmarin-Honig-Glasur, das Kamut-Walnuss-Kastenbrot, die Vinschgerln, die Dinkellaugenbrötchen (die auch als Käsestangen köstlich sind!) ...


Wir haben Backmalz und Brotklee kennengelernt - beide werden uns nie wieder ausgehen! Das Backmalz fördert die Hefe, erhöht das Aroma der Backwaren, macht sie knuspriger und länger frisch; der Brotklee verleiht Roggenbackwaren einen herrlich rustikalen Geschmack.


Wir haben nun unseren eigenen, perfekten Sauerteig, und so viele tolle Rezepte für Brötchen und Brote mit Sauerteig. Überhaupt so viele tolle neue Rezepte!


Sehr erwähnens- und lobenswert ist auch, dass sehr viel mit Dinkel, Roggen usw. gebacken wird. In vielen anderen Büchern finden sich leider so gut wie ausschließlich Rezepte mit Weizen - der ja bekanntlich das mit Abstand ungesündeste Getreide ist. Wir backen fast ausschließlich mit Dinkel und anderen alten Getreiden und sind daher alles andere als begeistert von der Flut von Weizenrezepten. Umso glücklicher machen einen all Rezepte mit Dinkel und Co. hier!


Fazit: Wie immer findet sich kein einziger Kritikpunkt, sondern kann und will ich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen! Selbst absolute Backanfänger dürften mit diesem Buch problemlos klarkommen und auf Anhieb schöne Ergebnisse erzielen und Freude am Brotbacken bekommen. Leute, die schon ewig Brot, Brötchen und Co. selbst backen, finden hier jede Menge tolle neue Rezepte, lernen Dinge wie Brotklee kennen. Aufgrund dieser Vielfalt hat wirklich jeder Freude an diesem Buch. Dank der tollen Rezepte und der hochwertigen Aufmachung, der zahlreichen Fotos zu jedem Rezept ... nimmt man "Bäuerinnen, Brot und Sehnsucht" auch nach langer Zeit sicher noch regelmäßig (wenn nicht nahezu täglich) und sehr gerne in die Hand!

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Veröffentlicht am 31.05.2020

Eine Prise Grand Hotel mit ganz viel Kulinarik!

Die Köchin von Castamar
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Spanien, 1720: Die junge, sehr gebildete, vormals relativ wohlhabende Clara Belmonte befindet sich nach dem Tod ihres Vaters, einem angesehenen Arzt, in finanzieller Bedrängnis. Da sie eine hervorragende ...

Spanien, 1720: Die junge, sehr gebildete, vormals relativ wohlhabende Clara Belmonte befindet sich nach dem Tod ihres Vaters, einem angesehenen Arzt, in finanzieller Bedrängnis. Da sie eine hervorragende Köchin ist und ebensolche Referenzen vorweisen kann, findet sie eine Anstellung beim Herzog von Castamar.

Claras Talent weckt sofort das Interesse des Herzogs - doch an eine offene Kontaktaufnahme ist natürlich nicht zu denken. Doch Wünsche und Gefühle finden ihre Mittel und Wege, und so kommunizieren die beiden heimlich miteinander; über Kochbücher, in denen sich gut versteckte Notizen befinden, und ganz besondere Gerichte.

Doch diese Kommunikation und die zart sprießenden Gefühle bleiben trotz aller Vorsicht nicht lange verborgen, und es gibt vor allem eine Frau, deren Hass auf Clara gerade nach dieser Entdeckung mit jedem Tag wächst und die Clara mit allen Mitteln aus dem Weg räumen will ...

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Band eins der zweiteiligen Castamar-Saga. Ein historischer Roman, den ich unbedingt lesen wollte, da er sich in Spanien direkt zum Bestseller entwickelte.

Múnez´ Stil gefiel mir auf Anhieb - er liest sich durchgehend angenehm und flüssig, weist eine gewisse Schönheit auf, die von den Sätzen ausgeht, ist sehr bildhaft, und auch sehr historisch. Er passt perfekt zu diesem Genre.

Der Inhalt selbst lässt mich leider zwiegespalten zurück - nicht alle Erzählstränge konnten mein Interesse gleichermaßen wecken und erhalten. Immer wieder zeigten sich gewisse Längen für meinen Geschmack. Den Strang rund um den Majordomus, den Krieg und die politische Lage fand ich mit Abstand am langweiligsten und ermüdendsten; auf ihn hätte ich gut verzichten können.

Die Stärke und der Reiz dieses Auftaktbandes liegen für mich klar in der kulinarischen Seite sowie in dem Geschehen zwischen Clara und Dona Úrsula, den Geheimnissen, den Intrigen ... sowie in der Entwicklung zwischen Clara und dem Herzog, die jeweils für Spannung und Lesefluss sorgen.

Trotz dieser Kritikpunkte war dieser Band nett zu lesen. Ich werde wohl auch den zweiten Band lesen, da ich wissen möchte, wie es mit Clara, Úrsula und dem Herzog weitergeht.

Er ist definitiv das richtige Buch für alle, die kulinarische historische Romane, Spanien, Herrenhäuser/Paläste/upstairs-downstairs-Verhältnisse verbotene Liebschaften, Geheimnisse und Intrigen, Sagas lieben.

Ein klein wenig erinnerte er mich beim Lesen auch an die spanische Serie Grand Hotel, die ich geliebt habe. Umso mehr freute es mich zu lesen, dass die Verfilmung der Castamar-Saga schon in Planung ist. Ich werde sie auf jeden Fall ansehen, denn der Stoff eignet sich wirklich perfekt dafür!

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