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Veröffentlicht am 13.02.2026

Was muss ein Kind erleiden?

Shuggie Bain
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„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart übersetzt von Sophie Zeitz

Glasgow. 1980er Jahre. Shuggie ein sensibles & träumerisches Kind, geboren in einer Arbeiterfamilie. Agnes, die Mutter, Alkoholikerin, wird ...

„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart übersetzt von Sophie Zeitz

Glasgow. 1980er Jahre. Shuggie ein sensibles & träumerisches Kind, geboren in einer Arbeiterfamilie. Agnes, die Mutter, Alkoholikerin, wird verführt. Shug, der Vater, Taxifahrer, hat wechselnde Frauen. Weil Shug will, ziehen sie um, nur Shug wird nicht ins gemeinsame Haus einziehen. Wie geht es weiter?

„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart war sein Debütroman, in 40 Sprachen übersetzt & der Gewinner des Booker Prize 2020.

Was muss ein Kind erleiden? Die Mutter Alkoholikerin & enttäuscht von Männern. Prostitution, um Geld zu verdienen. Alkohol ist wichtiger, alles verkommt & die Fassade muss aufrecht erhalten bleiben (Luxuskleider, Make-up) & keine Unterstützung von außen annehmen. Sex & Alkohol sind Zeichen der Hilflosigkeit. Aus dieser kämpft sie sich zurück. Ist Teilnehmer bei den Anonymen Alkoholiker wird trocken & bis sie an einem neuen Partner gerät.

Shuggie ist der Leidtragende & Kämpfer im Buch. Er wird mit allen alleingelassen. Sobald die Geschwister volljährig sind, verlassen sie das Elternhaus. Shuggie wird schneller erwachsen als ein Kind es werden will. In der Schule erhält er keine Unterstützung, Mobbing gehört zum Alltag. Shuggie weiß um seine Homosexualität & öffnet seinen Bademantel gegenüber einem Säufer. Lässt sich somit Geld verdienen?

„Shuggie Bain“ ist ein hartes, emotionales & raues Buch. Schonungslos erzählt. Es ist ein bedrückender Roman der unter die Haut geht. Negative Auswirkungen der britischen Stahl- & Kohleindustrie nehmen zu, Arbeitslosenzahlen steigen, dies sind Themen die unterschwellig mitspielen. Keine Freude am Leben, Ernst, Trost & humorlos ist die Welt. Gibt es ein Happy End? Ich frage mich: Kann der Tod ein Befreiuungsschlag sein oder überwiegt die Trauer? „Shuggie Bain“ ist u.a. ein Portrait einer Alkoholikerin. Als Leser*in will man Shuggie & Agnes Hilfe leisten, aber leider können wir es nicht.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Der 10. Fall und Eberhofer Dienstjubiläum

Guglhupfgeschwader
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Niederkaltenkirchen. 10 Jahre Eberhofer, 10-jähriges Dienstjubiläum, der Verkehrskreisl wird nach Franz benannt. Der Birkenberger ist sauer, dass ihm keine Beachtung geschenkt wird. Statt zu feiern, ruft ...

Niederkaltenkirchen. 10 Jahre Eberhofer, 10-jähriges Dienstjubiläum, der Verkehrskreisl wird nach Franz benannt. Der Birkenberger ist sauer, dass ihm keine Beachtung geschenkt wird. Statt zu feiern, ruft der Lotto-Otto um Hilfe, er hat Spielschulden. Er & seine Mutter werden bedroht. Kurze Zeit später fliegt der Lottoladen in die Luft. Eine Leiche wird gefunden. Das Dreamteam ist am Start.

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Was soll man schreiben. Eine Kultbuchreihe ist am Start. Schon seit dem 1.Fall ist mir der Eberhofen & Birkenberger ans Herz gewachsen. Unglaublich, schon der 10. Fall wie die Zeit vergeht. Der Dorfgendarm Franz ist Vater, lebt mit seiner Susi im „Saustall“ & sein Bruder Leopold wartet nur darauf, dass seine Frau zurückkommt. Die Oma bäckt fleißig Gugelhupf der schneller verputzt ist, wie Franz selbst ein Stück abbekommt.
Abseits der Eberhoferfamilie muss Franz sich beweisen, ob auf dem Fußballplatz, wo sich die Väter über Buengo, ein schwarzer Fussballtrainer der die Kinder trainiert, beschweren oder mit Rudi’s neuer Freundin.
Die Suche nach dem Mörder rutscht aufgrund des Dienstjubiläums dabei in den Hintergrund mit Unterstützung von Richter Moratschek überführen Franz & Rudi ihn letztendlich.
Der Provinzkrimi ist wieder ein humorvolles, unterhaltsames Buch, welches ich gern mal zwischendurch lese. Der Fall ist klar strukturiert & schlüssig. Die Entwicklung der einzelnen Charakteren mit ihren Problemen & Herausforderungen sind ebenso toll zu erfahren & mit zu fiebern wie es mit ihnen weitergehen wird. Der Titel des Buches ist der heimliche Star des Krimis. Eine etwas andere Leseempfehlung & alle Fälle ein Krimi zum Lachen. Ich lese die Teile der Reihe nicht unbedingt in Reihenfolge.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Was für eine Story!

An Rändern
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Küste Flandern. Ein junger Mann kehrt nach vielen Jahren in seine Heimat zurück. Alte & traumatisierende Erinnerungen holen ihn ein. Die seelischen & körperlichen Misshandlungen seiner Mutter sind allgegenwärtig. ...

Küste Flandern. Ein junger Mann kehrt nach vielen Jahren in seine Heimat zurück. Alte & traumatisierende Erinnerungen holen ihn ein. Die seelischen & körperlichen Misshandlungen seiner Mutter sind allgegenwärtig. Dort trifft er auch einen besonderen Menschen, seine 1. große Liebe.

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Die Beerdigung der Mutter ist vorüber. Als Leser
in muss es schlimm klingen, bei der Beisetzung nicht dabei zu sein, nach dem Roman sieht man es (vielleicht) anders. Die Mutter, Alkoholikerin, missbrauchte ihren eigenen Sohn, körperlich als auch seelisch. Liebe & Gefühle seitens der Mutter Fehlanzeige, Gewalt ist vorhanden.

Ein anderes Thema ist die Identifikation der eigenen Sexualität. In seiner Jugendzeit wird er Opfer von Vergewaltigung. Er lernt ein Mann kennen, die 1.große Liebe. Bei ihm findet er Zärtlichkeit & Nähe. Beide haben nicht daran gedacht, dass sie sich nach den Jahren wiedersehen. Die schönen Erinnerungen & Gefühle kehren zurück. Was ist aus beiden geworden? Was beide wissen sobald einer geht, geht er für immer…

Der Roman switcht zwischen der Vergangenheit & Gegenwart. Tijssens schreibt in der ICH-Form, manchmal in der DU-Form, versucht er dann die Story auf Distanz zu halten? Eine düstere Atmosphäre herrscht & wenig Luft zum Atmen bleibt. Auf wenigen Seiten, die keine Seitenzahlen besitzen, schafft er eine aufwühlende & tiefgründige Lektüre. Eine schnörkellose Sprache, voller Emotionen. Hoffnung gibt der Roman das im Heute vieles besser ist. Der Titel beschreibt die Typografie, an den oberen Rand ist der Text gedrängt. Intensive Melancholie gepaart mit Hoffnung ist ein Roman der lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Viele Geschichte - 1 Gemeinsamkeit

Der stille Freund
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Wien, Kapstadt, Berlin oder Rom. Dort spielen die Kurzgeschichten. Jede Geschichte ein anderes Thema u.a. berichten sie über Liebe, Kunst, Musik oder Tod. Berühmte Persönlichkeiten lernen die Lesenden ...

Wien, Kapstadt, Berlin oder Rom. Dort spielen die Kurzgeschichten. Jede Geschichte ein anderes Thema u.a. berichten sie über Liebe, Kunst, Musik oder Tod. Berühmte Persönlichkeiten lernen die Lesenden kennen. Wie verändert sich das Leben über die Jahre?

Nach langer Zeit habe ich wieder einmal einen Schirach gelesen.

Wer ist der stille Freund? Diese Frage hat mich beim Lesen lange beschäftigt. Ich war auf der falschen Fährte. Zufälligerweise oder bewusst heißt das 1.Kapitel, wie der Titel des Buches. Somit war ich irritiert. Lange dachte ich, der stille Freund ist ein Mensch, wir begleiten ihn durch den Roman & lernen sein Leben/Begegnungen kennen. Jedoch wird der stille Freund in jeder Geschichte neu erfunden. Ist er beobachtend? Ist er passiv aktiv? Ist Schirach selbst der stille Freund, er erzählt von seinen Begegnungen/Zufällen & ist ein guter Zuhörer, der oft im Hintergrund sich aufhält.

In dem Buch & durch die Kurzgeschichten & Erzählungen erfahren die Lesenden viele Informationen über seine Vergangenheit/Studienzeit, aber auch über die Gegenwart. Er begegnet berühmte Menschen u.a. Adolf Loos, Egon Friedell oder Gottfried von Cramm. Über alle 3 habe ich neue Informationen erhalten & fand seine Geschichten interessant.
Auffallend ist, dass Frauen in den Episoden eine wesentliche Rolle spielen. Sie werden oft wie Göttinnen verehrt. Jedoch wird auch deren Schattenseite dargestellt. Auf Marcel Proust wird öfters referenziert & deren Stil angepasst.

Schirach ist Strafverteidiger, aber auch ein Kunstliebhaber, daher ist es nicht weit, dass u.a. Musik, Geschichte, Jura thematisiert wird. Er hat kurzweilige & in sich abgeschlossene Storys geschrieben. Jede Erzählung stellt eine Verbindung zum Buch & dem stillen Freund her. Sie laden aufgrund des nüchternen Schreibstils ein zum Nachdenken & gehen mitunter unter die Haut.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

schöner, poetischer Start in das Lesejahr 2026

Mathilde und Marie
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Redu. Ein Bücherdorf mit 390 Einwohner. Jónína, Isländerin, betreibt eine Buchhandlung. Die Französin Marie flüchtet aus Paris durch Zufall landet sie in Redu Ruhe. Jónína gibt Einblicke in den Alltag ...

Redu. Ein Bücherdorf mit 390 Einwohner. Jónína, Isländerin, betreibt eine Buchhandlung. Die Französin Marie flüchtet aus Paris durch Zufall landet sie in Redu Ruhe. Jónína gibt Einblicke in den Alltag einer Buchhändlerin. In einer Nacht verschwindet Jónína. Marie soll für ihre Abwesenheit die Buchhandlung übernehmen. Die Frage ist wer ist Mathilde?

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Wer ist Mathilde? Die Frage wird sich gestellt. Im 1. Teil des Buches taucht sie nicht auf. Das finde ich sehr interessant & macht Lust am Weiterlesen. Später stellt sich die Frage, in welcher Beziehung stehen Mathilde & Marie. Die knausrige Nachbarin taut nach & nach auf & hat ein warmes Herz. Wie es ausgeht, ein Buch mit Happy End?

Redu ist ein Ort, wo jede
r die Auszeit von Lärm, Technik & sozialen Medien erhält. Stille & Entschleunigung stehen im Mittelpunkt. Pro Tag steht 1 Stunde Internet zur Verfügung. Marie, die neu in das Dorf kommt, mag es am Anfang befremdlich sein, aber sie findet sich schnell im Ort ein. Da auch die Bewohner nahbar sind & sich gegenseitig unterstützen. Diese Unterstützung/Zusammenarbeit im Team nimmt leider (stellenweise) in der Gesellschaft ab. Solidarität/Teamwork ist ein wichtiger Bestandteil in diesem Buch.

Während des Lesens wünscht man sich durch den Ort/Gassen/Geschäften zu schlendern & die Menschen zu treffen. Gut das Woywod die Inspiration an einem realen Ort gefunden hat.

Woywod Schreibstil ist sehr bildhaft, stellenweise peotisch, leider mitunter auch kitschig. Naturbeschreibungen werden gut beschrieben, manche Passagen sind langatmig & wiederholen sich, dadurch verliert der Roman an Handlung. Die Kapitel werden aus den Sichten von Jónína, Marie & Mathilde erzählt & dies bringt Abwechslung mit sich. Mathilde wird über Tagebucheinträge in dem Roman eingeführt. Diese Idee ist ein anderer Ansatz, welcher eine gute Unterhaltung ist & sehr den Charakter unterstreicht.

Es ist ein Roman, um den Alltag zu entschwinden, perfekt für die kalte Jahreszeit mit einer sinnlichen Sprache & liebenswerter Menschen.
Das Cover spiegelt den Inhalt des Romans wider, es ist schlicht & einfach.

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