Cover-Bild Shuggie Bain
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Piper
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 496
  • Ersterscheinung: 23.02.2023
  • ISBN: 9783492317924
Douglas Stuart

Shuggie Bain

Roman | Booker Preis 2020
Sophie Zeitz (Übersetzer)

»Shuggie Bain hat mein Herz gestohlen.« Berardine Evaristo

Shuggie ist anders, zart, fantasievoll und feminin, und das ausgerechnet in der Tristesse und Armut einer Arbeiterfamilie im Glasgow der 80er-Jahre. Sein Herz gehört der Mutter, Agnes, die ihn versteht und der grauen Welt energisch ihre Schönheit entgegensetzt, Trost jedoch immer mehr im Alkohol sucht. Sie zu retten ist Shuggies Mission, eine Aufgabe, die er mit absoluter Hingabe Jahr um Jahr erfüllt, bis er schließlich daran scheitern muss. Ein großer Roman über das Elend der Armut und die Beharrlichkeit der Liebe, tieftraurig und zugleich von ergreifender Zärtlichkeit.

»Eine Milieustudie, die unter die Haut geht.« ZDF aspekte

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2026

Was muss ein Kind erleiden?

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„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart übersetzt von Sophie Zeitz

Glasgow. 1980er Jahre. Shuggie ein sensibles & träumerisches Kind, geboren in einer Arbeiterfamilie. Agnes, die Mutter, Alkoholikerin, wird ...

„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart übersetzt von Sophie Zeitz

Glasgow. 1980er Jahre. Shuggie ein sensibles & träumerisches Kind, geboren in einer Arbeiterfamilie. Agnes, die Mutter, Alkoholikerin, wird verführt. Shug, der Vater, Taxifahrer, hat wechselnde Frauen. Weil Shug will, ziehen sie um, nur Shug wird nicht ins gemeinsame Haus einziehen. Wie geht es weiter?

„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart war sein Debütroman, in 40 Sprachen übersetzt & der Gewinner des Booker Prize 2020.

Was muss ein Kind erleiden? Die Mutter Alkoholikerin & enttäuscht von Männern. Prostitution, um Geld zu verdienen. Alkohol ist wichtiger, alles verkommt & die Fassade muss aufrecht erhalten bleiben (Luxuskleider, Make-up) & keine Unterstützung von außen annehmen. Sex & Alkohol sind Zeichen der Hilflosigkeit. Aus dieser kämpft sie sich zurück. Ist Teilnehmer bei den Anonymen Alkoholiker wird trocken & bis sie an einem neuen Partner gerät.

Shuggie ist der Leidtragende & Kämpfer im Buch. Er wird mit allen alleingelassen. Sobald die Geschwister volljährig sind, verlassen sie das Elternhaus. Shuggie wird schneller erwachsen als ein Kind es werden will. In der Schule erhält er keine Unterstützung, Mobbing gehört zum Alltag. Shuggie weiß um seine Homosexualität & öffnet seinen Bademantel gegenüber einem Säufer. Lässt sich somit Geld verdienen?

„Shuggie Bain“ ist ein hartes, emotionales & raues Buch. Schonungslos erzählt. Es ist ein bedrückender Roman der unter die Haut geht. Negative Auswirkungen der britischen Stahl- & Kohleindustrie nehmen zu, Arbeitslosenzahlen steigen, dies sind Themen die unterschwellig mitspielen. Keine Freude am Leben, Ernst, Trost & humorlos ist die Welt. Gibt es ein Happy End? Ich frage mich: Kann der Tod ein Befreiuungsschlag sein oder überwiegt die Trauer? „Shuggie Bain“ ist u.a. ein Portrait einer Alkoholikerin. Als Leser*in will man Shuggie & Agnes Hilfe leisten, aber leider können wir es nicht.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Schmerzhaft zu lesen und so bewegend

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Es gibt Bücher, die werden für immer bleiben, weil sie uns so tief treffen, dass wir sie nicht vergessen können. So eines ist „Shuggie Bain“ für mich.
Inhaltlich nur kurz, da es bereits 2023 erschienen ...

Es gibt Bücher, die werden für immer bleiben, weil sie uns so tief treffen, dass wir sie nicht vergessen können. So eines ist „Shuggie Bain“ für mich.
Inhaltlich nur kurz, da es bereits 2023 erschienen und somit bekannt sein dürfte. Es spielt Ende der 1980ger /Anfang der 1990ger in Glasgow und geht vor allem um Shuggie und seine Mutter Agnes. Sie leben, anfänglich noch mit Shuggies Geschwistern, in einer Arbeitersiedlung am Rande des Existenzminimums und Agnes ist alkoholabhängig. Wie werden der Alltag und das Leben für ein Kind mit diesen Voraussetzungen aussehen?
Dieses Buch beschönigt nichts und beschreibt die furchtbare Ausweglosigkeit dieser Familie so authentisch, dass es beim Lesen nur schwer auszuhalten ist. Immer wieder habe ich es auf die Seite gelegt und eine Pause gebraucht, zu deprimierend und hilflos habe ich mich beim Lesen gefühlt.
Douglas Stuart schreibt großartig. Ihm gelingt es in den kleinsten Sätzen so viel Aussagekraft zu packen, dass jede Situation glasklar vor meinem inneren Auge steht. Die schrecklichen ebenso wie die zarten, emotionalen und liebevollen. Denn auch diese Szenen gibt es. Die Liebe, die Shuggie für seine Mutter fühlt geht unter die Haut, ebenso wie Agnes Versuche immer wieder das Richtige für ihre Kinder zu tun.
Diese Geschichte veranschaulicht so unfassbar gut die prekäre Situation, der die betroffenen Personen ausgesetzt sind und wie chancenlos es quasi ist, dort wieder einen Weg heraus zu finden.
Für mich bewegendes und erschütterndes Highlight. Für alle, die sich dem gewachsen fühlen, eine absolute Empfehlung.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Tiefergreifend

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Der Roman wird uns aus der Perspektive eines Kindes namens Hugh oder nur Shuggie gezeigt. Eines Kindes, das seine Mutter Agnes liebt und alles für sie tut, damit sie glücklich wird. Meistens braucht Agnes ...

Der Roman wird uns aus der Perspektive eines Kindes namens Hugh oder nur Shuggie gezeigt. Eines Kindes, das seine Mutter Agnes liebt und alles für sie tut, damit sie glücklich wird. Meistens braucht Agnes dafür nur Alkohol. Für alles andere gibt es kein Geld mehr. Nicht mal fürs Essen. Shuggie ist das jüngste Kind, er beobachtet, wie seine Geschwister Familie verlassen und danach sich nie melden. Es gibt keinen Ausweg, es kommt keine Hilfe. Und das ist das Tragische in diesem Roman, der uns schmerzlich die Wahrheit mancher Familien zeigt. Denn es gibt ja solche Familien.
Während Shuggie älter wird, ändert er nie seine Meinung bezüglich Agnes. Er wächst im Glauben auf, dass wenn er brav bleibt, muss seine Mutter nicht mehr trinken. Sein Platz ist immer bei ihr. Er kann sie nicht allein lassen. Und er hofft auf die bessere Zukunft, weil Hoffnung das einzige ist, was er hat. Ohne Hoffnung würde er schon längst aufgeben.
Stuart beschreibt in seinem Roman eine besondere Mutter-Sohn-Beziehung, grausame Kindheit und Brutalität der Menschen. Kein Wunder, dass das Buch mit Booker Preis ausgezeichnet wurde. Denn „Shuggie Bain“ ist ein einzigartiger und tiefgreifender Roman über gestörte Familie, der nicht für jeden geeignet ist aufgrund schwerer Thematik.

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Veröffentlicht am 27.02.2024

Highlight

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Glasgow, in den 80er Jahren: Shuggie Bain, Lieblingskind von Agnes, der Trinkerin, wächst hier im Arbeiterviertel in Armut auf. Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit prägen das Leben der Arbeiter in ...

Glasgow, in den 80er Jahren: Shuggie Bain, Lieblingskind von Agnes, der Trinkerin, wächst hier im Arbeiterviertel in Armut auf. Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit prägen das Leben der Arbeiter in Glasgow. Huggies Vater hat schon lange die Flucht ergriffen: Anfänglich von Agnes Schönheit geblendet, hat er längst begriffen, dass er ihr nicht helfen kann. Unterhalt zahlt er nicht - und so landen Agnes, ihre zwei Kinder aus erster Ehe und dem gemeinsamen Kind Shuggie in der Sozialwohnungssiedlung. Agnes versäuft das Geld von der Stütze am ersten Tag nach Erhalt und für Essen bleibt den Kindern nichts mehr. Wenn das Geld alle ist, macht Agnes sich schön, pflegt sich, zieht ihren schönen Pelz aus alten Tagen an (der Pfandleiher wollte den nicht haben) und macht sich auf dem Weg um einen Mann zu suchen, der ihr einen Drink spendiert.
Shuggies ältere Geschwister Kath und Leek ziehen aus, und so ist es an Shuggie sich um seine Mutter zu kümmern. Er, der anders ist als andere Jungs, feminin mit weichem Gang, versucht auf seine Mutter aufzupassen. Er schwänzt die Schule, beschützt sie vor aufdringlichen Männern die an die Tür klopfen, wischt ihr Erbrochenes auf und bringt sie ins Bett. Doch Shuggie gibt nicht auf: Das Wohlbefinden seiner Mutter ist für Ihn das erste Gebot…

Es ist ein Buch über bedingungslose Liebe, Sucht und Abhängigkeit und deren Auswirkungen auf alle Familienmitglieder.

Shuggie Bain ist der Romandebüt von Douglas Stuart, der hier die eigene Geschichte seiner alkoholkranken Mutter erzählt, ausgezeichnet mit dem Booker Preis 2020.

Mir persönlich hat die tieftraurige Geschichte gut gefallen, lesenswert, aber nicht mein Lesehighlight des Jahres.

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Veröffentlicht am 28.06.2022

Großartig, berührend, zum Weinen schön

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Nach der Lektüre brauchte ich tatsächlich eine Pause und Abstand. Ich weiß nicht wo ich beginnen soll, vielleicht damit: Was für ein starkes Buch.
Aber gleich hinterher werfen muss ich die Wörter: Trostlosigkeit, ...

Nach der Lektüre brauchte ich tatsächlich eine Pause und Abstand. Ich weiß nicht wo ich beginnen soll, vielleicht damit: Was für ein starkes Buch.
Aber gleich hinterher werfen muss ich die Wörter: Trostlosigkeit, Versagen, Hoffnungslosigkeit und ... was auch immer an pessimistischen Ausdrücken noch zur Verfügung steht.
Nicht mal "Ein wenig Leben" hat mich so runtergezogen wie dieses Buch, vielleicht weil für mich die Probleme hier weniger abstrakt waren.
Wir befinden uns in den frühen 80er Jahren in Schottland, Arbeitslosigkeit und Alkoholismus wohin man nur sieht. Und wir werden konfrontiert mit einer sitzengelassenen Mutter, die zwar schön aber alkoholkrank ist, mit ihren zwei fast erwachsenen Kindern und einem noch sehr kleinen Sohn.
Beim Lesen möchte man manchmal gerne wegsehen oder heftig den Kopf schütteln und "Nein" schreien. Es ist das Deprimierendste das ich seit "Die Asche meiner Mutter" gelesen habe, aber so lesenswert.

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