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Veröffentlicht am 08.08.2025

keine leichte Kost, aber sehr lesenswert!

Wie schwer wiegt ein Schatten
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Wie viel Geschichte steckt in unserer Traurigkeit?

In „Wie schwer wiegt ein Schatten“ von @christianeannamariawirtz begibt sich die Erzählerin Mia auf eine sehr persönliche Spurensuche durch ihre Familiengeschichte, ...

Wie viel Geschichte steckt in unserer Traurigkeit?

In „Wie schwer wiegt ein Schatten“ von @christianeannamariawirtz begibt sich die Erzählerin Mia auf eine sehr persönliche Spurensuche durch ihre Familiengeschichte, in der Depressionen und Suizide eine erschreckend große Rolle spielen.
Als Mia für einige Zeit in Tel Aviv arbeitet, nimmt sie Kontakt zu Ruth, der besten Freundin ihrer Mutter, auf, die ihr alte Briefe aushändigt. Durch deren Lektüre taucht Mia in die Vergangenheit ein und stellt nun Fragen, auf die sie schon lange Antworten sucht.
Außerdem begegnet sie David (gutaussehend, im Filmbusiness). Die beiden verlieben sich schnell und passen unbeschreiblich gut zu einander (obwohl David bereits verheiratet ist und auch eine Tochter hat).
Christiane Wirtz schreibt direkt, klar, durchdacht und ohne literarische Schnörkel –
ihr Stil ist journalistisch, der Ton oft eher sachlich. Trotzdem finde ich die Geschichte wunderbar erzählt.
Zwischen den Zeilen habe ich sowohl Zerbrechlichkeit, als auch eine enorme Stärke gespürt. Besonders stark finde ich ihre reflektierte und trotzdem irgendwie unaufgeregte Art, mit schwierigen Themen umzugehen. Christiane Wirtz hat es in ihrem Buch geschafft, nichts zu verharmlosen, aber dennoch eine Geschichte zu schreiben, die sehr selbstbestimmt und hoffnungsvoll daherkommt.
Offen und reflektiert fragt sie, wie seelische Belastungen über Generationen weitergegeben werden – und was das für die eigene Identität bedeutet.

Wie schwer der Schatten wiegt?
Vielleicht lässt sich die Frage ähnlich beantworten wie die ihrer Eselsmetapher.

Ein kluges, eindringliches Buch. Es ist kein leichter Stoff, aber genau deshalb wichtig. Auch über die Kultur und die Politik des Landes hab ich immer wieder etwas erfahren, nie aufdringlich, aber immer authentisch.
Auf jeden Fall eine Lektüre, über die ich noch länger nachdenken werde.

„Was wünschst du dir denn?“ […] „Dass die Zukunft offen ist“, sagte ich, „dass ich mein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann.“

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Veröffentlicht am 30.07.2025

eindringlich und erschütternd

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Eine aufwühlendere Geschichte, als das Cover vermuten lässt.

In ihrem Buch „Lilianas unvergänglicher Sommer“ erzählt Cristina Rivera Garza die wahre Geschichte ihrer Schwester Liliana, die 1990 in Mexiko ...

Eine aufwühlendere Geschichte, als das Cover vermuten lässt.

In ihrem Buch „Lilianas unvergänglicher Sommer“ erzählt Cristina Rivera Garza die wahre Geschichte ihrer Schwester Liliana, die 1990 in Mexiko von ihrem Ex-Freund ermordet wurde.

Auf der Grundlage von Tagebüchern, Briefen und Erinnerungen rekonstruiert sie nicht nur das Leben ihrer Schwester, sondern auch ein gesellschaftliches Klima, das Gewalt gegen Frauen systematisch verharmlost. Das Buch liest sich als persönliche Trauerarbeit, feministisches Manifest und politische Anklage.

Rivera Garzas Stil ist nüchtern, reflektiert und literarisch dicht. Sie verzichtet auf Dramatisierung, was das Gelesene umso emotionaler und schmerzhafter macht.
Ihre Sprache sucht nicht nach Trost, sondern nach Wahrheit.

Ich fand das Buch schwer zu lesen – nicht wegen der Sprache, sondern wegen der emotionalen Wucht. Es geht unter die Haut, manchmal fast zu tief. Gleichzeitig ist es ein enorm wichtiges Werk, das eine klare Haltung gegen Femizid und patriarchale Strukturen einnimmt.

"Lilianas unvergänglicher Sommer" ist kein leichtes Buch, aber ein notwendiges. Es hallt nach – leise, wütend und klar.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Faszinierende Geschihcte!

Der Gott des Waldes
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Nightshift!
Für „The God in the Woods” von @lizmoore hab ich eine Nachtschicht eingelegt.
Ich konnte das Buch einfach nicht zur Seite legen.

Die Van Laars besitzen seit Generationen das „Van Laak Preserve“ ...

Nightshift!
Für „The God in the Woods” von @lizmoore hab ich eine Nachtschicht eingelegt.
Ich konnte das Buch einfach nicht zur Seite legen.

Die Van Laars besitzen seit Generationen das „Van Laak Preserve“ am Lake Joan. Im dortigen Camp Emerson finden jedes Jahr Sommercamps für Schüler:innen statt. Höhepunkt der Zeit fernab der Zivilisation ist der jährliche „Survival Trip“, bei dem sich die Jugendlichen in kleinen Gruppen allein in der Wildnis zurecht finden müssen.
Während die wohlhabenden Van Laars mit ihren Freunden in der Villa „Self-Reliance“ ein Fest feiern, verschwindet ihr einziger Sohn, Bear. Über eine Dekade später nimmt ihre Tochter Barbara am Sommercamp teil- und plötzlich wird auch sie vermisst.
Welchen Spuren die junge Polizistin Judyta nachgeht, welche Abgründe sich auftun und ob die beiden Fälle geklärt werden können, kann und will ich beim besten Willen nicht verraten.

Die Geschichte spielt in unterschiedlichen Jahren und wird auch dementsprechend erzählt. Man springt beim Lesen zwischen den Zeiten hin und her. Hier hat mir besonders gut die Aufteilung in der Kapitelüberschrift gefallen, in der das jeweilige Jahr fettgedruckt neben allen anderen Jahren steht, in denen der Roman jeweils spielt. Das gibt gute Orientierung.

Auch die Erzählperspektive wechselt zwischen den Hauptcharakteren des Romans. Ich fand diese sich ergänzenden Erzählungen sehr klug gewählt. Nie habe ich zu viel erfahren, immer bleibt etwas in der Schwebe, permanent etwas zu grübeln- das treibt die Story ordentlich voran.

Es gibt so viele Ansatzpunkte und Theorien, so viele mögliche Variationen von Handlungsweisen und immer wieder ploppt ein Aspekt auf, der überrascht, verwirrt, irritiert oder Klarheit verschafft.

Und ganz nebenbei erfährt man viel über das Leben der Van Laars, den unsäglichen Umgang miteinander und ihren Mitmenschen gegenüber.

Ich hab das Buch im Original gelesen und weiss jetzt endlich auch wieder, was „Napfkuchen“ auf Englisch heisst. Hatte ich vollkommen vergessen!

"When lost sit down and yell"

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Veröffentlicht am 18.07.2025

stimmungsvoller Roman über Verlust und große Liebe

Das Geschenk des Meeres
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Eine Geschichte so rau, verletzlich, liebevoll und traurig, aber auch so versöhnlich und leidenschaftlich, dass ich das Buch einfach nicht weglegen konnte.
In „Das Geschenk des Meeres“ von Julia R. Kelly ...

Eine Geschichte so rau, verletzlich, liebevoll und traurig, aber auch so versöhnlich und leidenschaftlich, dass ich das Buch einfach nicht weglegen konnte.
In „Das Geschenk des Meeres“ von Julia R. Kelly lernen wir die junge Lehrerin Dorothy kennen, die in dem kleinen schottischen Küstenort Skerry den Dienst antritt.
Von den Mitbewohnerinnen argwöhnisch beäugt, verliebt sie sich in Joseph, doch heiratet bald darauf einen anderen Mann. Der einzige Sohn kommt tragisch ums Leben. Als Jahre später ein kleiner Junge an den Strand gespült wird, nimmt Dorothy ihn bei sich auf und wird in dieser Zeit mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.
Der Ton dieses Buchs ist einfach wunderbar. Die Geschichte fließt, liest sich unglaublich geschmeidig und lässt einfach nicht mehr los. Eine wunderbare Erzählung!
Der Wechsel zwischen „Damals“ und „Heute“ hält die Spannung aufrecht, die Geschichte im Fluss und hilft, Situationen in der Gegenwart besser einschätzen zu können (was das Ganze nicht weniger tragisch macht!).
Dorothy tut sich schwer, Gefühle zu zeigen und genau das spiegelt sich auch in der leicht melancholische Grundstimmung wider, die sich immer dann aufhellt, wenn Joseph oder das Kind eine Rolle spielen.
Ich mochte die authentische Beschreibung des Lebens am Meer, der Naturgewalten und des Alltags in diesem kleinen schottischen Ort.
Zwischenmenschliche Beziehungen werden glaubhaft dargestellt. Schuldgefühle, Scham und Ängste, Eifersucht, Verlust und vor allem Liebe machen diesen Roman zu einer runden Geschichte, die ich sofort noch einmal lesen würde.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

toller Genre-Mix!

Das Ministerium der Zeit
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Eigentlich sind Zeitreisegeschichten nix für mich.

Als Mona Ameziane und Christine Westermann sich in ihrem Podcast Zweiseiten aber so begeistert über „Das Ministerium der Zeit“ von Kaliane Bradley ausgetauscht ...

Eigentlich sind Zeitreisegeschichten nix für mich.

Als Mona Ameziane und Christine Westermann sich in ihrem Podcast Zweiseiten aber so begeistert über „Das Ministerium der Zeit“ von Kaliane Bradley ausgetauscht haben (und es noch dazu bei Barack Obama auf der Sommerleseliste steht) hat’s mich dann irgendwie doch interessiert.

Eine junge britische Beamtin wird Teil eines geheimen Regierungsprojekts, das Menschen aus der Vergangenheit in unsere Zeit holt – darunter der Polarforscher Graham Gore aus dem 19. Jahrhundert („1847“). Sie soll ihn als seine „Bridge“ betreuen und ihm beim Einleben helfen, doch bald entwickelt sich zwischen den beiden mehr. Während Graham versucht, die moderne Welt zu begreifen, werden die beiden mit politischen Intrigen, Überwachung und moralischen Fragen konfrontiert.

Ich fand den Roman eine erstaunlich gut gelungene Mischung aus Science Fiction, Zeitreise, Liebesroman und Gesellschaftskritik mit einer Portion Thriller.

Mir hat die Erzählstruktur super gut gefallen. Die Szenen aus Grahams Zeit auf der Expedition haben einen tollen Einblick gegeben, wie anders sein Leben im
19. Jahrhundert war und warum er sich mit manchen – auch moralischen- Veränderungen in der Jetzt-Zeit schwertut. Aber er schlägt sich wacker und lernt Rad fahren, findet sich im WG-Leben zurecht, kocht und liebt.

Im letzten Drittel wird’s wild- ich musste mich echt konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren. Da vermischen sich Zeitebenen, da treffen Charaktere aufeinander, deren Verbindungen sehr überraschend sind und das ganze geht Schlag auf Schlag.

Dieses Buch ist eine herrliche Mischung aus unterschiedlichen Genres, verschiedenen Zeitebenen, spannenden Menschen, die die Spuren ihrer Zeit in sich tragen, europäischer Geschichte im Zeitraffer, Themen, die Gesellschaft prägen, ordentlich Anziehungskraft und viel Spannung. Herrlich, wirklich!

Unbedingte Leseempfehlung! Ich hab es auch als Audiobook, das wunderbar erzählt ist, auf einer langen Wanderung gehört. Ein Hit!

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