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Veröffentlicht am 27.02.2022

Krebs, Karriere & Freundschaft, aber nur wenig Liebe

Solange es ein Morgen gibt
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Knapp über dreißig, vielversprechender Job und glückliche Beziehung - bis sie herausfindet, dass ihr Freund sie betrogen hat und ihr plötzlich auch noch Brustkrebs diagnostiziert wird. Jessica will stark ...

Knapp über dreißig, vielversprechender Job und glückliche Beziehung - bis sie herausfindet, dass ihr Freund sie betrogen hat und ihr plötzlich auch noch Brustkrebs diagnostiziert wird. Jessica will stark bleiben und sich nicht zu sehr vom Krebs beeinflussen lassen, aber die Behandlung ist anstrengend und der Job wird noch schwieriger. Der Kinderwunsch scheint in weite Ferne zu rücken und wird beinahe unerreichbar. Aber immerhin ist sie nicht alleine ...

Ich habe das Buch auf Vorablesen.de entdeckt und da wurde es als Liebesroman bezeichnet. In der Inhaltsbeschreibung wird auch Annabels Bruder Joe erwähnt und es soll ja wohl so klingen, als würde er eine größere Rolle spielen. Entsprechend enttäuscht war ich dann von der Geschichte, denn es ist eben ein Roman über eine Frau mit Brustkrebs, wie sie sich damit fühlt und wie es ihre kriselnde Beziehung, ihre Karriere und ihre Freundschaften beeinflusst. Es geht zwar auch um Dating als Krebspatientin, aber das ist nur eins von vielen Themen.

Da ich einen Liebesroman erwartet habe, fand ich die restliche Geschichte dann etwas zu langweilig, weil ich all diese Themen schon erwartet hätte - aber eben mit mehr Liebe. Stattdessen zog es sich ziemlich in die Länge. Besonders am Anfang fiel es mir schwer, die vielen Freundinnen auseinanderzuhalten, daher haben sie mich auch nicht so sehr interessiert und waren oft auch nur da, um die vielen Unterschiede zu Jessicas Leben zu zeigen.

Nach vierhundert Seiten gibt es dann die kleine Liebesgeschichte, bei der ich mich wirklich frage, wie sie es in die Inhaltsangabe geschafft hat, und das hat mich dann etwas besänftigt. Hätte ich vorab gewusst, dass das Buch kein Liebesroman ist, hätte ich es nicht gelesen, da es einfach nicht mein Thema ist. Ich fand es aber trotzdem oft sehr tiefgründig und fand die verschiedenen Themen auch gut umgesetzt - auch wenn es seine Längen hatte.

Fazit
"Solange es ein Morgen gibt" ist kein Liebesroman, wie ich angenommen hätte. Hätte ich es vorher gewusst, wäre ich nicht so enttäuscht gewesen - andererseits hätte ich das Buch dann vermutlich gar nicht gelesen. Ansonsten ist es schon ein netter Roman über Brustkrebs und wie man damit umgeht.

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Veröffentlicht am 23.02.2022

Spannendes Gefängnisabenteuer mit überzeugender Protagonistin

Prison Healer (Band 1) - Die Schattenheilerin
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Kiva ist schon seit zehn Jahren im brutalen Gefängnis Zalindov, das man als Insasse nur noch tot verlassen kann. Seit dem Tod ihres Vaters ist sie die Gefängnisheilerin und allein die heimlichen Nachrichten ...

Kiva ist schon seit zehn Jahren im brutalen Gefängnis Zalindov, das man als Insasse nur noch tot verlassen kann. Seit dem Tod ihres Vaters ist sie die Gefängnisheilerin und allein die heimlichen Nachrichten ihrer Familie, die versprechen, sie bald zu befreien, lassen sie durchhalten.

Kiva hat schon vor langer Zeit gelernt, niemanden zu sehr zu mögen, denn die meisten Menschen in Zalindov überleben nicht lange und gleichzeitig stellen sie auch einen Schwachpunkt da. Die meisten Insassen hassen Kiva, weil sie angeblich bevorzugt behandelt wird - was nicht der Fall ist - auch wenn sie eigentlich auch mal auf ihre Heilkünste angewiesen sind. Nur den kleinen Tipp hat Kiva wider willen ins Herz geschlossen und versucht, den liebenswerten und unschuldigen Jungen vor den Gefahren Zalindovs zu beschützen. Obwohl sie eine Mauer um ihre Herz errichtet hat und Abstand zu allen hält, findet sie dann doch mehr unerwartete Verbündete. Ich mochte ihre abweisende, schnippische Art, die auch immer wieder ihre Ängste und Unsicherheiten durchscheinen lässt. Sie hofft immer auf Zeichen von ihrer Familie, aber diese sind so knapp und Kiva wartet schon so lange ...

Ich fand, dass hier alle Elemente sehr gut miteinander harmoniert haben: Die Kulisse, wie sich Kiva hier entwickelt hat und auch die anderen Charaktere waren überzeugend. Beim Lesen hatte ich schon ein paar Theorien - manche haben sich bewahrheitet, andere nicht, so darf es gern sein - und ich fand die Geschichte schon durchgehend spannend, was auch daran lag, dass ich Kiva wirklich sehr gerne bei ihrem Gefängnis-Abenteuer begleitet habe. Mit kuriosen Krankheiten, die es zu behandeln gibt, attraktiven neuen Gefangenen, gefährlichen Aufsehern und Mithäftlingen und einer halbtoten Rebellenkönigin, die Kiva um jeden Preis am Leben halten soll, ist auch eine Menge los. Kivas Überzeugungen geraten ins Wanken und sie muss Mut und Intelligenz beweisen und auch überlegen, wem sie vertrauen kann.

Fazit
"Prison Healer - Die Schattenheilerin" bietet ein spannendes Gefängnisabenteuer mit einer überzeugenden Protagonistin, einer Prise Liebe und Magie und einem Cliffhanger, der mich hoffen lässt, dass die Fortsetzungen nicht zu lange auf sich warten lassen.

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Veröffentlicht am 21.02.2022

Magischer Charme, langweilige Geschichte

The Rules of Magic. Eine zauberhafte Familie
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Der Schreibstil war gleichzeitig das Beste und das Schlechteste am Buch. Ich mochte die vielen Details, Rituale und unheilvollen Omen, die der Geschichte diesen magischen Charme verliehen haben. Aber er ...

Der Schreibstil war gleichzeitig das Beste und das Schlechteste am Buch. Ich mochte die vielen Details, Rituale und unheilvollen Omen, die der Geschichte diesen magischen Charme verliehen haben. Aber er hatte auch etwas altmodisches an sich, was das Buch zwar gemütlich, aber auch langweilig machte.

Man begleitet die drei magisch begabten Geschwister über viele Jahre, wie sie lernen, mit der Magie umzugehen, es gibt Familienprobleme und besonders der Liebesfluch bereitet ihnen Kopfzerbrechen, denn in ihrer Familie endet Liebe tragisch.

Franny ist die älteste der drei und zunächst noch skeptisch. Sie versucht noch, alles logisch zu erklären, während ihre jüngeren Geschwister diese natürliche Begabung kaum leugnen wollen. Jet und Vincent sind rebellischer; Vincent testet seine Grenzen und Jet stürzt sich schnell in ihre erste Beziehung, auch wenn sie ständig gewarnt wird, nur Franny versucht vergeblich, ihre Gefühle zu kontrollieren.

Es ist ständig von Flüchen und drohendem Unglück die Rede und das sorgt natürlich schon für eine bedrückende Stimmung, denn auch wenn es viele schöne Momente gibt, dominiert die Hoffnungslosigkeit. Ich fand die Liebesgeschichten der drei Hexen schon ganz nett, aber ich habe mich den Charakteren nicht besonders nah gefühlt, weswegen mir ihre Träume und Ängste auch nicht so wichtig waren.

Fazit
"The Rules of Magic" hat einen magischen Charme, aber die Geschichte der drei Hexengeschwister konnte mich nicht überzeugen. Auch wenn sie über die Jahre eine ganze Menge erlebt haben, fand ich es einfach nicht spannend.

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Veröffentlicht am 14.02.2022

Liebesroman-Highlight: Süße und unterhaltsame Fake-Dating-Romance

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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Olive will einer Freundin beweisen, dass sie über ihren Ex hinweg ist und täuscht vor, ein Date zu haben. Als ihre Lüge aufzufliegen droht, sieht sie sich gezwungen, den erstbesten Mann zu küssen, der ...

Olive will einer Freundin beweisen, dass sie über ihren Ex hinweg ist und täuscht vor, ein Date zu haben. Als ihre Lüge aufzufliegen droht, sieht sie sich gezwungen, den erstbesten Mann zu küssen, der ihr über den Weg läuft, dabei achtet sie nicht einmal darauf, wer der Geküsste ist - und es ist ausgerechnet Adam Carlsen, mit dem sie noch nie gesprochen hat, der aber als der strengste und gemeinste Lehrstuhlinhaber der Universität bekannt ist.

Während die ganze Sache Olive verständlicherweise ziemlich peinlich ist, nimmt Adam es eher gelassen und bringt logische Argumente vor, die Olive oft nicht bedacht hat. Olive wird schnell panisch und erkennt natürlich nicht, was dem Leser klar ist: Adam hat absolut nichts dagegen, bei dieser Scharade mitzuspielen. Olive ist dankbar für seine Hilfe, aber auch verwirrt, weil Adam so nett zu ihr ist und auch noch mitmacht, als die Lüge immer größer wird.

Liebesgeschichten mit Fake-Dating gehören zu meinen Favoriten und daher konnte ich natürlich nicht widerstehen und musste dieses Buch lesen. Die Handlung ist insgesamt schon oft kitschig und vorhersehbar, auch weil man Adam viel besser durchschauen kann, als Olive es tut, aber ich wurde trotzdem immer wieder überrascht und zweifelsfrei auch sehr gut unterhalten. Adams Nonchalance bietet einen so erfrischenden Gegensatz zu Olives Unsicherheit und Panik, wenn ihre falsche Beziehung sie wieder in Schwierigkeiten bringt, und ich habe wirklich jede peinliche Szene mit dem süßen Paar genossen.

Ich mochte auch das Setting, weil man bei beiden Protagonisten spüren kann, wie wichtig ihnen ihre Arbeit ist, auch wenn sie sich verschiedenen Herausforderungen stellen müssen. Olive hat es als Frau in einer Männerdomäne schon schwerer, dazu ist sie auch oft unsicher, auch wenn sie nie an ihrer Arbeit zweifelt. Adam hingegen wird von den Doktoranden als berühmt-berüchtigter Tyrann angesehen, weil er hohe Ansprüche hat und diese selten freundlich formuliert. Zwischen Forschungsgeldern, Berichten und Labormaterialen verlangen ihre Projekte viel mehr als nur Intelligenz und Wissensdurst.

Fazit
"Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe" hat mich wirklich gut unterhalten. Das Fake-Dating, die Herausforderungen der wissenschaftlichen Arbeit und die echten Gefühle, die sich unerwartet entwickeln, bieten eine spannende und wirklich süße romantische Komödie, der es auch nicht an Tiefe fehlt.

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Veröffentlicht am 05.02.2022

Wieder eine wunderbare emotionale Achterbahn mit tiefen Gefühlen

Reminders of Him – Für immer ein Teil von dir
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Nach fünf Jahren kann Kenna endlich zurückkehren, um endlich ihre Tochter Diem kennenzulernen. In den letzten Jahren hat nur der Gedanke an ihre Tochter sie durchhalten lasen, denn sonst ist ihr nichts ...

Nach fünf Jahren kann Kenna endlich zurückkehren, um endlich ihre Tochter Diem kennenzulernen. In den letzten Jahren hat nur der Gedanke an ihre Tochter sie durchhalten lasen, denn sonst ist ihr nichts mehr geblieben. Doch Diems Großeltern wollen absolut nichts mit Kenna zu tun haben, schließlich hat diese Scotty damals zum Sterben zurückgelassen und saß dafür im Gefängnis. Kenna gibt sich auch selbst die Schuld an dem Unfall, aber sie hofft trotzdem, ihre Tochter zumindest einmal sehen zu dürfen. Man kann ihre Verzweiflung und Einsamkeit wirklich deutlich spüren und hofft, dass sie ihre Chance bekommt.

Ledger liebt Diem als ob sie sein eigenes Kind wäre und natürlich möchte er sie vor der Frau beschützen, die Schuld am Tod seines besten Freundes war. Aber als er Kenna kennenlernt und noch nicht weiß, wer sie ist, sieht er ihre Traurigkeit und dass sie nicht das Monster ist, für das er sie hielt. Seine Überzeugungen geraten ins Schwanken, als er wider Willen Gefühle für sie entwickelt und sich wünscht, dass sie Teil seines und Diems Leben sein könnte.

Die furchtbare Nacht des Unfalls, Kennas Zeit im Gefängnis, ihr Neuanfang und ihr Versuch, Diem näherzukommen, ihre komplizierte Beziehung mit Ledger und ihre Probleme mit Scotts Eltern - es ist eine Menge los und es wird keine Sekunde langweilig. All diese Probleme hängen auch miteinander zusammen, sodass man nie das Gefühl hat, das etwas nicht passt oder übertrieben dramatisch ist. Aber es ist auf jeden Fall sehr emotional, sowohl die Liebesgeschichte als auch die Geschichte um Mutter, Tochter und diesen großen Verlust. Das Ende konnte meine hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen, aber ich bin doch sehr zufrieden. Ich mochte ja schon viele Bücher von Colleen Hoover, aber bei ihren ersten Werken hatte ich noch mehr Kritik und ihre neueren Bücher gefallen mir insgesamt besser.

Fazit
"Für immer ein Teil von dir" war wie erwartet eine emotionale Achterbahn, die mich richtig mitreißen konnte. Sowohl die komplizierte Liebesgeschichte als auch die Geschichte um Mutterschaft und Neuanfänge hat mich sehr berührt.

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