Eine Liebeserklärung an unseren Planeten
UmlaufbahnenDie Schönheit der Erde zeigt sich in ihren Pflanzen, Tieren und Menschen, den Formationen aus Wolken, Gestein und Wasser oder eben in vielen Kilometern Abstand. Als Blick auf einen Planeten, der verbindet, ...
Die Schönheit der Erde zeigt sich in ihren Pflanzen, Tieren und Menschen, den Formationen aus Wolken, Gestein und Wasser oder eben in vielen Kilometern Abstand. Als Blick auf einen Planeten, der verbindet, in Staunen versetzt und trotz seiner Beständigkeit sich in einem steten Wandel befindet.
Samantha Harvey hat genau dies mit „Umlaufbahnen“ geschaffen, eine Liebeserklärung an die Erde, die in ihrer Einzigartigkeit unsere Heimat und zugleich bedroht durch ihre Bewohner ist. Und die aufgrund ihrer Form und Eigenschaften selbst ein Ort frei von Trennungen ist, Landmassen und Meere, die ineinander übergehen und die Grenzen und Mauern als das erscheinen lassen, was sie sind. Von Menschen gemacht. Willkürlich. Ausschließend.
Der Blick der sechs Astronauten aus der Raumstation entlang ihrer Umlaufbahn und über Breiten- und Längengrade hinweg ist frei dieser Barrieren, uneingeschränkt und die Erde in ihrer Gesamtheit als unseren gemeinsamen Lebensraum erfassend. Und betrachtend und bestaunend über Stunden, Tage und Wochen hinweg. Meditativ. Die eigenen Gedanken, Erinnerungen und Assoziationen mit dem verbindend, was sich als stetes Schauspiel durch die Weite und den luftleeren Raum hinweg vor den Sichtfenstern zeigt. Und die Existenz der gesamten Menschheit in das Verhältnis zur Unendlichkeit setzend.
Und ebenso wie sich der Heimatplanet für die sechs Menschen in seiner Umlaufbahn zeigt, entfaltet sich auch Harveys Roman für seine Leser. Die Schönheit der Worte, Bilder und Beschreibungen zieht in einen Bann, der die Welt um einen herum vergessen lässt. Und die Botschaften schreiben sich dabei so subtil und doch mit einer Stärke ein, welche ihrer angemessen ist: Wir leben alle in einer Welt. Und diese Welt gilt es zu erhalten.