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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2026

Toxisch

Ultramarin
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Das Cover dieses Buches ist sehr schön gestaltet und korrespondiert hervorragend mit dem Titel, da es direkt auf jene Schlüsselszene verweist, die letztlich alles entlarvt. Im Mittelpunkt der Erzählung ...

Das Cover dieses Buches ist sehr schön gestaltet und korrespondiert hervorragend mit dem Titel, da es direkt auf jene Schlüsselszene verweist, die letztlich alles entlarvt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der Heranwachsende Lou, der vollkommen auf den schönen und wohlhabenden Raf fixiert ist. Gemeinsam mit dessen Schwester Sophie bilden die drei ein unzertrennliches Kleeblatt, das selbst nach der Schulzeit eine Wohngemeinschaft gründet.

Doch die Beziehung zwischen den beiden jungen Männern ist keineswegs ausgewogen, sondern von einer absolut toxischen Dynamik geprägt. Raf erweist sich als manipulativer Machtmensch, der andere rücksichtslos benutzt und demütigt. Dies offenbart sich schleichend im Verlauf der Geschichte, die ihren Fokus vor allem auf die gemeinsamen Urlaube richtet. Insbesondere die letzte Reise führt die zwischenmenschliche Schieflage drastisch vor Augen, da Sophie sich dieses Mal ausgeklinkt hat und stattdessen eine Freundin mitfährt. Die Situation eskaliert. Dies geschieht jedoch nicht zum ersten Mal, wie sich dem Leser, und schrittweise auch Lou selbst, durch geschickt eingeflochtene Rückblicke erschließt.

Der Roman wird in einem bemerkenswert ruhigen, unaufgeregten Ton erzählt, wodurch der Blick in diese tiefen menschlichen Abgründe umso intensiver wirkt. Beim Lesen fragt man sich unwillkürlich, warum ein Mensch eine solche Behandlung toleriert. Da die Erzählung jedoch gleichzeitig die prägenden Hintergründe der Elternhäuser beleuchtet, lassen sich die psychologischen Zusammenhänge schlüssig nachvollziehen. Ein tiefgründiges, feinsinniges Buch, das mich in seinen Bann gezogen hat und für das ich sehr gerne fünf Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Packender Schwedenkrimi

Julimord
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Das allgemein gehaltene Cover mit dem obligatorischen roten Schwedenhäuschen ist zwar nicht unbedingt der Hingucker, aber der Inhalt dieses Kriminalromans hat es wirklich in sich. Die Geschichte rund um ...

Das allgemein gehaltene Cover mit dem obligatorischen roten Schwedenhäuschen ist zwar nicht unbedingt der Hingucker, aber der Inhalt dieses Kriminalromans hat es wirklich in sich. Die Geschichte rund um Maia Bohm ist unheimlich packend und emotional. Ihr verstorbener Mann hat sie mit einem riesigen Berg Schulden zurückgelassen, weshalb sie nun gezwungen ist, in ihre Heimatstadt zurückzuziehen. Dort kommt sie im kleinen Häuschen ihrer Mutter unter, die sie selbst als Kind verlassen hat.

Maias gesamte Situation ist absolut deprimierend, und das nicht nur in finanzieller Hinsicht. Ihr Sohn liegt todkrank auf der Intensivstation und wartet dringend auf ein Spenderherz. Inmitten dieser enormen privaten Belastung muss sich Maia gleichzeitig als Neue im Ermittlungsteam beweisen. Als wäre das nicht schon genug, macht ihr die eigene Mutter Vorwürfe, die kleine Tochter wird zunehmend schwierig und über allem steht das ständige, quälende schlechte Gewissen ihrem Sohn gegenüber, einfach nicht genug für ihn tun zu können.

Auch der Kriminalfall selbst ist hervorragend konstruiert: Was zunächst als ein Fall von Körperverletzung begonnen hat, führt schließlich weit zurück auf einen früheren Entführungsfall, bei dem die jetzigen Kollegen damals mehr als schlampig gearbeitet haben. Dadurch entstehen natürlich auch erhebliche zwischenmenschliche Spannungen im Team. Schritt für Schritt kommt man der Lösung und dann auch dem Täter immer näher. Je näher man ihm allerdings kommt, desto lebensgefährlicher wird die ganze Angelegenheit.

Ein extrem starker, emotionaler und hoch spannender Bestseller aus Schweden, der mich völlig in seinen Bann gezogen hat. Trotz des unscheinbaren Covers eine absolute Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Ein herzerwärmendes, modernes Märchen für gemütliche Lesestunden

Eine Maus namens Merlin
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Schon das absolut niedliche Cover ist ein echter Blickfang: Eine flauschige kleine Maus, die friedlich in einem kuscheligen Hausschuh schläft – da bekommt man sofort Lust, in die Geschichte einzutauchen.

Im ...

Schon das absolut niedliche Cover ist ein echter Blickfang: Eine flauschige kleine Maus, die friedlich in einem kuscheligen Hausschuh schläft – da bekommt man sofort Lust, in die Geschichte einzutauchen.

Im Mittelpunkt steht Helen, die auf ein bewegtes Leben zurückblickt, welches sich dem Leser erst im Laufe des Buches nach und nach erschließt. Nun, im Alter, möchte sie ihre verbleibende Zeit in ihrer Heimatstadt verbringen. Sie führt ein sehr spartanisches, genügsames und vor allem unaufgeregtes Leben – bis der Zufall ihr den kleinen Mäuserich Merlin ins Haus bringt.

Es ist herrlich und amüsant zu lesen, wie Helen anfangs noch allerlei Anstrengungen unternimmt, um das kleine Tierchen wieder loszuwerden, nur um später Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen, um es vor dem sicheren Tod zu retten. Durch diese unerwartete Freundschaft kehrt sie Tag für Tag ein Stück mehr ins Leben zurück, knüpft neue Kontakte und findet wieder einen tiefen Sinn im Alltag.

Fazit: „Eine Maus namens Merlin“ ist eine richtige Wohlfühlgeschichte mit einem schönen Happy End. Ein modernes Märchen, das sich schnell liest und einfach ganz nett für zwischendurch ist. Es wärmt das Herz und zeigt, dass es nie zu spät für einen Neuanfang ist. Gute 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Herrliche Charakterstudie mit Tiefgang und Humor

Einatmen. Ausatmen.
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Eine Frau in einem Selbsterfahrungscamp. Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas trocken, ist es aber ganz und gar nicht! Im Gegenteil: Leo Maxim hat hier eine unglaublich unterhaltsame und tiefgründige ...

Eine Frau in einem Selbsterfahrungscamp. Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas trocken, ist es aber ganz und gar nicht! Im Gegenteil: Leo Maxim hat hier eine unglaublich unterhaltsame und tiefgründige Geschichte geschrieben.

Marlene Buchholz ist eine knallharte, extrem erfolgreiche Geschäftsfrau, die kurz vor dem Sprung in den Konzernvorstand steht. Ihr Problem: Ihre rüde, gefühlskalte Art stößt überall an und droht ihr jetzt kurz vor dem Ziel die Karriere zu kosten. Die Konsequenz? Sie muss sich zähneknirschend einem Achtsamkeitsseminar unterziehen, um überhaupt im Rennen zu bleiben.

Was als lästige Pflichtübung beginnt, entpuppt sich als Marlenes große Chance. Sie erkennt plötzlich die tiefen Bezüge zu ihrer eigenen Familie und Kindheit, die ihr Verhalten überhaupt erst erklären. Das öffnet ihr die Augen für völlig neue Sichtweisen. Marlene verändert sich dadurch spürbar, wird empathischer und hat am Ende sogar einen richtig positiven Einfluss auf ihr Umfeld.

Das Schöne an dem Buch ist, dass der Weg, den Marlene geht, mit viel Humor gezeichnet wird. Der ganze Achtsamkeit-Hype und die dazugehörige Industrie werden hier wunderbar und herrlich erfrischend auf die Schippe genommen.

Der Schreibstil des Autors ist wunderbar flüssig. Besonders begeistert hat mich aber, wie liebevoll, lebendig und umfassend die Charaktere beschrieben sind. Man hat beim Lesen das Gefühl, als stünde man mitten im Raum und wäre direkt dabei.

Für mich ein echtes Highlight – klug, humorvoll und mit Herz.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Zynischer Ermittler

Doppelmord im Strandhotel
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Der Kriminalroman um Detective Sergeant Declan Miller, der nach dem unaufgeklärten Mord an seiner Frau Alex an seinem ersten Arbeitstag direkt mit einem Doppelmord in einem Hotel konfrontiert wird, bietet ...

Der Kriminalroman um Detective Sergeant Declan Miller, der nach dem unaufgeklärten Mord an seiner Frau Alex an seinem ersten Arbeitstag direkt mit einem Doppelmord in einem Hotel konfrontiert wird, bietet eigentlich eine hervorragende und extrem spannende Ausgangslage. Die Suche nach den Gemeinsamkeiten der beiden so unterschiedlichen Opfer und das Motiv hinter der Tat bergen viel Potenzial, und das Buch wimmelt nur so von interessanten und unterschiedlichsten Beteiligten. Auch die Figur des Ermittlers ist durch seine Leidenschaft für den Amateurtanz eigentlich faszinierend angelegt. Leider wird dieser tolle Plot durch die Umsetzung massiv ausgebremst, was vor allem an dem extrem schnoddrigen und zynischen Erzählstil liegt. Miller tritt ständig unangemessen machohaft auf und muss zu absolut allem eine bissige Bemerkung abgeben. Selbst wenn man seine tiefe Trauer als Entschuldigung heranzieht, macht diese anstrengende Art das Zuhören auf Dauer sehr mühsam. So bleibt am Ende des Hörbuchs das Gefühl, dass hier viel Potenzial für einen echten Spitzenkrimi an einem viel zu dominanten und anstrengenden Tonfall gescheitert ist, weshalb es trotz des guten Falls bedauerlicherweise nur für drei Sterne reicht.

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