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Veröffentlicht am 06.09.2021

Eine Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Menschen über Jahrzehnte festgehalten.

Bilder meiner besten Freundin
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Beatrice Rossetti und Elisa Cerruti freunden sich in der 9. Klasse ihres altsprachlichen Gymnasiums in der Hafenstadt T an, genießen ihre Fahrten auf ihren Rollern entlang den Sandstränden mit Blick auf ...

Beatrice Rossetti und Elisa Cerruti freunden sich in der 9. Klasse ihres altsprachlichen Gymnasiums in der Hafenstadt T an, genießen ihre Fahrten auf ihren Rollern entlang den Sandstränden mit Blick auf Elba. Während Eli Bücher, die Literatur liebt seit frühester Kindheit, sucht Bea den Flitter, liebt Kleider, Mode, Kosmetik und die digitalen Medien. In einem ersten gemeinsamem Blog im Internet, ‚Bea & Eli’ genannt, posiert Bea als Schönste in toller Pose entsprechend herausgeputzt, stets fotografiert von Eli, der Streberin, der Unsichtbaren, die sich immer als Loser sieht. Über weitere Jahrzehnte wird deren Entwicklung verfolgt.
Während Bea als Egoistin, als schönes Miststück glänzt, Beziehungen zerstört und nur an Erfolg und Kleider denkt, sinniert Eli darüber, dass es interessanter und bewegender ist, wer wir sind, als das, was wir um jeden Preis scheinen wollen. Nie sollte jemand nach seinem Äußeren beurteilt werden.
Während Bea schließlich die Diva, die Reichste, Schönste, Berühmteste, die Siegerin, nur Schein ist, bleibt Eli die Unsichtbare, die Universitätsassistentin mit Sohn, ein Niemand, aber mit einer Familie, bei der das Gute zählt, das man sich gegeben hat.
Und pötzlich verschwindet die berühmte Influencerin Bea von der digitalen Bühne. Die ganze Welt glaubt, sie hinter den vielen Photos zu kennen.
Ein Plädoyer für die Literatur, die das Leben festhält in Worten, die eine Bedeutung, die Wahrheit in sich tragen.

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Veröffentlicht am 03.09.2021

Rückschau auf die Hippies der wilden 60-er Jahre mit zu vielen Befindlichkeiten

Schrei nach Stille
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Ein marodes Haus im hessischen Klein-Rhoda wird Schauplatz eines dunklen, vor 40 Jahren begangenen Mordes. Sophie Winter, die in dieses besagte Haus mit ihrem wilden Geheimnis erneut einzieht, schreibt ...

Ein marodes Haus im hessischen Klein-Rhoda wird Schauplatz eines dunklen, vor 40 Jahren begangenen Mordes. Sophie Winter, die in dieses besagte Haus mit ihrem wilden Geheimnis erneut einzieht, schreibt einen Bestseller über den ‚Summer of love‘ von drei Hippies, zwei Frauen und einem Mann..
In diesem Dorf wird diese Erinnerung an diese Sonderlinge wieder lebendig, die einst einen längst vergangenen Sommer lang von dieser Dorfbevölkerung heftig angefeindet wurden. Auch die Polizei holt die bereits verstaubte Akte aus 1968 über das mysteriöse, bisher unaufgeklärte Verschwinden einer dieser zwei Frauen mit vielen suspekten Lastern wie Drogen und freier Liebe wieder aus dem Archiv. Zeitgleich wird auch der 12-jährige Luca seit mehreren Tagen erneut vermisst.
In diesem leisen Krimi werden im ‚Summer of love‘ kurze Sätze verarbeitet, die Wortwahl ist treffend gewählt je nach Alters- und Berufsgruppe, ohne künstliche wortreiche ‚Verzierungen‘. Der Spannungsbogen ist durch die große Anzahl an Protagonisten mit all ihren Befindlichkeiten nicht stramm genug gezogen.

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Veröffentlicht am 31.08.2021

Spannend geschrieben, auf jeden Fall ein lesenswerter Thriller!

Schach mit dem Tod
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David Adler, Elektroingenieur, wird 1945 von den Russen gezwungen, als Spion in den USA, Los Alamos in dem revolutionären Manhattan-Projekt um die Nuklearbombe zu wirken. Sein Onkel Niels Bohr arbeitet ...

David Adler, Elektroingenieur, wird 1945 von den Russen gezwungen, als Spion in den USA, Los Alamos in dem revolutionären Manhattan-Projekt um die Nuklearbombe zu wirken. Sein Onkel Niels Bohr arbeitet dort intensiv als Wissenschaftler mit, er als sein Sekretär. Die Atombombe wird in der mexikanischen Wüste erprobt, kommt sogar zweimal in Japan zum Einsatz mit erschreckend hohen Todeszahlen. David entdeckt weitere Spione im russischen Auftrag auf diesem geheimen Gelände, während er trotz starken Gewissensbissen die geforderten wichtigen Informationen für seine Auftraggeber zusammenträgt an diversen Einsatzstellen vor Ort – im Austausch gegen seine Ehefrau und Tochter.
Sämtliche Charakteren sind in ihrer Verschiedenheit brilliant herausgearbeitet, in ‚3d‘ quasi greifbar.
Der Spannungsbogen ist äusserst kreativ gehalten, mit stets neuen, sehr menschlich empfundenen Nischen. Diese Spionageentwirrung ist faszinierend im Detail beschrieben, sowohl bei der Tätigkeit in den USA als auch in Russland.

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Veröffentlicht am 29.08.2021

Erinnerungen an eine Liebesbeziehung vor und nach dem Mauerfall in Berlin

Kairos
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Aus dem Inhalt von zwei verstaubten Kartons entwickelt sich nach Sichtung der Erinnerungsstücke eine tiefschürfende , langjährige Liebesbeziehung zweier Ostberlinern zwischen 1986 und 1992: Katharina, ...

Aus dem Inhalt von zwei verstaubten Kartons entwickelt sich nach Sichtung der Erinnerungsstücke eine tiefschürfende , langjährige Liebesbeziehung zweier Ostberlinern zwischen 1986 und 1992: Katharina, 19 Jahre, in einer Schriftsetzerlehre und Hans, verheiratet, Anfang 50, Schriftsteller.
Angesiedelt ist der Beziehungsroman in einem Kulturmilieu zu DDR – Zeiten bis wenige Jahre nach der Wiedervereinigung, mit den zu großen existentiellen, zu raschen Veränderungen nach dem Mauerfall im politischen, künstlerischen und kirchlichen Bereich. In einem untergegangenen Land waren viele Ostdeutsche verloren im neuen, ihnen übergestülpten System.
Der Titel ‚KAIROS‘ geht auf einen altgriechischen Gott zurück für den günstigen Augenblick einer Entscheidung, dessen ungenutztes Verstreichen nachteilig sein könnte. Und ob die Begegnung mit Hans tatsächlich ein guter Moment war, weiß Katharina zum Schluss nicht.
Sehr genau, sehr menschlich sind Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland herausgestellt, die Welt der Ostberliner Intellektuellen-Szene ist vielschichtig beleuchtet. Die Charakteren von Katharina und Hans werden in ihrem Auf und Ab spannend dargeboten.

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Veröffentlicht am 23.08.2021

Frau sucht Babysitter und findet dabei Freundschaft in ihr.

Fremde Freundin
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Nach Umzug aus New York findet Elisabeth, Journalistin und Autorin von zwei Büchern, schlecht Anschluss in ihrem neuen ländlichen Wohnort. Ihr Sohn Gil, gerade erst geboren, wird von Sam, einer Kunststudentin ...

Nach Umzug aus New York findet Elisabeth, Journalistin und Autorin von zwei Büchern, schlecht Anschluss in ihrem neuen ländlichen Wohnort. Ihr Sohn Gil, gerade erst geboren, wird von Sam, einer Kunststudentin an drei Tagen in der Woche betreut. Zwischen diesen Protagonisten entwickelt sich eine ungewöhnliche, tiefgreifende Freundschaft.
Einfühlsam beschrieben werden zwischenmenschliche Probleme von ‚Übergriffigkeit‘, dass man gut gemeinte Aktionen durchzieht, ohne die betroffene Person vorher um Zustimmung zu fragen. Sozialkritische Aspekte werden eingeflochten, was Kranken- und Sozialversicherung von Arbeitskräften im Niedriglohnsektor betrifft – auf amerikanische Verhältnisse bezogen – ein Leben ohne Sicherheitsnetz wie wir es in der BRD kennen. Dazwischen reihen sich viele rührende Episoden zweier ungleicher Frauen – lesenswert.

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