Cover-Bild Das Geschenk des Meeres
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17,99
inkl. MwSt
  • Verlag: mareverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 11.07.2025
  • ISBN: 9783866488519
Julia R. Kelly

Das Geschenk des Meeres

Claudia Feldmann (Übersetzer)

Schottland, Winter 1900. Am Strand von Skerry wird ein lebloser Junge angeschwemmt. Als der Fischer Joseph ihn ins Dorf trägt, erntet er ungläubige Blicke, denn das Kind ähnelt auf unheimliche Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der in einer längst vergangenen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde. Ausgerechnet Dorothy erklärt sich bereit, das rätselhafte Kind aufzunehmen, bis seine Herkunft geklärt ist. Doch die Anwesenheit des Jungen wühlt nicht nur Dorothy auf, sondern stellt die gesamte Dorfgemeinschaft vor Fragen. Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand, als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2025

Perfekt für Regentage

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1900 in Schottland. Das raue Wetter des schottischen Winters macht auch vor dem kleinen Fischerort Skerry nicht halt. Eines Tages wird auf unerklärliche Weise an Junge an die Küste gespült. Gefunden von ...

1900 in Schottland. Das raue Wetter des schottischen Winters macht auch vor dem kleinen Fischerort Skerry nicht halt. Eines Tages wird auf unerklärliche Weise an Junge an die Küste gespült. Gefunden von niemand anderem als Joseph, der bei einem ähnlichen Unglück vor zwanzig Jahren, zufällig der einzige Zeuge war. Und sieht der Junge nicht dem vor Zeiten verunglückten Jungen zum verwechseln ähnlich?

Das Buch hat mich total begeistert. Das Setting und die Beschreibung des Fischerdorfes sind derart atmosphärisch, das man die raue See rauschen hört und die salzige Feuchte auf seiner Haut spürt. Die Bewohner der Insel stehen eben jener aber in nichts nach. Jeder der Protagonisten ist tiefgründiger als es zunächst den Anschein hat. Geschickt erzählt Kelly die Geschichte eines jeden und gibt damit Einblick in die Verhaltensweisen, der einzelnen.

Ohne viel vorweg nehmen zu wollen, die Geschichte geht einem ans Herz und hallt noch lange nach.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

klingt noch lange nach

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Es ist um 1900, als die junge Dorothy in das kleine abgelegene Fischernest Skerry an der schottischen Küste zieht, um dort als Dorflehrerin ein neues Leben zu beginnen. Als Fremde hat sie es nicht gerade ...

Es ist um 1900, als die junge Dorothy in das kleine abgelegene Fischernest Skerry an der schottischen Küste zieht, um dort als Dorflehrerin ein neues Leben zu beginnen. Als Fremde hat sie es nicht gerade leicht, in der sehr eigenwilligen Dorfgemeinschaft Fuß zu fassen. Ebenso verhindern zahlreiche Umstände, dass sie ihr Liebessglück, mit dem Fischer Joseph, findet. Durch ein Unglück verliert sie auch noch ihren geliebten Sohn Moses. Jahre später, wird in einer Wintersturmnacht ein kleiner Junge angespült, der ihrem verlorenen Sohn unheimlich ähnelt. Damit werden Dinge und Geheimnisse ans Licht gebracht, die längst begraben schienen.
Die Geschichte spielt auf drei Zeitebenen und wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Und immer wieder steht die große Frage Raum, was geschah damals wirklich mit Moses und was hat es mit diesem geheimnisvollen Jungen auf sich.
Nach und nach erfährt man von den Träumen, Wünschen und Geheimnissen der einzelnen Personen. Sie begehen Fehler und müssen mit den Konsequenzen ihrer Handlungen leben. Besonders spürbar dabei, Dorothy hat den Tod von Moses nie verarbeitet. Viele Zusammenhänge erschließen sich erst im Laufe der Zeit, durch Rückblicke und Perspektivwechsel. Allmählich setzt sich das Gesamtbild der wahren Ereignisse zusammen. Die kurzen Kapitel sorgten für einen angenehmen Lesefluss.
Die Figuren wirkten auf mich allesamt authentisch und so rauh und unnahbar wie die schottische Küste selbst. Besonders nachvollziehbar empfand ich Dorothys Schwierigkeiten, sich in das Dorfleben zu integrieren. Nicht nur die Dorfbewohner machten es ihr schwer, oft stand sie auch selbst im Weg. Es gab Fehler auf allen Seiten. Es wird mehr übereinander als miteinander geredet. Natürlich regt es mich immer wieder auf, wenn Konflikte auf Grund von mangelnder Kommunikation oder falschem Stolz entstehen und künstlich aufrecht erhalten werden. Doch genau dies passt hervorragend in die handelnde Zeit und zu den Menschen dieser Umgebung. Mir gefiel, dass die Autorin eine kleine schottische Sage mit in die Geschichte eingewebt hat und nur am Rande mit floss. Dies sorgte für eine ganz besondere Atmosphäre.
Der Schreibstil ist ruhig und beschreibt malerisch die Umgebung. Die Naturbeschreibungen sind sehr ausschweifend und lassen einen fühlen, als wäre man direkt vor Ort. Es wird mit Worten gespielt, die eine ganze eigene Stimmung erzeugen.
Es ist kein Wohlfühlroman, sondern eine Geschichte die einen berührt, mitfühlen lässt und in die Tiefe geht. Trauer, Verlust und Hoffnung auf zweite Chancen machen diesen Roman zu etwas ganz besonderen.
Eine klare Empfehlung für alle, die in die leisen Töne eintauchen wollen und das raue schottische Setting lieben.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Mystik, Folklore und ein Schmerz, der bleibt

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Wie schön und besonders ist denn bitte diese Geschichte?! ich finde den Schreibstil einfach unfassbar einnehmend und ich bin so dermaßen drin im Dorfklatsch und dem Drama um die zwei Jungen- der eine der ...

Wie schön und besonders ist denn bitte diese Geschichte?! ich finde den Schreibstil einfach unfassbar einnehmend und ich bin so dermaßen drin im Dorfklatsch und dem Drama um die zwei Jungen- der eine der verschwand und der andere, der wie durch Schicksal auftaucht. Denn die Geschichte beginnt mit einer Art seltsamen Wunder: ein Junge wird von der See an den Strand gespült- lebend. Und sieht aus wie Dorothys einst verschollener Sohn. Was für ein wunderbar rätselhaftes Ausgangsszenario.

Was ich in diesem Roman besonders gelungen fand, war die Zeichnung der Figuren. Nicht nur der Protagonisten, sondern auch all der Nebenfiguren, die Ecken und Kanten und eigene Geschichten bekommen haben. Die Dorfgemeinschaft erwacht hier zwischen den Seiten zum Leben, versprüht ihr Gift, hütet Geheimnisse, aber steht auf füreinander ein. Als unerwartete Lieblingsfigur hat sich für mir Mrs. Brown entpuppt, die für mich der Inbegriff von „harte Schaler, weicher Kern“ ist.

Generell tun sich innerhalb der Gemeinschaft einige Abgründe und Geheimnisse auf, sodass es da auch ein paar Verdachtsmomente bzgl. Dorothys verschwundenem Sohn gab. Das fand ich überaus gelungen, da es der sowieso schon dichten Erzählung auch noch einen Hauch Spannung verleiht.

Das Setting mit seiner rauen, unbarmherzigen Landschaft und der wilden See, die schon so viele das Leben gekostet hat, ist für sich schon super atmosphärisch. Aber in Zusammenhang mit der Folklore und der mystischen Verbindungen zwischen den zwei Jungen- dem der verschwand und dem der aus Meer auftauchte, schafft das ein ganz besonderes, stimmungsvolles Szenario.

Ich bin ganz ehrlich: Misskommunikation ist stark in diesem Buch und davon bin ich ja immer überhaupt kein Fan. Und hätten die zwei um die es geht, mal von Anfang an ehrlich miteinander geredet, gäbe es diese Geschichte nicht, weil das die Grundprämisse ist. Das ist eigentlich mein einziger Kritikpunkt an der Geschichte, die sonst so angefüllt mit Themen, Emotionen und Schicksalen ist.

Ich fand dieses Buch unterm Strich wirklich toll, vor allem den Schreibstil, der mich richtig tief in die Handlung hineingezogen hat.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Ein wunderbarer Roman

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"Das Geschenk des Meeres" von Julia R. Kelly war ein Roman genau nach meinem Geschmack!

Dorothy lebt auf der Insel Skerry vor Schottlands Küste. Vor Jahren ist ihr Sohn Moses ans Meer gegangen und dort ...

"Das Geschenk des Meeres" von Julia R. Kelly war ein Roman genau nach meinem Geschmack!

Dorothy lebt auf der Insel Skerry vor Schottlands Küste. Vor Jahren ist ihr Sohn Moses ans Meer gegangen und dort spurlos verschwunden. Und nun findet Joseph, ein Mann aus dem Dorf, am Strand einen Jungen, der angeschwemmt wurde. Er sieht dem verschwundenen Moses auf unheimliche Weise ähnlich. Dorothy erklärt sich schließlich trotz aller Vorbehalte bereit, den Jungen, der nicht spricht, bei sich aufzunehmen und sich um ihn zu kümmern, bis man seine Herkunft kennt.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1900 im rauen Klima des winterlichen Schottlands, als Joseph das Kind findet In abwechselnden Kapiteln JETZT (1900) und DAMALS gerät man immer tiefer in den Sog dieser Geschichte. Wir lernen das kleine Dorf kennen, Dorothy und ihr Leben, Joseph und die anderen Bewohner. Ein Dorf und Menschen, die viel Glauben, aber auch Aberglauben in sich tragen. Der Tratsch blüht, es wird viel gemutmaßt, Vorurteile gibt es. besonders gegenüber der neuen Lehrerein Dorothy, die sich, aus Edinburgh kommend, erst noch im Dorf zurechtfinden muss, Typisch schottisch auch der Glaube an Feen...

Julia R. Kelly hat ihr Buch im Rollstuhl sitzend geschrieben und ihren Beruf aufgegeben. Sie versteht es meisterhaft, den Winter in Schottland zu beschreiben, rau, kalt und lang. Die Beschreibungen der Landschaft und des Meeres sind so plastisch , dass ich mich sofort wieder in Schottland gefühlt habe (das ich übrigens sehr liebe), das Rauschen der Wellen und dass Salz in der Luft gespürt und geschmeckt habe.

Das Cover passt wunderbar zu Landschaft und Inhalt des Romans. Auch die verschiedenen Charaktere sind großartig gezeichnet, viele mag man, andere eher nicht. Dazu die Spannung zu erfahren, was damals wirklich mit Moses passiert ist. Dieser Bogen steigert sich von Kapitel zu Kapitel. Anfangs hatte ich ein paar Anlaufschwierigkeiten, aber dann konnte ich den Roman nicht mehr aus der Hand legen und bin vollständig ins Schottland um 1900 und das Leben der Bewohner von Skerry eingetaucht. Ich habe mit Dorothy mitgelitten und -gehofft. Sie auf ihrem Weg zu begleiten hat mir viele wunderbare Lesestunden geschenkt. Ich fand es auch interessant, so ganz nebenbei auch etwas über Dorothy's Herkunft zu erfahren und zu verstehen, warum sie so ist wie sie ist. Es ist ein Roman, der durch die rätselhafte Handlung, das Leben um 1900 und die Wucht der Natur von Kapitel zu Kapitel immer mehr Dramatik entwickelt. Und das in leisen Tönen und ohne Effekthascherei geschrieben. Ein Roman, der mich tief berührt hat und sicher lange nachhallen wird. Und mich außerdem wieder nach Schottland treiben wird....

Ein weiteres Highlight in diesem Jahr, das ich auf jeden Fall weiterempfehle! Volle 5 Sterne gibt es von mir!

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Die versteckten Gefühle einer traditionellen Dorfgemeinschaft

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In dem abgelegenen schottischen Dorf Skerry, in dem ein traditionelles Leben herrscht, ereignen sich um 1900 merkwürdige Dinge. Nachdem vor Jahren ein Jung im Meer verschwunden ist, taucht plötzlich ein ...

In dem abgelegenen schottischen Dorf Skerry, in dem ein traditionelles Leben herrscht, ereignen sich um 1900 merkwürdige Dinge. Nachdem vor Jahren ein Jung im Meer verschwunden ist, taucht plötzlich ein zum Verwechseln ähnlicher Junge wieder auf, der an den Strand gespült wurde. Und wie es der Zufall so will nimmt ihn Dorothy, die verwaiste Mutter, auf.

Was zunächst mystisch anmutet, entpuppt sich während der Handlung immer mehr zu einem gesellschaftlichen Roman, der den Menschen tief in die Seele und in ihre Gefühlswelt blickt. Thematisiert wird dabei vor allem das Leid Dorothys, nach dem Verschwinden ihres Sohnes. Aber auch der Tratsch, Neid und Missgunst der Dorfbewohner spielen eine große Rolle, ebenso eine zarte Liebesgeschichte, die keine Chance zum Wachsen erhält. Der Junge bringt mit seinem Erscheinen im Dorf somit die gesamte Dorfgemeinschaft in Aufruhr. Der Schauplatz der Handlung ist sowohl von der Umgebung als auch vom Verhalten der Menschen rau und scheint durch und durch lebensfeindlich.

Erzählt wird die Handlung in Kapiteln entweder die Gegenwart oder die Vergangenheit der Protagonisten beschreiben. Unterteilt ist jedes Kapitel in kurze Abschnitte die jeweils einer einzelnen Person gewidmet sind. Diese Gestaltung des Textes gibt dem Roman eine klare Strukturierung.

Das Buch war ganz anders als ich zunächst erwartet hatte. Aus einem scheinbar spannenden und abenteuerversprechenden Ereignis (dem Auftauchen des Kindes) entwickelte sich eine ruhige und unaufgeregte, jedoch gefühlsbetonte und tief in die Psyche blickende Handlung, die sich aber durchaus lohnt gelesen zu werden.

Das Cover des Buches mit dem harmonischen Blautönen und dem einsamen Haus am stürmischen Meer vermittelt den Inhalt des Buches wunderbar und hat mir sehr gut gefallen. Als Beigabe gab es zum Buch noch zwei Postkarten mit dem Bild des Covers.

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