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Veröffentlicht am 20.06.2023

Schonungsloses und wichtiges Buch, das noch lange über sein Ende hinaus nachhallt

Kriegspropaganda und Medienmanipulation
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„Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer“ (Aischylos, 525 – 456 v. Chr.)

In diesem Buch zeigt der Autor und Historiker Christian Hardinghaus, der im Bereich Propaganda- und Antisemitismusforschung promoviert ...

„Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer“ (Aischylos, 525 – 456 v. Chr.)

In diesem Buch zeigt der Autor und Historiker Christian Hardinghaus, der im Bereich Propaganda- und Antisemitismusforschung promoviert hat, dass dieses Zitat gerade in unserer Zeit nichts von seiner Wahrhaftigkeit verloren hat, sondern immer noch ziemlich aktuell ist.

Er beschreibt die typischen Mechanismen von Propaganda und zeigt auf, dass sich diese auch durch verbesserte technische Möglichkeiten nicht wirklich verändert haben, sondern sich immer nur den aktuellen Gegebenheiten anpassen. So werden uns heute in der Regel keine wichtigen Informationen mehr vorenthalten, sie verschwinden nur einfach in einem Überangebot an Nachrichten und Meldungen, von denen wir regelrecht überflutet werden.

Neben einer zunächst noch eher theoretischen Abhandlung des Themas, belegt er am Beispiel der prägenden Kriege des 20. Jahrhunderts, wie Kriegspropaganda funktioniert und eingesetzt wird. Natürlich spielen in diesem Buch auch der Krieg in der Ukraine und die Rolle der Medien eine große Rolle und bekommen auch jeweils ein eigenes Kapitel.

Abgerundet wird das Ganze durch zwei Register und ein Quellenverzeichnis, das von der sorgfältigen Recherchearbeit zu diesem Buch zeugt und belegt, dass der Autor sehr genau weiß, worüber er hier schreibt.

Ein schonungsloses und wichtiges Buch, das noch lange über sein Ende hinaus nachhallt. Und es gibt seinen Lesern auch wichtige Hilfestellungen, Propaganda zu entlarven und im Wust an Informationen den wahren Kern zu erkennen. Und das ist in unserer Zeit wichtiger denn je.

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Veröffentlicht am 19.06.2023

Spannender Kriminalroman mit viel Lokalkolorit aus Bad Münstereifel und Umgebung

Die Drogenkammer
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Mit diesem Kriminalroman schickt der Autor Jan Spelunka, der seine Kriminalromane früher unter dem Namen Jürgen Schmidt veröffentlicht hat, den Privatdetektiv Andreas Mücke in seinen bereits vierten Fall.

Für ...

Mit diesem Kriminalroman schickt der Autor Jan Spelunka, der seine Kriminalromane früher unter dem Namen Jürgen Schmidt veröffentlicht hat, den Privatdetektiv Andreas Mücke in seinen bereits vierten Fall.

Für mich war es die zweite Begegnung mit dem sympathischen Ermittler und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier wesentliche Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden fehlen würden, auch wenn ich sicherlich nicht jede Anspielung auf vorangegangene Ereignisse direkt verstanden habe. Grundsätzlich werden hier alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Auf dem Campingplatz von Bad Münstereifel wird die Leiche von Hang-Marie Gerber gefunden, die zusammen mit Mückes Freundin Jessica im Frauenchor „Miss Klänge“ gesungen hat. Während die Polizei von einer Beziehungstat ausgeht und neben dem Ehemann auch einen Verflossenen der Toten, der erst kürzlich aus der Haft entlassen wurde, ins Visier nimmt, stößt Mücke auf Hinweise, die in eine ganz andere Richtung deuten. Hatte die Tote etwa ein dunkles Geheimnis ?

Dem Autor gelingt hier ein eher ruhiger, aber dennoch jederzeit packender Kriminalroman, der mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Charaktere aufwartet. Mit einem lockeren Schreibstil, bei dem auch der Humor nicht zu kurz kommt, und viel Liebe zum Detail treibt er seine Geschichte voran und wartet am Ende mit einer schlüssigen und zugleich überraschenden Auflösung auf, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Neben dem eigentlichen Kriminalfall nimmt auch das Zwischenmenschliche rund um den Privatdetektiv einen breiten Raum ein, der teilweise allerdings doch etwas zu breit ausfällt. Zudem ist mir persönlich das Erzähltempo an einigen Stellen etwas zu gemächlich, erst im Schlussakt wird das Tempo dann noch einmal deutlich angezogen. Trotz dieser Kritikpunkte überwiegen bei mir am Ende aber doch die positiven Leseeindrücke.

Wer auf spannende Kriminalromane mit sympathischen Ermittlern und viel Lokalkolorit steht, wird hier gut bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 12.06.2023

Auch Band 2 der Weltenwurzel-Saga konnte mich wieder überzeugen und begeistern

Die Rückkehr der Nekromanten
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Mit diesem Fantasyroman legt der Autor Lucian Caligo den zweiten Band seiner auf 8 Bände auslegten Weltenwurzel-Saga vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern. Die Messlatte ...

Mit diesem Fantasyroman legt der Autor Lucian Caligo den zweiten Band seiner auf 8 Bände auslegten Weltenwurzel-Saga vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern. Die Messlatte für die weiteren Bände liegt so noch einmal ein ganzes Stück höher.

Da in den ersten Bänden der Saga eigenständige Geschichten erzählt werden, die erst im weiteren Verlauf zusammengeführt werden sollen, braucht man hier keinerlei Vorkenntnisse aus Band 1, um die die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können.

Seit langer Zeit schon beschützen die Nekromanten das Land Darmanien vor einem mysteriösen und grausamen Feind. Dafür lebt das Volk der Totenbeschwörer in einem Giftsumpf am Rand des Reiches, über den der Feind versucht, ins Landesinnere einzudringen. Regelmäßig werden ihnen Tote zugeführt, mit denen die Nekromanten ihre Armee aus Leichen auffüllen. Doch dann unterläuft Tarus bei der Erweckung eines Toten ein folgenschwerer Fehler, der alles in Frage stellt, woran er und die anderen Nekromanten bislang geglaubt haben. Zusammen mit seiner Begleiterin Narin macht er sich daran, die Geheimnisse rund um ihr Volk aufzuklären.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und sorgt durch immer wieder wechselnde Erzählperspektiven für ein hohes Tempo und einen umfassenden Blick auf das atmosphärisch dichte Geschehen. Dabei erschafft er mit viel Fantasie eine phantastische und zugleich düstere Welt und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Geschichte ist dabei zwar grundsätzlich in sich abgeschlossen, es bleiben am Ende aber dennoch ein paar Fragen offen, die eine erneute Rückkehr der Nekromanten im weiteren Verlauf der Saga dringend erforderlich machen.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Fantasyromane steht, wird hier ein weiteres Mal bestens bedient und unterhalten. Meine Neugierde auf die weiteren Bände der Saga konnte so noch einmal deutlich gesteigert werden.

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Veröffentlicht am 07.06.2023

Kurzweilige und abwechslungsreiche Anthologie mit Kurz-Krimis aus dem hohen Norden

Tatort Nord 2
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In dieser Anthologie, die wie schon Band 1 in Zusammenarbeit mit der Vereinigung „Mörderische Schwestern“ entstanden ist, sind 21 spannende und abwechslungsreiche Kurzkrimis versammelt, die allesamt im ...

In dieser Anthologie, die wie schon Band 1 in Zusammenarbeit mit der Vereinigung „Mörderische Schwestern“ entstanden ist, sind 21 spannende und abwechslungsreiche Kurzkrimis versammelt, die allesamt im hohen Norden angesiedelt sind und mit Handlungsorten von Helgoland bis Usedom fast die gesamte deutsche Nord- und Ostseeküste abdecken. So wird neben der üblichen Spannung gleich noch eine ordentliche Prise Urlaubsfeeling mitgeboten, auch wenn sich der Erholungsfaktor bei den Protagonisten der Storys ein wenig in Grenzen hält. Das Buch ist aber dennoch die perfekte Strandkorblektüre für den nächsten Besuch im hohen Norden.

In solchen Anthologien kommt es eigentlich höchst selten vor, dass tatsächlich jeder Beitrag meinen persönlichen Lesegeschmack trifft, dies hier ist aber eine der seltenen Ausnahmen. Die einzelnen Beiträge bewegen sich trotz aller Unterschiede auf einem durchgehend hohen Niveau, dabei hat jede Geschichte ihren ganz eigenen Reiz und bringt so eine besondere Note in diese Sammlung ein. Ein wenig hervorheben möchte ich aber dennoch die Beiträge von Franziska Henze, Alexa Linell, Regine Seemann, Carolyn Srugies, Bea Schreiner und Sabine Weiß, die hier zu meinen persönlichen Favoriten gehören, auch wenn dabei wirklich nur Nuancen entscheiden. Als Liebhaber von bösen Schlusspointen bin ich zudem in vielen der Beiträge bestens bedient worden.

Hier sollte jeder Liebhaber von spannenden Kurzkrimis den einen oder anderen Beitrag ganz nach seinem Geschmack finden. Mich konnte das Buch auf jeden Fall gut und spannend unterhalten.

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Veröffentlicht am 07.06.2023

Packender Thriller mit vielen überraschenden Wendungen und einem krachenden Showdown

Schmeckst du ihren Tod?
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In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz die Psychologin Frieda Rubens und den Kriminalkommissar Marc Wittmann in ihren fünften Fall. Das für mich zweite Buch der Reihe konnte mich wieder gut ...

In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz die Psychologin Frieda Rubens und den Kriminalkommissar Marc Wittmann in ihren fünften Fall. Das für mich zweite Buch der Reihe konnte mich wieder gut und spannend unterhalten, zudem wurde meine Neugierde auf die weiteren Bände noch einmal verstärkt.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten vier Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Diesmal bekommen es Frieda und Marc mit einem perfiden Serienmörder zu tun, der seine Opfer nicht nur brutal ermordet, sondern ihnen auch noch Organe entnimmt. Als Ankündigung seiner Taten verschickt er zudem Pakete mit gruseligem Inhalt. Zugleich steht Frieda in telefonischen Kontakt zu einem mysteriösen Mann, der mit ihr über seine Kannibalismusfantasien spricht. Schon bald finden sich Frieda und Marc in einem mörderischen Katz-und-Maus-Spiel wieder, bei dem ihnen der Mörder scheinbar immer einen Schritt voraus ist.

Mit einem packenden Schreibstil und zahlreichen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran, legt dabei geschickt ein paar falsche Fährten und liefert am Ende eine ziemlich überraschende, aber dennoch absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Dabei schlägt er ein ziemlich hohes Tempo an, dass einem vor allem in der zweiten Hälfte kaum Zeit zum Luftholen lässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Geschichte wird im Wesentlichen aus den wechselnden Perspektiven der beiden Ermittler erzählt, immer wieder eingestreute Passagen mit den Ausführungen des mysteriösen Anrufers sorgen für zusätzliche Spannung, ohne dabei bereits zu viel über dessen Identität zu verraten.

Wer auf spannende und abgründige Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Schade, dass die Reihe um Frieda und Marc mit diesem Band endet, ich hätte gerne mehr von diesem gut aufeinander abgestimmten Ermittler-Duo gelesen. Dafür bleiben mir jetzt aber noch die Bände 1 bis 3.

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