Schwimmen zurück ins Leben
Die Ozeanschwimmerin
Zu Beginn von Sophies Geschichte ist man bereits in das Schicksal einer jungen Frau hineingezogen, die einen entsetzlichen Verlust erlitten hat. Sophie begegnet uns schwimmend durch den Nordkanal – eine ...
Zu Beginn von Sophies Geschichte ist man bereits in das Schicksal einer jungen Frau hineingezogen, die einen entsetzlichen Verlust erlitten hat. Sophie begegnet uns schwimmend durch den Nordkanal – eine der gefürchteten Meeresengen der Ocean’s Seven. Sie schwimmt, weil ihr offenbar nur im Kampf gegen das Meer noch ein Gefühl von Lebendigkeit geblieben ist. Das Thema der Ocean’s Seven war mir bis jetzt fremd, und gerade deshalb war ich umso beeindruckter von der Präzision und Glaubwürdigkeit, mit der das Langstreckenschwimmen geschildert wird. Wetter, Strömungen, Erschöpfung, die unberechenbare Gewalt des Meeres und die mentale Disziplin machen dies erst möglich. Alles wirkt sehr gut recherchiert und zeigt, was Menschen an ihre Grenzen treibt.
Besonders hervorzuheben ist die Atmosphäre dieses Romans. Die Figuren besitzen Tiefe, verändern sich, tragen Widersprüche und jede Menge Gefühle in sich. Auch das Thema Naturschutz ist klug eingewoben: überaus wichtig, aber nicht moralisierend. Das Buch vermeidet künstliche und kitschige Dramatik und sentimentale Überladung. Es bleibt menschlich und glaubwürdig. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung.