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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.01.2024

das übliche Weihnachtschaos

Stille Nacht im Schnee
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Weihnachten – das Fest der Liebe und Besinnlichkeit. Es sollte ein idyllisches Weihnachtsfest mit der gesamten Großfamilie im winterlichen Urlaubschalet in den Schweizer Alpen werden, doch bei so vielen ...

Weihnachten – das Fest der Liebe und Besinnlichkeit. Es sollte ein idyllisches Weihnachtsfest mit der gesamten Großfamilie im winterlichen Urlaubschalet in den Schweizer Alpen werden, doch bei so vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten sind Drama und Chaos wohl vorprogrammiert. Geplant war ein gemütliches Zusammensein von Großeltern, Kindern und Enkelkindern mit Schlittenfahrt und dem traditionellen Käsefondue. Mit auf der Feier waren auch Hamster Willi und ein Hund und die drei Enkelkinder in unterschiedlichen Altersstufen, da kann man sich denken, dass das Chaos vorprogrammiert war und der Tag nicht ganz nach Plan verlief.
Am besten gefällt mir der Schreibstil des Autors, der das Gefühl vermittelt, dass man als Leser*in mit der Familie vor Ort ist und sich sofort eingebunden fühlt. Außerdem werden Alltagssituationen geschildert, von denen man das Gefühl hat, die eine oder andere Situation kommt mir auch bekannt vor und dadurch wirkt der gesamte Roman sehr lebensnah. Im Nachhinein betrachtet scheinen manche Dinge dann auch nicht mehr so dramatisch, wie man sie in der Situation empfunden hat, wenn die Emotionen hochkochen. Ein sehr lesenswerter Roman für die Vorweihnachtszeit.

Veröffentlicht am 14.01.2024

ein relativ neues Thema

Das Haus
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Die Idee des Buches, ein gemeinsames Haus mitten in der Natur für ältere Menschen, die in einer Art Wohngemeinschaft zusammenleben, aber doch auch getrennte Interessen verfolgen, finde ich spannend und ...

Die Idee des Buches, ein gemeinsames Haus mitten in der Natur für ältere Menschen, die in einer Art Wohngemeinschaft zusammenleben, aber doch auch getrennte Interessen verfolgen, finde ich spannend und wurde auch in der Literatur noch nicht so häufig thematisiert. Es treten auch wichtige Themen auf, wie der Umgang mit dem Tod, welche persönlichen oder neuen Lebensaufgaben erwartet man sich nach dem Berufsleben, wie kann man sich verwirklichen, wie wirken sich die Geschichte und die die aktuellen Tagesereignisse auf das Leben aus.
Das Zusammenleben gestaltet sich für die Bewohnerinnen mal reibungslos und einfach, dann wiederum gibt es Diskussionen und die ersten Unstimmigkeiten treten auf. Hier hätte ich gerne noch mehr davon erfahren.
Vom Schluss bin ich enttäuscht. Er war abrupt und lässt so vieles offen, dass man sich als Leser
in die Frage stellt, was der Grund dafür ist? Wurde nur eine schnelle, einfache Beendigung des Romans bezweckt, ohne sich selbst Gedanken zu machen, wie? Es wäre auch nicht nötig gewesen, so schnell und aussichtslos zu beenden, da der Roman ohnehin eher quantitativ kurz gehalten ist und noch Spielraum für einen ausführlicheren und sanfteren Ausstieg geboten hätte. So hat man sich einfach aus der Verantwortung genommen und den Leser*innen alles hingeschoben, gefällt mir nicht so.

Veröffentlicht am 13.01.2024

Hope

Die Höfe
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Das Cover ist auffällig und einprägsam gestaltet, sodass es mich sofort angesprochen hat. Der Titel ist ziemlich klein und unbedeutend, geht auch unter und auch inhaltlich kann ich mich nicht damit anfreunden, ...

Das Cover ist auffällig und einprägsam gestaltet, sodass es mich sofort angesprochen hat. Der Titel ist ziemlich klein und unbedeutend, geht auch unter und auch inhaltlich kann ich mich nicht damit anfreunden, NO HOPE oder nur HOP hätte mir auch gut als Titel gefallen und wäre auch stimmig gewesen.
Inhaltlich wird die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt, von Grit, von Dana der Ermittlerin und Connor. Dadurch wird Spannung erzeugt, da man als Leser*in Einblick in die verschiedenen Gedankenwelten, die sich nicht immer decken, bekommt. Der Einstieg in das Buch war sehr spannend, im Mittelteil hatte ich das Gefühl, dass ein kleiner Stillstand eingetreten ist und auch die vorangegangenen Situationen wiederholt dargestellt wurden, aber zum Schluss ist dann noch mal Spannung in die Geschichte gekommen und es gab überraschende Wendungen. Mit dem Ende bin ich nur bedingt zufrieden, teilweise wurden Intrigen zu einfach durchgeführt und gewisse Personen kamen unerwartet einfach aus brenzligen Situationen wieder heraus, sodass es etwas too much war.

Veröffentlicht am 10.01.2024

der Roman lebt von der Stimmung

Antoinette
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Der Roman lebt von der einzigartigen Stimmung, die ruhig und erzählend ist, aber auch traurig, nachdenklich, wütend oder hoffnungsvoll. Der männliche Erzähler berichtet aus seiner Sichtweise über das Kennenlernen ...

Der Roman lebt von der einzigartigen Stimmung, die ruhig und erzählend ist, aber auch traurig, nachdenklich, wütend oder hoffnungsvoll. Der männliche Erzähler berichtet aus seiner Sichtweise über das Kennenlernen und die gemeinsame Zeit mit seiner späteren Frau Antoinette, während er in einem ungarischen Thermalbad den Tag verbringt und gedanklich immer wieder abschweift. Es kommen alle Emotionen hoch, vom Kennenlernen und der ersten glücklichen Zeit zusammen, bis zum Kinderwunsch, der sich nie erfüllt hat, trotz zahlreicher Behandlungen und wie sich das Paar dadurch voneinander entfernt und auseinandergelebt hat. Er stellt sich auch die Frage, was wäre gewesen, wenn er ein Vater geworden wäre und wie er sich in dieser Situation verhalten hätte. Die gesamte Situation wird zunehmend bedrückender und traurig und man ahnt als Leser*in schon, wie es ausgehen wird. Mir hat die Stimmung des Buches sehr gefallen, gewisse Situationen hätten kürzer ausfallen können, wie das Umziehen in der Männerumkleidekabine, das mehrere Seiten in Anspruch nimmt, dafür hätte ich mir andere Situationen aus der gemeinsamen Ehe ausführlicher gewünscht.

Veröffentlicht am 10.01.2024

realistische Arbeitsbeschreibungen

Wer das Vergessen stört
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Der Roman hat mir aufgrund der realitätsnahen Einblicke in die Arbeitsweise der Psychotherapeuten und der Polizeiarbeit sehr gut gefallen, aber auch schon Titel und Cover haben mich zuvor angesprochen. ...

Der Roman hat mir aufgrund der realitätsnahen Einblicke in die Arbeitsweise der Psychotherapeuten und der Polizeiarbeit sehr gut gefallen, aber auch schon Titel und Cover haben mich zuvor angesprochen. Man merkt, dass die Autorin Praxiserfahrung hat und dies macht die Arbeit von Lily authentisch, vor allem die Übungen, die sie mit Vera praktiziert und ihr mitgegeben hat, haben mir sehr gefallen. Die Charaktere sind abwechslungsreich und stark in ihren Persönlichkeiten, wenn auch nicht immer sympathisch, wie Dan. Außerdem finde ich die Alltagssituationen, die neben den Hauptsträngen, Platz gefunden haben, auflockernd und erheiternd. Beispielsweise die Situation in der Nachbarschaft zwischen Vogelliebhaber und Katzenbesitzerin, das könnte sich tatsächlich in ähnlicher Weise abspielen, aber auch die familiäre Situation und Probleme mit der Verwandtschaft von Lily. Eine Situation hat mir nicht gefallen, dass erwähnt wurde, dass Lily Bekleidung für ihre neugeborene Nichte bei Primark eingekauft hat. Die Schleichwerbung für diese Firma finde ich unnötig, auch wenn man ihren Umgang mit den schlechten Arbeitsbedingungen und fehlendem Umweltschutz einbezieht, dies hätte man auch neutral beschreiben oder weglassen können.
Die Hintergrundgeschichten zu den Fällen sind sehr interessant, vor allem Vera, die sich mit Hilfe von Therapiestunden versucht an die schicksalhaften Ereignisse aus ihrer Kindheit zu erinnern, auch wenn dies aus therapeutischer Hinsicht erstaunlich schnell funktioniert hat. Und auch ihre Panikattacken und Schlafstörungen sind recht schnell verschwunden. Samantha hat mir als Charakter nicht so gut gefallen, sie wird ziemlich naiv dargestellt, auch in ihrer Ausdrucksweise und Sprache, obwohl sie tief in ihrem Inneren auch eine starke Seite besitzt.
Ein sehr kurzweiliger und interessanter Roman, der auch Bezug auf die örtlichen Gegebenheiten nimmt und viel Platz zum Entfalten der Charaktere lässt.