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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2024

Morden im Norden

Weißglut
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Weißglut ist ein Krimi von Tobias Quast aus dem Jahr 2024. Es geht um Sarah Fuchs, eine Society-Lady aus München, die nach der Trennung von ihrem Mann einen Tapetenwechsel benötigt und in die vermeintliche ...

Weißglut ist ein Krimi von Tobias Quast aus dem Jahr 2024. Es geht um Sarah Fuchs, eine Society-Lady aus München, die nach der Trennung von ihrem Mann einen Tapetenwechsel benötigt und in die vermeintliche Einöde nach Finnland reist. Direkt am ersten Morgen ihres Aufenthaltes stolpert sie jedoch über eine Leiche und weil die Polizei sie für verdächtig hält, muss Sarah selbst versuchen, den Mörder zu finden.

Das Buch ist sehr originell geschrieben und man spürt auf jeder Seite die Liebe des Autors zu seiner neuen Wahlheimat Finnland. So bringt er sehr authentisch die Kultur und das Zwischenmenschliche rüber. Es ist ein sehr humorvoller Roman, der an vielen Stellen auch mit einem gewissen Augenzwinkern betrachtet werden sollte. Auch die kurzen Kapitel stellen einen großen Pluspunkt dar. Die Geschichte hat mir gut gefallen und Sarah, die mir anfangs unheimlich unsympathisch war, ist mir im Laufe des Buches immer mehr ans Herz gewachsen. Wobei einige Entscheidungen und Eigenheiten doch eher befremdlich waren. Wer stöckelt nur in High Heels durch Wälder und Felder? Wem fällt es nicht auf, dass ein Haus keine luxuriöse Ferienwohnung, sondern eine schmutzige, bewohnte Junggesellenbude ist? Jedoch hatte ich einige andere Figuren, die mich eher ratlos zurückgelassen haben. Was hatte es bitte mit Onni auf sich? Zwar wird sein Auftauchen und seine Motive nach und nach erklärt. Dennoch habe ich bei ihm so einige Fragezeichen in meinem Kopf. Auch der Kommissar war mehr als merkwürdig und seinem Handeln. Ebenso gibt es mehrere lose Enden, die nicht komplett auserzählt sind. Beispiele hierfür wären Hilla oder Liisa. Solchen Handlungssträngen hätten durchaus noch ein oder zwei erklärende Kapitel gut getan. Insgesamt hat mir der rote Faden gefehlt und ich konnte dem Ganzen nicht immer folgen. Das hatte auch einen großen Einfluss auf den Spannungsbogen, der immer wieder abgeflacht ist.

Es ist ein gutes Buch für kurzweilige Lesestunden und das ein oder andere lustige Erlebnis ist dabei. Jedoch sollte man keine große Prosa erwarten. Dennoch hat es mir Spaß gemacht, Sarah auf ihrer Reise zu begleiten

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Viel Herzschmerz in der Werbeagentur

Zeilenflüstern (Sweet Lemon Agency, Band 1)
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Zeilenflüstern ist der Auftakt einer mehrteiligen Reihe um die Sweet Lemon Agency von Kyra Groh aus dem Jahr 2024. Der erste Teil der Reihe um eine Werbeagentur aus Frankfurt dreht sich um die schüchterne ...

Zeilenflüstern ist der Auftakt einer mehrteiligen Reihe um die Sweet Lemon Agency von Kyra Groh aus dem Jahr 2024. Der erste Teil der Reihe um eine Werbeagentur aus Frankfurt dreht sich um die schüchterne und naive Texterin Klara und den erfolglosen Schauspieler und Hörbuchsprecher Noel. Noel ist der Sprecher von Klaras liebstem Hörbuch und direkt hat sie sich in seine Stimme verliebt, ohne ihn jemals gesehen zu haben. Durch einen Zufall müssen die beiden gemeinsam an einem Projekt arbeiten und nähern Die Perspektive wechselt im Laufe des Buches zwischen den Beiden und zeigt so die jeweiligen Blickwinkel. Spannend ist es auch, dass Klara ein Kind gehörloser Eltern ist. Das hat der ganzen Geschichte eine gewisse Tiefe verliehen. Auch die Nebencharaktere wie Franka oder Felix waren sehr interessant und ich finde es toll, in Band zwei mehr über sie zu erfahren.

Das Cover ist außergewöhnlich schön und ist ein wahrer Blickfang in jedem Bücherregal. Insgesamt handelt es sich um eine leichte Liebesgeschichte, die aufgrund der wahnsinnig sympathischen Charaktere (hier meine ich hauptsächlich Klara und Franka) lebhaft und abwechslungsreich wirkt und nicht langweilig wird. Bereits nach kurzer Zeit ist man in der Geschichte gefangen und möchte wissen, wie sie weitergeht.

Von mir gibt es 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung

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Veröffentlicht am 31.05.2024

Carla Seidels erster Fall

Die Sehenden und die Toten
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„Die Sehenden und die Toten“ ist der Auftakt einer Krimireihe aus dem Jahr 2024. Carla Seidel, früher Kriminalbeamtin der Hamburger Mordkommission, hat sich vor zwei Jahren aufgrund familiärer und persönlicher ...

„Die Sehenden und die Toten“ ist der Auftakt einer Krimireihe aus dem Jahr 2024. Carla Seidel, früher Kriminalbeamtin der Hamburger Mordkommission, hat sich vor zwei Jahren aufgrund familiärer und persönlicher Beweggründe ins niedersächsische Wendland versetzen lassen. Hier bearbeitet sie hauptsächlich Geschwindigkeitsüberschreitungen oder Trunkenheit am Steuer. Als plötzlich eine Leiche gefunden wird, die keines natürlichen Todes gestorben ist, ist Carla komplett in ihrem Element und beginnt direkt mit der Suche nach dem Mörder.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Das Buch wartet nicht zu sehr mit körperlichen und/oder seelischen Grausamkeiten auf, sondern beschreibt eher die gute alte Polizeiarbeit. Mir hat die Dynamik in der Mutter-Tochter-Beziehung sehr gefallen und auch, dass diese nicht perfekt, sondern durchaus konfliktbelastet ist. Zusätzlich existieren auch noch Schatten der Vergangenheit, die zwar nur angeschnitten werden, aber sehr gut die Ängste und Sorgen von Carla transportieren. Da die gesamte Handlung auf eine beginnende Reihe angelegt ist, werden viele Themen zwar angesprochen, aber oft noch nicht komplett gelöst. Dennoch bekommt man nicht das Gefühl eines Cliffhangers, da der Fall in sich abgeschlossen ist.

An manchen Stellen fühlte ich mich stark an die „Julia Durant“-Reihe von Andreas Franz erinnert. Auch hier bekommt man große Einblicke in die Gefühlswelt und den Alltag der Ermittler, weswegen man sich bereits nach wenigen Seiten stark mit der Protagonistin identifizieren kann.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es in Rekordzeit verschlungen. Ich bin auf die Folgebände gespannt und werde mir diese definitiv auch kaufen.

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Veröffentlicht am 20.05.2024

Leichte Liebesgeschichte mit viel Spice

Not Worth Saving
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„Not Worth Saving“ ist der Auftakt einer Dilogie von Marie Niebler aus dem Jahr 2024. Brookes Vater hatte auf seinem Hof einen Unfall und liegt im Krankenhaus. Um ihren Bruder bei der Arbeit zu unterstützen, ...

„Not Worth Saving“ ist der Auftakt einer Dilogie von Marie Niebler aus dem Jahr 2024. Brookes Vater hatte auf seinem Hof einen Unfall und liegt im Krankenhaus. Um ihren Bruder bei der Arbeit zu unterstützen, reist sie zurück in ihren Heimatort in Neuseeland, wo sie jedoch nicht sonderlich liebevoll empfangen wird. Ihr Bruder straft sie mit Ignoranz oder Sticheleien. Einzig sein bester Freund Noah, der ebenfalls zur Unterstützung angereist ist, begegnet Brooke unvoreingenommen. Zwischen den beiden fliegen bereits bei ihrer ersten Begegnung die Funken und Brooke wird auch direkt deutlich, was sie gerne mit ihm anstellen würde. Auch Noah ist mehr als interessiert an der Rothaarigen, will jedoch sein gutes Verhältnis zu ihrem Bruder nicht gefährden. Auch Brooke, die sich eine Annäherung an ihre Familie erhofft, weiß genau, dass diese Verbindung vermutlich der letzte Tropfen wäre, dass ihr Bruder sie für alle Zeit aus seinem Leben streicht. Dennoch ist da die Anziehung der beiden Hauptcharaktere, die sich nicht leugnen lässt und im Laufe des Buches immer stärker wird.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist sehr kurzweilig und flüssig geschrieben. Durch die Geheimnisse, die beide mit sich herumtragen, und die in Rückblenden nach und nach angedeutet werden, erhält das Buch eine gewisse Tiefe, die sich jedoch nicht unbedingt komplett durchsetzt. Nach einer gewissen Zeit konzentriert sich die Handlung hauptsächlich auf das Zwischenmenschliche von Noah und Brooke. Es hat mir sehr gut gefallen, dass die Protagonistin so forsch ist, was das Thema Sex betrifft. Zu oft hat man mittlerweile die Konstellation des schüchternen Mädchens und des heißen Überfliegers gelesen. So ist dieses Buch eine willkommene Abwechslung.

Leider hat es mir auch nicht gefallen, dass der Vater, der sich wochenlang im Krankenhaus befindet, so wenig thematisiert wird. Auch hier wird eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung angedeutet, aber so richtig versteht man nicht, was es damit auf sich hat. Nur der ständige Konflikt der Geschwister bekommt Raum und nimmt fast das gesamte Buch ein. Immer wieder wird Brooke vor den Kopf gestoßen, egal wie sehr sie sich anstrengt. Das ist nach eine Weile etwas anstrengend.
Das größte Manko ist, dass das Buch mitten in einem riesigen Cliffhanger endet und man so viele Fragen nicht beantwortet bekommt. Natürlich ist es aus Marketinggründen schlau, weil man gezwungen ist, sich den zweiten Band zuzulegen. Als Leser finde ich das allerdings nervig.
Das Cover ist der Farbschnitt sind extrem schön und ein echter Hingucker im Bücherregal.
Es ist eine schöne, kurzweilige Geschichte, die spannende Lesestunden beschert. Jedoch fehlt ihr die Tiefe und viele Dinge sind unnötig in die Länge gezogen.

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Veröffentlicht am 08.05.2024

Trauer, Schmerz, Liebe

Glow Like Northern Lights (Strong Hearts 1)
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„Glow like Northern Lights“ ist der Auftakt einer zweiteiligen Reihe von Sarah Stankewitz aus dem Jahr 2024. Lillys Zwillingsbruder ist schwer herzkrank und stirbt. Lilly weiß nicht, wohin mit ihrer Trauer, ...

„Glow like Northern Lights“ ist der Auftakt einer zweiteiligen Reihe von Sarah Stankewitz aus dem Jahr 2024. Lillys Zwillingsbruder ist schwer herzkrank und stirbt. Lilly weiß nicht, wohin mit ihrer Trauer, fasst sich ein Herz und reist überstürzt nach Island. Dort hofft sie Aron zu begegnen, den sie im Forum für Angehörige von Herzkrankheiten kennengelernt hat. Leider ist der Empfang nicht ganz so herzlich, wie sie ihn sich vorgestellt hat.
Ich fand das Buch toll. Es ist ein absoluter Pageturner, bei dem die Seiten nur so dahinfliegen. Lillys Trauer und ihren Verlust bekommt man gut mit und man fühlt sich in die junge Frau ein. Vor allem das erste Kapitel, in dem der Bruder verstirbt, ist hochemotional und hat mir extreme Gänsehaut und auch leicht feuchte Augen beschert.
Die Landschaftsbeschreibungen der Insel finde ich super. Man kann sich ein gutes Bild machen und verliebt sich regelrecht in die nördlichste Insel Skandinaviens. Die Nordlichter werden zu einem Symbol, das Lilly und Aron miteinander teilen.
Ein wenig befremdlich fand ich jedoch die (nicht vorhandene) Sprachbarriere. Anfangs hatte ich angenommen, dass Aron möglicherweise ein Deutscher ist, der nach Island ausgewandert ist. Da er jedoch ein waschechter Skandinavier ist, stelle ich mir die Kommunikation schwierig vor. Lilly erwähnt, dass sie Serien und Filme nur in englischer Sprache ansieht, jedoch bezweifle ich, dass das ausreicht, um sich komplett verständigen zu können. Auch die anderen Einheimischen haben völlig selbstverständlich zur englischen Sprache gewechselt. Hier hätte ich es mir schon gewünscht, dass man das ein oder andere Missverständnis einbaut, weil es kleine Übersetzungsfehler gibt.
Den Ausgang fand ich dann doch ein wenig vorhersehbar, dennoch hat mir die Geschichte wahnsinnig gut gefallen und ich freue ich schon auf den zweiten Teil, da dieses Buch mit einem Cliffhänger endet.
Fazit: Eine tolle Geschichte über die erste Liebe und große Trauer. Ich kann es klar weiterempfehlen

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