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Veröffentlicht am 23.07.2025

Ein Sommer, der alles verändert - fantasievoll, schräg, tiefgründig

Immerland – Die Stadt der Ewigkeit
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Immerland – Die Stadt der Ewigkeit entführt seine Leser auf eine magische Reise, wie sie nur selten zu finden ist. Die Geschichte um Mika, der plötzlich in eine Welt voller Wunder, Technik-Affen und ewiger ...

Immerland – Die Stadt der Ewigkeit entführt seine Leser auf eine magische Reise, wie sie nur selten zu finden ist. Die Geschichte um Mika, der plötzlich in eine Welt voller Wunder, Technik-Affen und ewiger Jugend katapultiert wird, wirkt auf den ersten Blick wie ein verrückter Fiebertraum, liebevoll gezeichnet, farbenprächtig und voller überraschender Ideen.

Was anfangs wie ein harmloses Sommerabenteuer wirkt, bekommt schnell düstere Untertöne. Immerland ist schön, schillernd und dennoch nicht das Paradies, das es vorgibt zu sein. Zwischen Lachen und Staunen blitzen immer wieder ernste Themen durch: Angst, Verlust, Erwachsenwerden. Diese Tiefe überrascht und berührt beim Lesen gleichermaßen. Die Illustrationen springen neben der Geschichte sofort ins Auge: mal verspielt, mal überbordend, oft voller versteckter Details. Alles wirkt etwas überzeichnet, fast wie in einem surrealen Traum, was wunderbar zur Geschichte passt. Der Erzählfluss selbst schwankt etwas. Es gibt Phasen, in denen vieles eingeführt wird, ohne dass sich sofort ein roter Faden zeigt. Doch wenn man sich auf diese Welt einlässt, wird mit einem grandiosem Finale belohnt.

Ein tolles Buch, um in eine schillernde Welten mit Schatten zu tauchen und dabei vielleicht ein Stück Kindheit zurückfinden.

Veröffentlicht am 23.07.2025

Zwischen Schatten und Hoffnung

Maggie Blue - Das Geheimnis der weißen Krähe
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Das Geheimnis der weißen Krähe, der zweite Band um Maggie Blue, entführt seine Leser erneut in eine dunkle und zugleich faszinierende Welt, in der Mut, Einsamkeit und Magie dicht beieinanderliegen.

Die ...

Das Geheimnis der weißen Krähe, der zweite Band um Maggie Blue, entführt seine Leser erneut in eine dunkle und zugleich faszinierende Welt, in der Mut, Einsamkeit und Magie dicht beieinanderliegen.

Die Geschichte überzeugt durch ihre dichte Atmosphäre und einer Protagonistin, die mit inneren und äußeren Kämpfen wächst. Die weiße Krähe bringt neue Geheimnisse mit sich, und die Ereignisse spitzen sich zu; auf leisen Sohlen, aber mit großer Wirkung. Der Schreibstil bleibt außergewöhnlich bildhaft und poetisch, ohne zu überfordern, und die Charaktere sind ebenso eigenwillig wie liebenswert. Besonders Maggies Entwicklung kann dabei berühren, sie ist verletzlich und stark zugleich, auf der Suche nach ihrem Platz zwischen Licht und Dunkel. Der Ton des Buches ist ernster geworden, fast melancholisch, und dennoch voller Hoffnung.

Eine Fortsetzung, die tiefer geht, Emotionen weckt und neugierig auf den nächsten Band macht. Wer sich einmal auf Maggies Welt eingelassen hat, möchte sie so schnell nicht wieder verlassen.

Veröffentlicht am 22.07.2025

Ein weiterer intensiver Schritt in einer komplexen Welt

Thousand Autumns. Buch 3
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Im dritten Band der Thousand Autumns spitzt sich alles weiter zu. Die Beziehung zwischen Shen Qiao und Yan Wushi steht am Abgrund - und gleichzeitig fühlt sie sich so greifbar und tief an wie nie zuvor. ...

Im dritten Band der Thousand Autumns spitzt sich alles weiter zu. Die Beziehung zwischen Shen Qiao und Yan Wushi steht am Abgrund - und gleichzeitig fühlt sie sich so greifbar und tief an wie nie zuvor. Trotz all der Verletzungen, Lügen und Einsamkeit wächst etwas zwischen ihnen, das sich nicht mehr wegreden lässt. Kein großes Liebesbekenntnis, keine dramatischen Szenen, stattdessen Blicke, Andeutungen, kleine Gesten, die mehr bedeuten als tausend Worte.

Der Ton des dritten Bandes ist dunkler, ernster. Alte Feinde werden gefährlicher, neue politische Ränkespiele ziehen auf. Shen Qiao bleibt ruhig und entschlossen, doch die Veränderungen, die er durchmacht, sind spürbar. Diese stille Stärke berührt gerade durch ihre Zurückhaltung. Yan Wushi offenbart sich von einer verletzlichen, dennoch scharfzüngigen Seite. Die komplizierte Verbindung zwischen den beiden macht die Geschichte besonders faszinierend. Was das Lesen manchmal herausfordernd macht, ist zugleich Teil des Reizes: daoistische Philosophie, fremde Begriffe und eine vielschichtige Welt, die nicht sofort durchschaubar ist. Wer sich wieder darauf einlässt, wird erneut mit einer vielschichtigen Geschichte belohnt. Der Roman bietet wieder Einblicke in die tiefgründige Intrigen und das komplexe World-Building, das die Saga so besonders macht.

Thousand Autumns präsentiert sich auch im dritten Band als fesselnde Mischung aus historischer Fantasy, politischem Intrigenspiel und tiefgehender Charakterentwicklung, der erneut neugierig auf die Fortsetzung macht.

Veröffentlicht am 21.07.2025

Zwischen Sonnenblumen und Selbstfindung

Allow a Sunflower to Bloom
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Allow a Sunflower to Bloom erzählt eine Geschichte, die sich still entfaltet und dabei tief berühren kann. Emmee, die eigentlich in Frankreich Kunst studieren wollte, landet stattdessen in einer chaotischen ...

Allow a Sunflower to Bloom erzählt eine Geschichte, die sich still entfaltet und dabei tief berühren kann. Emmee, die eigentlich in Frankreich Kunst studieren wollte, landet stattdessen in einer chaotischen WG in Wien und mit ihr zieht eine ganz eigene Mischung aus Unsicherheit, Hoffnung und Neuanfang ein.

Was dieses Buch so besonders macht, ist die feine Art, mit der große Themen wie Identität, Herkunft und Familie verhandelt werden. Nichts wird aufgebauscht, nichts überdramatisiert. Stattdessen fließen Gedanken und Gefühle ganz natürlich durch die Seiten. Das Zusammenspiel zwischen Emmee und Casimir ist dabei besondersgelungen. Es wirkt zu Beginn eher unterkühlt, verwndelt sich dann aber langsam in etwas Zartes und Echtes. Die Verbindung entsteht nicht über große Gesten, sondern über Blicke, kleine Gespräche und geteilte Unsicherheiten. Wien als Kulisse verleiht dem Roman ein warmes, leicht nostalgisches Sommerflair. Sonnenblumen, Altbauzimmer, WG-Küchengespräche, alles fühlt sich greifbar und lebendig an. Gleichzeitig sorgen die anonyme Nachricht, die unerwartete Nachricht vom leiblichen Vater und das Spiel der Fake-Beziehung für eine Spannung, die leise, aber konstant wirkt. Das Buch lässt einen nachdenklich zurück; nicht traurig, eher mit einem sanften Ziehen im Herzen. Der Roman spricht in leisen Tönen und hat auch zwischen den Zeilen viel zu erzählen.

Ein stilles Highlight unter den New-Adult-Romanen - poetisch, nahbar und voller Sonnenblumenglanz.

Veröffentlicht am 21.07.2025

Wenn Glück zur Krankheit wird

All Better Now
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Was passiert, wenn ein Virus nicht nur tötet, sondern auch heilt; auf eine Weise, die das Menschsein selbst infrage stellt? All Better Now entwirft eine düstere und zugleich faszinierende Zukunftsvision. ...

Was passiert, wenn ein Virus nicht nur tötet, sondern auch heilt; auf eine Weise, die das Menschsein selbst infrage stellt? All Better Now entwirft eine düstere und zugleich faszinierende Zukunftsvision. Nach einer globalen Pandemie erleben die Überlebenden nicht nur körperliche Genesung, sondern auch totale emotionale Ausgeglichenheit. Kein Neid, kein Schmerz, keine Sorgen mehr - einfach Glück. Doch was auf den ersten Blick wie eine Utopie wirkt, hat tiefgreifende Konsequenzen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen dabei drei sehr unterschiedliche Jugendliche. Mariel, eine Überlebenskünstlerin ohne Zuhause, scheint gegen das Virus immun zu sein und damit auch gegen seine euphorische Wirkung. Für sie ist echtes Leben nur mit echten Gefühlen möglich, selbst wenn sie wehtun. Rón, Sohn eines mächtigen Tech-Moguls, erlebt durch die Infektion zum ersten Mal Ruhe in seinem von Depressionen geprägten Leben. Für ihn ist das Virus ein Segen und er wird zum überzeugten Botschafter dieser neuen Heilung. Morgan, Tochter einer reichen Familie, kämpft gegen die Verbreitung, weniger aus Nächstenliebe, als aus Angst, Kontrolle und Ehrgeiz zu verlieren. Die Geschichte wirft große Fragen auf: Was macht den Menschen aus? Kann eine Welt ohne Schmerz überleben? Und wie viel Zufriedenheit ist zu viel? Neal Shusterman spinnt daraus einen dichten, oft erschreckenden Plot über Macht, Medien, Wissenschaft und Gesellschaft. Sprachlich ist der Roman kraftvoll, teils provokant, mit raschen Perspektivwechseln und Szenen, die rund um den Globus spielen. Die Kapitel sind abwechslungsreich, mal philosophisch, mal dramatisch, oft bedrückend und lassen Raum für Interpretation. Dabei bleibt die Handlung stets nah an den Figuren, ohne einfache Antworten zu liefern. Einige Passagen wirken dabei jedoch etwas überladen oder ziehen sich, und hier und da hätte etwas mehr emotionale Tiefe bei den Nebenfiguren gut getan. Trotzdem: All Better Now bleibt im Kopf als düstere Mahnung, dass Glück nicht immer das höchste Gut sein muss.

Ein Roman, der zum Nachdenken zwingt. Über das, was fehlt, wenn alles besser ist.