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Veröffentlicht am 08.03.2024

Leider kein harmonisch abgestimmtes Werk.

Selbe Stadt, anderer Planet
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Das Cover gibt einen typischen, fotographischen Ausschnitt der Stadt Hallstadt in Österreich wieder mit Pfarrkirche am Hallstätter See im Salzkammergut in Österreich, passend zum Romaninhalt. Der Titel ...

Das Cover gibt einen typischen, fotographischen Ausschnitt der Stadt Hallstadt in Österreich wieder mit Pfarrkirche am Hallstätter See im Salzkammergut in Österreich, passend zum Romaninhalt. Der Titel könnte vielleicht passender abgeändert werden in Selbe Stadt, anderes Land. Auf zwei Erzählsträngen geht es einmal um die Lebensgeschichte des Herrn Patrick bzw. Huang Ren, einem Chinesen, bis zu seinem 13. Lebensjahr irgendwo in Österreich an Ortsenden in plüschigen Chinarestaurants aufgewachsen. Der zweite Erzählstrang gibt das Alltagsleben der Zwillinge Doris, Tischlerin, und Johanna, Allgemeinärztin in Hallstatt wieder mit einigen Nebenfiguren. Thematisiert wird der dortige, erdrückende Massentourismus, kritisiert wird auch die sorgfältige Rekonstruktion, quasi der Zwilling von Hallstatt als Touristenattraktion, als Themenpark in Boluo, Südchina. Diese Raubkopie des Weltkulturerbes Hallstatt wird von den Schwestern als Tagestouristen besichtigt und sie kehren ernüchtert zurück. Diese Erfahrungen wären vielleicht ausbaufähig gewesen. Neben diversen Informationen über China, über die schöne, bergige Natur um Hallstatt beschreibt der humorvolle, teils deftige Schreibstil in manch österreichischer Wortwahl auch einige störende Träume. Zwar treffen beide oben beschriebenen Erzählebenen in Hallstatt aufeinander, jedoch wirkt der Roman insgesamt zu sehr konstruiert. Auch die Schlussbeiträge von ARTHUR KALTSEIS mit Kommentaren zur Pandemie, zum Einfluss des diktatorischen No-Covid-Kurses auf den touristischen Austausch zwischen China und dem Westen etc. und Johannas Gedanken über die Überbevölkerungserfahrung ihrer Chinareise regen zwar zum Nachdenken an, runden aber letztendlich das ganze Werk nicht optimal ab.

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Veröffentlicht am 07.03.2024

Das Falck-Imperium und ihre geheimnisvollen Machenschaften - spannend

Meeresfriedhof
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Der Roman mit fünf Teilen erzählt von einer mächtigen, einflussreichen Reeder-Familie, die während des zweiten Weltkrieges mittels ihren Hurtigrutenflotte die norwegische Küste entlang die norwegische ...

Der Roman mit fünf Teilen erzählt von einer mächtigen, einflussreichen Reeder-Familie, die während des zweiten Weltkrieges mittels ihren Hurtigrutenflotte die norwegische Küste entlang die norwegische Bevölkerung, aber auch deutsche Soldaten mitsamt Munition und Kriegsausrüstung befördert haben. Neben dem Familienleben mit all ihrem Reichtum und ihrer Macht geht es um das Thema des Widerstandes innerhalb der deutschen Wehrmacht in Norwegen. Über drei Generationen der Falck-Dynastie hinweg geht es um Geheimnisse, Familienspaltung, Vormundschaft, Schiffsuntergang und ein nicht auffindbares Testament der Großmutter Vera. Im Wechsel mit dem Zeitgeschehen über 75 Jahre in Norwegen tauchen Beiträge über Einsätze norwegischer Scharfschützen im afghanischen bzw. kurdischen Kriegsgebiet im Auftrag des norwegischen Geheimdienstes auf, mit Johnny Berg als zwielichtige, geheimnisvolle Hauptfigur neben Sasha Falck. Interessant sind die Informationen zur Hurtigrute, der Schifffahrt generell und dem Wegzug der Fischerbevölkerung rund um die Lofoten. Teils fiktiv, teils historisch rund um den Untergang des Hurtigrutenschiffes DS »Prinsesse Ragnhild« am 23. Oktober 1940, bietet der Krimi viel Spannung mit unerwarteten Enthüllungen rund um das Manuskript Meeresfriedhof. Die Hauptcharaktere sind überzeugend klar in ihrer Diversität, breitgefächert, positiv wie negativ menschlich porträtiert. Ein spannender Thriller!

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Veröffentlicht am 03.03.2024

Ein Selbstfindungstrip besonderer Prägung

wir sind pioniere
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Veronika Kowalczyk, kurz Vero, und Quirin Bruckner kennen sich seit den Studientagen in Mannheim, seit nunmehr zehn Jahren. Ihre bisher offene Beziehung erfährt eine große Veränderung durch ihre Schwangerschaft. ...

Veronika Kowalczyk, kurz Vero, und Quirin Bruckner kennen sich seit den Studientagen in Mannheim, seit nunmehr zehn Jahren. Ihre bisher offene Beziehung erfährt eine große Veränderung durch ihre Schwangerschaft. Eigentlich wollen sie wie einst abgesprochen ihre Beziehung nun schließen, „aber eine beziehung ist ja keine tür die man mal eben so zuknallt da werden wir nochmal drüber sprechen müssen“ – ganz ohne Interpunktion und auf Groß- und
Kleinschreibung wie im ganzen Roman. Reflektiert wird über große Themen wie z.B. eine moderne Beziehungs-Story an einem Scheidepunkt, das Erwachsenwerden zwischen all den kleinen Alltäglichkeiten im Beruf und in der Liebe. Diverse Szenarien spielen in Graz, Mannheim, München, Stuttgart. Wechselnde Perspektiven von Vero und Bruckner regen zum Nachdenken an. Die Wortwahl ist durchsetzt mit englischen Vokabeln. Der Lesefluss wird auch erschwert durch das völlige Fehlen jeglicher Satzzeichen. Das Cover könnte als luftige Paarbeziehung mit dünnen Verstrebungen interpretiert werden – passend zum Inhalt.

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Veröffentlicht am 03.03.2024

Ost- und westdeutsche Polizeiarbeit – keine unproblematische Zusammenarbeit.

Das Schweigen des Wassers
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Das rot und blau gehaltene Cover verrät einen möglichen Tatort am Wasser, ziemlich neutral gestaltet wie auch der Titel dieses Krimis. Die Szenerie spielt am Wasser, am Walchsee in Mecklenburg. Die Hauptperson ...

Das rot und blau gehaltene Cover verrät einen möglichen Tatort am Wasser, ziemlich neutral gestaltet wie auch der Titel dieses Krimis. Die Szenerie spielt am Wasser, am Walchsee in Mecklenburg. Die Hauptperson ist der Hamburger Hauptkommissar Arno Groth, Aufbauhelfer Ost, zurück nach Wechtershagen versetzt, in die Mecklenburgische Provinz, wo er seine Kindheit verbracht hat. Ein neuer Unfall bzw. Mord scheint mit einem Cold-Case aus DDR-Zeiten in Zusammenhang zu stehen. Bei sehr schwacher Indizienlage arbeitet der charakterlich sehr menschliche, eher stille Groth sich leider nicht sehr systematisch in einer dörflichen, verschwörerischen Umgebung vor. Ohne klare Beweislage bleibt dieser Fall eigentlich offen aufgrund unausgeleuchteter Stellen in der Vergangenheit des Staatssekretärs Berthold, ein ehemaliger Oberst der Kriminalpolizei, zu DDR-Zeiten Oberst der Kriminalpolizei etc… Eigentlich wünscht man als Leser Hauptkommissar Groth mehr und schnelleren Erfolg , und ein bisschen mehr Energie auf der Spurensuche nach Beweisen – und damit auch einen strammer gespannten Spannungsbogen. Thematisiert werden Ost-West-Problematiken innerhalb Deutschlands, ostdeutsche Kindheitserinnerungen, Trauerbewältigung um die einzige erwachsene Tochter, Einsamkeit, vertrauensvolle Teamarbeit innerhalb der Polizei. Ost-West. Insgesamt wird dem Menschlichen innerhalb aller Beteiligten sehr viel angenehmem Raum gegeben. Breit gefächerte Reflektionen nicht nur von Groth sind eingeflochten, was dem Krimi mehr Tiefgang und Ruhe, aber auch spannungslose Länge verleiht. Insgesamt ein bedächtiger Krimi mit politisch schwieriger Thematik.

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Veröffentlicht am 01.03.2024

Eine fesselnde Erzählung von Liebe, Pflichten, Musik und Träumen.

Annas Lied
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Das Cover zeigt nur einen Teilausschnitt eines Bildes von Edward Hopper, betitelt Room in New York, 1932. Wie der Roman besonders gegen Ende erzählt, hat die Hauptperson Anna Koppel bzw. Hannah Koppelman ...

Das Cover zeigt nur einen Teilausschnitt eines Bildes von Edward Hopper, betitelt Room in New York, 1932. Wie der Roman besonders gegen Ende erzählt, hat die Hauptperson Anna Koppel bzw. Hannah Koppelman ein besonderes Lied, dass sie als junge Frau wie hier am Klavier sitzend gerne intoniert. Ein aufgezwungenes Leben zwischen Wahrheit und Fiktion breitet sich aus, über einen langen Lebenszeitraum von Anna, über die ganze jüdische Familie, liebevoll zusammengetragen von ihrem Neffen. In Zeitsprüngen zwischen 1929 und 2019 entwickelt sich eine Familiensaga zwischen Weltkriegen, mit Szenarien in Polen, Kopenhagen - Dänemark, Höganäs – Schweden, Paris und Crepy-en-Valois – Frankreich. Als jüngstes Mädchen nach vier Brüdern geboren, lebt Anna ein von der Familie aufgezwungenes Leben, streng nach jüdischen Traditionen, fern all ihrer Träume als Pianistin und großer, erster Liebe namens Aksel. Thematisiert werden Krieg, Flucht, Trennung, Einsamkeit, Freundschaft, Pflichtbewusstsein, Liebe zur Musik und ihre heilende Kraft. Die verschiedenen Charaktere sind bildhaft und emotional sehr berührend beschrieben. Das historische Zeitgeschehen ist durch Persönlichkeiten wie z. B. Clara Lemlich Shavelso, Cay Lembcke, Thorvald August Marinus Stauning oder Carl August Nielsen geschickt eingeflochten. Insgesamt ein Lesevergnügen über ein Leben voller Höhen und Tiefen.

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