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Veröffentlicht am 30.05.2026

Die Heidestraße erzählt

Die Straße
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Heidestraße. Eine gewöhnliche Straße. Ein Antiquariat eröffnet. Es gibt weitere Läden, eine Metzgerei, Bäckerei oder Gastwirtschaft. Ein Straßenfest im November wird geplant. Sie hat viel erlebt & kann ...

Heidestraße. Eine gewöhnliche Straße. Ein Antiquariat eröffnet. Es gibt weitere Läden, eine Metzgerei, Bäckerei oder Gastwirtschaft. Ein Straßenfest im November wird geplant. Sie hat viel erlebt & kann Geschichten erzählen. Hören wir der Straße zu.

„Die Straße“ von Robert Seethaler, spontaner Umzug in eine außergewöhnliche Gesellschaft.

Menschen leben nun mal zusammen. Ob sie wollen oder nicht. Tür an Tür, Haus an Haus. Jede Straße hat ihr eigenes Flair. Nachbarn kann man sich bedingt aussuchen & was auf der Straße geschieht, wird von Ereignissen beeinflusst. Verbrechen, Brände, Straßenfeste gehören dazu. Wenn eine Straße reden könnte, sie hätte viel zu erzählen. Jedoch verändert sie sich & das muss auch die Straße erfahren. Ein Stadtentwicklungsprojekt soll starten & die Bewohner werden aus der Straße verdrängt.

Wer sind die Menschen die in der Straße wohnen? Paare, Jugendliche, Obdachlose. Welche Sorgen, Träume, Ängste, Sehnsüchte haben die Bewohner? Es gibt zahlreiche Einblicke & verfolgen die Gespräche mit. Sprunghaft begleiten wir sie.

Seethaler hat ein umfangreiches Bild einer Straße geschaffen. Er gibt Eckpunkte wie sie ausschaut. Es gibt keinen klassischen Handlungsstrang. Perspektiv- & Szenenwechsel gibt es viele. Mitunter sehr sprunghaft, ob von den Protagonisten selbst oder was auf der Straße geschieht, dies kann überfordernd sein. Stellenweise wirkt es verwirrend, aber als Gesamtbild ist es verständlich. Durch die Sprunghaftigkeit wird das Buch nicht langweilig. Es gibt keine Kapitel, nur Abschnitte die mitunter nicht aufeinander aufbauen. Trotzdem gibt es wiederkehrende Protagonisten, die einen Charakter einnehmen & geformt sind.

Ich habe schon einige Romane von Seethaler gelesen, dieser ist wieder einmal anders vor allem in der Erzählstruktur.

Als ich das Buch beendet habe stellte ich mir die Frage: Will ich in die Straße ziehen? Ich muss, leider mit „Nein“ antworten? Wie geht es Euch?

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Das Band zwischen Vater und Sohn

John of John
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Anfang 1990er Jahre. Hebriden Insel. John Calum MacLeod, ist der Sohn von John MacLeod, kurz genannt Cal. Auf der Insel ist Cal wieder John of John. Seine Rückkehr ist geplant. Zur Beruhigung ...


Anfang 1990er Jahre. Hebriden Insel. John Calum MacLeod, ist der Sohn von John MacLeod, kurz genannt Cal. Auf der Insel ist Cal wieder John of John. Seine Rückkehr ist geplant. Zur Beruhigung nimmt er 1 Ecstasy-Pille. Er wohnt in dem Haus bei seinem Vater & Oma; Ella. Cal wird wieder in den Alltag integriert. Schafe hüten & weben. Warum ist Cal zurückgekehrt?


Was bedeutet Herkunft? Kann man ihr entkommen? Edinburgh war eine Flucht. Cal ging auf eine Modeschule, ist schwul, trägt jetzt grüne Haare & nimmt Drogen. Er kehrt auf die fiktive Insel Falabay zurück. Cal ist für John eine Schande, jedoch nimmt er ihn bei sich auf. In welche Beziehung stehen sie zueinander?

Die Vater-Sohn Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt. Liebe, Geheimnisse & Identität sind die wesentlichen Bestandteile zwischen ihnen. Sie versuchen miteinander klar zukommen & nähern sich an. John ist gegenüber Cal oft handgreiflich. Ein unsichtbares Band hält sie zusammen. Wie der Webstuhl der für den Unterhalt sorgt.
Identität & Sexualität gehören nicht auf die Insel. Frau & Mann = Gottespaar. Schwulsein wird nicht akzeptiert & verstößt gegen das Weltbild. Cal ist schwul. John? Er trägt ein Geheimnis mit sich, welches im Laufe des Buches offenbart wird.

Stuart hat rein atmosphärisches, düsteres, emotionales Buch geschrieben & gibt wenig Hoffnung auf Besserung. In einem ungewöhnlichen Setting. Es gibt ein Blick auf Handwerk & Tradition. Die Personen kann man nicht mögen, am Ende des Romanes tuen sie mir leid. Ich verstehe warum Cal von der Insel wegwollte. Die Figuren sind sehr reif. Leichte Schmunzler sind zwischen den harten Worten vertreten. Beim Lesen bin ich durch die Seiten geflogen & zum Ende des Buches nimmt die Geschwindigkeit zu. Es liest sich gut, man bleibt an der Story, trotz der harten Sequenzen. Es ist ein Buch über eine Vater-Sohn Beziehung, Identität, Liebe, Sehnsucht & Zugehörigkeit. Am Ende war ich traurig, dass der Roman zu Ende war.


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Veröffentlicht am 04.05.2026

Wer trägt die Schuld?

Wer hat meinen Vater umgebracht
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Nordfranzösische Picardie. Das Ende ist der Anfang. Ich besuche dich wo du gerade wohnst. Der Vater ist ein französischer Arbeiter durch einen schweren Arbeitsunfall wird er zum Sozialfall. Das Haus wird ...

Nordfranzösische Picardie. Das Ende ist der Anfang. Ich besuche dich wo du gerade wohnst. Der Vater ist ein französischer Arbeiter durch einen schweren Arbeitsunfall wird er zum Sozialfall. Das Haus wird seine neue Heimat. Édouard Louis wohnt mit seiner Mutter zusammen. Es bleibt die Frage im Raum: Wer hat meinen Vater umgebracht?

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„Wer hat meinen Vater umgebracht“ von Édouard Louis ist das 3.Buch, welches an sein Debüt „Das Ende von Eddy“ anknüpft.

Dieser autobiographische Essay widmet sich dem Vater. Wie ergeht es einem gestandenen Mann der aufgrund eines Arbeitsunfalls nicht mehr arbeitsfähig ist & zu einem Sozialfall wird? Von nun an von französischen Sozialleistungen leben muss. Wie verändert es den Menschen? Wie sieht der Alltag aus? Gibt es Hoffnung auf ein besseres Leben & wer trägt die Schuld?

Der Vater ist ein Macho & Rassist gegenüber seinem schwulen Sohn. Er verachtet ihn. Verstößt ihn. Hasstiraden & Wutausbrüche vom Vater gegen seinen Sohn gehören zum Alltag. Der Sohn ist dem Vater der Häusliche Gewalt in der Kindheit & Jugend ausgesetzt. Wie finden die unterschiedlichen Charaktere zueinander? Sie entwickeln für ihre Positionen gegenseitiges Verständnis & gestehen ihre Liebe zueinander ein.

Louis hat eine Hommage an seinen Vater geschrieben. Rückblickend kann er die Ursachen der Wutausbrüche verstehen. Der Vater hat sich ein besseres Leben für sein Kind gewünscht als er es gehabt hat. Das Buch gibt zudem Einblicke in die Hilflosig-, Einsamkeit, Scham & Alkoholismus. Das Buch liest sich wie eine Anklage gegen die französische Politik & Politiker. Hätten sie die Verantwortung tragen müssen? Der Essay wird nicht chronologisch erzählt. Der Essay hat wenige Seiten & eine nüchterne Sprache. Ich bin an der Story drangeblieben & zudem einiges über die französische Politik gelernt. Interessant finde ich an wem Louis das Buch gewidmet hat. Am Ende braucht es eine ordentliche Revolution, sagt sein Vater. Wann & Wird sie kommen?

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Kennt Liebe eine Grenze?!

Das Ende der La-Ola-Welle
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Adrian Stahl, Profifußballer mit Carolina liiert, bekommt körperliche Beschwerden & geht zu Marko Landgraf in Behandlung. Am Anfang halten sie Distanz, später kommen sie sich näher. Sie verlieben sich ...

Adrian Stahl, Profifußballer mit Carolina liiert, bekommt körperliche Beschwerden & geht zu Marko Landgraf in Behandlung. Am Anfang halten sie Distanz, später kommen sie sich näher. Sie verlieben sich & müssen ihre Liebe dennoch verheimlichen. Wie geht es mit den beiden weiter?

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„Das Ende der La-Ola-Welle“ von Timo Vega ist ein queerer Roman der im Fußballmilieu spielt.

2 Männer verlieben sich. Was ist daran schlimm? Schlimm ist es, dass die beiden nicht öffentlich ihre Liebe zeigen können. Noch immer ist Schwulsein im Fußball verpönt. Marko wusste von Anfang an, dass er Männer liebt. Adrian ist mit einer Frau verheiratet & die Liebe entwickelt sich. Die Gefühlswelt der beiden ist unterschiedlich. Ist es ein neues Abenteuer, neue Erfahrungen? Wie fühlt es sich an, nochmal neu zu Verlieben? Warum können nicht beide Freisein & offen miteinander leben?

Ein Mensch im öffentlichen Leben, ist ein Vorbild, Idol. Jederzeit wird man mit Reaktionen konfrontiert. Wie geht die Mannschaft, Trainer, Verein oder Fans um. Im Team sollte man meinen sie sind loyal/unterstützend, aber wie schnell kann sich das Blatt wenden. Der Druck der auf einem lastet, wird unerträglich. Konfrontation mit Hass & Homophobie ist ab der Veröffentlichung präsent. Welchen Ausweg gibt es?

Vega hat einen sehr realitätsnahen, aktuellen Roman geschrieben. Fußball hat mich nie wirklich interessiert, hierbei liegt nicht das große Augenmerk. Durch die nicht lineare Geschichte, bringt der Roman viel Abwechslung beim Lesen. Es gibt Zeitsprünge, aber die Verfolgung der Story ist stets gegeben. Die Sprache ist einfach & mitreisend als Leser
in bleib ich am „Ball“. Es schwingt immer die Hoffnung mit, dass alles am Ende gut wird, aber wird es das? Hier kann man nicht spoilern. Es ist eine Story über Liebe, Identität & Selbstsuche. Kann Liebe eine Grenze gesetzt werden?

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Eine Obsession der Selbstoptimierung

Gym
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Das Mega Gym. Die ICH-Protagonistin bewirbt sich nicht mit ihren Erdnussflipbauch, sondern mit ihren Postschwangerschaftsbauch auf den Job. Ihr Chef, Ferhat, ein Frauenversteher stellt sie ein. Sie beginnt ...


Das Mega Gym. Die ICH-Protagonistin bewirbt sich nicht mit ihren Erdnussflipbauch, sondern mit ihren Postschwangerschaftsbauch auf den Job. Ihr Chef, Ferhat, ein Frauenversteher stellt sie ein. Sie beginnt am Tresen & mixt Proteinshakes. Arbeitet sich schnell ein. Wäre da nicht die Notlüge, denn ein Kind hat sie nie bekommen.


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„Gym“ von Verena Keßler spielt in einem ungewöhnlichen Setting & ist eine Muckibude für die Lachfalten.

Was für Auswirkungen kann eine Notlüge haben? Schneller gesagt als den Auswirkungen bewusst zu sein. Schneller ein Kind zu haben als schwanger gewesen zu sein, geschweige einen Erzeuger zu haben. Welchen Stress/Geldprobleme bringt die Notlüge ein. Milchpulver muss gekauft, Babysitter organisiert werden & die Leute wollen Fotos sehen. Nervig, aber was macht man nicht alles damit die Lüge nicht auffliegt. Wie heißt es: Lügen haben kurze Beine. Warum braucht die Protagonistin einen neuen Job? Das Ende eines „Satzes“ bringt Licht ins Dunkle.

Shakes mischen reicht nicht aus. Im Gym gibt es Vorbilder wie Swetlana oder Vicky. Muskelbepackt & sportlich. Genau so muss ICH aussehen. Die Entwicklung einer Sportsucht beginnt. Proteine, Proteine alles was Eiweiß enthält wird gegessen, am Besten im Rohzustand. Später kommen Steroide dazu. Warum tut man sich das an?
Keßler bringt ihre Protagonistin in den Rausch der Fitnessindustrie & dem Gefühl immer besser zu sein als andere. Das Individuum muss überleben & zeigt den Leistungsdruck von heute. Das Buch beginnt in der Realität & triftet in den Wahn ab. Er spielt mit Klischees. Die unterschiedlichen Beweggründe & Typen die ins Gym gehen dürfen nicht fehlen. Humor & Witz fehlen auf keinem Fall. Die Sprache ist leicht, rasant & ironisch. Teils werden Episoden angerissen, aber nicht zu Ende geführt. Was ist aus der anfänglichen Notlüge geworden. Ist jemand dahintergekommen?

Da ich selbst ins Gym gehe, sind Parallelen zum „echten Leben“ & zum Buch erkennbar. Der Aufbau des Buches in 3 Sätzen wirkt wie eine Sportübung & gab Anlass dies im Buddyread zu lesen.

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