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Veröffentlicht am 31.12.2025

Eine lebendige Biographie von Kleopatra – aus ihrem Blickwinkel gesehen.

Kleopatra
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Das Cover zeigt diese Königin in königlich goldener Bekleidung inklusive typischem Kopfschmuck, jedoch vom Betrachter abgewandt, denn ihre großartige, altägyptische Dynastie existiert ja nicht mehr. Kleopatra ...

Das Cover zeigt diese Königin in königlich goldener Bekleidung inklusive typischem Kopfschmuck, jedoch vom Betrachter abgewandt, denn ihre großartige, altägyptische Dynastie existiert ja nicht mehr. Kleopatra Thea Philopator. Ich-Erzählerin, Königin der Könige mit 19 Jahren, kommt in ihrer Darstellung sehr menschlich als Mutter, liebende Ehefrau bzw. Geliebte daher. In dieser historischen Fiktion wird ihre Macht, Intelligenz und Kenntnis der Heilkünste besonders betont im Gegensatz zu römischen Darstellungen z. B. von Cicero oder Plutarch. Das Alltagsleben im Palast auf Antirhodos, der Insel im Hafenbecken des Osthafens von Alexandria, beginnt im Jahre 51 v. Chr. und endet 30 v. Chr. mit ihrer Flucht vor dem römischen Feldherrn Octavian, zusammen mit ihren Kindern durch eine Geheimtür. In dieser Zeitspanne agiert diese Pharaonin geschickt – mal listig mal weise – kämpft erfolgreich gegen ihre vier rachsüchtigen Geschwister, gegen Gerüchte, Verrat und Korruption an und verbessert Wirtschaft, Gesundheitswesen und allgemeinen Wohlstand. Die Wichtigkeit der damaligen Götterwelt mit ihren Tempeln und der Verleihung besonderer göttlicher Kräfte bzw. Flüchen wird lebendig widergespiegelt. Über Geschichtenerzähler – Hakawatis – wird anfangs auch die Geschichte der Ptolemäer nach dem Tod von Alexander dem Großen erzählt. Sowohl die friedlichen als auch die kriegerischen Verbindungen zu Rom mit Julius Caesar, Marcus Antonius und Octavian finden Berücksichtigung. Neben ägyptischer Kulturpflege wie z.B. den Herrscherkult der Ptolemäen spannen sich auch Szenen römischer Traditionen mit Gladiatorenspielen und Festumzügen mit Gefangenen durch den Roman.
Insgesamt erkennt man als Leser in Kleopatra eine Königin voller menschlicher Wärme, Intelligenz und Kampfgeist.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Fünf stilvolle Erzählungen zum Reflektieren

Der Fluss der Zeit
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Es geht in diesen fünf Erzählungen um fein gezeichnete Emotionen und Gedanken von Menschen in vermeintlich stressiger Lebenssituation. Die hier vorgestellten Helden sind entweder voller Selbstzweifel, ...

Es geht in diesen fünf Erzählungen um fein gezeichnete Emotionen und Gedanken von Menschen in vermeintlich stressiger Lebenssituation. Die hier vorgestellten Helden sind entweder voller Selbstzweifel, unterziehen sich einer angedeuteten Lebensbilanz voller Rückerinnerungen oder eine vermeintliche Katastrophe entpuppt sich als Wendepunkt. Diese fein gezeichneten Einsichten in diverse menschliche, nicht ganz alltägliche Lebensabschnitte berühren, führen mitunter auch zu Selbstreflektion. In ruhigem, melancholischem Schreibstil erfährt man von der Vergänglichkeit von einst tiefen Empfindungen, von nicht mehr greifbaren wichtigen Zeitspannen mit wohl prägenden Ereignissen und einschneidenden Entscheidungen.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Viel Fantasie um humanoide Tiere, umgeben von rassistischen Menschen

Wie die Karnickel
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Das Cover auf rotem Untergrund zeigt eher einen langohrigen Hasen. An vier Pistoleneinschlägen lässt sich schon das aggressive Ambiente erahnen. Eine vermenschlichte Tierwelt, hier vor allem Kaninchen ...

Das Cover auf rotem Untergrund zeigt eher einen langohrigen Hasen. An vier Pistoleneinschlägen lässt sich schon das aggressive Ambiente erahnen. Eine vermenschlichte Tierwelt, hier vor allem Kaninchen Füchse und Wiesel, agiert ähnlich wie in Fabeln. Im britischen Dörfchen Much Hemlock, nah an der walisischen Grenze, fühlen sich die dortigen Menschen bedroht durch zu große Zuwanderung dieser intelligenten, sprechenden Tierspezies. Verfolgt, bedroht und ausgebeutet werden sie von rassistischen Menschen. Trotz des humorvollen, originellen Schreibstils erkennt man die tiefgehende Satire und eklatante Gesellschaftskritik an der derzeitigen Zuwanderungspolitik nicht nur in Großbritannien. Da wo Angst in der Bevölkerung entsteht, blüht auch Rassismus bzw. Ausländerfeindlichkeit. Diese Botschaft zum Versuch einer schrittweisen gesellschaftlichen Veränderung durch schrittweises Handeln mag vielleicht ankommen, wenn dafür genügend engagierte Leute dieses Problem ehrlich angehen wollen.
Ein kreatives, originelles Buch mit aktueller Gesellschaftskritik! 3*

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Spannung in reizvollem Ambiente

The Woman in Suite 11
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Das Cover verrät bildlich nicht direkt den Thriller, erinnert eher an luxuriöses, sommerliches Luxusambiente und Liebesgeflüster in maritimer Farbgebung. Den 1. Krimi dieser Autorin mit den traumatischen ...

Das Cover verrät bildlich nicht direkt den Thriller, erinnert eher an luxuriöses, sommerliches Luxusambiente und Liebesgeflüster in maritimer Farbgebung. Den 1. Krimi dieser Autorin mit den traumatischen Erlebnissen der Hauptfigur Laura (Lo) Blacklock auf dem Kreuzfahrtschiff kenne ich nicht. Die Beschreibungen des Settings im Schweizer Nobelhotel am Genfer See und auch im Old Manor, England gefallen. In manchen Passagen in diesen fünf Teilen wirkt die Hauptfigur Lo zu leichtgläubig, zu naiv und nimmt ihren Handlungsweisen leider die Glaubwürdigkeit. Sich selbst in solch lebensgefährliche, kriminelle Situationen unter Abgabe des Reisepasses zu bringen, macht rational wenig Sinn. Eigentlich würde man aufgrund ihrer lebensbedrohlichen Vorerfahrungen auf dem Kreuzfahrtschiff mehr Vorsicht und Skepsis von ihr erwarten. Natürlich machen die Beschreibungen ihrer Alpträume und Panikattacken sie sehr menschlich. Während Lo‘s Charakter für Wahrheitsliebe und Selbstlosigkeit steht, sorgt der unstete, nicht vertrauenswürdige Charakter von Carrie als gefährdeter Gegenpol für viele interessante Überraschungen. Die Nebenfiguren Ben, Los Ex-Mann, und der Fotograf Cole – zunächst auch im Hotel am Genfer See - tauchen unerwartet auch in England erneut auf und besorgen Lo den Anwalt Dan, nicht ganz schlüssig und durchschaubar konstruiert. Ansonsten ist der Krimi logisch nachvollziehbar, besteht die Plausibilitätsprüfung.
Insgesamt eine spannende Geschichte voller Überraschungen mit interessanten Protagonisten.

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Nicht ganz überzeugender Roman

Ruf der Leere
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Das Cover verrät aufgrund der Farbgebung – kein blutrot auf finsterem oder sogar schwarzem Grund – nicht direkt auffällig, dass es sich um einen Thriller handelt. Der Prolog springt sofort in die seltsame ...

Das Cover verrät aufgrund der Farbgebung – kein blutrot auf finsterem oder sogar schwarzem Grund – nicht direkt auffällig, dass es sich um einen Thriller handelt. Der Prolog springt sofort in die seltsame Szenerie: eine dramatisch verlaufende Party mit sieben problematischen Personen an einem Wochenende in einer Waldhütte ohne Handyempfang. Die Beziehung der drei Hauptfiguren zueinander - Felix, Ben und Laura – wird in unregelmäßig eingeschobenen Rückblicken beleuchtet. Der Text des Prologs mit Felix Riedhof um 20:34 Uhr wiederholt sich auf S. 180 unten. Inhaltlich geht es um DIE GOLDENE REGEL, diskutiert im Rahmen eines universitären Seminars zu Medizinethik. Die Grenzen zu dieser ältesten ethischen Grundregel des respektvollen Miteinanders werden von Felix eindeutig überschritten, lassen ihn zu einem Psychopathen mutieren. Sein Experiment während des Sommersemesters rund um Laura entgleitet ihm, schadet nicht nur ihr. Seine Überzeugung, dass Moral nur ein Privileg derer ist, die sonst keine Sorgen haben, wird betont durch das mysteriöse Auftreten des abgewrackten, alten Mannes, stellvertretend für den Tod. Dessen wenig glaubhafte Botschaft, dass nach Mitternacht nur einer überleben wird und diesen sieben jungen Leuten die Selektion überlassen ist, sorgt zwar für nicht so recht greifbare Spannung, verwirrt zum offenen Ende hin eher. Das Geschehen rund um den Vater, Prof. Thomas Riedhof, passt sich nicht harmonisch in das Hauptgeschehen ein, wirkt zu konstruiert. Auf das Gefühl des L‘appel du vide, der Leere der Seele wird auf S. 158 hingewiesen. Dieses tiefe Gefühl der Unerfülltheit, Einsamkeit, Sinnlosigkeit und Entfremdung, oft z.B. ausgelöst durch Verlust oder Überforderung oder dem Gefühl, nicht verbunden zu sein, trifft auf diese Protagonisten in verschiedener Weise zu. Ihr Weg zur Selbstfindung, wieder Sinn und Verbindung zu finden, endet abrupt. Die emotionale Distanz, das Gefühl der Abgeschnittenheit von sich selbst und anderen trifft besonders auf Felix zu. Seine mangelnden emotionalen Regungen verdrängt er durch leere sexuelle Beziehungen, diese verstärken hier eher sein Problem.
Die eingewobenen Rückblicke und der Hauptstrang der Hüttenparty ergänzen sich nicht harmonisch, wodurch der chronologische Vorgang leider nur erschwert zu packen ist. 2,5*

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