Zwei Frauen gegen den Rest von Amerika
Killer PotentialEin ungewohnt farbenfrohes, ansprechendes Cover für einen Thriller! Die Szenerie spielt zunächst in L.A. mit Evie Gordon, 29, SAT-Tutorin, als Erzählerin. Im ersten von drei Teilen findet sich die Hauptfigur ...
Ein ungewohnt farbenfrohes, ansprechendes Cover für einen Thriller! Die Szenerie spielt zunächst in L.A. mit Evie Gordon, 29, SAT-Tutorin, als Erzählerin. Im ersten von drei Teilen findet sich die Hauptfigur im Haus ihrer Schülerin in eine Mordsituation verwickelt, mit einer scheinbar traumatisierten, gefesselten Frau als noch lebendes Opfer. Auf ihrer Flucht vor der Polizei, als ineffektiv dargestellt, treffen sie auf diverse Typen beim Tanken, Einchecken oder Einkaufen bzw. Stehlen. Klischees werden hier bedient. Die Medien entzünden eine übertriebene, landesweite Hexenjagd ohne jedwede Beweislage, was insgesamt nicht realistisch erscheint. Mehr polizeiliche Erkenntnisse, DNA-Spuren oder nachbarliche bzw. verwandtschaftliche Befragungen etc. würde man in einem Thriller mit mehreren Morden, bei den Victors und Carlisles, erwarten. Unwirklich wirkt auch die amouröse, sich allmählich entspannende Beziehung der zwei Frauen, leiden sie aber doch eigentlich eher unter ständigen Fluchtszenarien und unter existentieller Bedrohung aufzufliegen. Durch Evies Gedanken z.B. zum möglichen Mordhergang und mehrmalige Rückblicke auf den bisherigen Lebensverlauf beider Frauen werden diese Hauptfiguren zwar menschlicher, aber die Handlung selbst verliert dadurch an Spannung. Die Aufklärung rund um Peter Victor’s Sexworkerinnen wirkt surreal. Durch das endgültige Erwachen von Serena aus dem Koma und ihrer klaren Aussage am Ende von Teil 2 folgen im dritten Teil Evie‘s leidige Erfahrungen, wenig zu Jae Park und leider keine polizeiliche Aufklärung.
Angenehmer Schreibstil, aber kein Thriller!