Icats - Indy und Co schicken James Bond in Rente
Katerminator„Katerminator“ von Kerstin Fielstedde ist ein Katz und Mauskrimi oder besser ein Katzenagenthriller, der selbst James Bond erblassen lässt. Erschienen ist er 2019 bei der Emons Verlags GmbH.
Ian und Indy ...
„Katerminator“ von Kerstin Fielstedde ist ein Katz und Mauskrimi oder besser ein Katzenagenthriller, der selbst James Bond erblassen lässt. Erschienen ist er 2019 bei der Emons Verlags GmbH.
Ian und Indy sind die Topagenten bei den ICATS und als solche haben sie natürlich auch Feinde. Bewaffnete Jäger der Tierversuchsanstalt kommen ihnen und ihrem Team gefährlich Nahe und so suchen sie Unterschlupf bei den strenggläubigen Freimaunzern. Die Oberpriesterin und Anführerin Djann Dark wird fast wie eine Göttin verehrt, hat aber ganz eigene Pläne. Natürlich sind die Icats aufmerksam, aber dennoch riechen sie den Braten fast zu spät und Ian und Ziehsohn Schneuzi geraten in die Fänge der Bluthunde der nachtragensten Schnüffler Amerikas kurz NSA. Klar, dass das restliche Team alles dransetzt, sie zu befreien, aber kommen sie rechtzeitig um die Kater vor brutalsten Verhörmethoden zu bewahren?
Mit Katerminator liefert Kerstin Fielstedde eine gelungene Fortsetzung zum ersten Band „Kamikatze“. Die Protagonisten sind einmalig und genauso einmalig ist auch der Humor, der trotz der Spannung immer durchkommt. James Bond und M können in Rente gehen, denn jetzt kommen Indy, Ian, Schneuzi, Maxim, Honeyball, Kilofoxtrott, Dreipunkteins und Xplode, und die stehen ihnen in nichts nach. Selten habe ich ein Buch mit Katzen so genossen. Von der ersten bis zur letzten Seite fesselte mich die Handlung so sehr, dass ich mich zwingen musste, Pausen einzulegen. Seit Felidae sind Katzenkrimis nicht neu, aber dieser ist in seiner Art etwas Besonderes. Eine Übertragbarkeit auf die menschliche Welt ist gegeben ohne zu vermenschlichen. Jeder Charakter hat seine Eigenheiten, die einfach zu ihm gehören und zusammen sind sie einfach WOW, Zusammenarbeit und Zusammenhalt im Team wie es besser nicht sein kann. Die Namenswahl ist echt genial. Und ein Maulwurf als böser Gegenspieler, der unwesentlich unter Größenwahn leidet – von den Menschen der Tierversuchsanstalt mal abgesehen – ist eine Wahnsinnsidee und so passend, denn mit ihrem samtigen Fell sehen Maulwürfe schon recht edel aus. Die liebevollen Zeichnungen am Ende hätten einfach an den Anfang gehört, aber vermutlich soll der Leser erst einmal seine eigene Fantasie arbeiten lassen. Katerminator hat mir mit seinem Humor, seinen Charakteren und seiner gut ausgearbeiteten Geschichte, die manchmal ein wenig „Fabel“haft ist, sehr gut gefallen.
Ich kann diese Geschichte jedem empfehlen, denn ich denke, auch jemand, der kein Katzenliebhaber ist, wird daran Gefallen finden und sich unterhalten fühlen – vielleicht sogar so sehr, dass er mehr davon lesen will. Mir geht es so und ich freue mich schon auf den nächsten Band. Aber erst einmal werde ich Kamikatze lesen.