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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2022

Mein Feld ist die Welt – Wahlspruch der HAPAG

Das Tor zur Welt: Träume
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Nicht nur diese Reederei in Hamburg war sehr aktiv im Verkauf von Ausreisepapieren für Auswanderer aus vielen Ländern. Gesammelt zunächst in der Auswandererstadt des Herrn Ballin, außerhalb der Stadt ...

Nicht nur diese Reederei in Hamburg war sehr aktiv im Verkauf von Ausreisepapieren für Auswanderer aus vielen Ländern. Gesammelt zunächst in der Auswandererstadt des Herrn Ballin, außerhalb der Stadt an der Harburger Chaussee und am Zollhafen gelegen um 1911, verbrachten die Ausreisewilligen bis zum Antritt der Seereise nach Amerika dort die Wartezeit mit ärztlicher Untersuchung und voller Verpflegung.
Ava und Claire treffen sich dort, nachdem die verschiedenen Lebensverhältnisse beider Frauen dargelegt werden. Auch ihre Motivation, dort tätig zu sein, ist eine völlig verschiedene. Auch ihre Träume und Erwartungen an ihr Leben sind sehr konträr, was diesem Buch natürlich reichlich Spannung verleiht.
Es geht um Liebe, Befreiung aus gesellschaftlichen Zwängen für Frauen, Freundschaft und den Sinn des Lebens, verknüpft mit der großen Hoffnung auf mehr Sicherheit, weniger Hunger und Armut.

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Veröffentlicht am 11.07.2022

Spannend bis zur letzten Seite.

Sturmrot
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Dieser Band 1 von einer Trilogie rund um die Ermittlerin Eira Sjödin aus Stockholm beschreibt viele kreative Details, denen diese Polizistin nach und nach nachgeht, sämtliche Hinweise verfolgt, ihre eigenen ...

Dieser Band 1 von einer Trilogie rund um die Ermittlerin Eira Sjödin aus Stockholm beschreibt viele kreative Details, denen diese Polizistin nach und nach nachgeht, sämtliche Hinweise verfolgt, ihre eigenen Schlüsse zieht und dabei ideal mit ihrem Team ideal zusammenarbeitet mit einem sensiblen Spürsinn, vielleicht und ruheloser Intuition, die imponiert. Ich war gefesselt von diesem Schreibstil, diesem geschilderten Engagement des gesamten Ermittlung-Apparates. Diese kreativen Verflechtungen der Verdächtigen, die Beschreibungen von Landschaft und damaligem Zeitgeschehen – alles passt harmonisch zusammen bis ins Kleinste.
Ich bin gespannt auf die weitern Bände dieser Trilogie.
Das in der Farbe ‚BLUTROT‘ gehaltene Cover passt zum Titel des Buches.

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Veröffentlicht am 08.07.2022

Berlin, Unter den Linden 19 im August 1936 – eine geschichtliche, breit gefächerte Fiktion – interessant verpackt.

Drei Tage im August
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Es geht nicht nur um einen Pralinenladen mit langer, bewegter Geschichte unter dieser ehemaligen Anschrift, sondern viele verschiedene Charakteren wie der jüdische Buchhändler Franz Marcus, der Drehorgelmann ...

Es geht nicht nur um einen Pralinenladen mit langer, bewegter Geschichte unter dieser ehemaligen Anschrift, sondern viele verschiedene Charakteren wie der jüdische Buchhändler Franz Marcus, der Drehorgelmann Spree-Willi mit seinem Äffchen, Marie de Savadé bzw. Madame Conte mit Wilhelmine Kalinke, ihrem treuen Dienstmädchen, das Blumenmädchen usw. strahlen miteinander eine Mitmenschlichkeit in einer unwirtlichen Zeit unter dem Diktat der NSDAP aus. Diese Pralinenmanufaktur Sawade mag als Symbol gelten für den typischen Trotz der Berliner, sich eine sichere Zuflucht, umgeben von Schönem und Genussvollem, zu erhalten trotz widriger Umstände voller Angst und Repressalien.
Interessant sind auch die sprechenden Linden, die die vielschichtige Geschichte dieser sich wandelnden Allee in all ihrer Vielfalt präsentieren.

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Veröffentlicht am 07.07.2022

Ein Leben voller Armut, großem Kindersegen und Gewalt

Beifang
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Frank Zimmermann ist auf Spurensuche nach seinem Großvater Winfried Zimmermann, dessen Leben geprägt ist von Nazi-Deutschland, von zwölffacher Vaterschaft, als Untertage-Arbeiter bei der Zeche Victoria ...

Frank Zimmermann ist auf Spurensuche nach seinem Großvater Winfried Zimmermann, dessen Leben geprägt ist von Nazi-Deutschland, von zwölffacher Vaterschaft, als Untertage-Arbeiter bei der Zeche Victoria Lünen a. d. L. im Nachkriegsdeutschland arbeitend. In Gesprächen mit seinen Tanten und Onkeln erfährt er viel über Finanznöte, Hunger, Enge, Chaos und Schlägen, aber auch von Zusammenhalt zwischen den Geschwistern trotz aller äußeren Widrigkeiten in der sie umgebenden Gesellschaft. Aber auch das Vater-Sohn-Verhältnis wird beleuchtet. Frank erspürt das Seelenleben mit all seinen Narben, die nicht nur die Prügel in deren Kindheit angerichtet haben. Seine eigene Leere im Leben versucht er sinnvoll hierbei zu füllen.
Nun in weiteren Generationen dieser bedrückenden Zeit und Örtlichkeit entwachsen, fragt man sich, wie man sich aus diesem ‚exotischen’ Milieu, dieser extremen Herkunft befreien könnte ohne Selbstmitleid, ohne Härte. Scheinbar ist man stolz darauf, was man ertragen kann.
Ein Buch lädt zum Nachdenken ein, auch über den Brief der Patientin auf der Intensivstation, die sich in den letzten Tagen vor dem Ableben des Großvaters im Nachbarbett wieder erholt.

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Veröffentlicht am 06.07.2022

Heimweh, Immigration, Liebe – viele Rückblicke auf das eigene Leben!

Eine Feder auf dem Atem Gottes
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Wie wächst ihr Vater in Shanghai auf, der die Sprache der chinesischen Mutter nicht spricht? Ihr chinesisch-panamaischer Vater, als amerikanischer Soldat im Nachkriegsdeutschland stationiert mit schlechten ...

Wie wächst ihr Vater in Shanghai auf, der die Sprache der chinesischen Mutter nicht spricht? Ihr chinesisch-panamaischer Vater, als amerikanischer Soldat im Nachkriegsdeutschland stationiert mit schlechten Englischkenntnissen trifft auf Christa, die bald mit dem zweiten Mädchen schwanger ist und mit ihm in die USA in eine Sozialbauwohnung zieht. Diese Familie von multiethnischer Herkunft leidet ständig unter Streit, Strafen, Drohungen und Armut, unter einer lieblosen Ehe der Eltern.
In der Rückbesinnung der Autorin schildert sie etwas zu ausladend ihr unglückliches Leben: der ständig arbeitende, ihr doch zu stiller Vater, ihre sehr dominante Mutter, ihre Teenagerjahre voll von geliebten Ballettstunden, denn Tanzen hilft ihr bei der Flucht aus dem wirklichen Leben. Schließlich folgen ihre ersten Sex-Erfahrungen, frühe Lektion zu den Lebensbedingungen der Frau.
Der Buchtitel spielt wohl auf die Verbitterung der Mutter an: »Wie in Gottes Namen bin ich nur hierher gekommen?«, fragte sie, den Kopf in die Hände gestützt, wirklich verwundert; als wäre sie wie eine Feder hierher geweht worden.

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