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Veröffentlicht am 13.08.2023

Die hohe, ach so schwere Kunst des Loslassens – liebevoll geglückt hier!

Und wir tanzen, und wir fallen
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Ein sehr schwieriges Thema rund um den langsamen Tod einer krebskranken Frau in einem sehr offenen Hospiz in der Umgebung von New York wird liebevoll beschrieben, sehr detailliert begleitet über mehrere ...

Ein sehr schwieriges Thema rund um den langsamen Tod einer krebskranken Frau in einem sehr offenen Hospiz in der Umgebung von New York wird liebevoll beschrieben, sehr detailliert begleitet über mehrere Wochen sogar von ihrer Freundin aus Kindertagen. Ihre gemeinsamen, meist schönen Erinnerungen bis weit ins Erwachsenenalter incl. ihrer Ehen, Kinder und gemeinsamen Freunde werden wiederbelebt in einem angenehmen Schreibstil, der auch die allmähliche seelische und auch körperliche Erschöpfung widerspiegelt. Sowohl der Buchtitel als auch das Cover verraten eigentlich wenig vom emotional sehr intensiven Inhalt über das langsame, begleitete Ableben in einem Hospiz. Das Leben bis in die letzten Züge zu genießen wie am Beispiel des besonderen Zitronenkuchens zelebriert, das wird als Botschaft deutlich herausgestellt, alles ermöglicht durch die sehr aufopfernde Sterbebegleitung der langjährigen, vertrauten Freundin. Wie schafft man es, den Tod des geliebten Menschen selbst seelisch zu akzeptieren? Ein bewegendes, tiefgehendes Thema rund um das endgültige Loslassen.

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Veröffentlicht am 12.08.2023

Spurensuche nach Simone

Simone
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Um die Wahrheit über die Freundin herauszufinden, unternimmt die Autorin eine detailliert aufgezeichnete Rückblende bis in die Zeit der Urahnen von Simone. Entstanden ist dabei eine interessante Lebensgeschichte ...

Um die Wahrheit über die Freundin herauszufinden, unternimmt die Autorin eine detailliert aufgezeichnete Rückblende bis in die Zeit der Urahnen von Simone. Entstanden ist dabei eine interessante Lebensgeschichte in medizinischer, historischer und sozialer Hinsicht. Von der gemeinsamen, doch verschiedenen Kindheit in der DDR besonders hinsichtlich der ehemaligen Wochenkrippen, über die politische Wendezeit mit dem Wegfall nicht nur sozialer DDR-Strukturen, bis zu den doch unsicheren Diagnosen zu Borderline, Depressionen, Panikattacken und emotionaler Einsamkeit – so präsentiert sich diese wahre Geschichte in einem relativ nüchternen Schreibstil mit emotionalen Anklängen von Schuldgefühlen auch bei der Autorin, deren akribische Recherchearbeit mit Weggefährten, Freunden, Eltern, einigen Familienmitgliedern und Fachleuten neben Tagebuchaufzeichnungen und zahlreichen weiteren Dokumenten erstaunlich ist. Auf der Suche nach Antworten, warum sich ein junger Mensch das Leben nimmt, bleibt auch der Leser mit diesem tiefgehenden Tabuthema mit Fragezeichen berührt und nachdenklich zurück. Eindeutig lesenswert!

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Veröffentlicht am 10.08.2023

Zwei stark politisch inspirierte Sommer rund um das Münchner Olympiagelände

Wir träumten vom Sommer
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Dieser Roman, basierend auf fiktiven Charakteren und deren fiktiven Erlebnissen und Schicksalen, konzentriert sich jedoch auf zwei Zeitebenen mit kapitelweise wechselnden Rückblenden in 1967 und 1972 auf ...

Dieser Roman, basierend auf fiktiven Charakteren und deren fiktiven Erlebnissen und Schicksalen, konzentriert sich jedoch auf zwei Zeitebenen mit kapitelweise wechselnden Rückblenden in 1967 und 1972 auf zwei wichtige historische Ereignisse in München: Das erste große Thema sind die Olympischen Spiele mit dem Attentat am 5. September 1972. Das zweite politische Thema ist die Studentenbewegung der 68er-Jahre. Studentenproteste rund um Rudi Dutschke, um Ohnesorgs Tod oder um die Stürmung des Springer Hauses lesen sich passagenweise etwas langatmig ebenso wie die Handlungen um die Studenten in der WG mit ihren Diskussionen, Protestaktionen und Feiern. Die Beschreibung des Studentenlebens rund um Amrei mit ihren zwei sehr gegensätzlichen Männern, den freiheitsliebenden, freischaffenden Kunststudenten David und den vernünftigen Polizisten Wastl wirkt authentisch, das Lebensgefühl der späten 1960er- und frühen 1970er wird gut eingeblendet, teils im Dialekt Münchens bzw. der Oberpfalz. Das Cover versprüht eher eine sommerliche Leichtigkeit, lässt keine politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der 68er-Generation vermuten. Ein Lesespaß für politisch interessierte Leser.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Von märchenhaften Tiefsee-Monstern

Weil da war etwas im Wasser
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Das Buchcover zeigt Teile eines Riesenkalmars mit seinen zahlreichen Armen, die im Buch durch Bezeichnungen wie der süße Arm, der Eingebildete, der arme Arm vermenschlicht werden – eine originelle Idee. ...

Das Buchcover zeigt Teile eines Riesenkalmars mit seinen zahlreichen Armen, die im Buch durch Bezeichnungen wie der süße Arm, der Eingebildete, der arme Arm vermenschlicht werden – eine originelle Idee. Diese erzählen von ihrem Tiefseeleben, ihren Abenteuern als Ungeheuer und Monster, sowohl in der Vergangenheit als auch noch bis in die Gegenwart, immer noch mit großem wissenschaftlichem Interesse weltweit verfolgt. Der doch ungewohnte Schreibstil des Autors ist teils poetisch, philosophisch, teils wissenschaftlich. In den allgemeinen Umgang mit solchen Tiefsee-Ungeheuern wird auch eine Verbindung zu Jules Verne und seinen Science-Fiction-Geschichten eingebunden, ebenso wird mit Steven Spielberg und Robert A. „Bob“ Mattey ein weiteres dem Menschen gefährliches Monster präsentiert mit dem Roman und Film: Jaws bzw. Der weiße Hai. Durch diese Verbrämung zwischen Realität auf dem Frosttrawler, Historie und Fiktion erhält der Roman eine gewisse Spannung. Der eingeflochtene Stammbaum mit all ihren Werdegängen und das Tagebuch von Sanja, die ein Praktikum auf einem Frosttrawler absolviert und sich um einen gefangenen Kalmar kümmert, finde ich jedoch zu ausladend, teils verwirrend und unpassend.

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Veröffentlicht am 07.08.2023

Die Rolle des abwesenden Vaters steht markant im Mittelpunkt.

Vatermal
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Anklagend und abrechnend, aber auch verzeihend dem abwesenden Vater gegenüber, still kritisierend der menschlichen Kälte und Vorurteilung in der BRD gegenüber – so präsentiert sich dieses emotional verfasste ...

Anklagend und abrechnend, aber auch verzeihend dem abwesenden Vater gegenüber, still kritisierend der menschlichen Kälte und Vorurteilung in der BRD gegenüber – so präsentiert sich dieses emotional verfasste Buch. In Deutschland geboren, doch erst mit 18 Jahren nachweislich als Deutscher per Ausweispapieren dokumentiert – die Schilderung eines jungen, schwierigen Lebensweges auf der Suche nach Heimat, nach zu Hause, nach Identität durch den Verlust türkischer Wurzeln. In einem Krankenhauszimmer liegend, mit einer Autoimmunschwäche kämpfend, erzählt Arda in Rückbesinnung über sein bisheriges wenig harmonisches Leben und das seiner Schwester und Mutter, die als Jugendliche nach drei Jahren aus der Türkei zu ihren Eltern emigrierte. Das Wort VATERMAL existiert im Deutschen nicht, wohl aber das Wort Muttermal als gutartige Veränderung in der Haut. Pustet Arda nun das VATERMAL in seinem Gesicht an seiner Fingerkuppe klebend einfach weg, gibt dieses Bild viel Spielraum für Interpretationen. Das Cover zeigt auf schwarzem Grund blutig rote Pfeilspitzen den ebenso roten Buchtitel begleitend. Der in Pink gehaltene Autorenname schreit und beißt sich farblich. Auch diese sicherlich bewusst ausgesuchte Farbwahl lässt Freiraum zum Nachdenken.

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