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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2022

ein humorvoller Schwedenkrimi

Der Tod macht Urlaub in Schweden
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Wie schon der Titel vermuten lässt, ist der Krimi humorvoll und leicht, nicht blutrünstig oder brutal – ein sommerlicher Urlaubskrimi zum Schmunzeln mit schwedischem Flair. Die wichtigsten Charaktere werden ...

Wie schon der Titel vermuten lässt, ist der Krimi humorvoll und leicht, nicht blutrünstig oder brutal – ein sommerlicher Urlaubskrimi zum Schmunzeln mit schwedischem Flair. Die wichtigsten Charaktere werden gleich zu Beginn eingeführt, sodass man sofort mitten im Geschehen ist. Besonders ansprechend finde ich auch die Beschreibung der örtlichen Gegebenheiten, diese sind sehr anschaulich, bildhaft. Das ungleiche Ermittlerduo hat auch jeweils ihre/seine Vorzüge und liebenswerten Schwachstellen und es wird auch die gesamte Familie samt Hintergrundinformationen involviert. Die Befragten verschleiern und lügen wie gedruckt und nun liegt es an Peter, der eigentlich im Krankenstand und auf Urlaub ist, herauszufinden, wer noch am nächsten an den wahren Gegebenheiten liegt. Ich kann den Kriminalroman sehr gut als Urlaubslektüre für den Strandurlaub empfehlen, leicht zu lesen, witzig, mit Charme und keinesfalls brutal.

Veröffentlicht am 13.07.2022

ein außergewöhnliches Leseerlebnis

Verheizte Herzen
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Das Besondere an diesem Roman ist der Schreibstil. Die Autorin verwendet kurze, stakkatoartige Sätze, teilweise wieder längere Passagen und dann wieder poetische Sequenzen, sodass man auch die Stimmung ...

Das Besondere an diesem Roman ist der Schreibstil. Die Autorin verwendet kurze, stakkatoartige Sätze, teilweise wieder längere Passagen und dann wieder poetische Sequenzen, sodass man auch die Stimmung anhand des Stils sehr gut vermittelt bekommt. Für mich war es als Leserin eine erstmalige und außergewöhnliche Leseerfahrung, die man gar nicht so gut beschreiben kann, sondern die man einfach selbst ausprobieren muss.
Das Thema ist ebenfalls fesselnd und weckt die unterschiedlichsten Gefühlswelten beim Lesen. Ana ist in einer verfahrenen Situation: Sie hat eine Familie mit Ehemann und Kindern und auf der anderen Seite einen Liebhaber, der plötzlich verunglückt. Wie soll und darf sie reagieren? Darf sie ihrer Trauer Raum und Platz geben oder muss bzw. kann sie ihre Gefühle vor ihrer Familie verstecken? Wie lange kann das gut gehen oder wirft es Ana komplett aus der Bahn? Und dann trifft sie beruflich auch noch auf die Ehefrau ihres Geliebten. Dieses Dilemma aus Anas Sicht mitzuerleben ist wirklich sehr spannend und durch den involvierenden Schreibstil ist man selbst befangen und mitten im Geschehen. Ich kann den Roman weiterempfehlen, er ist eine außergewöhnliche Leseerfahrung.

Veröffentlicht am 21.06.2022

am Ende kommt es anders

Die erste Frau
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Der Thriller ist sehr fesselnd, da die Atmosphäre von Beginn an geheimnisvoll, unheilerwartend ist, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Hannah und Thomas zuerst frisch verliebt und neu ...

Der Thriller ist sehr fesselnd, da die Atmosphäre von Beginn an geheimnisvoll, unheilerwartend ist, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Hannah und Thomas zuerst frisch verliebt und neu zusammengezogen, dann kommen schon die ersten Zweifel. Hannah wird nach ihrem Einzug in Thomas Haus ständig an seine Exfrau erinnert, die vor zwei Jahren spurlos verschwunden ist und sogar den Sohn zurückgelassen hat. Sie beginnt zu hinterfragen, Dinge kommen ihr nicht ganz geheuer vor und der Gedanke, was mit Katharina passiert sein könnte, lässt sie nicht mehr los. Dann kommt auch noch überraschend ein Brief, angeblich von Katharina. Kann das sein? Wer steckt dahinter und warum? Die Spannung steigert sich auf ein neues Niveau. Am Ende kommt es anders als gedacht, aber gerade das liebe ich so an guten Büchern!

Veröffentlicht am 21.06.2022

von Befreiung kann keine Rede sein

Stille Befreiung
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Ich bin hin- und hergerissen, was ich vom Roman halten soll. Auf der einen Seite hat er mich zum Teil gut unterhalten, zum Teil aufgeregt, aber mit den Charakteren konnte ich nicht so richtig Freundschaft ...

Ich bin hin- und hergerissen, was ich vom Roman halten soll. Auf der einen Seite hat er mich zum Teil gut unterhalten, zum Teil aufgeregt, aber mit den Charakteren konnte ich nicht so richtig Freundschaft schließen und zudem haben die vielen Klischees und veralteten Ansichten sehr gestört. An manchen Stellen fragt man sich als Leser*in aus welchem Zeitalter Sandra und ihre Freunde stammen, dabei sollte es doch ein aktueller Roman sein.
Sandra hat einerseits mein Mitgefühl, aber auch ein Händchen für ungute Situationen – sie fordert das Pech nahezu heraus. Wenn der Titel auch „Stille Befreiung“ heißt, so rutscht sie meiner Meinung nach, von einer Abhängigkeit in die nächste und ändert ihr Leben nicht gerade zu ihrem Besten.
Der Umgang mit ihrer Tochter wird ebenfalls eigenartig beschrieben. Als Mutter würde ich kämpfen bis zum Schluss, wenn ich den Verdacht habe, dass es meinem Kind nicht gut geht und sie auch nicht in dubiosen Verhältnissen zurücklassen und resignieren, weder bei einer psychisch kranken Schwiegermutter und schon gar nicht, wenn ich den Verdacht habe, dass sie verletzt sein könnte.
Auf ihre Freundin Carina kann sie sich zumindest meistens verlassen, sie hilft ihr, wo sie kann und ist auch die einzige vernünftige Person in diesem Buch. Erstaunt war ich, dass die beiden Freundinnen den Zustand der Wohnung, die wirklich schlimm aussehen muss und keinem Standard entspricht, einfach so hinnehmen und mit ein wenig Deko versuchen, wohnlich zu gestalten. An Sandras Stelle wäre ich sofort wieder umgedreht und ausgezogen. Dass sich Sandra vor ihrer Familie schämt, kann ich gut verstehen. Sie kommt mir auch sehr passiv und depressiv vor, sie hat resigniert und sich mit der Situation abgefunden.
Zum Glück findet Sandra bei Rebekka eine Arbeit, die ihr Spaß macht, die gut mit ihrer Familiensituation vereinbar ist und zudem auch noch gut bezahlt ist. Offensichtlich ist auch, dass Rebekka und Sandra sehr voneinander profitieren.
Das Ende lässt mich zwiegespalten zurück. Einerseits freut es mich für Rebekka, dass sie so viele Fähigkeiten wieder erlernen kann und besser zurechtkommt, auch im Wohnheim ist sie bestimmt altersgemäß und gut aufgehoben. Andererseits kann ich den Beziehungswechsel von Sandra nicht nachvollziehen, das war zu schnell, zu glatt, sie stürzt sich wieder einmal von einer Beziehung in die nächste, von einer Abhängigkeit in die nächste – ob das gutgehen kann auf Dauer?

Veröffentlicht am 21.06.2022

kreative Idee - mehr erwartet

Aibohphobia
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Ich finde die Idee, die dem Buch zugrunde liegt, recht kreativ und habe mir ehrlich gesagt auch mehr erwartet. Zu Beginn sind die Briefe zwischen dem Psychiater und seinem Patienten spannend zu verfolgen, ...

Ich finde die Idee, die dem Buch zugrunde liegt, recht kreativ und habe mir ehrlich gesagt auch mehr erwartet. Zu Beginn sind die Briefe zwischen dem Psychiater und seinem Patienten spannend zu verfolgen, mit der Zeit kommen erste Zweifel auf und am Ende dreht sich die Situation um. Zudem wiederholen sich gewisse Floskeln, Behandlungsmethoden usw. laufend, sodass für mich die Spannung schnell abflaut, obwohl das Buch sehr kurzgehalten ist. Den Schluss finde ich für mich als Leserin wenig zufriedenstellend, ohne mehr vom Inhalt verraten zu wollen. Am kreativsten finde ich den Titel und die Bedeutung des Wortspieles dahinter.