Irrwege
Harpers Ferry. Lose Me OnceFast zwei Jahre nach ihrer überstürzten Abreise aus Harpers Ferry kehrt Emery in ihre Heimat zurück, der Anlass ist traurig, denn ihre geliebte Großmutter ist verstorben. Natürlich trifft sie auch auf ...
Fast zwei Jahre nach ihrer überstürzten Abreise aus Harpers Ferry kehrt Emery in ihre Heimat zurück, der Anlass ist traurig, denn ihre geliebte Großmutter ist verstorben. Natürlich trifft sie auch auf Luke und unterdrückte Gefühle wallen wieder auf, aber wie soll sie vergessen, wessen er sich schuldig gemacht hat? Liebe kämpft gegen Moral, Irrwege sind vorgezeichnet, wenn man schweigt.
Auf unterschiedlichen Zeitebenen, welche sich langsam einander annähern, erzählt Christina Kaspar diesen Roman und schafft es geschickt, gewisse Geheimnisse bis zum Ende zu bewahren. So bleibt sie Spannung durchgehend hoch und das Knistern zwischen Emery und Luke spürbar. Während die ersten Kapitel aufgrund der Zeitwechsel etwas verwirrend sind und man sich erst in die Situation hineinfinden muss, wird die Handlung im Laufe der Zeit immer fesselnder, die Nähe zu den Figuren größer. Liebevolle Details zur Kleinstadt mit ihren einzelnen Handwerken, Grannys Töpferei und der Umgang miteinander ist sehr gut gelungen und plastisch vorstellbar, ebenso ist die Gefühlswelt von Emery und Luke schön nachzuvollziehen. Vielleicht hätte die Anziehung zwischen den beiden da und dort noch deutlicher werden können, dafür überrascht die psychologisch-kriminalistisch angehauchte Ebene umso mehr mit ihren unvorhersehbaren Wendungen. Auch die letztendliche Auflösung finde ich durchaus passend.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten bin ich recht gut in Harpers Ferry angekommen und habe die langsame Annäherung an die Wahrheit tatsächlich genießen können. Leseempfehlung eher für jüngeres Publikum.