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Veröffentlicht am 07.03.2024

Abenteuerlich, magisch, appetitlich!

Billy und der geheimnisvolle Riese (Teil 1)
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Rahmenhandlung: Jamie Oliver liest abends seinen Zwillingen vor, bzw. sie lesen mit. Doch seine Tochter Keira mag nicht, denn das Lesen fällt ihr schwer, wie ihr Vater hat sie eine LRS und die Wörter tanzen ...

Rahmenhandlung: Jamie Oliver liest abends seinen Zwillingen vor, bzw. sie lesen mit. Doch seine Tochter Keira mag nicht, denn das Lesen fällt ihr schwer, wie ihr Vater hat sie eine LRS und die Wörter tanzen vor ihren Augen. Um sie zu ermutigen erzählt er die aufregende Geschichte von Billy und seinen Freunden: Billy (12) wächst bei seinen Eltern in einer ländlichen Gegend auf. Er liebt gutes Essen und wird im elterlichen Pub bestens versorgt. Im Garten hat er mit seinen Freunden Anna, Jimmy und Andy ihre geheime Einsatzzentrale gebaut. Billy ist kreativ, hat jede Menge aufregender Einfälle, aber die Schule kann er nicht leiden. Zum einen weil seine Lehrer über seine vielen Fehler schimpfen und er so schlecht lesen kann, zum anderen wegen dem Schul-Bully Billy Brace, der sämtliche Schüler schickaniert. Zu dumm, dass sein Schulweg an seinem Haus vorbeiführt... Nach einem Unwetter entdeckt Anna einen Weg in den verbotenen Wald, der bislang unzugänglich war. Ihr Vorschlag diesen nun endlich zu erkunden, kommt bei Naturliebhaber Jimmy bestens an und auch Billy lässt sich gerne davon überzeugen, dass sie nicht auf Andys Rückkehr aus Amerika warten müssen. Was sie hinter der hohen Mauer, inmitten des verwilderten Waldes entdecken macht sie sprachlos: das schwirren ganz viele Feen herum! Nein, tatsächlich sind es Elfen, denn Feen gibt es natürlich nicht. Sie sind fassungslos, die Kinder zu sehen, denn bislang dachten sie auch, dass es Menschen nicht gäbe! Sie berichten davon, das in der Natur alles aus dem Gleichgewicht geraten ist und sie dringend Hilfe benötigen. Das machen die Kinder doch gerne und zum Dank haben Sie einen Wunsch frei und bekommen Elfensteine, die sie um den Hals tragen können, um im Kontakt zu bleiben

Uff, ganz schön viele Themen um die es hier geht: LRS, Mobbing, das natürliche Gleichgewicht, die eigenen Stärken kennen, gesunde Ernährung und dabei brauchen die Elfen auch noch Hilfe! Da die vier aber so gute Freunde sind, bekommen sie es tatsächlich hin, ohne dass es völlig überladen wirkt! Jedes der vier Kinder hat besondere Interessen, Gaben und wird dafür geschätzt. Dass Billy nicht gut Lesen und Schreiben kann, ist hier außerhalb der Schule völlig egal, denn er ist ein prima Erfinder, steckt voller Ideen und ist vor allem ein prima Freund (der immer leckeres Futter hat!). Auf seine unnachahmliche Billy-Art geht er die Dinge an und hat damit oft einen verblüffenden Erfolg! Jimmy als Naturforscher hat natürlich einen Blick für die Not der Natur im und um den verbotenen Wald herum und die unerschrockene Anna motiviert die Freunde auch wenn es echt brenzlig wird! Andy hingegen ist nach seiner Rückkehr eine echte Geheimwaffe, die sicherlich viele Kinder zum Lachen bringen wird, obwohl es ja gerade so spannend ist. Und der Riese? Den gibt es natürlich auch! Einfach selbst lesen/hören!

Natürlich legt Jamie Oliver auch bei diesem Fantasyabenteuer Wert darauf, dass seine jungen Helden gut und lecker essen! Im Pub „Zum grünen Riesen“ werden die leckersten Speisen frisch zubereitet mit frischen Kräutern und mit dem QR-Code im Cover gelangt man zu 3 leckeren Rezepten auf der Seite des Audio Verlages. Dabei animiert er auch dazu frische Kräuter zu probieren und selbst auf der Fensterbank anzubauen und natürlich überhaupt mal Dinge zu testen, die man noch nie gegessen hat!

Steffen Groth legt sich stimmlich richtig ins Zeug, egal ob als zarte Elfe, fieser Mobber Bruce, tieftönender Riese Bilfried oder eben als einer der vier jungen Abenteurern. Dabei wird er nicht nur von Musik begleitet, sondern bisweilen auch von Geräuschen, wie den Walkie-Talkies, die sie zur Kommunikation untereinander verwenden. Das macht dieses Abenteuer noch einmal extra lebendig!

Abenteuerlich, magisch und appetitlich, ab 8 Jahren!

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Veröffentlicht am 04.03.2024

Aufschrei gegen sexualisierte Gewalt

Prima Facie
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essa Ensler hat es geschafft! Das ehemalige Mädchen aus den sozialen Wohnblocks von Luton hat durch Grips, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit nicht nur ein Stipendium für ein Jurastudium in Cambridge ergattert, ...

essa Ensler hat es geschafft! Das ehemalige Mädchen aus den sozialen Wohnblocks von Luton hat durch Grips, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit nicht nur ein Stipendium für ein Jurastudium in Cambridge ergattert, sondern auch das Studium erfolgreich abgeschlossen, ebenso das Bar-Exam, das ihr die Zulassung als Barrister, also als Prozessanwältin in London gewährt. Nun ist sie Teil des Temple, des altehrwürdigen Justizbezirks in London, mit kleinen, geschichtsträchtigen Büros, inmitten von Kollegen und Kolleginnen, die meistens schon aus eingefleischten Juristendynastien stammen. Sie fügt sich nicht nur ein, sie ist so clever, dass sie sogar erfolgreich ist, in einem Gebiet, in dem Frauen eher die Ausnahme sind. Sie will, dass ihre Mandanten vor Gericht eine Chance haben, anders als ihr geliebter Bruder Johnny damals und oft sind es Pflichtverteidigungen in Sexualdelikten. Sie ist richtig gut, bis eine grausame Nacht ihr Leben ändert und sie beschließt sich nicht die Kontrolle entziehen zu lassen, sondern Anzeige zu erstatten.

Dies ist ein ebenso schnörkelloses wie erbarmungsloses Drama über Vergewaltigung, Spannend, schonungslos und auch ein flammendes Plädoyer, den Schutz der meist weiblichen Opfer durch die Rechtspflege zu reformieren. Zwar erlebt fast jede 3. Frau sexualisierte Gewalt, doch die Verurteilungsquoten sind extrem niedrig, was daran liegt, dass es sich zumeist um Aussage gegen Aussagesituationen handelt. Hier ist es ganz entscheidend, wem das erkennende Gericht glaubt, wer seine Version der Vorgänge nachvollziehbarer und glaubhafter schildert. In GB gilt es eine Jury zu überzeugen, in Deutschland meistens einen Berufsrichter und 2 Schöffen (Schöffengericht am Amtsgericht) oder eine Strafkammer (Landgericht), das hängt von der Schwere der Tat und vor allem von der Schwere der Vorstrafen des Angeklagten ab. Vorbestrafte Angeklagte werden eher verurteilt. Anders als in Vereinigten Königreich, werden in solchen Fällen in Deutschland oft Glaubwürdigkeitsgutachten durch Sachverständigen erstellt, Lügendetektortests sind bei uns, aus gutem Grund nicht zugelassen. Ob ein solches Gutachten in Auftrag gegeben wird, sollte im Vorfeld die Staatsanwaltschaft entscheiden, bisweilen auch die Ermittlungsrichterin, im Prozess, ist es eigentlich schon zu spät. Hier wird das britische System und dessen Begrifflichkeiten beschrieben, daher lässt es sich nicht genau 1 zu 1 übertragen und das nicht nur, weil wir keinen König haben. In derartigen Fällen können bei uns die Opfer beantragen, als Nebenkläger zugelassen zu werden, mit eigenem Anwalt, den Nebenklagevertretern, die auch in ihrer Abwesenheit im Saal, eigene Frage und Antragsrechte haben. Das Hörbuch beginnt mit einem Einstieg in Tessas Arbeitsalltag, mit ihren Prozessen und ihren Mandanten, aber auch mit Rückblicken in ihre Kindheit, Schulzeit und ihren Studienzeit als Stipendiatin in Cambridge. Das ist nötig, damit man das System auch versteht, dem sie sich nachher selbst stellen muss und deren Grausamkeit sie begreift, als es sich gegen sie selbst richtet.

Mir gefällt sehr gut, dass man Tessas Backround, also die soziale Schicht, ihre Herkunft aus den Sozialen Wohnblocks und dem staatlichen Schulsystem mit einem gewalttätigen, abgehauenen Vater, einem vorbestraften Bruder und einer alleinerziehenden, überforderten Mutter kennen lernt. Sie schafft es sich in er ihr von Geburt auf völlig fremden Welt nicht nur zu bestehen, sondern auch zu brillieren. Sie erregt Aufmerksamkeit und wird langsam von ihren Gegnern gefürchtet und von ihren Kollegen bewundert. Bis zu dem Tag, an dem ein Upperclass-Sproß, dem sie vertraute, den Boden unter den Füßen wegzieht.

Pegah Ferydoni ist eine erfahrene und bekannte Schauspielerin, deren Stimme aber leider selten in Hörbüchern zu hören ist. Hier zeigt sie was sie kann! Meistens schildert sie ganz sachlich ihre Prozesse, doch spürt man ihr den Triumph an, wenn es so richtig gut läuft, aber auch ihre Unsicherheit, gerade im Kontakt mit denen, die bereits mit goldenen Löffeln in ihrem Mund geboren wurden. Ihre warme Stimme lässt deutlich die widerstreitenden Gefühle und ihren Kampf um innere Kontrolle im Laufe des Prozesses ihres Lebens spüren.

Ich finde dieses Hörbuch hervorragend, absolut eindringlich, spannend und auch erschütternd. Ich kann es wirklich nur empfehlen, allerdings nicht Opfern sexualisierter Gewalt, sondern deren Umfeld. Es fällt Freunden und Verwandten oft sehr schwer zu verstehen, warum die Betroffenen nach einer Vergewaltigung so reagieren, wie sie reagieren, Ihr Verständnis und ihre Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, die leider oft genug nicht erfolgreich ist.

Ja, Tessa hat recht, als sie in einer flammenden Rede moniert, dass diese Verfahrensregeln, die diese meist weiblichen Opfer benachteiligt, von privilegierten, heterosexuellen weißen Männern aufgestellt wurden und dringend reformiert werden müssen. Ich weiß wovon ich rede, da ich oft genug Nebenklagevertreterin bin.

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Veröffentlicht am 03.03.2024

Farbgewaltiger Rausch der Fantasie

Safari durch die wilde Stadt
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Auch wenn Joe noch klein ist, liebt er Tiere, die Wildnis und das Abenteuer! Doch wächst er mitten in der Stadt in einem Mehrfamilienhaus auf, wie soll er da jemals Abenteuer in der Wildnis erleben? Vor ...

Auch wenn Joe noch klein ist, liebt er Tiere, die Wildnis und das Abenteuer! Doch wächst er mitten in der Stadt in einem Mehrfamilienhaus auf, wie soll er da jemals Abenteuer in der Wildnis erleben? Vor dem Einschlafen vertieft er sich noch in sein Tierbuch und schaut dann aus dem offenen Fenster nach draußen. Der Wind weht ein Blatt, Samen und ganz viel Wildnis herein! Staunend sieht Joe sich um, tatsächlich kann auch er nun jede Menge aufregende Wildnis draußen unter Hecken, in den Gehwegsritzen, in den Bäumen und überall in der Stadt entdecken. Je genauer er hinsieht, desto wilder wird es!

Abenteuer erleben nicht nur die Anderen, man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen und mit Fantasie wird alles möglich, auch für kleine Jungs! Ja, auch in der Stadt gibt es Tiere, wenn man genau hinsieht und -hört. Ganze Ameisenstraßen schlängelt sich über den Gehweg, Igel huschen durchs Gebüsch und die Elster lauert schon im Baum. Nicht spannend genug? Dann schau Dir mal die Graffitis an oder die Autos! Sieht dieser Bulli nicht aus wie ein Nilpferd oder die dunkelgrüne Bank wie ein Krokodil? Weil alles möglich ist und eine Bank zum Alligator wird, gefällt es mir besonders gut, dass hier kein weißes Kind im Mittelpunkt steht, denn jeder kann ein Held sein und Abenteuer erleben, wenn man nur genügend Fantasie hat und neugierig ist. Abenteuer sind für alles da, groß und klein, hell und dunkel, arm und reich!

Dieses Bilderbuch von Thomas Docherty ist absolut bild- und farbgewaltig. Es ist ein Rausch an Farben, und verschwimmenden, sich wandelnden Formen. Der Fantasie ist keine Grenze gesetzt!

Empfohlen wird dieses Bilderbuch ab 4 Jahren, wobei der Textanteil so gering und einfach ist, dass es sogar 2 Jährige verstehen, aber vielleicht verstehen sie noch nicht die Idee dahinter, das Verschwimmen von Traum und Wirklichkeit, Wunsch und Fantasie. Es ist sehr gut geeignet, dass auch Geschwister ab der 1. Klasse es ihren kleinen Geschwistern vorlesen können.

Ein bildgewaltiges und fantasievolles Bilderbuch ab 4 Jahren!

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Veröffentlicht am 26.02.2024

Feen können auch anders

Warrior Fairies. Die Macht der Jahreszeiten-Krone
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Im Reich der Feen regieren die Höfe der Jahreszeiten. Ganz paritätisch wechseln sich die Könige und Königinnen mit ihrem Gefolge im Palast im Baumpalast ab. Doch als der Sommer Einzug halten soll, wird ...

Im Reich der Feen regieren die Höfe der Jahreszeiten. Ganz paritätisch wechseln sich die Könige und Königinnen mit ihrem Gefolge im Palast im Baumpalast ab. Doch als der Sommer Einzug halten soll, wird die königliche Prozession auf dem Weg zum Sommertor des Baumpalastes überfallen und König Galvan gekidnappt. Seine Tochter Prinzessin Eliane, eine mutige, aber noch sehr junge Kämpferin bleibt ratlos und verzweifelt zurück. So etwas ist noch nie vorgekommen, was soll nun passieren? Solange der Sommerkönig Galvan nicht mit seinem Gefolge durch das Sommertor zum Baumpalast vorfährt, wird es Frühling bleiben und die Frühlingskönigin weiter regieren. Immerhin nimmt diese Elaine im Baumpalast mit ihrer Zofe Irida auf und bringt sie in den Gästegemächern auf. Im Palaststall trifft Elaine auf die gleichaltrige hoflose Stallgehilfin Rosa, die sich um ihre Fluglibelle Odona kümmert. Allerdings wunder sich auch Rosa, wo denn der Frühlingsprinz Volance abgeblieben ist, da er sein Reitkaninchen schon lange nicht mehr besucht hat oder ausgeritten ist. Die zwei wundert sich aber über noch so einiges mehr und Rosa verspricht Elaine bei der Suche nach ihrem Vater zu helfen. Während ihrer Suche belauschen sie Rebellen und haben den Eindruck, dass ihre Mission boykottiert wird. Ein böser Verdacht keimt in ihnen auf.

Vier gleichberechtigte Königreiche halten die Natur im Gleichgewicht, auch um die Nahrungsmittelversorgung aller sicher zu stellen und Unwetter zu vermeiden. Doch mit dem verzögerten Einzug des Sommerhofes gerät auch die Witterung durcheinander und es regnet ohne Unterlass! So wird die Saat eher verschimmeln als heranreifen! Elaine und Rosa verstehen sich auf Anhieb aufgrund ihrer Liebe zu den Reittieren, auch wenn sie aus ganz unterschiedlichen Welten zu kommen scheinen. Rosa findet diese Höfegesellschaft nicht unbedingt gerecht, da alles vorherbestimmt scheint. Elaine kennt es nicht anders und der frühe Verlust ihrer Mutter hat schon jung begreifen lassen, dass nicht alles Gold ist was glänzt, Jetzt sieht es aber noch düsterer aus. Und überall in den Schatten des Palastes scheint das Unheil zu lauern. Gemeinsam mit Rosa ist Elaine jedoch entschlossen nicht nur zu zeigen, welch eine Kämpferin in ihr steckt, sondern ihren Vater zurück zu holen.

Die Geschichte wird auch zwei wechselnden Perspektiven erzählt, aus der von Prinzessin Elaine und der Stallgehilfin Rosa. Denn jede von ihnen hat so ihre eigene Sicht auf die Dinge und es wird offensichtlich, dass es oftmals einen Unterschied macht, wo man herkommt, wenn man eine Situation beurteilt. Durch diesen Perspektivwechsel kann man die zwei Hauptfiguren viel besser verstehen, ihre Motivation, ihre Ängste und Sorgen. Wenn man anfangs noch dachte, dass Elaine der nötige Ernst fehlt und sie ziemlich verwöhnt ist, merkt man schnell, dass sie an ihren Aufgaben wächst. Endlich kann sie zeigen was in ihr steckt. Rosa muss als Bürgerliche schon früh arbeiten und nimmt ihre Arbeit sehr ernst, sie mag sie aber auch, weil sie die ihr anvertrauten Tiere so gut versteht. Ja, die zwei ergänzen sich sehr gut und vereint sind sie in ihrer Sympathie zu Prince Volance der anscheinend Unauffindbaren.

Bei Feengeschichten denkt an ja meistens an Kitsch und Romantik, hier geht es aber wie der Titel schon sagt, eher um Kampf und Revolution und damit auch um Gesellschaftskritik. Ist die Weilt in der wir leben eigentlich gerecht? Könnte man es besser machen? Könnte ein Einzelner es besser machen? Aber vielleicht sind die Wünsche und Vorstellungen der Einzelnen ja miteinander unvereinbar? Zwischen Frühlingsdauerregen und jeder Menge Blumen werden hier auch ernstere Themen eingeflochten und erzeugen so eine ganz ungewöhnliche Spannung für ein Feenbuch. Anfangs hätte es für meinen Geschmack etwas schneller Fahrt aufnehmen können, aber dann wurde es dann nicht nur spannend, sondern auch vielschichtig. Auch wenn die zwei Freundinnen erst mal einen Etappensieg errungen haben, ist ihr Sieg noch nicht gesichert! Es geht spannend weiter ab 9 Jahren.

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Veröffentlicht am 26.02.2024

Einfach nur schön!

Am schönsten ist es in Sommerby
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Ostern naht, doch die Eltern von Martha, Mikkel und Mats wollen nach Gomera, der Sonne wegen und weil Oma Inge das alte Haus in der Bucht noch nicht umgebaut hat. Doch zum Erstaunen ihrer Eltern, wollen ...

Ostern naht, doch die Eltern von Martha, Mikkel und Mats wollen nach Gomera, der Sonne wegen und weil Oma Inge das alte Haus in der Bucht noch nicht umgebaut hat. Doch zum Erstaunen ihrer Eltern, wollen die 3 Geschwister nicht in die Sonne, sondern zu Oma Inge ins nach Meinung der Eltern langweilige Sommerby. Der Nachwuchs ist sich jedoch einig, dass nirgendwo so viel los ist wie in Sommerby und es nirgendwo schöner ist. Gut, Martha zögert etwas, weil Enes gerade in den USA ist, aber als bei Aylin und Dilara in der Schnasselbude Land unter ist, springt sie sofort für Enes ein und kümmert sich um einen Notfallplan. Mikkel ist von seiner Überraschung dann doch enttäuscht, freut sich aber über das Schnitzen mit Krischan Boysen und der kleine Mats, schafft es doch tatsächlich vor allen anderen eine verzauberte Prinzessin auf der Flucht im Schuppen zu verstecken. Ganz anders als in den Märchen, die er aus dem Kindergarten kennt, ist diese Prinzessin nicht nur ziemlich herrisch, sondern auch pampig! Während die Bäume und Sträucher austreiben und die Sonne die Bucht erwärmt sind sich die Geschwister einig, dass Gomera niemals so schön und spannend sein könnte und schon gar nicht so hilfsbereit.

Mats ist ganz schön empört, dass er für alles immer zu klein sein soll und noch nicht einmal das neue Kaninchen Senta in den Freilauf setzen darf, sondern nur Grundschüler Mikkel! Martha darf schon ganz alleine mit Oma Inges Motorboot zur Steuermannsinsel fahren und übernimmt dort auch gleich das Rudel in Aylins Schnasselbude. Mikkel ist traurig, weil er die Liebe eines Tieres nicht erzwingen kann, aber Martha isst ja seit Neujahr eh nichts tierisches mehr, sondern ist zu Oma Inges Empörung jetzt Veganerin! Als Mats dann endlich ein Geheimnis hat und es sogar schafft dicht zu halten und es niemandem zu verraten ist er nicht nur stolz wie Oscar sondern auch ein bisschen groß, denn das hat sogar die gemeine Prinzessin zugegeben!

Auch wenn die Ereignisse in der Bucht alle realistisch sind, ist dennoch eine Menge los, auch wenn Oma Inge nur die Hälfte mitkriegt und am Ende nicht fassen kann, was da hinter ihrem Rücken los war! Es ist einfach schön in Sommerby mit seinen großen und kleinen Dramen und Wundern der Natur zu sein. Da kommt nicht nur Osterfreude auf, nein Martha und ihre Brüder entdecken auch „Das doppelte Lottchen“ für sich und dass es ja eigentlich gar nicht altmodisch ist (auch wenn dort keine Handys vorkommen!). Es ist so schön dort, dass ich Inge verstehen kann, dass sie eigentlich alles so lassen will!

Julia Nachtmann erzählt wieder lebendig und mit viel Gespür für die feinen Schwingungen. Sie schlüpft nicht nur in die Rolle der harschen Oma Inge mit dem weichen Herzen, sondern auch Teenagerin Martha mit ihrem ersten Liebeskummer, Kita-Matz den Möchtegern-Helden, die verzogene, entlaufene Prinzessin und Krischan Boysen, der immer ein offenes Ohr und die Ruhe weg hat! Da fühlt man sich beim Zuhören schon richtig heimelig!

Wie auch in den 3 Bänden zuvor, gibt es im Pappklappcover wieder ein kurzes Wörterverzeichnis für Plattdeutsch, denn Oma Inge schnackt gerne auf Platt. In diesem Band spricht sie allerdings ziemlich viel Platt, so dass in der Hülle nicht alles Platz findet und man die übrigen Sätze und Wörter auf der Homepage des Verlages findet. Als Rheinländerin komme ich da nicht so schnell mit, aber man versteht es schon anhand des Zusammenhanges und Julia Nachtmanns ausdrucksstarker Interpretation. Einiges kennt man ja auch schon aus den 3 Vorgängerbänden.

Immer wieder traumhaft schön, wie eben nur in Sommerby! Ab 10 Jahren.

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