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Veröffentlicht am 12.02.2025

Eines der letzen Tabuthemen: Wir müssen darüber reden!

(K)eine Mutter
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"(K)eine Mutter: Abtreibung - Zwölf Frauen erzählen ihre Geschichte" von Jeanne Diesteldorf ist ein wichtiges und (immer noch) aktuelles Buch. Denn Abtreibung ist nach wie vor ein Tabuthema. Kaum jemand ...

"(K)eine Mutter: Abtreibung - Zwölf Frauen erzählen ihre Geschichte" von Jeanne Diesteldorf ist ein wichtiges und (immer noch) aktuelles Buch. Denn Abtreibung ist nach wie vor ein Tabuthema. Kaum jemand spricht darüber, obwohl durchschnittlich jede vierte Frau im Leben einmal eine Schwangerschaft abbricht. Die Gründe hier sind so vielfältig wie die Frauen und ihr Leben es auch sind. Doch wenn es um das Thema Abtreibung geht, liegt das Hauptaugenmerk leider nicht bei den Frauen, wie es sein sollte. Stattdessen bestimmen vor allen diejenigen darüber, die persönlich nicht betroffen sind: meistens Männer, die die Gesetze machen.

Jeanne Diesteldorf lässt in diesem Buch 12 Frauen von ihren Erfahrungen erzählen. Es macht sprachlos und wütend, was alle auf verschiedene Weise erleben mussten bei dem verpflichtenden Beratungsgespräch, der Suche nach Ärzten, unsensiblen Pflegekräften, der Krankenkasse und so weiter. Man könnte glauben, wir leben noch im Mittelalter.

Ich bewundere den Mut dieser zwölf Frauen, so offen über ihre Erfahrungen zu sprechen. Es ist unfassbar, dass Abtreibung immer noch so stigmatisiert und vor allem illegal ist. Hier muss dringend eine Veränderung her. Es darf nicht sein, dass Frauen heutzutage noch so behandelt werden, von Krankenkassen, Ärzt*innen, vor dem Gesetz und von der Gesellschaft.
Keine Frau trifft die Entscheidung zu einer Abtreibung leichtfertig. Niemand möchte das unbedingt erleben. Und niemand wird das ohne Notwendigkeit machen, nur weil es plötzlich nicht mehr illegal ist. Aber es muss Frauen möglich sein, sicher und ohne Bevormundung abtreiben zu können.

Mein einziger Kritikpunkt zu dieser Veröffentlichung ist, dass die 12 Frauen alle aus recht ähnlichen Verhältnissen stammen und alle in ziemlich ähnlichen Situationen waren. Hier hätte ich mir etwas mehr Vielfalt gewünscht (verschiedene Kulturen, verschiedene soziale Schichten, …). Daher 1 Stern Abzug. Ansonsten ein wirklich wichtiges, mutiges und sehr empfehlenswertes Buch!

"Für diejenigen, die unerwartet schwanger geworden sind, kommt es oft überraschend, dass sie im Rahmen ihrer Entscheidung bevormundet, teils schikaniert werden und sie sich am Ende dieser Erfahrung oft fremdbestimmt fühlen und schämen. Dabei könnten ihre Geschichten auch anders verlaufen. Doch nach wie vor schließt sich an die Erfahrung oft Schweigen an, Schuldgefühle oder stille Wut. Das macht es schwer, den Schwangerschaftsabbruch als normales Lebensereignis psychisch zu integrieren, und belastet manchmal noch viele Jahre später."

"Das finanzielle Risiko von Sex verbleibt damit bei denjenigen, die schwanger werden können. Im Zweifel müssen Sie die Kosten allein tragen. Solidarität kennt unser Gesundheitssystem an dieser Stelle nicht. Dabei sind wir alle in dieses Thema involviert und sollten als Gesellschaft endlich gemeinsam dafür einstehen, dass diejenigen, die schwanger werden können, immer eine Wahl haben und wir ihrer Entscheidung vertrauen."

"Wie gleichberechtigt ist unsere Gesellschaft, wenn sie noch immer Menschen für etwas Selbstverständliches stigmatisiert: über den eigenen Körper und das eigene Leben entscheiden zu wollen? Denn solch eine gesetzliche Regelung betrifft im deutschen Recht ausschließlich diejenigen, die schwanger werden können. Kein Cis-Mann muss jemals eine ähnliche Einschränkung über seine reproduktive Selbstbestimmung befürchten. Die aktuelle Gesetzeslage ermöglicht es in Deutschland, dass Schwangere gegen Ihren ausdrücklichen Willen dazu gezwungen werden, eine Schwangerschaft auszutragen."

"Sie versteht nicht, wer etwas davon hat, wenn Menschen Kinder kriegen, die in dem Moment kein Kind kriegen wollen. Da hat das Kind nix davon, da hat die Gesellschaft nix davon. Das fühlt sich dann an wie eine Bestrafung dafür, dass man Sex hatte. Warum ist es die Aufgabe und Verantwortung der Frau? Warum soll sie dann am Ende mit den Konsequenzen leben? Und warum sollen über diese Situation dann Leute entscheiden, die überhaupt nichts damit zu tun haben - mit der Frau, mit ihrem Leben, mit ihrem Körper und mit dem, was sie will? Die überhaupt nicht in diese Situation sind?"

"Sie will nicht die sein, die abgetrieben hat, als wäre es ein großer Makel. Genau so kommt es ihr oft vor in der öffentlichen Debatte und weil sie es selbst verschweigt. Es kommt ihr so vor, als wäre es etwas smSchwerwiegendes. Etwas, das an einem hängt und einen beschwert. Etwas, das nicht sein darf.
Aber wir müssen endlich anfangen, darüber zu sprechen. Es benennen, davon erzählen."

"Mein Abbruch war eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe", sagt Janine überzeugt. Dennoch trauert sie. Oder gerade deswegen. Sie trauert, weil die Situation so war, wie sie war. Weil es so sein musste. "Ich hätte lieber keinen Abbruch gehabt. Dieses ganze Prozedere, diese Wartezeit und vor allem das Gefühl: eigentlich gehört mir mein Körper gar nicht richtig. Eigentlich gehört er halt dem Staat, und der ist weiß, männlich und heterosexuell."

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Liz Lighty holt sich die Krone, die ihr zusteht

Du solltest mich mit Krone sehen
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"Du solltest mich mit Krone sehen" von Leah Johnson ist ein schönes Jugendbuch voller Empowerment und sympathischer Charaktere.
Aus der Ich-Perspektive erzählt in diesem Roman die Protagonistin Liz(zy), ...

"Du solltest mich mit Krone sehen" von Leah Johnson ist ein schönes Jugendbuch voller Empowerment und sympathischer Charaktere.
Aus der Ich-Perspektive erzählt in diesem Roman die Protagonistin Liz(zy), die es nicht leicht hat(te) im Leben. Ihre Geschichte spielt an einer typischen amerikanischen High School, aber Liz ist alles andere als der typische Teenager. Sie ist schwarz und queer, hatte und hat es familiär nicht immer leicht. Sie ist unheimlich klug und ehrgeizig und liebt Musik über alles. Als sie ein Stipendium nicht bekommt, ohne das sie nicht aufs Wunsch-College gehen kann, braucht sie einen alternativen Plan. Sie muss die Prom-Queen des diesjährigen Abschlussballs werden. Doch das ist gar nicht so leicht. Dank ihrer Freund*innen könnte sie es schaffen, aber dann taucht da noch dieses Mädchen auf, Amanda/Mack, und zwischen den beiden entwickeln sich Gefühle, die das Rennen um die Krone erschweren oder gar unmöglich machen könnten, denn die Schule ist sehr konservativ und vor allem die fiese Rachel tut alles, um ihre Teilnahme am Wettkampf zu behindern ...
Liz macht im Laufe der Geschichte meiner Meinung nach eine beeindruckende Entwicklung durch, sie findet zu sich selbst und sie lernt für sich selbst einzustehen und für das zu kämpfen, was sie liebt.
Die Themen Queerfeindlichkeit und Rassismus werden hier in eine unterhaltsame Geschichte verpackt, was wirklich gut gelungen ist. Insgesamt ein wirklich schöner Jugendroman mit einem wichtigen und aktuellen Thema und einem wunderschönen, hoffnungsvollen Ende.

"So gesehen sind Gruppen von High-School-Freunden sowas wie ein Ensemble. Meine Freundinnen sind offiziell Spinner, Tintenkleckse auf einem ansonsten blütenweißen Blatt, aber genau deswegen funktionieren wir so gut zusammen. Denn solange sie meine Leute sind, solange sie diejenigen auf meiner rmRechten und Linken sind, kann ich manchmal vergessen, dass ich nirgends sonst in dieser Stadt hinpasse."

"Aks ich am nächsten Tag im Korridor an ihm vorbei ging, konnte ich ihm nicht mal in die Augen schauen. Ich konnte es nicht benennen, aber ich schämte mich auf eine Art und Weise wie nie zuvor in meinem Leben Punkt auf einmal war mir alles peinlich, was mich ausmachte. Welches Memo hatte ich verpasst, indem es hieß, dass sich alle über Nacht verändern sollten? Plötzlich passte für mich alles zusammen: die Outfits waren cooler, der Haarschnitt viel Pinterest-würdiger, und die Autos auf dem Parkplatz der Zwölftklässler glänzen mehr als je zuvor."

"So überrascht ich auch angesichts Jordans Wissen über das Klassensystem im mittelalterlichen Europa bin, er hat recht. Dieser ganze Wettbewerb ist so aufgebaut, um irgendein verdrehtes Märchen nachzuahmen. Die Königin soll die Beste unter uns sein: die Klügste, die Schönste, die Würdigste. Aber die Leute, die gewinnen, sind selten diejenigen, die es wirklich verdienen. Wie in jeder Monarchie sind sie einfach am nächsten an der Spitze. Den Titel der Königin verdient man sich nicht; man erbt ihn."

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Liz Lighty holt sich die Krone, die ihr zusteht

Du solltest mich mit Krone sehen
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"Du solltest mich mit Krone sehen" von Leah Johnson ist ein schönes Jugendbuch voller Empowerment und sympathischer Charaktere.
Aus der Ich-Perspektive erzählt in diesem Roman die Protagonistin Liz(zy), ...

"Du solltest mich mit Krone sehen" von Leah Johnson ist ein schönes Jugendbuch voller Empowerment und sympathischer Charaktere.
Aus der Ich-Perspektive erzählt in diesem Roman die Protagonistin Liz(zy), die es nicht leicht hat(te) im Leben. Ihre Geschichte spielt an einer typischen amerikanischen High School, aber Liz ist alles andere als der typische Teenager. Sie ist schwarz und queer, hatte und hat es familiär nicht immer leicht. Sie ist unheimlich klug und ehrgeizig und liebt Musik über alles. Als sie ein Stipendium nicht bekommt, ohne das sie nicht aufs Wunsch-College gehen kann, braucht sie einen alternativen Plan. Sie muss die Prom-Queen des diesjährigen Abschlussballs werden. Doch das ist gar nicht so leicht. Dank ihrer Freund*innen könnte sie es schaffen, aber dann taucht da noch dieses Mädchen auf, Amanda/Mack, und zwischen den beiden entwickeln sich Gefühle, die das Rennen um die Krone erschweren oder gar unmöglich machen könnten, denn die Schule ist sehr konservativ und vor allem die fiese Rachel tut alles, um ihre Teilnahme am Wettkampf zu behindern ...
Liz macht im Laufe der Geschichte meiner Meinung nach eine beeindruckende Entwicklung durch, sie findet zu sich selbst und sie lernt für sich selbst einzustehen und für das zu kämpfen, was sie liebt.
Die Themen Queerfeindlichkeit und Rassismus werden hier in eine unterhaltsame Geschichte verpackt, was wirklich gut gelungen ist. Insgesamt ein wirklich schöner Jugendroman mit einem wichtigen und aktuellen Thema und einem wunderschönen, hoffnungsvollen Ende.

"So gesehen sind Gruppen von High-School-Freunden sowas wie ein Ensemble. Meine Freundinnen sind offiziell Spinner, Tintenkleckse auf einem ansonsten blütenweißen Blatt, aber genau deswegen funktionieren wir so gut zusammen. Denn solange sie meine Leute sind, solange sie diejenigen auf meiner rmRechten und Linken sind, kann ich manchmal vergessen, dass ich nirgends sonst in dieser Stadt hinpasse."

"Aks ich am nächsten Tag im Korridor an ihm vorbei ging, konnte ich ihm nicht mal in die Augen schauen. Ich konnte es nicht benennen, aber ich schämte mich auf eine Art und Weise wie nie zuvor in meinem Leben Punkt auf einmal war mir alles peinlich, was mich ausmachte. Welches Memo hatte ich verpasst, indem es hieß, dass sich alle über Nacht verändern sollten? Plötzlich passte für mich alles zusammen: die Outfits waren cooler, der Haarschnitt viel Pinterest-würdiger, und die Autos auf dem Parkplatz der Zwölftklässler glänzen mehr als je zuvor."

"So überrascht ich auch angesichts Jordans Wissen über das Klassensystem im mittelalterlichen Europa bin, er hat recht. Dieser ganze Wettbewerb ist so aufgebaut, um irgendein verdrehtes Märchen nachzuahmen. Die Königin soll die Beste unter uns sein: die Klügste, die Schönste, die Würdigste. Aber die Leute, die gewinnen, sind selten diejenigen, die es wirklich verdienen. Wie in jeder Monarchie sind sie einfach am nächsten an der Spitze. Den Titel der Königin verdient man sich nicht; man erbt ihn."

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Veröffentlicht am 07.02.2025

"Ab wann ist man denn ein Ansässiger?"

Die lichten Sommer
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"Die lichten Sommer" von Simone Kucher ist ein anspruchsvoller und berührender Roman über die Folgen von Vertreibung und Flucht.
Erzählt wird hauptsächlich die Geschichte zweier Frauen, Mutter und Tochter. ...

"Die lichten Sommer" von Simone Kucher ist ein anspruchsvoller und berührender Roman über die Folgen von Vertreibung und Flucht.
Erzählt wird hauptsächlich die Geschichte zweier Frauen, Mutter und Tochter.
Elisabeth, genannt Liz, kommt zu Beginn der Fünfzigerjahre in einem kleinen süddeutschen Dorf zur Welt. Wie alle ansässigen Frauen arbeitet sie schon als Jugendliche tagsüber in der Fabrik, abends hilft sie im Wirtshaus der Eltern. Sie ist das Kind von Geflüchteten, die nach Kriegsende aus der ehemaligen Tschechoslowakei vertrieben wurden. Liz darf keine Ausbildung machen, träumt von einem anderen, besseren Leben. Sie heiratet jung und trägt immer noch die Last der Vergangenheit in sich, ein generationenübergreifendes Trauma.
Die Charaktere sind sehr authentisch und lebendig beschrieben, die Geschichte sehr berührend.
Besonders gelungen fand ich auch, wie die Autorin historische Ereignisse mit den persönlichen Geschichten ihrer Figuren verbunden hat.
Die Rückblenden und Perspektivwechseln machen die Geschichte besonders lesenswert und anspruchsvoll. Man kann sich genauso gut in Liz hineinversetzen wie in ihre Mutter Nevenka, wenn sie aus ihrer Kindheit in der Tschechoslowakei erzählt.
Vieles wird aber auch nur angedeutet, hier hätte ich mir Noch eine Vertiefung gewünscht, besonders was Nevenkas Vergangenheit angeht.
Insgesamt hat mir das Buch aber sehr gut gefallen und ich hoffe, von Simone Kucher wird man in Zukunft noch mehr lesen!

"Und kann doch nicht sagen, was sie denkt, was ihr jetzt klar wird, was sie unterscheidet: Wenn Liz etwas verantwortlich machen müsste für ein Unglück, dann wäre es immer etwas das von innen kommt, aus ihr selbst heraus. Nie etwas von außen: die Umstände, andere Menschen und schon gar nicht die Natur.
Sie setzt erneut an und verstummt. Diese Stimme, mit der sie sprechen könnte, singen. Das, was da aus ihr herauskam, war einfach nicht gut genug. Daran lag es, nicht an den Zahlen."

"Liz rutscht unruhig auf ihrem Stuhl herum, beim ersten Mal völlig überrumpelt, beim zweiten Mal schon gefasster. Warum bleibt sie denn so stumm? Lässt sich das einfach so gefallen? Ist sie schon zu weich geklopft von diesem täglichen Kampf. Sie kämpft doch jeden Tag, oder nicht? Seit Jahren. Immer schon. Und warum kann sie nicht einfach sagen: Nein, ich bin verdammt noch mal kein Flüchtling. Ich bin genauso wie du auf dieser stinkenden Erde hier geboren. In Baracken zwar, aber eindeutig hier, schleudert sie in Gedanken die Worte durch die Luft. Und fragt sich erstaunt: Ab wann ist man denn ein Ansässiger?"

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Queenie kriegt ihr Leben auf die Reihe …

Queenie
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Das Buch "Queenie" von Candice Carty-Williams hatte mich spontan angesprochen, da es ja offenbar beim Erscheinen viel Aufmerksam erregte und interessant klang. Nachdem die Titelheldin vorab als "Schwarze ...

Das Buch "Queenie" von Candice Carty-Williams hatte mich spontan angesprochen, da es ja offenbar beim Erscheinen viel Aufmerksam erregte und interessant klang. Nachdem die Titelheldin vorab als "Schwarze Bridget Jones" angekündigt wurde, wusste ich aber nicht so recht, was mich erwarten würde. Leichte Unterhaltung? Nicht direkt ... Tatsächlich geht es um eine Schwarze junge Frau, die nicht nur mit einer unglücklichen Liebesbeziehung, ihrer Vergangenheit (von der Mutter verlassen) sondern vor allem auch mit Problemen wie Alltagsrassismus, Lookismus und Sexismus zu kämpfen hat.
Queenie stammt aus einer jamaikanischen Familie, lebt in London und schafft es irgendwie immer, die falschen Entscheidungen zu treffen.Eigentlich ist sie glücklich mit ihrem weißen Freund Tom, nur dass er sie nie verteidigt gegen die rassistischen Sprüche seiner Verwandten, setzt Queenie zu und bringt immer wieder Streit zwischen den Beiden. Doch dann will Tom eine "Beziehungspause", wodurch Queenie in ein tiefes Loch fällt. Sie stürzt sich daraufhin ins Internet-Dating, was immer wieder zu Selbsterniedrigungen und gefährlichen Situationen führt. Ihr Leben gerät immer mehr außer Kontrolle. Sie muss dringend etwas in ihrem Leben ändern - nur wie?

Dass ein Charakter wie Queenie polarisiert, ist irgendwie klar. Die Heldin ist anfangs auch nicht direkt sympathisch; sehr ich-bezogen und ziemlich anstrengend kommt sie rüber.
Mit der Zeit kann man Queenie aber nach und nach besser verstehen, ihre Hintergründe und Gedankengänge. Vor allem, als sie sich dann in eine Therapie begibt tun sich hier einige Abgründe auf, die einem ganz schön zu knabbern geben.
Das Buch kommt weitgehend locker-flockig daher und es gibt auch einiges zu lachen (besonders in den ersten Szenen) - doch dann wieder bleibt einem das Lachen im Hals stecken.
Insgesamt hat mir das Buch einigermaßen gut gefallen, konnte mich jedoch leider nicht vollständig überzeugen.

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