Brücken
Das KamelienhausNoch bevor Lucy in die Naturkosmetikfirma ihrer Mutter Sylvia einsteigen kann, muss sie an deren Stelle eine Geschäftsreise nach Japan antreten. Von der dortigen Kamelienölmanufaktur kommen keine Nachrichten ...
Noch bevor Lucy in die Naturkosmetikfirma ihrer Mutter Sylvia einsteigen kann, muss sie an deren Stelle eine Geschäftsreise nach Japan antreten. Von der dortigen Kamelienölmanufaktur kommen keine Nachrichten mehr, dabei ist das auf der Insel Soshima nach alter Tradition gewonnene Öl eine wesentliche Grundlage für die hochwertigen Pflegeprodukte aus der Bretagne. Ein auf den ersten Blick charmant scheinender Amerikaner kreuzt Lucys Weg nach Tokyo und weckt in ihr widerstreitende Gefühle. Aufregende Tage zwischen Frankreich und Japan stehen bevor, die Zeit drängt und es ist fraglich, ob zwischen den unterschiedlichen Welten Brücken geschlagen werden können.
Auch wenn diese neue Reihe auf der Kamelieninsel-Saga fußt, sind keinerlei Vorkenntnisse zum Genießen dieses wunderbaren Romans vonnöten, das diesbezügliche Vorwort kann ich nur bestätigen – neugierig auf die Vorgeschichte bin ich aber jetzt auf jeden Fall. Ihre Charaktere zeichnet Tabea Bach wie gewohnt lebendig, die Emotionen spürt man aus jeder einzelnen Zeile. Lucy mit ihren Kenntnissen der japanischen Sprache und Kultur passt perfekt in die Rolle einer Vermittlerin, die einem Sprichwort gemäß das Unterschiedlichste durch eine Brücke zu verbinden sucht. Großartige Eindrücke der Landschaft, bildreiche Beschreibungen von fremden Sitten und eine zarte Liebesgeschichte verdichten die Handlung zu einem spannenden Leseerlebnis, das man nur ungern unterbricht. Der Duft fremdländischer Speisen steigt einem immer wieder in die Nase, üppige Vegetation und glitzernde Wasser ziehen einen in ihren Bann, sorgfältig recherchierte Details zur japanischen Lebensrealität versetzen den Leser in eine gänzlich andere Welt, die durchaus ihren Reiz zu zeigen vermag. Dazu gesellt sich noch die Frage, wie weit Traditionen und Natur bewahrt werden sollen im Wettstreit mit rein profitorientierten Konkurrenten.
Abwechslungsreich und kurzweilig fließen die Kapitel dahin, erzählen eine stimmige Geschichte aus Lucys Blickwinkel und beginnen eine aufregende Reise in die schönsten Kameliengärten zwischen der Bretagne und der fiktiven japanischen Insel Soshima. Auf anmutige Weise stellt die Autorin zwei sehr unterschiedliche Kulturen einander gegenüber und schafft es mit bemerkenswerter Leichtigkeit, jeder einzelnen Figur Respekt und Würde entgegenzubringen. Der Auftakt dieser neuen Reihe ist bestens gelungen!