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Veröffentlicht am 11.06.2025

Der letzte Band einer erfolgreichen französischen Buchserie

Der letzte Malaussène
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Die Szenerie spielt größenteils in Paris rund um die große Familie der Malaussènes mit dem Familienoberhaupt und Ich-Erzähler Benjamin Malaussène, der zurückgezogen im südfranzösischen Vercors lebt. In ...

Die Szenerie spielt größenteils in Paris rund um die große Familie der Malaussènes mit dem Familienoberhaupt und Ich-Erzähler Benjamin Malaussène, der zurückgezogen im südfranzösischen Vercors lebt. In die lebendige bis wirre Handlung um die Entführung des korrupten Industriellen Lapietà, ehemaliger Abgeordneter, und dessen aSohns sind mehrere Gruppen beteiligt: eine Verbrecherbande mit Pépère als Gangsterboss, die Polizei , Personenschutz für einen Enthüllungsautor und Familienmitglieder der Malaussènes nebst Freunde. In diesem Beziehungsgeflecht kann man schnell verloren gehen, kennt der Leser vorige Folgen nicht. Auch wenn im Text zu den Beteiligten ein Link mit Kurzinfos unterlegt ist und ein Stammbaum von Maman die Verwandtschaftsverhältnisse klarstellt, fällt das Verständnis für ernste Themen wie Menschenhandel, Korruption, Wirtschaftskriminalität etc. doch schwer. Diese humorvoll verpackten Anspielungen auf Missstände besonders in der französischen Politik enthalten eine Gesellschaftskritik, die auf der Suche nach viel Wahrheit ist. Die Charaktere sind originell gezeichnet, verpackt in skurrilen Abenteuern in speziellem Erzählstil.
Eine dramatische Krimifarce mit teils absurden Wendungen.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Ein politischer Plot um Medizinalhanf mit finalem genialem Coup

Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste
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Es geht in diesem humorvollen Roman mit langem Buchtitel um eine unterhaltsame Geschichtsschreibung deutsch-deutscher Verhältnisse in den 80-er Jahren mit Unterwanderung des Kapitalismus durch den ...

Es geht in diesem humorvollen Roman mit langem Buchtitel um eine unterhaltsame Geschichtsschreibung deutsch-deutscher Verhältnisse in den 80-er Jahren mit Unterwanderung des Kapitalismus durch den Verkauf von Medizinalhanf, besser bekannt als Cannabis. im ostdeutschen Grenzgebiet eines Grenzübergangs in Ostberlin. Die liebevoll und pointiert gezeichnete Hauptfigur Grischa, Jungaktivist der Abteilung für Afghanistan bei der Plako, der staatlichen Planungskommission, ein Kinofilm-Nerd, agiert kreativ aus Überzeugung und Naivität. Diese Satire über die Probleme des Sozialismus, über die Doppelmoral der DDR besonders bezüglich der notwendig gebrauchten Devisen, mit Seitenblicken auf das politische Zeitgeschehen in der BRD regt auch zum Nachdenken an.
Insgesamt ein respektvoller Umgang mit ehemals komplexen deutsch-deutschen Beziehungen.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Ein unglückliches, realitätsfernes Liebesdrama ohne Selbsterkenntnis

Getäuscht
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Die Szenerie spielt hauptsächlich im Paris der 20er bis 30er Jahre, Ersatzheimat russischer Exilanten. In Tagebucheinträgen mit drei zeitlich unterbrochenen Episoden geht es zunächst um die Einsamkeit ...

Die Szenerie spielt hauptsächlich im Paris der 20er bis 30er Jahre, Ersatzheimat russischer Exilanten. In Tagebucheinträgen mit drei zeitlich unterbrochenen Episoden geht es zunächst um die Einsamkeit und grüblerische Depression des namenlosen Ich-Erzählers, einem Exilrussen. Durch die Ankunft der Nichte einer Berliner Bekannten namens Llolja als zweiter Hauptfigur entwickelt sich mehr als eine Freundschaft. Bereits zu Beginn überwältigt den Erzähler eine unerwiderte Liebe, fühlt sich schließlich von Llolja getäuscht. In teils langatmigen, feinen psychologischen Beobachtungen voller Selbstmitleid und Liebeskummer, über sich und seine Umgebung, wirkt der Verliebte mit seinem verletzten männlichen Ego extrem peinlich in seiner penetranten Art seiner Angebeteten gegenüber. Die damaligen Geschlechterrollen mit den neuen Freiheiten der Années folles, mit fragwürdigen Frauenbildern des Erzählers, sind lebendig beschrieben. Der starke Charakter von Ljolja als kluge, selbstbestimmte, selbständige Frau ist überzeugend gezeichnet. Nach 95 Jahren der Erstveröffentlichung wirkt der Schreibstil komplex, teils kompliziert, aufgelockert durch französische Gesprächseinlagen von Franzosen.
Inhaltlich und sprachlich ein anstrengendes Werk!a

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Körperliche Beschwerden als Symptom für seelische Probleme

Auch Fische können ertrinken
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Geht es im Roman Wegen Wersai von Dagmar Schifferli um Gedanken zu Nachkriegsjahren in der Schweiz aus kindlicher Perspektive, handelt dieses Werk von der erfolgreichen Ärztin Katharina als Ich-Erzählerin, ...

Geht es im Roman Wegen Wersai von Dagmar Schifferli um Gedanken zu Nachkriegsjahren in der Schweiz aus kindlicher Perspektive, handelt dieses Werk von der erfolgreichen Ärztin Katharina als Ich-Erzählerin, bald sechzig, unter Atembeschwerden leidend. In Davos erholt sie sich. Neben ihren schmerzhaften Kindheitserfahrungen geht es auch um ihre Entfremdung von ihrem Ehemann Daniel, Ingenieur und aktiver Marathon-Läufer, nach 30-jähriger Ehe. Kann man lieben, wenn man nie richtig geliebt worden ist? Führt das Gefühl, vom Ehemann verraten und belogen zu werden, zu Atemnot? Neben solchen depressiven Gedankengängen finden viele bekannte Namen aus dem Kulturbereich wie z.B. Thomas Mann in Zauberberg oder auch Franz Kafkas Parabel Auf der Galerie Erwähnung. Überhaupt scheint ihr die Rolle, die Tuberkulose in der Literatur spielt, wichtig zu sein. Auch wird die interessante Geschichte des Ortes Davos als Heilstätte für Lungenkranke mit Alexander Spengler als Initiator ausgiebig beschrieben, auch als NSDAP-Hochburg in der Schweiz, ebenso deren Umgang mit der Judenfrage. Ihr Zusammenbruch, bedingt durch Atemnot, bringt die Wende im fragilen Seelenzustand der Hauptfigur. Das Marathon-Wochenende verbringen Katharina und Daniel im Hotel Chelsea in New York, unternehmen eine Sightseeing-Tour trotz Hurricane-Verwüstungen und Marathon-Stornierung. Mit diesem Ehe-Neubeginn scheinen die Atembeschwerden behoben zu sein.
Ein beschwerlicher Weg zu erneuter Selbstfindung und seelischer Klarheit – ein schwieriges Thema realistisch umgesetzt.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Historischer Roman mit mehreren ernsten Themen

Wer aus dem Schatten tritt
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Die Szenerie spielt im Hamburg von 1958, 13 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs, dessen Nachwehen nicht nur in Rückbesinnungen auf feindliche Luftangriffe spürbar sind. Mit der Hauptfigur Renate Schwarz, ...

Die Szenerie spielt im Hamburg von 1958, 13 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs, dessen Nachwehen nicht nur in Rückbesinnungen auf feindliche Luftangriffe spürbar sind. Mit der Hauptfigur Renate Schwarz, 26, promovierte Ärztin in Erstanstellung am Allgemeinen Krankenhaus Ochsenzoll, Außenstelle der Irrenanstalt Friedrichsberg, mit ihrer Figur sind die sie bedrohenden Nachwirkungen der NS-Zeit verbunden, denkt man an die hier realistisch beschriebenen Widerstände im eigenen Kollegium. Thematisiert wird aber auch die Gleichberechtigung der Frau im beruflichen wie im privaten Bereich nach Eheschließung. Verschiedene Krankheitsbilder wie z.B. der Schizophrenie, entsprechende Medikation und besonders der Umgang mit solchen Patienten werden lebendig erläutert, könnten solche teils verspäteten psychischen Erkrankungen eventuell auch auf erlittene Traumata des letzten Krieges zurück zu führen sein. Diesem bedrückenden Ambiente werden eine Liebelei, die Begeisterung für den Fußball und kriminalistische Einschübe ausgleichend entgegen gesetzt. Die sachliche, ruhige Argumentation der Hauptfigur Renate besonders in den beruflich orientierten Dialogen gefällt und lässt sie als sympathische, rational und moralisch starke Frau hervortreten.
Insgesamt ein interessantes, auch informatives Gesellschaftsbild unserer Nachkriegszeit, wenn auch in manchen Punkten fiktiv.

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