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Veröffentlicht am 16.07.2020

Eine zarte Rose im Bann von Liebe und Gefahr

Rose in the Darkness
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„Rose in the Darkness – Dein Leben in seiner Hand“ von Bonnie Sharp ist ein Dark Romance Thriller der besonderen Art und im März 2020 erschienen.
Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann schlägt ...

„Rose in the Darkness – Dein Leben in seiner Hand“ von Bonnie Sharp ist ein Dark Romance Thriller der besonderen Art und im März 2020 erschienen.
Auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann schlägt sich Rose mit miesen Gelegenheitsjobs durch. Als sie sich gegen die Übergriffe ihres Chefs wehrt, wird sie gefeuert. Zufällig bekommt sie die Möglichkeit, Kurierfahrerin zu werden. Zu spät erkennt sie, dass sie damit zum Muli des größten mexikanischen Kartells geworden ist und Aussteigen nicht zu den Optionen gehört. Lediglich Julio scheint zu interessieren was in ihr vorgeht, doch er ist die rechte Hand des Bosses und hält nichts von Gefühlen. Sein untrügliches Gespür für Gefahr hat ihn auf seinen Posten gebracht. Doch als es zu Konflikten kommt und sein Boss einen Krieg mit seinem größten Feind herausbeschwört, geraten beide zwischen die Fronten und Julio muss sich entscheiden.
Angezogen von der blutroten Rose auf dem Cover wurde ich verführt, den Klappentext zu lesen und sofort wusste ich, das Buch muss ich haben. Meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Erwartet hatte ich eine spannende Geschichte, in die eine Liebesgeschichte eingebettet sein würde und natürliche viele gefährliche Situationen, denn schließlich war die Mafia im Spiel. Die Autorin vermag es, so fesselnd zu schreiben, dass man direkt in die Geschichte hineingezogen wird. Vor dem geistigen Auge entsteht das Bild von Julio, der seit vielen Jahren im Kartell arbeitet, Gefühle lässt er nicht zu. Sein untrüglicher Instinkt für Gefahr und seine bedingungslose Treue ließen ihn zur rechten Hand seines Chefs aufsteigen. Und dann trifft er auf Rose, Rose, die nicht als strahlende Superfrau beschrieben wird, sondern eher unauffällig ist, so unauffällig, dass sie als Muli in Frage kommt. Man spürt, wie langsam Gefühle aufkeimen, das leise Knistern. Julio ist kein Engel, er ist ein Killer, hat eiskalt seine Aufträge ausgeführt. In diesem Romance Thriller hat man alles – Leidenschaft, Brutalität, Liebe. Einziges Manko war für mich, dass es spanische Sätze gab, die aber nicht übersetzt wurden, so dass ich das Internet zur Hilfe nehmen musste.
Es war schwer, das Buch nicht in einem Rutsch durchzulesen. Ich bin absolut begeistert. Meine einzige Warnung: Vorsicht absolute Suchtgefahr!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.07.2020

Icats - Indy und Co schicken James Bond in Rente

Katerminator
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„Katerminator“ von Kerstin Fielstedde ist ein Katz und Mauskrimi oder besser ein Katzenagenthriller, der selbst James Bond erblassen lässt. Erschienen ist er 2019 bei der Emons Verlags GmbH.
Ian und Indy ...

„Katerminator“ von Kerstin Fielstedde ist ein Katz und Mauskrimi oder besser ein Katzenagenthriller, der selbst James Bond erblassen lässt. Erschienen ist er 2019 bei der Emons Verlags GmbH.
Ian und Indy sind die Topagenten bei den ICATS und als solche haben sie natürlich auch Feinde. Bewaffnete Jäger der Tierversuchsanstalt kommen ihnen und ihrem Team gefährlich Nahe und so suchen sie Unterschlupf bei den strenggläubigen Freimaunzern. Die Oberpriesterin und Anführerin Djann Dark wird fast wie eine Göttin verehrt, hat aber ganz eigene Pläne. Natürlich sind die Icats aufmerksam, aber dennoch riechen sie den Braten fast zu spät und Ian und Ziehsohn Schneuzi geraten in die Fänge der Bluthunde der nachtragensten Schnüffler Amerikas kurz NSA. Klar, dass das restliche Team alles dransetzt, sie zu befreien, aber kommen sie rechtzeitig um die Kater vor brutalsten Verhörmethoden zu bewahren?
Mit Katerminator liefert Kerstin Fielstedde eine gelungene Fortsetzung zum ersten Band „Kamikatze“. Die Protagonisten sind einmalig und genauso einmalig ist auch der Humor, der trotz der Spannung immer durchkommt. James Bond und M können in Rente gehen, denn jetzt kommen Indy, Ian, Schneuzi, Maxim, Honeyball, Kilofoxtrott, Dreipunkteins und Xplode, und die stehen ihnen in nichts nach. Selten habe ich ein Buch mit Katzen so genossen. Von der ersten bis zur letzten Seite fesselte mich die Handlung so sehr, dass ich mich zwingen musste, Pausen einzulegen. Seit Felidae sind Katzenkrimis nicht neu, aber dieser ist in seiner Art etwas Besonderes. Eine Übertragbarkeit auf die menschliche Welt ist gegeben ohne zu vermenschlichen. Jeder Charakter hat seine Eigenheiten, die einfach zu ihm gehören und zusammen sind sie einfach WOW, Zusammenarbeit und Zusammenhalt im Team wie es besser nicht sein kann. Die Namenswahl ist echt genial. Und ein Maulwurf als böser Gegenspieler, der unwesentlich unter Größenwahn leidet – von den Menschen der Tierversuchsanstalt mal abgesehen – ist eine Wahnsinnsidee und so passend, denn mit ihrem samtigen Fell sehen Maulwürfe schon recht edel aus. Die liebevollen Zeichnungen am Ende hätten einfach an den Anfang gehört, aber vermutlich soll der Leser erst einmal seine eigene Fantasie arbeiten lassen. Katerminator hat mir mit seinem Humor, seinen Charakteren und seiner gut ausgearbeiteten Geschichte, die manchmal ein wenig „Fabel“haft ist, sehr gut gefallen.
Ich kann diese Geschichte jedem empfehlen, denn ich denke, auch jemand, der kein Katzenliebhaber ist, wird daran Gefallen finden und sich unterhalten fühlen – vielleicht sogar so sehr, dass er mehr davon lesen will. Mir geht es so und ich freue mich schon auf den nächsten Band. Aber erst einmal werde ich Kamikatze lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2020

Zwei dicke Freunde werden dünn

Peety
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„Peety – Ein Hund auf Rezept“ ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen Hund und Mensch, geschrieben von Eric o´Grey mit Mark Dagostino, erschienen 2019 im Eden Verlag.
Eric ist 53 und davon überzeugt, ...

„Peety – Ein Hund auf Rezept“ ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen Hund und Mensch, geschrieben von Eric o´Grey mit Mark Dagostino, erschienen 2019 im Eden Verlag.
Eric ist 53 und davon überzeugt, dass er den besten Teil seines Lebens bereits hinter sich hat. Sein Übergewicht macht das Leben für ihn nicht gerade leichter. Als er gesundheitliche Probleme bekommt, wird ihm klar, er muss was tun. Er findet eine Ärztin, die ihm zuhört und die Medizin, die sie ihm verschreibt, überrascht ihn sehr. Sie schickt ihn nämlich ins Tierheim. Eric befolgt ihren Rat und bekommt Peety, einen Hund, der wie er gesundheitliche Probleme wegen seines Gewichtes hat. Eine wunderbare Freundschaft und ein gemeinsamer Kampf um die Gesundheit beginnt – doch werden sie ihn gewinnen?
Ich bin ganz ehrlich, ich habe dieses Buch vor allem wegen des Bildes auf dem Cover gelesen. Der Hund ist super. Nach den ersten Seiten konnte ich mich dem Zauber der Geschichte nicht entziehen. Eric O´Grey beschreibt authentisch und ehrlich wie es ihm ging als übergewichtiger Mann, welche Erfahrungen er machen musste und seine langsam beginnende Freundschaft mit Peety. Die Beziehung zwischen ihm und Peety war innig und hat beiden gut getan, was man auch im Verlauf der Erzählung merkt. Seine Anregungen zur Ernähungsumstellung haben dazu geführt, dass ich mich an ganz neuen Gerichten versucht habe. Vegetarisch und mexikanisch war gar nicht schlecht. Leider gibt er keines seiner Rezepte preis – zumindest im Buch nicht. Es wäre schön gewesen, wenigstens ein Rezept im Verlauf der Buches zu finden – oder am Ende.
Aufgefallen ist mir auch, dass er mit Menschen augenscheinlich nicht ganz so gut zurecht kommt wie mit Tieren bzw. nur dann, wenn auch sein Hund dabei ist. Das zerstört ein wenig die ansonsten wunderbare Geschichte seiner Freundschaft zu Peety. Das Buch hat mir trotzdem gefallen und ich empfehle es allen, die Hundegeschichten mögen.



  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2020

Ein verschwundenes Baby, ein undurchsichtiger Profiler und eine taffe Crime-Podcasterin

Die Frequenz des Todes
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„Die Frequenz des Todes“ von Vincent Kliesch nach einer Idee von Sebastian Fitzek ist ein AURIS Thriller, der im Mai 2020 im Droemer Verlag erschienen ist.
„Hilfe, mein Baby ist weg! Hier ist nur Blut….“ ...

„Die Frequenz des Todes“ von Vincent Kliesch nach einer Idee von Sebastian Fitzek ist ein AURIS Thriller, der im Mai 2020 im Droemer Verlag erschienen ist.
„Hilfe, mein Baby ist weg! Hier ist nur Blut….“ – danach Kampfgeräusche und dann bricht der Notruf ab. Oswald Holder weiß, wenn einer aus diesem Tonfragment Informationen ziehen kann, die ihm helfen, das Kind zu finden und zu retten, dann ist es Matthias Hegel, seines Zeichens forensischer Phonetiker, aber auch ein Mensch, der wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft sitzt. Dieser wiederum bringt mit einer List die Crime-Podcasterin Jula dazu, ihn bei seinen Ermittlungen zu unterstützen. Dabei gerät die junge Frau mehr als einmal in tödliche Gefahr.
Es handelt sich hier um den zweiten Teil der AURIS Reihe und auch wenn ich den ersten Teil nicht kenne, konnte ich der Handlung problemlos folgen. Der Schreibstil und die fesselnde Geschichte um den forensischen Phonetiker Matthias Hegel und der Crime-Podcasterin Jula sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Jula ist zwar eine starke Frau, hat aber auch ihre verletzlichen Seiten. Die Undurchschaubarkeit des Charakters von Matthias Hegel kommt durch das Zusammenspiel mit ihr erst richtig zur Geltung. Immer wenn man meint, man wüsste, wie es jetzt weitergeht, kommt eine erneute überraschende Wende. Und doch führen am Ende alle Fäden plausibel zusammen. Es bleibt nichts ungeklärt, was geklärt werden muss. Natürlich bleibt einiges offen, doch das wird mit Sicherheit im nächsten Band weiter geklärt werden. Durch die Geschichte zieht sich ein roter Faden, der offenbar in Band I begonnen wurde. Trotzdem kann Band II als Einzelband bestehen, denn die Erklärungen reichen aus, um gut genug im Bilde zu sein und alles zu verstehen.
Mir hat der Thriller gefallen und ich war so gefesselt, dass ich mir Band I geholt habe und nun voller Spannung und Ungeduld auf Band III warte. Ich glaube, ich habe einen neuen Lieblingsautor gefunden. Für Thrillerfans ist das Buch ein Muss – aber Vorsicht Suchtgefahr!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2020

Iris, Louis, Silas - eine Frau im Bann von Kunst, Liebe und Besessenheit

The Doll Factory
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„The Doll Factory“ von Elizabeth MacNeal ist ein Roman, der seine Leser die Zeit der Weltausstellung in London hautnah erleben lässt und im März 2020 im Eichborn Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen ...

„The Doll Factory“ von Elizabeth MacNeal ist ein Roman, der seine Leser die Zeit der Weltausstellung in London hautnah erleben lässt und im März 2020 im Eichborn Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen ist.
Iris, eine junge Künstlerin, sehnt sich nach mehr als ihr ihre Arbeit in einer Puppenmanufaktur bieten kann. Nicht einmal mit ihrer Zwillingsschwester, die auch dort arbeitet, ahnt etwas von ihrer Sehnsucht, ein Dasein als Künstlerin zu führen. Als ihr eines Tages im Hyde Park auf Silas trifft, ahnt sie nicht, wie schicksalhaft diese Begegnung ist. Die Begegnung war kurz und ist schnell vergessen – von ihr, aber nicht von Silas. Während sie es schafft, dass der Maler Louis Frost ihr als Gegenleistung fürs Modell stehen Unterricht gibt, entwickelt Silas eine wahre Besessenheit für sie. Er ist Sammler von schönen, seltsamen, faszinierenden und ungewöhnlichen Dingen und er will sie. Während Iris durch den Maler Louis in eine ihr völlig neue Welt eingeführt wird, ahnt sie nicht, dass sie einen heimlichen Verehrer hat, der seine ganz eigenen Pläne verfolgt.
Elizabeth MacNeal ist mit diesem Roman gelungen, ein lebendiges Bild von der Zeit um 1850 zu zeichnen. Der Leser liest nicht nur eine Geschichte, er erlebt sie mit. Jeder Charakter ist mit allen seinen Eigenheiten und Fehlern so wunderbar ausgearbeitet, dass er lebendig wirkt Diese Lebendigkeit der Charaktere und natürlich auch der Schreibstil der Autorin führen dazu, dass man von der Geschichte so gefesselt ist, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Besonders gefallen hat mir Iris. Sie ist zwar eine Frau, aber sie hat Kampfgeist und Stärke, ohne jedoch egoistisch zu sein. Auch wenn sie ihre eigenen Wege geht, vergisst sie ihre Schwester nicht. Sie hat es nicht leicht, doch Aufgeben ist für sie keine Option. Der Gegenpart dazu ist mit Silas gut gelungen. Silas ist mehr als merkwürdig und schafft es, dass dem Leser eine Gänsehaut über den Rücken läuft – und das mehr als einmal.
Mir hat das Buch sehr gefallen und ich kann es jeden wirklich wärmstens empfehlen. Es vereint Spannung, Geheimnis, Grauen und Liebe auf wunderbare Weise. Von dieser Schriftstellerin bin ich nach diesem Buch ein echter Fan geworden und werde bestimmt weitere Werke von ihr lesen.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Atmosphäre