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Veröffentlicht am 06.01.2026

Langwieriger Einstieg, Spannung kommt erst gegen Schluss

Oxen. Pilgrim
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Niels Oxen sucht nach seiner Gefangenschaft auf einer Pilgerreise Ruhe und Frieden. Dabei wird er auch von seinem Sohn begleitet und die beiden können endlich Zeit miteinander verbringen. Doch die Ruhe ...

Niels Oxen sucht nach seiner Gefangenschaft auf einer Pilgerreise Ruhe und Frieden. Dabei wird er auch von seinem Sohn begleitet und die beiden können endlich Zeit miteinander verbringen. Doch die Ruhe ist kurz, denn er wird von Axel Moosmann zusammen mit seiner Kollegin Margarethe Franck beauftragt, die Übergabe von geheimen Finanzdaten zu koordinieren und zu überwachen. Dies stellt sich als grosse Herausforderung heraus, da sie einige Feinde haben, welche ihnen das Leben schwer machen. Margarethe hatte zuvor noch an einem anderen Fall gearbeitet, doch die Ermittlungen wurden eingestellt und sie von ihren Aufgaben freigestellt. Doch es lässt ich alles keine Ruhe. Will hier jemand etwas verbergen und sie steht mit ihren Nachforschungen im Weg? Bei der Überwachung der Übergabe der Finanzdaten begeben sich die beiden selbst in grosse Gefahr und versuchen ihre Widersacher auszutricksen. Dabei werden sie von Sally einer Polizistin unterstützt. Die drei haben aber noch ein anderes grosses Ziel, den sie möchten herausfinden wer sich hinter der Mandarill-Maske befindet. Je weiter sie mit ihren Nachforschungen kommen, umso mehr kommt ihnen der Verdacht dass die Mandarill-Maske auch etwas mit den heiklen Finanzdaten zu tun hat und ihre Widersacher alles versuchen, um sämtliche Beweise und Hinweise zu eliminieren. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Leider gestaltet sich der Einstieg in dieses Buch sehr langwierig und verwirrend. Die Spannung kommt erst mit der Zeit. Ich habe mehrmals überlegt, ob ich das Buch wirklich zu Ende lesen soll oder ich es abbrechen soll. Ich habe ihm glücklicherweise eine Chance gegeben, den gegen Schluss kommt immer mehr Spannung auf und man fliegt durch die Seiten. Auch wenn es für mich das erste Buch dieser Reihe ist, hatte ich nicht immer das Gefühl irgendwas zu vermissen, denn es wurde immer wieder kurz erwähnt was vorher geschehen ist, so dass man die benötigten Informationen für gewisse Passagen hatte. Doch es würde vermutlich durchaus Sinn machen, die Vorgänger-Bücher zu kennen um allem Folgen zu können.

Niels Oxen, Margarethe Franck, Sally Finnsen und Axel Moosmann sind die Hauptfiguren, welche den Leser durch das Buch begleiten. Alle Figuren haben ihre Eigenheiten, scheinen jedoch auf den ersten Blick gut miteinander zu arbeiten. Doch mit der Zeit ist nicht mehr klar, was für ein Spiel das Axel spielt und ob wirklich alle mit offenen Karten spielen. Doch alle lassen sich nicht unterkriegen und tun alles um dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

Der langwierige Einstieg und die anfangs fehlende Spannung beeinflussen das Lesevergnügen eher negativ.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Spannende Lektüre über ein einschneidendes Ereignis

Als der Sturm kam
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Ein gewaltiger Sturm und viel Regen, führen zu dem was niemand für möglich gehalten hat. Eine tragische Sturmflut verändert das Leben der hamburgischen Bevölkerung drastisch. Immer mehr Wasser führt zu ...

Ein gewaltiger Sturm und viel Regen, führen zu dem was niemand für möglich gehalten hat. Eine tragische Sturmflut verändert das Leben der hamburgischen Bevölkerung drastisch. Immer mehr Wasser führt zu zahlreichen Dammbrüchen und die Menschen dahinter können ihr Hab und Gut nicht retten oder haben nicht mal mehr eine Möglichkeit zu flüchten. Während Marion, die als Stenotypistin bei der Polizei arbeitet, um ihr Zuhause in der Schrebergarten-Kolonie bangt, versucht sie in ihrem Job das Beste zu geben. Auch Dieter als Mitglied des THW’s versucht möglichst vielen Menschen zu helfen. Seine Familie wägt er in Sicherheit, doch dem ist nicht so. Sie bewohnen ebenfalls ein kleines Häuschen in der Schrebergarten-Kolonie und sind in grosser Gefahr. In dieser dramatischen Nacht kämpfen viele ums Überleben, ihr Hab und Gut und Helfen einander so gut wie möglich. Doch es verändert viele Leben für immer, manchmal führt es zu einem Happy End oder es macht die Verzweiflung noch grösser.

‘Als der Sturm kam’ ist eine beeindruckende Erzählung der tragischen Sturmnacht im Februar 1962. Die Autorin nimmt den Leser mit in diese Tragödie und bringt einem ein Stück Geschichte auf eine spannende Art rüber. Auch wenn nicht alles der Realität entspricht, bekommt man als Leser ein gutes Bild der Situation und leidet mit den Betroffenen mit.

Als Leser begleitet man Marion, die Stenotypistin der Polizei. Neben ihrer gewissen Arbeit, hat sie selbst ein grosses Päcken zu tragen. Die grosse Ungewissheit ob ihre Mutter noch lebt oder nicht, versucht sie mit Arbeit zu verdrängen. Ihre Einstellung, dass sie im Polizeigebäude mehr bewirken kann, als draussen finde ich bemerkenswert. Sicherlich keine einfache Situation, sie wird jedoch von vielen Seiten unterstützt. Der junge Helikopter-Pilot Georg möchte unbedingt helfen, wird am Anfang jedoch ausgebremst. Als er Helfen kann, geht er keinen Kompromiss ein, den für ihn zählt jedes Leben das er retten kann. Ihm ist es dabei egal, ob er sich dabei an die Ordnung hält oder nicht.

Spannende Lesestunden sind garantiert.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Wiedersehen, Geheimnisse und Vertrauen – spannender Roman

Der fünfte Advent
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Zusammen mit ihrem Vater betreibt Doris mitten in der Stadt Luzern einen Souvenir-Laden. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit brummt das Geschäft mit den Weihnachtskugeln und die freie Zeit ist auf ein ...

Zusammen mit ihrem Vater betreibt Doris mitten in der Stadt Luzern einen Souvenir-Laden. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit brummt das Geschäft mit den Weihnachtskugeln und die freie Zeit ist auf ein Minimum beschränkt. Doch nun nach Jahren kommt ihre frühere WG-Partnerin und Mitstudentin aus England nach Luzern und möchte sie treffen. Dabei entsteht die Idee alle WG-Partner nach Luzern einzuladen und ein paar gemütliche Tage zu verbringen. Wie ein Wunder klappt diese Idee und es treffen sich alle nach vielen Jahren wieder. Doch Doris verfolgt noch was anderes aus der Vergangenheit: der Vater ihrer Tochter. Obwohl sie keinen Kontakt mehr möchte, taucht er ebenfalls in Luzern auf. Doch er hat keine guten Absichten. Und das Verhältnis zu ihrer Tochter ist auch zerrüttet, ihren Enkel kennt sie nicht. Ihr grosser Wunsch wäre, diese Sache aus der Vergangenheit aus dem Weg zu räumen und das Band zu ihrer Tochter zu kitten. Der Besuch ihrer ehemaligen WG-Partner bringt sie auf andere Gedanken und bringt auch so manches Geheimnis ans Licht.

‘Der fünfte Advent’ ist ein spannender Roman, der im adventlichen Luzern spielt. Dabei wird nicht alles schön-geredet. Vieles bleibt verschlossen, bis man sich dann mal traut oder jemandem anvertrauen kann. Wer bei diesem Buch eine gemütliche Adventsgeschichte erwartet, liegt falsch, den es geht um Freundschaft, die Vergangenheit und um Geheimnisse die man hütet, weil einem die Geschichte niemand glaubt. Obwohl ich vom Titel her was anderes erwartet habe, hat mich das ganze positiv überrascht und so bin ich regelrecht durch die Seiten und durch Luzern geflogen.

Doris hat es nicht immer einfach und doch versucht sie das Beste daraus zu machen. Das sie für Kinder das Christbaumkugeln verzieren organisiert, fand ich rührend. Sie hat einen guten Durchhaltewille und gibt nicht auf. Schön das sie zu ihrem Vater ein solch gutes Verhältnis hat. Sie denkt nicht immer an sich und versucht zu helfen und zu vermitteln. So auch bei Lotte, einer WG-Partnerin aus früherer Zeit.

Ein spannender Roman für zwischendurch, der dem Leser durch die Zeilen vieles vermittelt.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Familientradition und Vergangenheit – Wohlfühlroman für zwischendurch

Weihnachtswunder im Hotel Mistelzweig
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Nach einigen Jahren in München kehrt Amelie zurück nach Rothenburg und führt zusammen mit ihrer Grossmutter das Hotel Mistelzweig. Die Zeit ist am kleinen Hotel nicht vorüber gegangen und es steht auch ...

Nach einigen Jahren in München kehrt Amelie zurück nach Rothenburg und führt zusammen mit ihrer Grossmutter das Hotel Mistelzweig. Die Zeit ist am kleinen Hotel nicht vorüber gegangen und es steht auch nicht auf so guten finanziellen Beinen. Damit es Geld abwirft müssen zuerst die Hotelzimmer renoviert werden. Püntklich zur Weihnachtszeit sollen die Zimmer fertig sein und Amelie hat auch schon einen Plan wie sie die Gäste anlocken kann: Sie bietet eine Weihnachtsmarkt-Tour an. Hoffentlich gelingt es ihr so, das notwendige Geld für die Kreditraten zusammenzubringen. Der Bankleiter, den sie aus der Schulzeit kennt, ist aufdringlich und versucht sie dazu zu bringen das Hotel zu verkaufen, aber das kommt weder für Amelie noch für ihre Grossmutter in Frage. Sie kämpft weiter und bekommt unerwartete Hilfe, wobei die Liebe auch eine Rolle spielt.

‘Weihnachtswunder im Hotel Mistelzweit’ ist ein spannender Wohlfühlroman. Ihn zur Adventszeit zu lesen, lässt einem noch mehr in die ruhige Zeit mit den Lichtern und Weihnachtsmärkten abtauchen. Das Städtchen Rothenburg wird sehr ansprechend beschrieben, so dass man selbst dahin reisen möchte.

Die Hauptprotagonistin ist Amelie, eine sympathische und kämpferische Frau. Mit dem Hotel verwirklicht sie sich einen Lebenstraum und kann die Familientradition weiterführen. Sie ist stark, zeigt aber auch das sie an ihre Grenzen kommt und nimmt Hilfe an, wenn auch nur zögerlich. Auch Ruth, ihre Grossmutter war mir von Beginn weg sympathisch. Das sie immer mal wieder Zweifel hat und nicht so gerne Neues hat, ist in ihrem Alter durchaus verständlich. Doch sie scheint trotz allen Zweifeln Freunde an ihrem Leben zu haben.

Ein Wohlfühlroman für zwischendurch, welcher den Leser in die Adventszeit entführt.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Fesselnder, aber auch herausfordernder Krimi

Biberbrugg
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Herausfordernde Zeiten für Valérie. Sie beschäftigt nicht nur eine tragische Mordserie, sondern auch ein tragischer Unfall ihres Sohnes. Doch der Reihe nach. Am Sühudiumzug in Einsiedeln wird in einem ...

Herausfordernde Zeiten für Valérie. Sie beschäftigt nicht nur eine tragische Mordserie, sondern auch ein tragischer Unfall ihres Sohnes. Doch der Reihe nach. Am Sühudiumzug in Einsiedeln wird in einem Fasnachtswagen die Leiche einer jungen Frau gefunden. Niemand kann sich erklären wie sie dahin kam und niemand kennt sie. Valérie und ihr Team starten mit den Ermittlungen und versuchen die unbekannte Tote zu identifizieren. Valérie’s Polizistenberuf hat auf ihren Sohn abgefärbt. Er befindet sich aktuell in der Ausbildung am IPH in Hitzkirch und verfolgt denselben Berufswunsch wie seine Mutter. An seinem freien Tag wird er von seinem Mentor Hubi zuerst zu einem Barber-Shop in Schwyz geschickt und am Abend wird er nach Wollerau beordert. Hubi scheint da einem Verbrechen auf der Spur zu sein und möchte dass Colin ihn dabei unterstützt. Dabei kommt es zu einer Schiesserei, welche für Colin tragisch endet. Er liegt mit einem Kopfschuss im Universitätsspital und keiner weiss ob er durchkommt und welche Schäden er davon trägt. Wer nun aber denkt, das sich Valérie aus den Ermittlungen zu ihrem aktuellen Fall zurückzieht, der liegt falsch. Sie versucht stark zu sein, um den Mörder der jungen Dame zu finden. Als wäre dies nicht schon genügend Arbeit, wird nahe des Polizeistützpunktes in Biberbrugg eine weitere Leiche gefunden. Verbindung der beiden Leichen ist, dass beide schwer krank waren und nicht mehr lange zu leben hatte. Doch was steckt hinter den Mordfällen?

‘Biberbrugg’ ist nicht nur für die Ermittler eine herausfordernde Situation, sie bringt auch den Leser an seine Grenzen. Zum einen begleitet man voller Spannung die Ermittlungen in den Mordfällen und zum einen beschäftigt den Leser natürlich auch die Geschichte rund um Valérie’s Sohn Colin. Beide Stränge sind gut miteinander kombiniert und lassen den Leser das Buch nicht mehr zur Seite legen. Wie in all ihren Krimis baut Silvia Götschi auch hier die lokalen Bräuche und Begebenheiten gekonnt ein.

In diesem Buch wird Valérie nochmals persönlicher dargestellt. Sie versucht die Starke zu spielen, kommt dabei aber immer mehr an ihre Grenzen. Schade finde ich, dass in dieser Situation nicht ihr Sohn an erster Stelle steht, sondern der Ermittlungserfolg. Dies lässt sie manchmal eher unsympathisch rüberkommen, obwohl dies vermutlich ihrem Verdrängungsprozess geschuldet ist. Ihre beiden Ermittler Louis und Fabia versuchen sie bestmöglich zu unterstützen, aber auch sie kommen emotional an ihre Grenzen.

Ein emotionaler Krimi, welcher auch den Leser an seine Grenzen bringt und ihn nur so durch die Seiten fliegen lässt.

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