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Veröffentlicht am 17.12.2021

Heute ist der zweitbeste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen

Der Zorn des Oktopus
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Es ist das Jahr 2029. Die Klima-Allianz der großen 3 Weltmächte hat erkannt, dass sie Verbündete mit ins Boot nehmen muss, wenn sie das Klima noch positiv beeinflussen will. Die Klimakatastrophe lässt ...

Es ist das Jahr 2029. Die Klima-Allianz der großen 3 Weltmächte hat erkannt, dass sie Verbündete mit ins Boot nehmen muss, wenn sie das Klima noch positiv beeinflussen will. Die Klimakatastrophe lässt sich eigentlich schon nicht mehr abwenden. Hunger, Dürre, Heuschreckenschwärme machen die Nahrungsmittelversorgung immer schwieriger. Die Demonstration einer revolutionären neuen Technologie vor ausgewählten Journalisten und Regierungsvertretern wird überraschender Weise boykottiert. Nur dem beherzten Eingreifen eines bodenständigen Farmers ist es zu verdanken, dass Präsidentin Harris diesen Anschlag überlebt. Währenddessen versucht ein geldgieriger Kardinal Fördermittel für den Anbau von Biolebensmittel abzugreifen, obwohl er plant genetisch verändertes Saatgut anzubauen. Eine NGO im Amazonas- Gebiet versucht den naturnahen einheimischen Völkern, deren Leben stets im Einklang mit der Natur stand, das Überleben zu sichern. Adriadna, Tochter reicher Eltern, gewinnt das Vertrauen von 3 ihrer Kindern, die übernatürlich begabt sind und Zukunftsvisionen haben. Auf diese Begabung hat es der indische Guru und Multimilionär Amitav Rama Shah abgesehen. Er ahnt, dass sie der Schlüssel für die Weiterentwicklung des einzigen Quantenrechners der Welt sind, ein Superrechner, zu dem er eigentlich keinen Zugang haben dürfte. Adriadnas Ex, Thomas Pierpaoli, mittlerer Prüfbeamte der Klima-Allianz soll nach Island reisen, um Ungereimtheiten im Prüfbericht seines alten Freundes Marmarenko aufzudecken. Als dieser Adriadna und Thomas von den Ungereimtheiten in den Forschungsberichten zum streng geheimen Quantencomputer Projekt Cub 17 berichten will, wird er umgebracht.

Komplex und wissenschaftlich von Profis recherchiert, hat Dirk Rossmann bei seinem zweiten Band der Oktopus Reihe den Journalisten Ralf Hoppe als Co-Autor zurVerstärkung hinzugewonnen. Das macht den Buchumfang zwar nicht geringer, aber ich empfand es als sehr wohltuend, dass z.B. Ex-Kanzler Gerhard Schröder nicht mehr erwähnt wird, das fand ich im ersten Band bisweilen als sehr unpassend. Zwei Autoren, die kritisch aber auch konstruktiv miteinander gearbeitet haben, haben dieses Werk voller Spannung und dunkler Vorahnung auf die Zukunft abgerundet. Während der wilden Jagd um den Globus wird man als Leser mit der Bedeutung nicht nur der Umweltbedrohung für den ganzen Erdball, sondern auch mit Macht und Möglichkeit der Wissenschaft konfrontiert. Viele technische Errungenschaften können ein Segen sein, in den Händen skrupelloser Machtmenschen jedoch eine Bedrohung für alle, die ihnen nicht blind folgen. Ein interessantes und erschreckendes Gedankenspiel, was passieren würde, könnten Menschen lenkend in die Zukunft und die Entwicklung scheinbar zufälliger Systeme wie das Wetter oder Ungezieferplagen eingreifen. Wie weitgreifend diese Folgen sein könnten und wie wahr der viel zitierte Sack Reis, der in Indien umfällt, sein kann, zeigt uns diese Dystopie. Glücklicherweise endet sie nicht im Weltuntergang. Es besteht also nicht nur Hoffnung für die Menschheit, sondern auch für eine Fortsetzung. Beim Bloggertreffen mit den Autoren auf der Frankfurter Buchmesse machten die zwei Autoren nämlich den Eindruck eines eingespielten Teams, das seine geistigen Reibereien und Inspirationen richtig genossen hat. Mit dem Oktopusthema wollte Dirk Rossmann nicht einfach nur ein spannendes Buch schreiben, sondern als Familienvater auch wachrütteln und den Lesern und der Öffentlichkeit klar vor Augen führen, dass es jetzt die Zeit ist, eine Vollbremsung in Sachen Umweltausbeutung hinzulegen und nicht einfach langsam abzubremsen. Eindringlich, wird auch dieses Mal das Thema in den Fokus gestellt, allerdings mit andern Helden, da es andere Probleme zu lösen gibt. Sehr gut gefallen hat es mir aber, dass wir durchaus zu Beginn erfahren haben, was denn aus dem Helden wider Willen aus Band 1 geworden ist. Denn auch dieses Mal ist es ein Normalo, der nie ein Held werden wollte, dem nun nichts anderes übrig bleibt, als die Welt zu retten, weil es ja sonst keiner tut... Dieser neue Held Thomas Pierpaoli ist ein leidenschaftlicher Hobbykoch und kocht in Island nach den Rezepten von Ricardo, dem Weltretter des ersten Bandes. Anders als Ricardo darf Thomas aber sein privates Glück finden. Dieses Mal gibt es eine Liebesgeschichte, nicht ganz ohne Komplikationen, die in die Handlung eingewoben ist, aber nicht im Mittelpunkt steht. Die Perspektivwechsel sind bisweilen rasant und erfordern stetes Mitdenken, weil auch die wissenschaftlichen Fakten das Hirn fordern.

Anspruchsvoll, bisweilen rasant und zum Umdenken aufrufend. Eine interessante Mischung!

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Veröffentlicht am 14.12.2021

Winterlich, märchenhaft, magisch

Ein Mädchen namens Owl
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Owl mag ihren Namen nicht. Wer heißt schon so und was hat sich ihre Mutter nur dabei gedacht? Immerhin hat sie eine leichte Hakennase und fedrige weißblonde Haare.... Und ihren Vater kennt sie erst gar ...

Owl mag ihren Namen nicht. Wer heißt schon so und was hat sich ihre Mutter nur dabei gedacht? Immerhin hat sie eine leichte Hakennase und fedrige weißblonde Haare.... Und ihren Vater kennt sie erst gar nicht. Immer wenn sie ihre Mutter auf ihn anspricht, weicht sie ihr aus oder erzählt ihr ein fantastisches Märchen. Dafür ist sie mit 13 zu alt. Viel lieber hätte sie eine normale Familie, wie ihre beste Freundin Mallory, mit „normalen Problemen“. Doch dann wird kommt Alberic in ihre Klasse, der so ganz anders ist mit seinem Iro und der selbstverständlichen Art. Er ist immer nett zu ihr, auch wenn sie abweisend ist. Dann entdeckt sich noch ein bläuliches Frostmuster auf ihrer Haut und lässt Dinge unter ihren Händen gefrieren. Was ist nur mit ihr los? Könnten die fantastischen Geschichten über ihren Vater den Elementargeist des Frost und Eises etwa stimmen? Durch das alte Märchenbuch aus dem ihre Mutter ihr immer vorlas gelangt sie mit einem Zauberspruch in die Welt der Naturgeister und Elemente und ahnt nicht welche Mächte sie damit herauf beschwört!

Eins vorweg: es lohnt sich dieses Hörbuch als Tonträger zu erwerben, da die Hülle nicht nur sehr schön gestaltet ist, sondern auch wirklich hilfreiche Informationen, wie z.B. ein Personenverzeichnis enthält, das mir wirklich sehr beim Verständnis geholfen hat! Diese märchenhafte Geschichte ist sehr komplex und vielschichtig, da könnte man bei einem Download leicht den Durchblick verlieren (ich habe mich immer mal wieder gefragt, „Wer war das denn jetzt schon wieder? Und habe nachgesehen). Die Geschichte ist magisch und hintergründig, doch finde ich, dass es einem geschickten Erzähler durchaus gelingen kann eine Vielzahl von Personen zu verknüpfen, ohne dass ein Zuhörer durcheinander kommt. Kerstin Gier hat stets ein Personenverzeichnis, ohne dass ich es je benötigt hätte, obwohl sie bisweilen noch mehr Charaktere miteinander verknüpft. Hier musst man wirklich sehr genau zuhören, was bei der wirklich warmen und sehr lebendigen Stimme von Marion von Stengel sehr angenehm ist, man kann sich aber nicht ganz so fallen lassen, ohne den Faden zu verlieren. Das finde ich etwas schade, denn die Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet und durchdacht. Owl entführt die Zuhörer in eine magische Welt der Elemente, Jahreszeiten und Natur. Im Feenstaat haben die Menschen einen denkbar schlechten Ruf und werden als schwach verachtet. Doch Owl zeigt ihnen, dass einige dieser vermeintlichen Schwächen auch durchaus Stärken sein können. Owl selbst ist ein Charakter mit Ecken und Kanten. So finde ich sie Alberic gegenüber lange Zeit als unfair, aber das ist nichts gegen ihre Mutter. Die ist schön, eloquent und charmant, aber sie kann froh sein, dass ich nicht ihre Tochter bin. Essenstechnisch finde ich ihre Erziehung überhaupt nicht in Ordnung, auch lenkt sie gerne ab, statt Antworten zu geben. Wenn meine Kinder ein Gericht überhaupt nicht mögen, dann koche ich es nicht, dann kann es noch so gesund sein. Das hat mich beim Zuhören extrem geärgert, ich wollte es schon meinen Töchtern vorspielen als Beweis dafür, wie gut sie es haben! Allerdings ist diese Geschichte auch aus Owls Sicht in der Ich-Form erzählt, das verstärkt natürlich die emotionale Verbindung zwischen ihr und den Hörern.

Es geht um Familie, Herkunft und Freundschaft und Loyalität, aber eben auch den Großmut von vorgefassten Meinungen auch wieder abzukehren. Eltern kann man sich nicht aussuchen, sie sind nicht perfekt, man muss sie so lieben wie sie sind, so wie Eltern auch ihre Kinder so lieben sollten wie sie sind und nicht, wie sie sein sollten. Ein winterlich fantastisches Abenteuer ab 10 Jahren.

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Veröffentlicht am 13.12.2021

Alltagstauglich, leicht, abwechslungsreich - WW für den Thermomix

WW - 100 Top Mix Rezepte
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Nach Weihnachten beginnt jährlich die große Diät-Welle. Vielleicht sollte man schon etwas früher anfangen auf die Ernährung zu achten, dann ist die Qual nachher nicht so groß.
Daher hat WW 100 leckere ...

Nach Weihnachten beginnt jährlich die große Diät-Welle. Vielleicht sollte man schon etwas früher anfangen auf die Ernährung zu achten, dann ist die Qual nachher nicht so groß.
Daher hat WW 100 leckere Rezepte zum Abnehmen nach dem bewährten Punktesystem zusammen gestellt, die man optimal mit dem TM 5 oder TM 6 zubereiten kann.

Was ich klarstellen möchte: man muss nicht bei WW angemeldet sein, um dieses Buch nutzen zu können. Ist man es, gibt es tolle digitale Zusatzfunktionen, so kann man über den QR-Code seine Personal Points tracken, oder man notiert sie einfach per Hand, sie sind nämlich neben jedem Rezept angegeben. Dazu gibt es im Buch gleich die Einleitung, die das neue Personal Points Programm erläutert. Kann man machen, muss man nicht, es ist einfach ein Angebot, das andere Bücher nicht anbieten und auf welches man vielleicht jetzt oder später zurück greifen möchte. Anschließend wird WW (Kapitel Erfolgsgeschichte) erklärt und sämtliche Testinstitute bescheinigen WW, dass es funktioniert. Meine Mutter steht immer auf dem Standpunkt: wenn man nicht zunimmt, muss man auch nicht abnehmen. Weise Einstellung, aber zum Nicht-Zunehmen finde ich die Rezepte auch sehr geeignet, denn oft macht ja auch die Menge das Fett. Dabei gibt es zu jedem Rezept ein appetitliches Foto und in der Buchklappe ein QR-Code mit dessen Hilfe man sich WW-Kochvideos anschauen kann.

Es gibt die Bereiche Suppen & Salate, Fisch & Fleisch, Pasta, Reis & Co., Süsses & Desserts und einem Special für Brote & Aufstriche.

Ich habe das Buch bei Lovelybooks gewonnen. Doch stellten dann einige Gewinnerinnen enttäuscht fest, dass sie keinen TM hätten und dann könnten sie es auch nicht benutzen. Das ist so nicht richtig. Es gab schon Köche vor TM und wird sie auch später geben. Es ist optimal bequem mit TM, aber ehrlich, für einige Rezepte habe ich noch nicht einmal meine Küchenmaschine benutzt, weil sie mir zu groß ist und damit zu viel wertvollen Platz in der Spülmaschine einnimmt. Wer kocht sollte schon ein bisschen kreativ sein. Ich habe zum Beispiel die saftigen Avocado Brownies mit einem kleinen elektrischen Gemüsehäcksler, Handrührer und Mikrowelle zum Schokolade schmelzen schnell und mit wenig Aufwand hinbekommen. Meine Familie fand sie super lecker und ich musste jetzt unbedingt mehr Avocados kaufen, damit ich sie nun regelmäßig machen kann. Sie sind fett reduziert und durch die Avocado auch wirklich nahrhaft. Anders als andere leckere Brownie-Rezepte, liegt dieses Kleingebäck nicht wie ein Stein im Magen, oder man hat beim Essen auch nicht das Gefühl, dass man sie sich gleich an die Hüften tackern könnte. Da meine Große auf Industriezucker verzichtet, habe ich es mit Birkenzucker gebacken, war auch lecker. Dabei ist die Menge angenehm überschaubar. Man hat also nicht gleich Unmengen Kuchen und fragt sich, wer das alles essen soll und isst dann viel zu viel. Die Mengen sind wirklich auch im familiären Alltag eine leckere Nascherei, aber keine Völlerei.

Nachdem dieses Rezept der absolute Megahit war, dachte ich, dass ich doch gleich die nächste Erfolgsgeschichte nachlegen wollte mit Zitronen-Karotten-Kuchen, aber als kleine Schnitten, wie die Brownies, damit sie gut als kleine Snacks mit in die Schule wandern können. Sie wurden sehr saftig, und sehr karottig und weniger zitronig. Mit dem Zitronen-Zuckerguss wird es zitroniger, aber Birkenzucker eignet sich definitiv nicht für Zuckerguss. Daher wurde die Hälfte des Kuchens ohne Zuckerguss und die andere Hälfte mit Zitronenzuckerguss mit konventionellen Puderzucker gefertigt (da man den Zucker im TM zu Puderzucker verarbeiten soll, dachte ich mir, da könne ich doch Birkenpuderzucker machen, aber es ging halt nur begrenzt und eben nicht für den Guss).

Mir gefällt sehr gut, dass die süßen Rezepte alle mit relativ wenig Zucker auskommen. Die Idee Zucker durch Möhrensüße zu ersetzen finde ich charmant, die Dosis war aber noch nicht perfekt. Den Fettanteil durch Avocado in den Brownies zu reduzieren, war hingegen optimal

Besonders gereizt hat mich das Special für Brote und Aufstriche. Die Aufstriche sind nicht so meins (ich habe halt einen eigenwilligen Geschmack), aber die Brote waren super. Unser Kräuter-Knoblauch-Baguette aus Dinkel war sehr würzig – zu würzig für die Kinder, aber man kann ja auch einfach etwas weniger Knoblauch und Kräuter nehmen für die eigene persönliche Mischung. Es wurde sehr knusprig und wie zuvor, eine absolut familientaugliche Menge (ich habe nur weibliche Pubertiere, keine Jungs), da wird kein Baguette hart. Es ist oft leichter Rezepte zu verdoppeln, als zu halbieren. Ich soll es öfter backen.

Unbedingt ausprobieren will ich noch die schnelle Lasagnesuppe mit Tartar und das Veggie-Bohnen-Chilli mit Mais. Viele andere Rezepte scheitern am Veto der Kinder, weil sie einfach zu raffiniert sind, oder einfach vom 08/15-Schema abweichen. Hierfür gibt es aber auch Rezepte für eine leichte Basis-Käse-Sauce (möchte ich unbedingt probieren, im Zweifel auch ohne die Kinder) und eine Fixe-Tomaten-Sauce (ohne Zuckerzusatz wie bei Fertigprodukten) und eine Spinatfrischkäsesauce... So dass sich einiges demnächst auch in die Alltagsküche einbauen lässt.

Dieses Buch birgt einige spannende Rezepte, die sich auch wirklich einfach und schnell umsetzen lassen, sogar ohne TM, aber gutem Willen. Ich bin wirklich sehr angetan, weil die Rezepte sehr kreativ sind, auch beim Einsatz von Alternativen wie z.B. der Verwendung von Ahornsirup zum Süßen. Wir haben gut gegessen, ohne zuzunehmen!

Sicherlich eine prima Geschenkidee zu Weihnachten, auch für sich selbst.

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Veröffentlicht am 12.12.2021

Super spannend, super sympathisch, aber leider Potenzial verschenkt

Young Agents – New Generation (Band 3) – Im Visier der Hacker
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Die Young Agents der ersten Generation werden langsam Jugendliche, daher wird Nachwuchs rekrutiert und natürlich top ausgebildet. Denn Kinder sind einfach unauffälliger! Tim mit seinen 12 Jahren ist besonders ...

Die Young Agents der ersten Generation werden langsam Jugendliche, daher wird Nachwuchs rekrutiert und natürlich top ausgebildet. Denn Kinder sind einfach unauffälliger! Tim mit seinen 12 Jahren ist besonders klein und zart und wird daher oft noch für jünger gehalten als er ist. Wie die meisten Nachwuchsagenten hat er keine Familie und wächst nun bei wohlwollenden Pflegeeltern auf, die aber durch den Betrieb ihres Imbiss nicht viel Zeit für ihn haben. Tim versteht sich gut mit seiner Klassenkameradin Maria. Doch als sie in deren Schrebergarten lernen wollen, explodiert dort das Gartenhaus! Ihre Eltern reagieren ungewöhnlich nervös und wollen den begehrten Garten sofort loswerden. Tim spürt, dass etwas nicht stimmt. Als er mit Kollegin Abena unter einem Vorwand das Restaurant von Marias Eltern aufsucht, stellen sie fest, dass diese um horrende Schutzgelder erpresst werden. Sie sind nicht die einzigen Opfer, bei der Verfolgung auf den getuneten E-Bikes machen sie eine erstaunliche Entdeckung.

Wow, welcher junge Krimifan träumt nicht davon selbst zu ermitteln? Aber hier geht es nicht um stümperhafte, Detektiv spielende Kinder, sondern um offiziell geschulten Agenten-Nachwuchs. Denn Kinder haben bisweilen Möglichkeiten, die Erwachsenen verwehrt bleiben und für viele Große sind sie ebenso unsichtbar wie Bettler oder Dienstboten. Allerdings hat der Einsatz der Kinder auch seine Grenzen, sie wissen, dass sie ab einem bestimmten Gefahrengrad Verstärkung z.B. durch ein SEK nicht nur rufen können, sondern auch sollen!

Super spannend geschrieben, richtig viel Action und absolut moderne Verbrechen. Da ist Autor Andreas Schlüter echt auf zack. Denn eigentlich ist Schutzgelderpressung echt old school, das merken auch die Gangster und suchen Nachwuchs für virtuelle, viel schwerer aufspürbare Verbrechen im Netz, sie suchen junge Hacker! Klar kommt da Nerd Balu ins Spiel. Als Deckung bei einer Verfolgungsjagd ist er zwar keine große Nummer, aber sobald es um Technik geht, blüht er auf! Allerdings wenn es um das Verbauen von GPS-Peilsendern geht, standen die Young Agents echt auf dem Schlauch und haben sich so manch gute Gelegenheit entgehen lassen. Das hat meine Tochter und mich richtig frustriert! An einer anderen Stelle empfanden wir etwas als einen Logikbruch, als wir uns fragten, warum denn nun das Restaurant zerstört sei, obwohl das Gartenhaus zuvor explodiert ist.... Als aufmerksame Leser stört uns so etwas wirklich, auch wenn uns die spannende Handlung und die sympathischen jungen Helden wirklich mitgerissen haben. Das Ende kommt ziemlich plötzlich und führt alte Bekannte aus den vorherigen Bänden wieder ein. Es ist mehr ein Cliffhanger als ein Ende und es wird klar, dass man mit diesen Gangstern noch lange nicht fertig ist. Ihre Erwähnung zuvor hat ihr plötzliches Auftauchen durchaus glaubhaft gemacht, doch war das Buch gerade auf seinem Höhepunkt fast schon vorbei. Das wirkte etwas unvollendet, nicht so ganz wie ein Cliffhanger, aber auch kein richtiges Ende.

Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven: erst aus Tims und Abenas und später auch aus Balus. Um die jungen Leser nicht zu verwirren, wird der Perspektivwechsel durch einen Schrifttypwechsel optisch verdeutlicht, aber auch der Text zeigt es an, indem z.B. dort steht „... und ich, Abena..“ So fühlt man sich richtig als Teil der Geschichte, da die Ich-Perspektive alles viel unmittelbarer wirken lässt, aber man kommt absolut nicht durcheinander.

Dies ist der 3. Band der 2. Staffel und Andreas Schlüter beginnt so geschickt, dass wir anfangs überhaupt keine Probleme hatten, bis auf einmal Billy auftauchte, dessen Name zwar 1 x erwähnt wurde, aber ohne weitere Angaben zu ihm, Deswegen hatten wir ihn unter „unwichtig“ abgehakt, dabei entpuppt er sich später als eine der Hauptpersonen. Da wäre es schön, wenn sich in der Buchklappe kurze Steckbriefe finden würden, damit man alle wichtigen Infos zu den Young Agents schnell parat hat, dann stören solche Brüche nicht so. An solchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass das Buch aus irgendeinem Grund mit zu heißer Nadel gestrickt wurde, wahrscheinlich, damit es noch rechtzeitig fürs Weihnachtsgeschäft fertig wurde. Wir kennen die anderen Fälle nicht und nehmen mal an, dass dies hier ein Ausrutscher war, denn ansonsten ist es ein super Geschenk für Nachwuchsagenten ab 11 Jahren. Dieses Buch ist so spannend, dass sie es wahrscheinlich auch lesen werden, obwohl sie sonst nicht lesen, denn hier geht es rasant zur Sache. Leider nur manchmal zu rasant, da wird zu viel Potenzial verschenkt. Was wir nämlich echt als Potenzial sehen, ist dass hier sowohl Jungs, als auch Mädchen echt was drauf haben. Da wird nicht nur der tolle Hecht angehimmelt und mit den Augen geklimpert, wie in einer Krimiserie meiner Kindheit. Die Mädels können deutlich mehr, als nur Hunden die Pfote zu geben... ohne, dass die Jungs deswegen als Deppen dastehen.

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Veröffentlicht am 10.12.2021

Weihnachtlich witzig!

Penny Pepper – Teil 4: Tatort Winterwald
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Es ist der 1. Dezember, Penny (10) und ihre Detektivfreundinnen Ida, Flora und Marie treffen sich extra früher vor der Schule, um sich über ihre Adventskalender auszutauschen. Penny hat mal wieder voll ...

Es ist der 1. Dezember, Penny (10) und ihre Detektivfreundinnen Ida, Flora und Marie treffen sich extra früher vor der Schule, um sich über ihre Adventskalender auszutauschen. Penny hat mal wieder voll Pech, klar, ihre Mutter ist ja auch Zahnärztin. Aber auch in der Schule ist es nicht besser. Sie darf das 1. Türchen öffnen, doch es ist leer! Das 2. auch! Diesem mysteriösen Fall müssen sie auf den Grund gehen. Aber damit ist das Übel nicht zu Ende: Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es keine Weihnachtsbäume zu kaufen. Die Lieferung steckt in Bayern fest! Eine Baumschonung brennt ab, eine andere ist von einer seltsamen Krankheit befallen, eine andere hat die falsche Art gepflanzt und im ganzen Ort werden Tannen von Balkonen geklaut! Das ist ganz klar, das übelst kriminellste Weihnachten aller Zeiten! Und Penny und ihre Detektivbande geht dem auf den Grund!

Die Comicromane rund um Penny Pepper und ihre Ermittlungen sind witzig, quirlig, chaotisch und detektivisch stark! Hier kann Lisa Hänsch aber ihr Können nicht zeigen, klar hat sie ja nur auf dem Cover und dem Tonträger Platz für ihre witzigen Zeichnungen, aber nicht für die ganzen Detektivmerkkästen, Ermittlerlisten und witzigen Begriffserklärungen. All das muss Luisa Wietzorek mit einer szenischen Lesung ins Gehör bringen und das schafft sie auch, mit vollem Einsatz! Sie ist eine echte Stimmakrobatin, die die Pointen perfekt setzt und herrlich böse und schurkig klingen kann, wenn Penny und Co. wieder auf dubiose Gestalten treffen oder selbst einen raffinierten Plan aushecken. Allerdings stiehlt ihr Pennys eigenwilliges, ständig falsch dazwischen plapperndes Diktiergerät regelmäßig die Show – ach so, ja, dieses quäkige Teil spricht sie natürlich auch selbst! Durch die Geräuschkulisse merkt man eigentlich gar nicht, dass man kein Hörspiel hört, immerhin fühlt man sich bisweilen, als würde man selbst mitten auf dem Weihnachtsmarkt stehen. Dieses Diktiergerät ist einfach der Knaller und ebenso ein running gag, wie Idas Essensfantasien oder die zahnfreundlichen Überraschungen von Mama Pepper oder die Aktionen von der besten Oma der Welt! Denn Oma lässt sich auch dieses mal wieder so einiges einfallen, um die himmelschreienden Ungerechtigkeiten auszugleichen, denen Penny regelmäßig zum Opfer fällt. Ja liebe Zuhörer, anderen Kindern widerfahren solche Unglücke durch Eltern, die einfach keinen Plan haben, sondern einfach nur das Beste für ihre Kinder wollen, ebenso wie Euch! Ulrike Rylance kennt sich einfach in der schweren Welt der Kinder aus, ich bin sicher, dass sie so einige Sprüche ihrer eigenen Töchter in petto hat, die sie gerne beim Schreiben einfließen lässt. Daher weiß sie auch, welche Begriffe Kinder kennen und welche nicht. Die unbekannten Ermittlerfachbegriffe u.ä. erklärt sie daher immer ebenso witzig wie kindgerecht. Auch könnte ich mich immer über die Namenskreationen wegschmeißen, die ihr immer wieder einfallen, dieses Mal in Gestalt der Dame im Umweltamt. Natürlich schaffen es Penny, Ida, Flora und Marie auch diese Fälle aufzuklären und einem glücklichen Weihnachtsfest steht nichts mehr im Wege. Tatsächlich ist Blitzmerkerin Penny selbst erstaunt, dass sie vor lauter Ermittlungen einige Anzeichen für die besten Überraschungen des Jahres völlig übersehen hat!

Sehr witzig und voller überraschender Einfälle, können sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern bei dieser Verbrecherjagd bestens amüsieren! Dabei kann man auch super in Weihnachtsstimmung kommen, selbst wenn sich die eigene Region gerade im lokalen Lockdown befindet.

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