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Veröffentlicht am 02.07.2023

Auf den Spuren der Vergangenheit und gefährliche Ermittlungen

Magic Fire
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Enthält Spoiler zu den Vorgängern!

Im vierten Band der Firebrand-Reihe besucht Emma Bellamy eine abgelegene englische Kleinstadt: Es ist die Stadt, in der sie als Kleinkind gelebt hat und wo ihre Eltern ...

Enthält Spoiler zu den Vorgängern!

Im vierten Band der Firebrand-Reihe besucht Emma Bellamy eine abgelegene englische Kleinstadt: Es ist die Stadt, in der sie als Kleinkind gelebt hat und wo ihre Eltern ermordet wurden. Jetzt gab es einen neuen Mord und es sieht so aus, als wäre der Täter ein Übernatürlicher - eine Gelegenheit für Emma, sich sowohl den Fall anzusehen, als auch mehr über ihre Vergangenheit herauszufinden.

In der Stadt ist Emmas Fall schon sehr bekannt, denn so viele Morde gibt es dort auch nicht. Sie ist eine Sensation und eine Geschichte, die man Touristen erzählt, und auf die viele neugierig sind, aber wegen der grausamen Tode gilt sie auch als Pechvogel. So oder so ist es für sie gar nicht so leicht, mehr über die Vergangenheit und ihr übernatürliches Wesen herauszufinden, aber sie merkt schon bald, dass es noch viel komplizierter ist, als sie bisher angenommen hat.

Es gibt auf jeden Fall wieder spannende Ermittlungen und durch Emmas persönliche Verbindungen wird es auch ziemlich emotional. Sie muss einen alten und neue Mordfälle lösen und wird dabei mit ihrem Kindheitstrauma konfrontiert, während schon wieder jemand versucht, sie umzubringen. Die Fantasywelt bietet immer wieder neue magische Möglichkeiten und bleibt abwechslungsreich und unvorhersehbar, aber ich finde es etwas wenig schade, dass es dadurch etwas willkürlich wirkt. Aber so merkt Emma, dass sie noch viel über die Welt zu lernen hat und ihre Erfahrung in der Kleinstadt machen sie darauf aufmerksam, dass es noch viel Aufklärungsbedarf gibt, was Übernatürliche betrifft.

Fazit
Wie immer: Wer andere Bücher der Autorin mag, wird auch hier wieder Spaß haben, denn die Bücher vereinen Spannung, Magie und Humor auf eine Weise, die immer wieder gelingt.

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Veröffentlicht am 30.06.2023

Ein magischer Wettbewerb und Rachepläne, Heimat und Freundschaft

Payback's a Witch – Rache ist magisch
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Vor neun Jahren wurde Emmys Herz gebrochen und sie verließ ihre Heimatstadt Thistle Grove. Doch nun kehrt sie zurück, um in dem Wettkampf der drei stärksten Hexenfamilien als Richterin zu agieren, denn ...

Vor neun Jahren wurde Emmys Herz gebrochen und sie verließ ihre Heimatstadt Thistle Grove. Doch nun kehrt sie zurück, um in dem Wettkampf der drei stärksten Hexenfamilien als Richterin zu agieren, denn sie selbst ist die Erbin der vierten Hexenfamilie, die zu den Gründern der Stadt gehört.

Doch der Wettbewerb verspricht dieses Mal anders zu laufen, denn Gareth Blackmoore brach nicht nur Emmy Harlows Herz, er hat auch ihre beste Freundin Linden Thorn sowie Talia Avramov belogen - und so sind alle Gründerfamilien in diesem Chaos verwickelt. Und das ist nicht ihr einziger Grund, den Sieg der Familie Blackmoore verhindern zu wollen, denn unter ihrer Leitung werden alle anderen Hexen vernachlässigt.

Ich hätte mehr vom Wettbewerb erwartet und auch von der Rache, die die drei betrogenen Hexen planen. Bei Ersterem ist Emmy als Richterin eher eine Zuschauerin und wird teilweise von der Magie gelenkt, bei Letzterem wollen sie Gareth durch die Niederlage beim Wettbewerb von seinem hohen Ross herunterholen. Das ist ja im Grunde genau das, was auch die Inhaltsangabe versprochen hatte, aber ich hätte bei so einem Buchtitel doch mehr erwartet.

Dafür ging es eher um Emmys Gründe, Thistle Grove zu verlassen, und wie es sich für sie anfühlt, nun zurück zu sein, ihre Familie und Freunde wiederzusehen, die Veränderungen in der Stadt zu beobachten und auch ihre Magie wieder zu spüren, die außerhalb von Thistle Grove schnell verkümmerte. Als Richterin hat sie einen ganz neuen Zugang zur Magie und fühlt auch eine besondere Verbindung zur Stadt, doch sie hat sich in Chicago ein Leben aufgebaut, während sie in Thistle Grove nur ein unbedeutendes Mitglied einer schwachen Hexenfamilie ist, auf die die meisten herabblicken.

In diesem Buch geht es auf jeden Fall eher um Gefühle statt um Spannung, daher kann man auch den ein oder anderen Kitsch verzeihen. Im Mittelpunkt stehen Heimat und Zugehörigkeit, Freundschaft und auch besonders die Liebesgeschichte mit Talia, von der Emmy immer wieder beeindruckt ist und die trotz ihres taffen Auftretens einen weichen Kern hat.

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Veröffentlicht am 24.06.2023

Vampire, Lust und sonst nichts

King of Battle and Blood
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Der König von Lara beschließt, lieber Frieden mit Vampirkönig Adrian zu schließen, bevor sein Land erobert wird. Doch Adrian hat eine Bedingung: Prinzessin Isolde von Lara soll seine Frau werden.

Obwohl ...

Der König von Lara beschließt, lieber Frieden mit Vampirkönig Adrian zu schließen, bevor sein Land erobert wird. Doch Adrian hat eine Bedingung: Prinzessin Isolde von Lara soll seine Frau werden.

Obwohl sie eine Kriegerin ist, ist Adrian der erste Vampir, den Isolde trifft und sie ist sofort fasziniert von seiner Aura und fühlt sich körperlich sehr zu ihm hingezogen - so sehr, dass sie sich kaum noch auf etwas anderes konzentrieren kann. Als nach ihrer Hand gefordert wird, gibt sie sehr schnell nach, scheinbar um ihren Vater und ihr Volk vor dem Zorn der Vampire zu bewahren. Aber sie konnte mich nie davon überzeugen, dass ihr Verlangen nach dem Vampirkönig dabei keine Rolle gespielt hätte.

Sie ist generell sehr selbstbewusst und stolz, auch mit ihrer Sexualität kann sie sehr offen umgehen und ist der Meinung, dass sie Lust und Gefühle voneinander trennen kann. Trotzdem gewöhnt sie sich sehr schnell an ihre neue Rolle als Königin der Vampire, denn sie hat sowieso schon immer davon geträumt, als unabhängige Königin über Lara zu herrschen, und je mehr sie über die Vampire lernt, desto weniger Angst hat sie auch. Aber ein großes Problem ist auch das Volk von Lara, denn sie hassen die unsterblichen Blutsauger aus vielerlei Gründen und während manche diesen Hass auch auf ihre ehemalige Prinzessin übertragen, erwarten andere, dass Isolde die Nähe zu Adrian ausnutzt, um ihn zu töten. Es ist schwer für Isolde, sich diese Meinungen nicht zu Herzen zu nehmen.

Im Mittelpunkt steht auf jeden Fall die Liebesgeschichte von Adrian und Isolde, und die fand ich seltsam oberflächlich. Die Meinung der Menschen aus Lara ist eigentlich schon das einzige Argument, das gegen die Vampire spricht; Isolde hat entweder keine Meinung, es ist ihr egal oder sie lässt sich sehr schnell überzeugen, ihre Vorurteile hinter sich zu lassen. Man merkt, dass sie ihm sehr schnell verfällt und die Basis dafür ist Lust. Zwar behandelt Adrian sie auch gut und respektvoll, aber man merkt bei Isolde nichts davon, dass das ihre Gründe wären, ihm zu vertrauen.

Ich konnte Isoldes Eigenschaften nicht immer unter einen Hut bringen, weil sie schon selbstbewusst und manchmal brutal ist, was gut zu ihrer Rolle als Königin passt, aber dann ist sie auch unwissend, was Vampire, andere Wesen und verschiedene Königreiche - auch ihr eigenes! - angeht und ich konnte nicht so ganz nachvollziehen, wie sie so wenig wissen kann. Sie hält sich also für eine starke Kämpferin, aber ihre Unwissenheit untergräbt diese mächtige Aura etwas. Ansonsten fand ich die Welt schon ganz interessant, aber man hört eher von Problemen, als sie wirklich mitzuerleben, während Isoldes Erlebnisse alle mit ihrer Beziehung zu Adrian zusammenhängen.

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Veröffentlicht am 23.06.2023

Schlechte Lügner und oberflächliche Zeitreisen

Palast der Lügen 2: Ewig ist nicht unendlich
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Sophie hält sich für eine gute Lügnerin, doch hier wirkt sie oft eher inkompetent, weil sie viel zu stur und impulsiv ist, um darüber nachzudenken, welche Rolle sie vorspielen sollte. Sie ist da schon ...

Sophie hält sich für eine gute Lügnerin, doch hier wirkt sie oft eher inkompetent, weil sie viel zu stur und impulsiv ist, um darüber nachzudenken, welche Rolle sie vorspielen sollte. Sie ist da schon ein Gegensatz zu Valentin, der vernünftiger ist, Prioritäten setzen kann und sich auch viel besser anpassen kann als Sophie, die sich kaum Mühe gibt. Sie regt sich lieber auf, wenn sie nicht die moderne, selbstbewusste junge Frau sein kann, die in Paris 1688 einfach zu sehr auffallen würde.

Die Beziehung der Protagonisten spielt schon eine große Rolle und auch, wie sie versuchen, ihre Familien zu beschützen. Aber trotzdem bleiben sie so blass, besonders über Valentin erfährt man sehr wenig; ihre Persönlichkeiten gehen überhaupt nicht über dieses Zeitreise-Abenteuer hinaus, man hat keine Ahnung, was für Träume, Leidenschaften oder Hobbys sie haben könnten. Daher sind sie für mich ziemlich uninteressant - Sophie finde ich nervig, Valentin blass und langweilig - und ihre Liebesgeschichte konnte mich nie packen.

Die Zeitreisen werden etwas erklärt, aber es gibt noch große Lücken und auch ein paar Ungereimtheiten. Mich hat schon etwas verwirrt, wie der Teufel mal mächtig wirkt und man alles tun will, um ihm endlich das Handwerk zu legen, aber dann wiederum nimmt man ihn kaum ernst, erwartet immer wieder, dass er Fristen verlängert und Verständnis zeigt, während die Protagonisten sich von der Handlung treiben lassen.

Mich hat enttäuscht, wie glatt alles lief, sodass überhaupt keine Spannung aufkam. Außerdem hat mir auch viel gefehlt, da auch die Erklärung der Zeitreisen zu wünschen übrig lässt. Es wird immer von Schuldnern und Familienschulden über Generationen gesprochen, also will man schon den Eindruck erwecken, dass es eine große Sache ist, aber alles was man sieht, ist eher klein und einfach - nicht annähernd die Dimensionen, die da angedeutet werden.

Fazit
Die Zeitreisen spielen eine größere Rolle als im Vorgänger, aber die Geschichte war einfach nicht spannend und insgesamt eher oberflächlich.

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Veröffentlicht am 19.06.2023

Krieg und Liebe in der Physik

Love, theoretically
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Als Assistenzprofessorin verdient Elsie nicht genug, um sich über Wasser halten zu können, besonders als Diabetikerin ohne Krankenversicherung. Daher ist sie schon lange bei einer App, wo sie als Fake-Date ...

Als Assistenzprofessorin verdient Elsie nicht genug, um sich über Wasser halten zu können, besonders als Diabetikerin ohne Krankenversicherung. Daher ist sie schon lange bei einer App, wo sie als Fake-Date gebucht werden kann. Zu einem Problem wird es erst, als sie dem Bruder ihres Fake-Dates bei der Arbeit begegnet und er sich als der Mann entpuppt, der all ihren Träumen im Weg steht.

Elsie versucht schon seit langer Zeit, jedem zu gefallen; sie beobachtet ihr Gegenüber und schlüpft in die perfekte Rolle. Diese Fähigkeit hilft ihr auch bei ihren Fake-Dates und soll ihr nun hoffentlich bei dem Auswahlverfahren helfen, damit sie ihren Traumjob am MIT bekommt. Aber es gibt noch einen weiteren Bewerber, der im Gegensatz zu ihr Experimentalphysiker ist und daher hat sie als Theoretische Physikerin von Anfang an schlechte Karten und muss sich richtig ins Zeug legen, um ihre Leidenschaft und Kompetenz zu beweisen und den Ruf der Theoretischen Physik zu retten.

Denn mit im Auswahlkomitee sitzt ausgerechnet Jack, der Theoretiker wie allgemein bekannt verachtet, großen Einfluss hat und dazu auch Elsie persönlich von Anfang an nicht ausstehen kann. Er kennt sie schließlich schon als Freundin seines Bruders und die beiden Persönlichkeiten passen absolut nicht zusammen, sodass er ihren Geheimnissen schon bald auf die Spur zu kommen droht.

Wegen seiner Arbeit kann Elsie Jack ebenfalls nicht ausstehen, sodass wir hier direkt eine Enemies-to-Lovers-Handlung haben, deren Gründe man auch sehr gut nachvollziehen kann, weil sie sowohl privat Probleme haben, aber auch in professioneller Hinsicht quasi natürliche Gegner sind - zumindest fühlt es sich für Elsie so an. Durch sein Wissen und weil er sie so offensichtlich nicht leiden kann, schafft Elsie es bei Jack nicht, in die perfekte Rolle zu schlüpfen, sondern ist mehr sie selbst als sonst: Unsicher, ehrlich, aber auch auf eine besondere Art mutig. Hier wird nicht nur ihre Loyalität auf die Probe gestellt, sondern auch all ihre Beziehungen, in denen sie nie ganz ehrlich sein konnte.

Fazit
Die Welt der Wissenschaft hat mir noch besser gefallen als in jedem anderen Buch der Autorin; die Fehde zwischen den verschiedenen Fachbereichen, wissenschaftliche Arbeiten und politische Entscheidungen an den Universitäten und Forschungseinrichtungen - ich kann nicht beurteilen, wie realistisch es tatsächlich ist, aber sie sind auf jeden Fall glaubwürdig präsentiert und bieten eine spannende Kulisse für eine Liebesgeschichte voller Selbstzweifel, Humor und Liebe zur Physik. Alles in allem ist es ein sehr vielseitiges und unterhaltsames Buch.

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