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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.07.2025

Sicher unterwegs mit dem Sicherheitsniederrad ...

Im Takt der Freiheit
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Felicitas ist definitiv im falschen Jahrhundert geboren, denn sie wünscht sich nichts sehnlicher als ihre Freiheit. Ihr Vater, der reiche Berliner Fabrikant Egidius Louisburg, aber hat ganz anderes im ...

Felicitas ist definitiv im falschen Jahrhundert geboren, denn sie wünscht sich nichts sehnlicher als ihre Freiheit. Ihr Vater, der reiche Berliner Fabrikant Egidius Louisburg, aber hat ganz anderes im Sinn mit ihr. Einen Grafen soll sie heiraten. Diese Verbindung gäbe ihm selbst dann die Gelegenheit, dem elitären Herrenclub Union beizutreten. Doch er hat nicht mit dem Kampfgeist seiner Tochter gerechnet, die sich längst in einen anderen verguckt und vor allem ihre Liebe zu Fahrrädern entdeckt hat. Alle Versuche väterlicherseits sie auszubremsen scheitern … Felicitas geht ihren Weg!

Immer wieder bin ich als Frau geradezu erschüttert, wenn ich lese, wie eingeschränkt man als Frau im 19. und auch noch weit ins 20. Jahrhundert war. Umso mehr hat es mich beim Lesen gefreut, dass es schon immer solche Frauen gab, die sich nicht unterkriegen ließen. Gut, hier mag Felicitas geholfen haben, dass sie aus reichem Haus kommt und so doch wenigstens nicht um ihren Lebensunterhalt bangen muss. Dennoch gehörte damals viel dazu aufzubegehren!

Mit ihrer Fabrikantentochter hat die wundervolle Autorin Hanna Caspian eine Figur geschaffen, die sehr sympathisch rüberkommt und mir somit die Lektüre zum Genuss machte. Ich habe zudem wieder viel Wissen aus dem Roman gezogen, das einige persönliche Lücken auffüllen konnte. Von mir gibt es für „Im Takt der Freiheit“ ganz solide vier von fünf Sternen verbunden mit einer Empfehlung an all diejenigen, die historische Romane genauso lieben wie ich.

Veröffentlicht am 01.07.2025

Tortenbäckerin und Blumenduft ...

Mord im Hotel Sacher
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Mich fasziniert ja immer wieder, dass die Autorin Beate Maxian mich an all die schönen Orte in Wien mitnimmt, die mir so gut gefallen. Ich liebe es und muss deshalb immer wieder den nächsten und den nächsten ...

Mich fasziniert ja immer wieder, dass die Autorin Beate Maxian mich an all die schönen Orte in Wien mitnimmt, die mir so gut gefallen. Ich liebe es und muss deshalb immer wieder den nächsten und den nächsten und den nächsten Band in die Hand nehmen. „Mord im Hotel Sacher“ ist ja immerhin schon Teil neun der Reihe, mit allen Höhen und Tiefen.

Diesmal feiert Sarah, die als Journalistin beim Wiener Boten arbeitet, mit ihrer Familie ein Fest im berühmten Hotel Sacher, als ihr eine Frau auffällt, die sich irgendwie komisch benimmt. Ihr Gefühl trügt sie nicht, denn wenig später liegt diese tot auf der Damentoilette. Sarah wäre nicht Sarah, wenn sie nicht sofort einen neuen spannenden Fall wittern und anfangen würde Nachforschungen anzustellen. Die Tote entpuppt sich als Konditorin, die die schönsten, wenn auch oft etwas eigenwilligen Torten kreiert. Ihr Chef und Liebhaber rückt schnell ins Visier der Polizei, die sich schon am Ziel ihrer Ermittlungen glaubt. Doch so einfach ist das für Sarah nicht, sie gräbt tiefer …

Auch in diesem Teil kommen natürlich tief verwurzelter Aberglaube verbunden mit allerlei Rätseln nicht zu kurz und die Ermittlungen gemeinsam mit Kommissar Stein sind in Teilen durchaus spannend. Dennoch schafft es Beate Maxian diesmal nicht, den Spannungsbogen durchgehend aufrecht zu halten, so dass der Krimi ein wenig vor sich hinplätschert. Anstehende private Veränderungen lassen den Leser auf den nächsten Band fiebern und so kann man auch einen etwas ruhigeren Teil zwischendurch gut verkraften. Von mir gibt es diesmal drei von fünf Sternen verbunden mit beim Lesen gewonnenem Appetit auf ein Stück Sachertorte. Bei jedem Band dieser Reihe, den ich beende, sage ich mir, eine erneute Reise nach Wien ist wirklich überfällig!

Veröffentlicht am 30.06.2025

Eine Reise in die Vergangenheit, die es in sich hat ...

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
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Ich bin zwar in Hamburg geboren, doch die meistens Geschichten um diese wunderbare Stadt kenne ich von meinen Eltern, da wir wegzogen, als ich noch ein kleines Mädchen war. Dennoch werde ich mich dieser ...

Ich bin zwar in Hamburg geboren, doch die meistens Geschichten um diese wunderbare Stadt kenne ich von meinen Eltern, da wir wegzogen, als ich noch ein kleines Mädchen war. Dennoch werde ich mich dieser Stadt immer verbunden fühlen und freue mich deshalb doppelt, dass ich das Hamburg, wie es vor über hundert Jahren war, gemeinsam mit der großartigen Autorin Henrike Engel erkunden darf.

Die Hauptcharaktere Louise, Ella und Paul haben alle ihr eigenes Päckchen zu tragen. Louise verliebt sich und heiratet gegen den ausdrücklichen Willen ihrer Eltern einen Hochstapler und Betrüger, der sie auch noch um ihr letztes bisschen Geld bringt. Als er verschwindet, muss sie mittellos ihren eigenen Weg finden. Die arme Ella wird von ihren Eltern verkauft und muss sich als Prostituierte durchschlagen, bis ihr die Flucht gelingt. Schließlich ist da noch Paul, der immer Polizist mit Leidenschaft war, und nur schwer mit der Tatsache zurechtkommt, dass er aufgrund des Verlustes seines Arms seinen geliebten Beruf nicht mehr ausüben kann. Drei Schicksale, die die Drei verbinden und sie für ihr neues Leben kämpfen lassen. Als sie schließlich in einen Mordfall verwickelt werden, steigt die Spannung mit jeder Seite ...

Wie schon in ihrer „Hafenärztin Trilogie“ schafft es Henrike Engel auch diesmal ihre Leser zu fesseln. Bildgewaltig zeichnet sie ein Porträt nicht nur der Menschen auf dem Kiez, sondern vermittelt auch die düsteren und oft ärmlichen Zustände in Hamburg im Jahr 1913. Die tiefen Einblicke in die menschlichen Abgründe der Gesellschaft verwebt die Autorin geschickt in einer Geschichte die dennoch auch Mut und Erfolge widerspiegelt. Mir waren Louise, Ella und Paul schnell ans Herz gewachsen und so vergebe ich sehr gerne mit fünf Hamburger Sternen die Bestnote. Ich freue mich schon auf den nächsten Band, um das Trio wiedersehen zu dürfen.

Veröffentlicht am 12.06.2025

Zwei Frauen kämpfen für ihre Rechte ...

Die Akte Schneeweiß
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Wie man es von Felicitas Fuchs, vielen auch bekannt als Carla Berling, gewohnt ist, sind ihre Bücher ein Garant für gute und oft sehr spannende Unterhaltung. Neben Kriminalromanen und Romanen, die einen ...

Wie man es von Felicitas Fuchs, vielen auch bekannt als Carla Berling, gewohnt ist, sind ihre Bücher ein Garant für gute und oft sehr spannende Unterhaltung. Neben Kriminalromanen und Romanen, die einen ganz bestimmten Sinn für Humor enthalten, wagt sie immer wieder auch an Geschichten aus dem realen Leben und hat mit „Die Akte Schneeweiß“ einen sehr persönlichen Roman geschrieben, dessen Inhalt auf einer wahren Begebenheit basiert. Zunächst ist nicht klar, wie das Schicksal von Katja Schilling in den 60er Jahren und das von Mathilde Schneeweiß in den 30er Jahre des vorherigen Jahrhunderts zusammenhängen.

Wir lernen die 14jährige Katja kennen, die in jungen Jahren schon weiß, wie sie ihre Zukunft gestalten will. Sie will sich ihren Traum erfüllen zu studieren, um Ärztin zu werden. Bei ihren Eltern beißt sie trotz ihres beeindruckenden Notendurchschnitts damit auf Granit. Ihre jüngere Schwester Heidi kann sich hingegen niemals vorstellen so lange die Schulbank zu drücken. Sie will sich schick machen, ausgehen, flirten … lediglich der Großvater versteht die ehrgeizige Katja und steht hinter ihr. Doch diese Unterstützung bricht schlagartig weg, als dieser von jetzt auf gleich von der Bildfläche verschwindet. Er wird fortan tot geschwiegen fast so, als hätte es ihn nie gegeben. Doch so einfach gibt Katja nicht auf. Nach vielen Jahren gelangt sie schließlich einem Geheimnis auf die Spur, die eine junge Frau namens Mathilde Schneeweiß zu tage führt. Sie gibt ihr ein großes Rätsel auf. Wer war sie, was trieb sie an und warum musste sie so jung sterben?

Die Autorin schafft es auf fesselnde Weise die Lebensgeschichten der beiden mutigen Frauen zu einem großen Ganzen zu verweben. Man fragt sich beim Lesen, was sich – außer der Sorge um Leib und Leben – in den Jahren zwischen dem Tod Mathildes und dem Leben Katjas verändert haben soll. Noch immer müssen Frauen um ihre Rechte kämpfen und noch immer haben die Männer die Oberhand. Doch einen kleinen Meilenstein haben sowohl Katja als auch Mathilde geschaffen und ich fühle mich dankbar, dass ich sie dabei lesenderweise begleiten durfte. Von mir gibt es dafür 4,5 von 5 Sternen und natürlich eine von Herzen kommende Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Was ist das Motiv? Wie wählt er seine Opfer?

Der Totenarzt (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 13)
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Bei diesem Buch möchte ich gleich vorausschicken, dass es definitiv nichts für zartbesaitete Seelen ist. An mehr als einer Stelle musste ich beim Lesen schlucken und durfte mir gar nicht so genau ausmalen, ...

Bei diesem Buch möchte ich gleich vorausschicken, dass es definitiv nichts für zartbesaitete Seelen ist. An mehr als einer Stelle musste ich beim Lesen schlucken und durfte mir gar nicht so genau ausmalen, was da gerade vonstattenging. Puh, heftig! Aber nun kurz zum Inhalt … durch einen Zufall, bzw. die Hartnäckigkeit einer ehrgeizigen Medizinstudentin stößt man auf einen Todesfall, der zwar wie ein Unfall aussieht aber schließlich einen Mordverdacht bestätigt. Da es sich um ein äußerst brutales Verbrechen handelt, kommen die beiden Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia vom LAPD ins Spiel. Beide sind auf besonders grausame Vergehen spezialisiert und in diesem Fall goldrichtig. Schnell beginnen sie zu kombinieren, denn ihnen ist mindestens ein weiterer Fall im Gedächtnis, der ähnlich gelagert ist. Gibt es einen Zusammenhang und sind sie eventuell einem Serienmörder auf der Spur? Doch nach welchem Schema geht der Täter vor? Nach welchen Kriterien wählt er seine Opfer aus? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt und die Köpfe der beiden beginnen bald zu rauchen. Können sie dem gnadenlosen Killer das Handwerk legen bevor noch weitere Morde geschehen?

Zu behaupten, dass das Hörbuch meinem Mann und mir die Zeit während einer langen Autofahrt „versüßt“ hat, wäre vielleicht falsch ausgedrückt. Aber es hielt uns definitiv in Atem, die Zeit flog nur so dahin und der gelegentliche kleine Stau kam zwischendurch direkt gelegen – mehr Hörzeit! Mit seiner inzwischen dreizehnten Band der Reihe rund um die beiden Detectives hat Chris Carter mal wieder eine Punktlandung hingelegt. Durch viele falsche Fährten und immer mit der Andeutung es könne tatsächlich noch weitere Opfer geben, hält der Autor den Spannungsbogen stetig hoch. Das - wie schon in den Vorgängerbänden - gut gelöste Ende lässt auf weitere Teile hoffen. Ich behalte das auf jeden Fall im Auge, vergebe aber für „Der Totenarzt“ zwischenzeitlich sehr gerne fünf verdiente Sterne. Sollte ich die Neugier bei dem ein oder anderen geweckt haben, empfehle ich die Reihe mit Band eins zu beginnen und die Reihenfolge einzuhalten. Während die Fälle alle in sich abgeschlossen sind, würde einem sonst doch etwas von der persönlichen Weiterentwicklung der Charaktere verloren gehen.

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