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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2025

Ein Wegweiser bei zu vielen Selbstzweifeln.

Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pizza und Aperol
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Das Cover initiiert Camping-Feeling mit viel Freiheitsgefühl, sonnigem Urlaub in Italien mit verräterischem Baumbestand. Der unkonventionelle Road-Trip ist für Eva, der 38-jährigen Ich-Erzählerin italienischer ...

Das Cover initiiert Camping-Feeling mit viel Freiheitsgefühl, sonnigem Urlaub in Italien mit verräterischem Baumbestand. Der unkonventionelle Road-Trip ist für Eva, der 38-jährigen Ich-Erzählerin italienischer Abstammung, eine Offenbarung mit klaren Botschaften für Leser:Innen. Jedes der 23 Kapitel beginnt mit einer einladenden, farbigen Illustration, endet mit der Bejahung einer Aussage, um das Unterbewusstsein positiv einzustimmen. Eingebettet sind solche Affirmationen in eine sehr stark konstruierte, teils unrealistische Geschichte mit vielen Klischees, mit zu vielen Zufällen entlang der mehrwöchigen Urlaubsreise über Tirol, Montefalco, Lucca, Positano und Tropea. Praktische Tipps zur Selbstfindung in Problemsituationen wie das sogenannte Journaling als eine Art positives Selbstgespräch mit schriftlicher Beantwortung sich selbst gestellter Fragen und/oder das Führen eines Tagebuchs sind sinnvoll eingebaut in dieser ansonsten wenig überzeugenden Erzählung.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Zu viele Stressfaktoren und innere Dämonen.

Wo wir uns treffen
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Diese britische Familiengeschichte ist verwoben mit einem großflächigen, herrschaftlichen Vermächtnis in Sussex aus dem 18. Jahrhundert, erworben in glorreichen Kolonialzeiten rund um Menschenhandel, ...

Diese britische Familiengeschichte ist verwoben mit einem großflächigen, herrschaftlichen Vermächtnis in Sussex aus dem 18. Jahrhundert, erworben in glorreichen Kolonialzeiten rund um Menschenhandel, Kaurimuscheln als Währung. Über fünf Tage zieht sich das Familientreffen wie ein roter Faden hin anlässlich der Beerdigung des Familienoberhauptes. Drei sehr verschiedene Geschwister, teils mit Familie und die Witwe werden mit ihren Schwächen, Problemen, Visionen und ihren Beziehungen untereinander vorgestellt auf renaturierten Ländereien auf 40 Hektar. Das Projekt „Albion“ krankt jedoch massiv unter dem Mangel an finanziellen Mitteln, unter dem besonders die Hauptprotagonistin Frannie Brooke als Erbin mit historischer Verantwortung zu leiden hat, was einfühlsam beschrieben wird. Das Problem behaftete Klima untereinander, verbunden mit Stress und Alkoholisierung, sorgt nicht für Entspannung beim Lesen. Der Erzählstrang rund um die Figur von Clara mit ihren Forschungsergebnissen wirkt zu konstruiert, wenn auch informativ. Nur der Hippie-Jünger Ned zeigt eine menschlich überzeugende positive Wirkungsweise zum Wohl dieser vor allem emotional gebeutelten Familie.
Interessante historische Fakten verknüpft mit zu vielen Problemen.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Kenntnisse in Physik, Biologie und Medizin sind hier von Vorteil. Sehr kreativ!

Lyneham
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Auf zwei Erzählebenen geht es um das Leben auf dem urzeitlichen Mond Perm. Henry Meadow, 12 Jahre alt, beschreibt als Ich-Erzähler das Familienleben nach der missglückten Landung in dieser fremden Welt ...

Auf zwei Erzählebenen geht es um das Leben auf dem urzeitlichen Mond Perm. Henry Meadow, 12 Jahre alt, beschreibt als Ich-Erzähler das Familienleben nach der missglückten Landung in dieser fremden Welt ohne ihre Mutter, Frau Dr. Mildred Meadow. Sie ist Wissenschaftlerin und arbeitet an Projekten, die hier ein Überleben bei zu wenig Sauerstoff unter bisher unbekannter Thermodynamik, Fauna und Flora ermöglichen soll. Viel Technologie kommt zum Einsatz, angefangen bei den Stasiskammern oder den Aggregatoren, einem Gerät zur Lebensmittelsynthese. Die zwei Geländekarten, anfangs vorgestellt, sowie das anhängende Glossar bieten Hilfestellung zwecks besserer Übersicht bzw. Verständnis der naturwissenschaftlichen Terminologie. Viel Fantasie über die Anomalie oder die Windleite wird vorausgesetzt, um diese Welt der Science Fiktion voll genießen zu können. Einige ethische Fragen werden tiefgründig angegangen, z.B. bei der Ankunft des Transfermoduls Fünf mit Russen, Chinesen und Saudis an Bord. Die männliche Figur Noah Rayser mit seinen Kompetenzen in der Raumfahrt und medizinischen Forschung stellt einen starken, negativen Charakter dar im spannenden, intelligent geführten Kampf von Henrys Mutter.
Insgesamt sehr kreativ, aber in der Terminologie sehr anspruchsvoll.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Ein Lebensmotto: „Sink or swim“

Das Licht in den Wellen
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Inge Martensen, fast 100 Jahre alt, ist unterwegs von der Insel Föhr nach New York in Begleitung ihrer Urenkelin Swantje. Während der mehrtägigen Reise mit dem Kreuzfahrtschiff Caribbean Sea gibt es Rückblenden ...

Inge Martensen, fast 100 Jahre alt, ist unterwegs von der Insel Föhr nach New York in Begleitung ihrer Urenkelin Swantje. Während der mehrtägigen Reise mit dem Kreuzfahrtschiff Caribbean Sea gibt es Rückblenden zu Inges erfolgreicher Auswanderungsgeschichte ab 1947. Dabei erfährt man viel über die meist bäuerlichen Inselbewohner auf Föhr und ihrer friesischen Sprache, Natur und Kultur. Ohne Ausbildung schafft es Inge mit 24 Jahren aus dieser sehr übersichtlichen, ruhigen Welt in die ruhelose Großstadt New York, findet Arbeit und Kontakte im familiären Umfeld, auch in einer Föhrer Gemeinschaft in New York. In diesen stark gegensätzlichen Welten bewegt sich die Hauptperson Inge beruflich und privat überzeugend, bewältigt auch einige unerwartete Rückschläge. Historische Ereignisse wie z. B. die Mondlandung oder den Tod von J.F. Kennedy sind zeitlich passend berücksichtigt. Die Lüftung von Inges Geheimnis berührt zwar zum Ende hin. Der Schreibstil hätte aber gern insgesamt etwas spannender gehalten werden können.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Trauerbewältigung und Neuanfang – einfühlsam beschrieben.

Die Frau und der Fjord
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Neben der Bewältigung von Trauer, Selbstmitleid und Schuldgefühlen durch den überraschten Verlust des geliebten Ehepartners geht es in fünf Jahreszeiten um ein Leben in bewusst gesuchter Einsamkeit ...

Neben der Bewältigung von Trauer, Selbstmitleid und Schuldgefühlen durch den überraschten Verlust des geliebten Ehepartners geht es in fünf Jahreszeiten um ein Leben in bewusst gesuchter Einsamkeit in einem Fjord in den Lofoten. Nicht nur Fauna und Flora der Arktis neben geologischen Besonderheiten werden beschrieben, sondern auch die besondere Wirkung der umgebenden Naturereignisse gefällt. Das Cover fängt dieses Ambiente mit dem tatsächlich existenten einsamen Haus im Djupfjord nördlich von Sørvågen auf der Insel Moskenesøya gut ein. Mit der Protestbewegung gegen Erdölbohrungen in den Lofoten greift dieser Roman geschickt ein wichtiges, aktuelles Umweltthema auf und macht gleichzeitig gute Werbung für diesen Landstrich Norwegens. Der Weg der Geologin Gro als Hauptperson zurück ins Leben mag ähnlich Betroffenen eine mentale Stütze sein. Die Informationen zum genauen Vorgang der Erdölförderung und das monatelange bescheidene Zusammenleben auf einer Ölplattform sind interessant.
Sehr informativ und voller Emotionen!

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