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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2022

zu kurz, zu wenig Tiefgang

Eifersucht
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Nachdem ich die Kriminalromane von Jo Nesbo ziemlich alle gelesen habe, waren meine Ansprüche an die Kurzgeschichten ebenfalls hoch. Leider wurden diese nur teilweise erfüllt. Der Schreibstil ist angenehm, ...

Nachdem ich die Kriminalromane von Jo Nesbo ziemlich alle gelesen habe, waren meine Ansprüche an die Kurzgeschichten ebenfalls hoch. Leider wurden diese nur teilweise erfüllt. Der Schreibstil ist angenehm, klar strukturiert, wenig schnörkelhaft und manchmal muss man als Leser*in auch das Ungesagte, das zwischen den Zeilen steht, erahnen, das gefällt mir ganz gut am Autor. Die Kurzgeschichten an sich sind wenig überraschend aufgebaut und bedienen die üblichen Klischees, besonders interessant finde ich das Berufsbild eines Ermittlers, der sich auf Mord aus Eifersucht spezialisiert hat. Theoretisch klingt dies für mich sehr spannend, umgesetzt kann ich allerdings keinen Unterschied zu einem „normalen“ Ermittler, wie in allen anderen Krimis und Thriller vorkommend, erkennen und auch die ausgewählte Person in der Geschichte wirkt nicht gerade geeignet, vor allem in Bezug auf seine persönlichen Erfahrungen. Dennoch war es ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen, vielleicht sogar zu kurz, denn manche Geschichten hätten gerne weiter ausgeführt werden können, denn in der Kürze ist es leider nicht gelungen, Tiefgang zu erzeugen.

Veröffentlicht am 24.03.2022

hat mich überrascht

Hitze
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Ich muss gestehen, das Buch hat sich in eine andere Richtung entwickelt als ich mir vorgestellt hatte und dies hat mich positiv überrascht. Der Titel und das Cover sind auch nicht eindeutig zu interpretieren ...

Ich muss gestehen, das Buch hat sich in eine andere Richtung entwickelt als ich mir vorgestellt hatte und dies hat mich positiv überrascht. Der Titel und das Cover sind auch nicht eindeutig zu interpretieren bzw. erwecken andere Assoziationen. Edie finanziert sich mit einem Bürojob ihr Kunststudium und lebt quasi in einer anderen Welt – bis sie eine Affäre mit Eric beginnt, der doppelt so alt ist und zudem aus einer anderen Schicht kommt. Interessant finde ich den Aufschwung des Buches als Edie auf Erics Frau trifft und dies nicht kitschig oder klischeehaft abläuft, kein offensichtliches Eifersuchtsdrama, sondern im gegenseitigen Verständnis füreinander. Edie bewundert Erics Frau und ihr berufliches Engagement und auch mit der Adoptivtochter Akila versteht sie sich wunderbar und wird ihre Vertrauensperson. Akila fühlt sich in ihrem noblen Wohnviertel ausgegrenzt und mit ihren Problemen nicht verstanden. Nach und nach wird Edie immer mehr Teil der Familie, was mich sehr überrascht hat. Zudem werden im Buch auch Themen wie Rassismus und Sexismus angesprochen, was es auf ein deutlich anderes Niveau gehoben hat als ich mir zuerst vorgestellt hatte.

Veröffentlicht am 23.03.2022

zwischen Genie und Wahnsinn

Teufelsnetz
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Ich musste den Thriller kurz nach dem Lesen einmal sacken lassen um mir klar darüber zu werden, was ich gut fand und was nicht, da er mich etwas irritiert hat. Den Einstieg in die Reihe habe ich mit dem ...

Ich musste den Thriller kurz nach dem Lesen einmal sacken lassen um mir klar darüber zu werden, was ich gut fand und was nicht, da er mich etwas irritiert hat. Den Einstieg in die Reihe habe ich mit dem zweiten Teil begonnen, wobei ich nicht den Eindruck hatte, dadurch nicht oder schlechter folgen zu können. Altersgemäß eignet sich der Thriller sehr gut für Teenager und jung gebliebene Erwachsene, die sich durch die Aktualität der Themen über die Bloggerszene angesprochen fühlen. Inhaltlich finde ich, dass recht dick aufgetragen wird, hier wäre weniger mehr gewesen. Durch die Dichte an Informationen und vor allem auch durch Jessicas Charakter, der irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn liegt, fühlte ich mich zwischenzeitlich hin- und hergerissen, wie ich dies nun finden soll. Ehrlich betrachtet, ist Jessica aufgrund ihrer charakterlichen und psychischen Ausprägungen nicht arbeitsfähig, sondern müsste sich dringend in Behandlung begeben. In der Fiktion des Thrillers kann man dies natürlich gut durchgehen lassen, aber trotzdem ist es schon sehr realitätsfern.

Veröffentlicht am 23.03.2022

nicht allzu viel Staub aufgewirbelt

Nichts als Staub
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Allzu viel Staub hat dieser Kriminalroman inhaltlich gesehen nicht aufgewirbelt, sprachlich ist er mitreißend für die Leser*innen. Alina Grimm begibt sich als Streifenpolizistin mit ihren Ansprüchen und ...

Allzu viel Staub hat dieser Kriminalroman inhaltlich gesehen nicht aufgewirbelt, sprachlich ist er mitreißend für die Leser*innen. Alina Grimm begibt sich als Streifenpolizistin mit ihren Ansprüchen und Ermittlungen in Lebensgefahr und landet auch schon bald im Krankenhaus. Davon lässt sie sich aber nicht ausbremsen, sie holt sich Unterstützung von allen möglichen Personen aus ihrem Umfeld und ermittelt eifrig weiter, wenn auch mit sehr unkonventionellen Methoden. An sich ist der Krimi spannend zu lesen, es passiert viel in recht kurzer Zeit, er ist kurzweilig und temporeich, aber die Handlungen sowie die Ermittlungen sind sehr weit von der Realität entfernt. Wer diesen Anspruch auf annähernd realistische Darstellung nicht hat, wird sich sehr gut unterhalten fühlen.

Veröffentlicht am 23.03.2022

melancholischer Roman

Unser wirkliches Leben
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Der Roman hat eine melancholische Grundstimmung, die sich über die gesamte Geschichte hinweg durchzieht und auch in den eigentlich positiven Momenten nicht wirklich verbessert. Als Leserin begleitet man ...

Der Roman hat eine melancholische Grundstimmung, die sich über die gesamte Geschichte hinweg durchzieht und auch in den eigentlich positiven Momenten nicht wirklich verbessert. Als Leserin begleitet man Anna in den Höhen und Tiefen ihres Jugendlebens, obwohl die Tiefen eindeutig überwiegen und zwischenzeitlich möchte man Anna nur schütteln, damit sie aufwacht und Bewegung in Form von Änderung in ihr Leben bringt. Schon zu Beginn ihrer Beziehung mit Max hatte ich ein mulmiges Gefühl, dass sich dann nach gewissen Aktionen von ihm noch verstärkte. Anna begibt sich immer weiter in eine Abhängigkeit und richtet sich komplett nach Max. Von ihren großen Zielen, einer Karriere als Opernsängerin, für die sie so hart hingearbeitet hat, lässt sie sich auch abbringen. Als Max sich aus Annas Leben zurückzieht, hatte ich eine Chance für eine positive Entwicklung gesehen. Anna ist kurzzeitig aufgeblüht, hat mehr Zeit mit Gleichaltrigen verbracht und auch Spaß gehabt, aber diese Phase war leider nur von kurzer Dauer. Anna ist hin- und hergerissen und auch am Ende des Romanes wird man als Leserin mit einem mulmigen Gefühl zurückgelassen. Auch wenn ich inhaltlich etwas enttäuscht war, so hat mir der Schreibstil der Autorin dennoch recht gut gefallen, allerdings hätten ein paar inhaltliche Ausreißer zum Wachrütteln dabei sein können, plätschert das Jahr mit Anna doch recht konstant dramatisch dahin.