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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Distanziert

Grüne Welle
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Nach einem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin fährt eine Frau in ihrem Auto nach Hause. Doch eine Umleitung bringt sie auf eine andere Straße und andere Gedanken. Und so wird der Weg vor ihr zu einem ...

Nach einem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin fährt eine Frau in ihrem Auto nach Hause. Doch eine Umleitung bringt sie auf eine andere Straße und andere Gedanken. Und so wird der Weg vor ihr zu einem Weg zu sich selbst zurück. Und sie fragt sich, warum sie sich selbst verloren hat und sucht Umwege, um nicht zu ihrem Mann nach Hause zurückzukehren. Es entwickelt sich eine Art Roadtrip, wobei die Protagonistin die meiste Zeit alleine ist. Wir tauchen zwar in ihre Gedankenwelt und Erinnerungsfetzen ab, doch bleibt die Erzählstimme stets distanziert. Der Leser weiß nicht so recht, was passiert, denn die Frau handelt impulsiv.
Der Debütroman von Esther Schüttpelz hat mir wahnsinnig gut gefallen, daher wollte ich dieses zweite Buch von ihr unbedingt lesen. Man merkt schon, dass es ihr Stil ist, obgleich sie hier erzählerisch etwas Neues probiert. Dennoch konnte mich der Roman nicht ganz überzeugen, da für mich etwas Tiefe fehlt. Das Ende stört mich in dieser Form nicht, aber insgesamt findet doch wenig Reflexion der Frau statt. Zwar ist der Plot ungewöhnlich und zugleich gelungen, doch fehlte mir einfach die Nähe zur Protagonistin und die Nähe der Protagonistin zu sich selbst.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Bewegend

Prep
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Lee Fiora geht als Stipendiatin auf das Bostoner Elite-Internat Ault. Doch dort ist sie eine Außenseiterin. Vier Jahre lang beobachtet sie die anderen, versucht zu ergründen, warum andere so sind, wie ...

Lee Fiora geht als Stipendiatin auf das Bostoner Elite-Internat Ault. Doch dort ist sie eine Außenseiterin. Vier Jahre lang beobachtet sie die anderen, versucht zu ergründen, warum andere so sind, wie sie sind, wieso sie nicht dazugehört. Zwar findet sie eine beste Freundin, aber die kann ihr auch nicht geben, wonach sie sucht. Denn sie hat den tiefen Wunsch, gesehen zu werden.
Die gut 600 Seiten lesen sich wie im Flug. Es ist sehr inspirierend, wieder in eine Teenagerrolle zu schlüpfen. Lee ist so unsicher und fühlt sich so anders. Immer wieder möchte man ihr zurufen, dass sie genug ist, so wie sie ist. Alles ist beeindruckend authentisch geschrieben, sodass man fast das Gefühl hat, die Mitschüler selbst zu kennen. Ich könnte seitenweise Zitate aus dem Roman rausschreiben, die nicht nur die Jugendzeit, sondern auch das Erwachsenenleben betreffen. Es geht darum, wie wir andere sehen und wie wir von anderen gesehen werden.
Ich kann den Roman von Curtis Sittenfeld nur empfehlen. Er ist zwar schon ein paar Jahre alt, wurde aber nun mit einem wunderbaren Cover neu aufgelegt.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Echt spannend

Erde 13
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Im Band I dieser neuen Reihe von Andreas Langer geht es um eine Weltraumexpedition zu einem neuen Planeten, der Erde 13. Auf diesem sollen neue Menschen siedeln, weil unsere bekannte Erde scheinbar nicht ...

Im Band I dieser neuen Reihe von Andreas Langer geht es um eine Weltraumexpedition zu einem neuen Planeten, der Erde 13. Auf diesem sollen neue Menschen siedeln, weil unsere bekannte Erde scheinbar nicht mehr sehr gut bewohnbar ist. Levi landet dort mit seiner Mutter und dem Mädchen Gwendolin, mit dem er sich anfreundet. Es läuft allerdings nicht alles nach Plan und die Raumschiffkapsel landet erst mal mitten auf dem Meer. Zudem verlieren sich die Expreditionsteilnehmer aus den Augen. Wir folgen den beiden Kindern, wie sie sich auf dem neuen Planeten zurechtfinden und nach und nach die neuen Gegebenheiten erkunden..
Der Roman ist wirklich sehr spannend, ich konnte kaum Lesepausen machen, weil ich immer gleich wissen wollte, wie es weitergeht. Die Ideen bezüglich der Flora und Fauna auf dem Planeten sind kreativ und werden sehr gut vorstellbar beschrieben. Die menschlichen Beziehungen werden ebenfalls gut dargestellt. Es geht vor allem um die Themen Abenteuer, Mut und Freundschaft. Ich freue mich schon sehr auf Band II.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Sehr unterhaltsam

Wir Freitagsmänner
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Was es genau mit den titelgebenden Freitagsmännern auf sich hat? Das erfährt man früher oder später bei der Lektüre des Buches. Dass es dabei aber vor allem um das Älterwerden geht, verrät dann doch der ...

Was es genau mit den titelgebenden Freitagsmännern auf sich hat? Das erfährt man früher oder später bei der Lektüre des Buches. Dass es dabei aber vor allem um das Älterwerden geht, verrät dann doch der Untertitel schon recht deutlich.
Da ich weder männlich noch in "den Wechseljahren" bin, bin ich wohl nicht ganz die Zielgruppe. Und das macht überhaupt gar nichts! Ich habe lang kein so lustiges und selbstironisches Buch mehr gelesen. Henri erzählt aus seinem Datingleben, seinem vergeigten Eheleben, von diversen Arbeitssituationen und von seinen körperlichen Ausfällen. Und das geprägt von sehr viel Zufall und so ganz nebenbei. Dabei wirkt es jedoch nie abstrus. Das Buch regt natürlich auch zum Nachdenken an und macht auch ein wenig rührselig, aber in erster Linie unterhält es sehr gut. Einige Alltagsgedanken sind sehr adäquat wiedergegeben, da musste ich unweigerlich an mich selbst in diversen Situationen denken. Der Schreibstil ist locker und man fliegt nur so durch die Seiten. Die Figuren waren mir beim Lesen alle sehr genau vor Augen. Das Cover ist ein echter Hingucker, das muss auf jeden Fall noch erwähnt werden.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Abwege

Richtig gutes Essen
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Der japanische Roman aus der Feder von Junko Takase beschäftigt sich vor allem mit der modernen Arbeitswelt eines Büros und dem Thema Essen.
Es geht um Nitani, der in einem Büro arbeitet und am liebsten ...

Der japanische Roman aus der Feder von Junko Takase beschäftigt sich vor allem mit der modernen Arbeitswelt eines Büros und dem Thema Essen.
Es geht um Nitani, der in einem Büro arbeitet und am liebsten Instantramen ist. In seinem Büro arbeitet Ashikawa, von der er der Meinung ist, dass es die Frau wäre, die er mal heiraten würde. Allerdings hat Nitani Schwierigkeiten damit, seine Kollegin zu respektieren, da sie mit ihrer weichen und verletzlichen Art und ihrem Faible fürs Backen die Gunst der Mitarbeiter gewinnt - und nicht wie er durch gute Arbeit. Doch neben Ashikawa hat Nitani auch noch die Kollegin Oshio, der er näher kommt und mit der er sich eigentlich besser zu verstehen scheint.
Im Roman geht es immer wieder um verschiedenes Essen: herzhaftes Essen, einfaches Essen, Restaurantessen, Fertiggerichte, süßes Essen, gebackenes Essen, selbstgemachtes Essen und so weiter. Man erfährt vom Mittagessen, von Snacks, vom Abendessen, von gemeinsamen Arbeitsessen und vielen Gelegenheiten mehr. Außerdem lesen wir noch davon, welches Essen gut schmeckt, wann es gut schmeckt und wie Menschen essen und mit dem Thema umgehen. Neben diesem großen Thema geht es auch um Beziehungen, vor allem um jene am Arbeitsplatz. Das Thema der Sexualität innerhalb und außerhalb dieser Beziehungen ist etwas merkwürdig eingebunden und stieß mir auf, da es nicht um respektvolle Beziehungen auf Augenhöhe geht. Mir ist klar, dass der Roman genau das zeigen will, dass man sich verlaufen kann in den Wirren des modernen Arbeitslebens und der vielen Möglichkeiten, aber dennoch hat mich der Roman stellenweise doch etwas abgeschreckt. Die 157 Seiten in dem kleinen Format sind recht schnell gelesen. Zusätzlich brauchte ich zu Beginn eine Weile, um einzuordnen, wer wer ist und was genau passiert. Das Ende lässt auch einige Fragen offen. Ich denke, ich verstehe die Idee des Romans, der auch zum Nachdenken anregt, aber dennoch haben mich einige Textstellen sehr irritiert.

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