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Veröffentlicht am 11.07.2023

Katz und Maus-Spiel mit zu früher Auflösung

Zwei Fremde
1

Während eines Schneesturms, ausserhalb der Zivilisation alleine mit zwei weiteren Gästen im Hotel? Das klingt nach viel Nervenkitzel und wäre das nicht schon genug, gelangen kurz nacheinander zwei Fremde ...

Während eines Schneesturms, ausserhalb der Zivilisation alleine mit zwei weiteren Gästen im Hotel? Das klingt nach viel Nervenkitzel und wäre das nicht schon genug, gelangen kurz nacheinander zwei Fremde zum Hotel, welche beide angeben Polizeioffizier Gaines zu sein. Remie hat sich so auf ihren letzten Abend als Hotelnachtmanagerin gefreut. Morgen wird sie endlich ihren Traum erfüllen und sich auf den Weg nach Chile machen. Noch schnell die letzten beiden Gäste bewirten, das Hotel abschliessen für die Zwischensaison, so der Plan. Doch im nahe gelegenen Gefängnis kommt es zu Tumulten und einem Ausbruch. Kurz darauf taucht eine fremde Person beim Hotel auf, die sich als Polizist Gaines ausgibt. Der verletzte Polizist wird von Remie versorgt und ins Hotelgelände eingeführt. Kurze Zeit später taucht eine weitere fremde Person auf und gibt sich ebenfalls als Polizist Gaines aus. Irgendeiner der beiden ist vermutlich der geflüchtete Häftling, nur wer? Hilfe von aussen kann keine angefordert werden, den sämtliche Telefonleitungen sind tot.

‘Zwei Fremde’ begeistert den Leser mit seiner düsteren Stimmung, wozu das eher düster gehaltene Cover sehr gut passt. Als Leser fiebert man mit rauszufinden, wer tatsächlich Gaines ist und wer der geflohene Häftling. Dabei gelingt es nicht, sich auf eine Person festzulegen, es wechselt immer zwischen diesen beiden ab und man tappt im Dunkeln. Schade fand ich, dass die Auflösung zu diesem Rätsel bereits einige Kapitel vor Buchende kommt. Dies lässt die Spannung rapide sinken und die letzten Kapitel werden eher zu einem Müssen.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Remie und um ihren verstorbenen Bruder. Mit ihm verbindet sie sehr viel und ihr junges Leben hat sich oft nach ihm gerichtet. In einigen Situationen war für mich nicht klar, ob sie wirklich vertrauenswürdig ist, oder ob sie irgendetwas verbirgt und auch etwas mit der ganzen Situation zu tun hat. Der Hotelgast Jai fand ich von Anfang an eher speziell und schwierig einzuschätzen, am Schluss kann man dann aber seine Vorgehensweise gut nachvollziehen.

Am Anfang ein packender Krimi, leider kam die Auflösung ein paar Kapitel zu früh, was der Spannung geschadet hat. Das Buch ist all jenen zu empfehlen, welche Nervenkitzel lieben, dieser jedoch nicht bis zum Schluss aufrecht erhalten sein muss.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.06.2023

Spannender Regionalkrimi in einer Landschaft mit Urlaubs-Feeling

Goldtransport und Stauseemord
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Überfall auf einen Goldtransporter im Zillertal. So beginnt der Krimi und weckt bereits das Interesse. Eine grosse Menge Gold wird mit einem Sicherheitstransporter ins Zillertal gebracht. Plötzlich wird ...

Überfall auf einen Goldtransporter im Zillertal. So beginnt der Krimi und weckt bereits das Interesse. Eine grosse Menge Gold wird mit einem Sicherheitstransporter ins Zillertal gebracht. Plötzlich wird dieser von einer Polizeistreife angehalten. Doch dies ist keine normale Polizeistreife, diese wollen das Gold. Nach dem sich die beiden angeblichen Polizisten gewaltsam Zugriff zum Gold verschafft haben, hauen sie mit dem Polizeifahrzeug ab und nehmen die beiden Mitarbeiter der Transportfirma ebenfalls mit. Als im Kraftwerk eine Leiche gefunden wird, liegt das Augenmerk der lokalen Polizei sowohl auf dem Überfall, wie auch dem ungeklärten Todesfall. Doch alleine können sie die Ermittlungen nicht bewältigen und die Kollegen aus Schwaz können ihnen keine Hilfe bieten. Dies ruft Paul und Vitus auf den Plan, ihre Allgäuer Kollegen Leopold und Anna zu engagieren. Wie es der Zufall will, befinden sich beide gerade für eine Auszeit im Zillertal. Gemeinsam machen sie sich an die Ermittlungen, die von Geheimnissen, risikoreichen Aktionen, Verwirrungen und geheimen Machenschaften geprägt sind. Der Schlegeis-Speichersee scheint dabei eine enorm wichtige Rolle einzunehmen, doch irgendwie tappen die Ermittler im Dunkeln.

‘Goldtransport und Stauseemord’ ist ein spannender Regionalkrimi ab der ersten Seite. Die detailliert beschriebenen Schauplätze geben das Gefühl ebenfalls vor Ort zu sein und wer sich in der Gegend auskennt, wird einige Plätze wiedererkennen. Bis am Schluss rätselt man als Leser selbst, wie die ganze Geschichte ausgehen könnte und was mit dem gestohlenen Gold passiert ist. Den mittleren Band der Reihe habe ich nicht gelesen, konnte der Handlung aber jederzeit folgen und hatte nicht das Gefühl dass mir Informationen fehlen würden.

Die beiden Zillertal-Ermittler, sowie auch die beiden Allgäuer Ermittler sind mir aus Band 1 bekannt und jeder hat so seine Eigenheit. Alle sind auf ihre Art und Weise sympathisch und passen gut in die Geschichte. Hilfsbereite Kollegen, wobei jeder seine eigene kriminalistische Eigenschaft hat, welche sich zusammen perfekt ergänzen.

Ein spannender Regionalkrimi, der jedem sehr zu empfehlen ist, kurzweilige Lesestunden sind garantiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.06.2023

Interessante Einblicke, jedoch sehr langezogen

Die Queen
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Die Queen versucht ihre königlichen Verpflichtungen, sowie ihre Familie irgendwie unter einen Hut zu kriegen. Doch so einfach gestaltet sich das nicht und sie steht immer wieder vor dem selben Dilemma. ...

Die Queen versucht ihre königlichen Verpflichtungen, sowie ihre Familie irgendwie unter einen Hut zu kriegen. Doch so einfach gestaltet sich das nicht und sie steht immer wieder vor dem selben Dilemma. Auf ihren langen Reisen lässt sie ihre Kinder zurück und ist mit ihrem Ehemann Philipp alleine unterwegs. Doch überall wo sie auftaucht ist ihr Jubel und Euphorie garantiert. Sie ist bei den Leuten eine beliebte Persönlichkeit und sie versucht ihre eigenen Interessen während den Reisen zu leben, auch wenn diese völlig gegen den vorgegebenen Zeitplan verstossen. Genau dies macht sie zur sympathischen Persönlichkeit, sich nicht immer ans Protokoll halten und auch ein bisschen spass an ihren Verpflichtungen zu empfinden. Doch den Zugang zu ihrem ältesten Sohn Charles beginnt immer mehr zu bröckeln. Er ist überhaupt nicht glücklich im Internat und wird auch viel gehänselt. Am liebsten würde sie ihn zurückholen, doch da wäre Ärger mit Philipp vorprogrammiert. Während sie ihre königlichen Verpflichtungen hat, kümmert er sich um die Familie und alle Entscheidungen die die Schule der Kinder betreffen fällt in seinen Bereich. Mit ihrer Schwester Margaret pflegt Queen Elizabeth ein inniges Verhältnis und sie fühlt sich verpflichtet sie vor ihrem zukünftigen Ehemann zu warnen, entscheidet sich jedoch dagegen. Ein Fehler?

Der zweite Teil der Romanbiografie rund um Queen Elizabeth gibt interessante Einblicke in das Leben der Königsfamilie, die einzelnen Passagen sind jedoch teilweise unnötig in die Länge gezogen. Durch dies leidet die Spannung und manchmal muss man sich richtig durch die Seiten quälen, bis es zu einem anderen Situation geht. Der Leser bekommt sehr viele Informationen über das englische Königshaus, deren Ländereien und das Commonwealth. Als Leser empfand ich es sehr gut, das die Autorin am Schluss des Buches vermerkt, was der Realität entspricht und was sie der Geschichte an Ergänzungen zugefügt hat.

Ich fand die Queen immer eine sehr interessante und sympathische Person. Dieses Buch bestätigt dies auch, sie ist sehr beliebt. Es bricht einem aber das Herz, wenn sie nicht so entscheiden kann, wie sie das am Liebsten würde. Vor allem dann wenn es um ihre Familie geht. Ihr Ehemann Philipp findet sich irgendwie in seiner Rolle zurecht, ist aber nicht wirklich glücklich. Die Verpflichtungen prägen und belasten ihre Ehe.

Ein Buch mit interessanten Einblicke ins englische Königshaus, jedoch schaden die langgezogenen Passagen der Spannung.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 10.06.2023

Fesselnde Fortsetzung der Familiengeschichte

Zuckerjahre – Die Frauen der Backmanufaktur
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Zusammen mit seiner Verlobten Lotte und seinem Doktortitel in der Tasche kehrt Julius Meister zurück nach Bielefeld zu seiner Familie. Sein Vater, der berühmte Bachpulver-Hersteller Carl Meister freut ...

Zusammen mit seiner Verlobten Lotte und seinem Doktortitel in der Tasche kehrt Julius Meister zurück nach Bielefeld zu seiner Familie. Sein Vater, der berühmte Bachpulver-Hersteller Carl Meister freut sich ausserordentlich und lässt zu Ehren seines Sohnes ein grosses Fest steigen. Ohne vorher seine Familie zu informieren verkündet Julius in seiner Ansprache die Verlobung mit Lotte. Die schüchterne junge Dame wird somit unmittelbar ins kalte Wasser geworfen und muss die schlechte Laune von Carl ertragen, der sie mitten auf der Tanzfläche stehen lässt. Zum Glück trifft sie dabei auf Richard, einen innigen Freund der Familie, der sie aufmuntert. Als wäre das nicht schon genug, gerät Lotte auch noch mit Julius in Streit und fühlt sich immer fremder in Bielefeld. Am liebsten würde sie ihre Sachen packen und zurück nach Berlin gehen. Doch es wendet sich alles zum Guten, sie heiratet ihren Julius und wird herzlich in der Familie Meister aufgenommen. Es scheint alles wie am Schnürchen zu laufen, bis der 1. Weltkrieg ausbricht und Julius an die Front muss. Jetzt heisst es für die Meister-Frauen selbst in die Firma einzusteigen und das Beste aus der Situation zu machen. Gemeinsam sind sie stark und können mit einer Glanzidee das florierende Geschäft noch weiter bringen. Doch die Familie wird von einigen Schicksalsschlägen heimgesucht und muss sich immer wieder neu erfinden. Schafft es das Traditionsunternehmen den Krieg zu überstehen und findet die Familie jemals wieder in ruhige Wasser?

Der zweite Band rund um Familie Meister hat mich sofort in seine Bann gezogen. Die Familiengeschichte geht mit der nächsten Generation weiter, wobei nicht immer alles wie am Schnürchen läuft. Gerade diese Passagen lassen einem Hoffen das sich alles zum Guten wendet und alle ihr Glück finden werden. Die verschiedenen Erzählorte, sei es in der Firma, dem Haus von Familie Meister oder der Kriegsfront geben eine gute Mischung und lassen den Leser mitten im Geschehen sein. Zur Orientierung wird vor jedem Kapitel vermerkt, wo man sich befindet und in welcher Zeitepoche das vorliegende Kapitel spielt. Um die Entwicklung der Firma und der Familie zu erleben, empfiehlt es sich, bereits den ersten Band gelesen zu haben.

Julius erlebt man in diesem Buch als jungen Erwachsenen, der seinen eigenen Weg eingeschlagen hat und so scheint es, sein Glück gefunden hat. Auch Carl und Josephine widmen ihre Aufmerksamkeit immer noch der Firma und kämpfen mit allen Mitteln für deren Fortbestehen. Die beiden Schwestern von Julius nimmt man in diesem Band viel besser wahr, im ersten Band waren sie eher Randpersonen und man konnte sie nicht wirklich einordnen. Die beiden sind sehr sympathisch und verstehen sich sehr gut. Maria scheint sehr an der Familie zu hängen, da sie nach dem Tod ihrer Eltern endlich ein zu Hause gefunden hat. Die schüchterne Lotte ist eine sehr angenehme junge Frau, die aber gerade zu Beginn noch ihren Platz finden muss. Sie wird immer offener und kann ihre Schüchternheit gänzlich ablegen. Die Entwicklung dieses Charakters fand ich sehr spannend und ich bin gespannt zu erfahren, wie es ihr im dritten Band ergehen wird.

Mit ‘Zuckerjahre’ hat mir Eva-Maria Bast kurzweilige Lesestunden beschert und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Wie der erste Band, ist auch dieses Buch wieder ein Highlight.

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Veröffentlicht am 09.06.2023

Wer ist das nächste Opfer? – Spannung pur aus Dänemark

Rot. Blut. Tot.
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Ein grausamer Leichenfund erschüttert Kopenhagen. Jasper und seine Kollegin Kirsten haben noch nie einen so grausamen Mord gesehen und sie können fast nicht hinschauen. Das Gebiss wurde gespreizt und der ...

Ein grausamer Leichenfund erschüttert Kopenhagen. Jasper und seine Kollegin Kirsten haben noch nie einen so grausamen Mord gesehen und sie können fast nicht hinschauen. Das Gebiss wurde gespreizt und der Körper sehr speziell arrangiert. Wer macht so etwas? Sie beginnen direkt mit den Ermittlungen, können aber kein Motiv feststellen, da der Ermordete Asger Dahl ein unbeschriebenes Blatt ist. Um mehr über sein Leben rauszufinden, müssen sie sämtliche Überwachungskameras der Wohnüberbauung wo Asger gewohnt hat analysieren. Und wer kommt als Unterstützung am Besten in Frage? Natürlich Marit, die Super-Recognizerin. Obwohl sie gerade mit eigenen Problemen beschäftigt ist, nimmt sie den Job an und freut sich über ein bisschen Abwechslung. Während den laufenden Ermittlungen passiert auf der Insel Mon plötzlich ein weiterer Mord, in dem genau gleich wie beim ersten Mord vorgegangen wurde. Hat es das Team um Jesper und Kirsten mit einem Serienmörder zu tun? Sie stossen plötzlich auf einen früheren Vorfall auf der Insel, in dem ein Hund auf ebenso grausame Weise ermordet wurde. Schnell fällt der Verdacht auf Hans Rask, der vor 31 Jahren wegen Mordes an einem kleinen Mädchen verurteilt wurde und seit kurzem aus dem Gefängnis entlassen ist. Doch sind diese grausamen Morden der Nummer 25 oder wie Hans auch genannt wird, dem Wolf, zuzutrauen? Die Ermittlungen gestalten sich sehr zäh, sowie risikoreich und niemand weiss, wer das nächste Opfer ist und wer zu solch grausamen Taten fähig ist.

‘Blut. Rot. Tot’ ist ein spannender Thriller der den Leser bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Während den Ermittlungen hat man das Gefühl, man stecke als Leser selbst mittendrin und leidet bei jedem Rückschlag mit, feiert jeden Erfolg und hofft einfach nur, dass dem Täter das Handwerk gelegt wird. Auch der zweite Band rund um Jesper und Marit konnte mich fesseln und obwohl es bereits einige Zeit her ist, seit ich den ersten Band gelesen habe und sicherlich schon einiges wieder vergessen habe, hatte ich nicht das Gefühl irgendetwas zu vermissen. Ich denke es ist durchaus möglich, dieses Buch zu lesen, ohne das man den ersten Band gelesen hat. Der Erzählstil aus zwei unterschiedlichen Sichten fand ich sehr spannend und hat für Abwechslung gesorgt, fand ich eine super Idee der Autorin.

Jesper, Kirsten und Marit sind altbekannte Protagonisten und es ist spannend ihre Entwicklung mitzubekommen. Das sich Jesper von Kirsten nicht ernst genommen fühlt, finde ich speziell, den ich hatte als Leser überhaupt nicht das Gefühl das es so ist. Beide machen einen super Job und haben jeweils ihre eigenen Stärken. Sie ergänzen sich jedoch sehr gut und müssten sich einfach noch mehr aufeinander einlassen und nicht immer so skeptisch sein. Die Anziehungskraft zwischen Jesper und Marit ist so richtig spürbar, jedoch möchte niemand den ersten Schritt machen. Die Bedenken sind auf beiden Seiten sehr gross. Ich bin gespannt, wie es mit den beiden in einem nächsten Buch weitergeht.

Ein Thriller der mich sofort gefesselt hat und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen hat. Spannende Lesestunden sind garantiert.

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